Sauer, Joscha — Nichtlustig

Joscha Sauers Nichtlustig besticht allein schon durch die Grafiken. Allerd­ings sind die Comics nicht immer son­der­lich witzig, aber das ist sicher­lich Geschmackssache. Manche Gags kom­men öfters vor, manche ver­ste­ht man kaum. Unterm Strich bleibt aber das Inter­esse her­auszufind­en, worum es auf der näch­sten Seite geht, beste­hen. Und das ist dann auch der bleibende Ein­druck des Schmökers.

Der Schmök­er ist mit sein­er beein­druck­enden Optik, trotz der oft­ma­li­gen Nichtlustigkeit ein gut unter­hal­tender Begleit­er auf unserem Don­ner­balken, er ver­leit­et zum Kauf des näch­sten Ban­des, und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Bauer, Patrick und Michael Ebert — Unnützes Wissen

“Wenn Kühe zu viele Karot­ten essen, wird die Milch rosa.”

“John Wayne hiess eigentlich Mar­i­on Morrison.”

“Das Ver­bot, im Par­la­ment zu ster­ben, wurde 2007 zum lächer­lich­sten Geset­zt Gross­bri­tan­niens gewählt”.

Das sind nur drei skur­rile Fak­ten aus dem 2008 erschienen Buch Unnützes Wis­sen: 1374 skur­rile Fak­ten, die man nie mehr ver­gisst .

Man kann pri­ma darin rum­schmök­ern, indem man das Buch ein­fach irgend­wo auf­macht und eine der 1374 Unsin­nigkeit­en liest, und es ist alle­mal unter­halt­samer als die Fernse­hzeitschrift. Lei­der hat man irgend­wann mal alle Fak­ten durch und es ver­liert kom­plett als Span­nung. Also gehört es nicht zu den Schmök­ern, die man ewig auf dem stillen Örtchen liegen lassen kann. Nichts­destotrotz ist es eine pri­ma Unter­hal­tungslek­türe für das Gäste WC. Daher von mir von fünf Rollen:

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Koch, Anna und Axel Lilienblum — SMS von gestern Nacht

 Das Beste aus SMSvonGesternNacht.de ist eine laue Kopie von Texts from last night, mit­tler­weile in drei oder vier Buchaus­gaben als Rei­he ver­füg­bar. Man find­et vielle­icht auf den ersten Seit­en eine ganz witzige Minigeschichte über Leute, die missver­ständliche und missver­standene SMS-Unter­hal­tun­gen führen, aber irgend­wann zieht man bei der Lek­türe nicht mehr mit. Erfun­den oder real? Wen interessiert’s?
Der Schmök­er ist mit seinen sel­tenst witzi­gen Mini-Geschicht­en ein mäßig unter­halt­samer Begleit­er auf unserem Don­ner­balken, mit­tler­weile dürften diejeni­gen, die sowas inter­essiert, ihn auch zur Genüge ken­nen, und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Schneider, Helge — Arschfahl klebte der Mond am Fenster

 Bei ein­er Bekan­nten ent­deckt: Arschfahl klebte der Mond am Fen­ster…: Die Kom­mis­sar Schnei­der Romane 1 — 4 in einem Band als Klolek­türe. Die Kürze der einzel­nen Kapi­tel spricht schon für diesen Schmök­er als Klolek­türe, er ist aber nur etwas für diejeni­gen, die gedanklich stark auf die ver­schachtelte Geschichte ein­steigen. Für Gele­gen­heit­sleser, und damit als Gästek­lolek­türe, eignet sich das gute Stück eher weniger. Man braucht schlicht etwas Zeit, um über­haupt ein­steigen zu kön­nen, und die Geschicht­en selb­st sind auch nicht jed­er­manns Geschmack.
Der Schmök­er ist mit seinen mitunter witzi­gen, aber umständlichen beschriebe­nen Geschicht­en ein mäßiger Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:
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von Schierach, Ferdinand — Verbrechen

Zunächst habe ich die ZDF-Fernsehserie zum Buch Ver­brechen: Sto­ries gese­hen. Die ent­nomme­nen Geschicht­en aus dem Buch wirken wie 1:1‑Versionen der Ver­fil­mungen. Was mich an bei­den stört, ist die moralis­che Neu­tral­ität, die allen beschriebe­nen Ver­hal­ten bei­wohnt. Im Buch gibt es noch eine inter­es­sante Geschichte um einen Muse­um­swächter, der langsam, aber sich­er durch­dreht, die mir ganz gut gefällt, anson­sten muss nie­mand zum Buch greifen, der die Serie geschaut hat.

Der Schmök­er wegen der Kürze der inter­es­san­ten, wenn auch hal­tungs­los beschriebe­nen Geschicht­en und dem guten Schreib­stil ist pass­abler Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Wischmeyer, Dietmar und Oliver Welke — Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk

… Deutsche Helden pri­vat , geschrieben teils von Oliv­er Welke, teils von Diet­mar Wis­chmey­er, und daher teils lang­weilend unin­spiri­ert und teils unter­halt­sam bis höchstamüsant. 

Wis­chmey­er hat diese Por­trait­form in der ARD mal vorge­führt, unge­fähr so funk­tion­ieren die guten Por­traits, wenn sich auch die Stilmit­tel ab und an wieder­holen und somit dem Leser bekan­nt vorkommen. 

Ander­er­seits ver­ste­ht es Wis­chmey­er, Promi­nente an ihrer Achilles­verse, der Eit­elkeit, zu tre­f­fen und sein Pub­likum mit einem einzi­gen Satz in schal­len­des Gelächter zu ver­set­zen. Wie hier bei Ger­hard Schröder:

Wenn Schröder mor­gens das Bad ver­lässt, dann ist er sich­er, dass sein Bild im Spiegel noch minuten­lang ver­har­rt, ehe es erlischt.

Den meis­ten Spaß mit dem Schmök­er hat man, wenn man sich ein­ge­le­sen hat und die Beiträge von Welke erken­nen und über­sprin­gen kann. So ist das Buch wegen halb­wegs witzigem Inhalt ein pass­abler Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich bei ein­er Wer­tung des einen Autors mit zwei und des anderen Autors mit vier von fünf möglichen Klorollen:

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Schröder, Atze — Und dann kam Ute

Atze Schröders erster Roman . Abgepackt in kurze Episo­den erin­nert der Schmök­er etwas an Und dann kam Pol­ly und hat gefühlt densel­ben Plot: Charis­ma­tis­che Sie bringt helden­haften und ver­mö­gen­den Ihn unter ihre Fit­tiche. Span­nungsärmer wär’s wohl nicht gegan­gen. Manch­mal taucht unser Ems­det­ten­er Komik­er aus dieser selb­stver­liebten Labergeschichte auf und bringt Schmun­zel­bares wie

Als ich beim Pinkeln in den Spiegel schaute, sah ich so fer­tig aus wie Hel­mut Schmidt nach ein­er Elektrozigarette.

aber, das ist rar gesät, der Witz verbleibt im Metapho­rischen und wird gerne mal wieder­holt für alle, die es beim ersten Mal noch nicht ver­standen haben. Oder sollen so Run­ning Gags angeleiert werden?

Der Schmök­er ist wegen guter Les­barkeit, flot­tem Tem­po und den paar Witzchen ein pass­abler Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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de Guillaume, Andre — Wie man ein Genie wird

Eines dieser Exem­plare ist der Schmök­er Wie man ein Genie wird: Das Hand­buch für ange­hende Überflieger
von André de Guil­laume, über­set­zt aus dem Englis­chen von Petra Trinkaus. Das Buch erge­ht sich eigentlich nur in Eigen­willigkeit­en und Anek­doten berühmter Män­ner. Das ist ganz nett zu lesen, kurzweilig, aber irgend­wie nicht erhel­lend. Ein paar Schmun­zler sind aber drin.

Er ist also durch seine Inten­tion, die hüb­sche Machart und durch hin und wieder inter­es­sante Anek­doten ein pass­abler Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Duve, Karen — Lexikon der berühmten Tiere

Das Sofa ist wohl nicht das einzige Plätzchen in den eige­nen vier Wän­den, an dem man gerne zur Lek­türe greift. Auch das stille Örtchen wird gerne für einen Blick in Gedruck­tes genutzt. Das hat in unseren Wän­den dazu geführt, dass Gäste unseres Lokuss­es sich­er sein kön­nen, Lesenswertes zu entdecken.

Ein Klas­sik­er unter den Klolek­türen ist das Lexikon der berühmten Tiere. Von Alf und Don­ald Duck bis Pu der Bär und Ledas Schwan von Karen Duve und Thies Volk­er. In diesem Stan­dard­w­erk [ hier eine Besprechung von Flo­ri­an Felix Weyh ], bei uns in der Aus­gabe von 1999 aus­gelegt, wird von altertüm­lichen Gestal­ten wie den Eulen von Athen, Fabel­we­sen, Wer­be­fig­uren wie dem Erdal­frosch, Comic­fig­uren wie Fix und Foxi bis hin zu realen Tieren wie For­tunée, dem Mops der Kaiserin Josephine, so ziem­lich alles abge­grast, was man bis dato selb­st ger­ade noch in Erin­nerung hat.

Es ist also durch seine Lustigkeit, durch die Erin­nerungsmöglichkeit und die inter­es­san­ten, neuen Geschicht­en der Ide­ale Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Fröhlich, Axel und Oliver Kuhn — Die große Brocklaus: Das komplett erfundene Lexikon

Die Wei­h­nacht­szeit endet so langsam, Zeit für Geschenkkri­tik: Woan­ders als Buch des Tages gewürdigt sprang bei mir beim großen Brock­laus der Funke oder wie man mag die Laus nicht über. 6 oder 7 mal irgend­was ange­le­sen und wegen zu gewoll­ter Lustigkeit umge­hend weggelegt. Taugt nicht mal als Klolek­türe und dem Rezensen­ten stimme ich zu, der schreibt: “Zum Ver­schenken nicht geeignet.”

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