Feuerstein, Herbert — Feuersteins Reisen nach Alaska, Vanuatu, Arabien, Mexiko

Schon etwas älter, 20 Jahre, genau gesagt, ist diese Qua­si-Sekundär­lit­er­atur zu Her­bert Feuer­steins dama­liger Reis­esendung. Es wird von chao­tisch anmu­ten­den Fil­mauf­nah­men in aller Welt berichtet, kurzweilig und humor­voll. Inter­erssan­ter­weise staubt das nicht mal son­der­lich an. Und man erfährt, wie sich die Wolpers-Aver­sion so gesteigert hat.

Von fünf möglichen Klorollen bekommt dieser Schmöker:

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Hasters, Alice — Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Ich bin über dieses Buch wegen des Anstoßes an den Kom­mentaren von Dieter Nuhr am sel­bi­gen ger­at­en. Und da ich dur­chaus kri­tis­che Ein­schätzun­gen zu Nuhr teile, hat­te ich etwas Hoff­nun­gen in die Lek­türe geset­zt. Aber ach: So wichtig es ist, Ras­sis­mus auf den Schirm zu brin­gen durch viele Stim­men, so ärg­er­lich ist es, wenn Autoren sich dabei durch unter­schwellige Vorverurteilun­gen ander­er so sehr selb­st im Weg ste­hen. Hier wird mit anek­do­tis­ch­er Evi­denz ver­sucht, ein Ras­sis­mussys­tem aufzuzeigen, was schief läuft. Und so unter­läuft diesem Buch eine pein­liche Kant-Kri­tik, aus der deut­lich wird, dass man ihn nicht gele­sen hat, was ja Nuhr zu diesem Buch angekrei­det wird, und dass Nuhrs Kri­tik, man verbessert eine Sit­u­a­tion von Vorverurteilun­gen nicht über Vorverurteilun­gen sein­er­seits, zutr­e­f­fend ist, obwohl er das Buch nicht gele­sen hat.

Von fünf möglichen Klorollen:

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Passig, Kathrin; Scholz, Aleks; Schreibner, Kai — Das neue Lexikon des Unwissens

Auch schon fast wieder 10 Jahre alt ist dieser Lexikon­ss­chmök­er. Auf dem Don­ner­balken ist er doch eher etwas hin­der­lich, die Texte sind eher chao­tisch zusam­mengestellt, das Vorge­hen unge­ord­net. Einige der ungek­lärten Wis­sens­fra­gen kan­nte ich schon, einige würde ich nicht darunter einord­nen. Es ist eher ein Buch zum Rum­stöbern, wenn man damit die Hoff­nung verbindet auf ein The­ma zu stoßen, in das man sich ver­tiefen möchte, wozu das Buch dann lei­der nicht großar­tig weiterhilft.

Von fünf möglichen Klorollen bekommt dieser Schmök­er von mir:

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von der Lippe, Jürgen — König der Tiere

Der Autor war schon mal auf der Klos­et­tablage. Diese Geschicht­en gefall­en mir ein wenig bess­er als damals, und deut­lich bess­er als der Roman­er­stling, weil hier der Humor hier gut funk­tion­iert. Vielle­icht liegt von der Lippe die Langstrecke nicht, son­dern nur die kurzen Stücke von der All­t­agssi­t­u­a­tion bis zur irri­gen Verwicklung.

Von fünf möglichen Klorollen:

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Sauer, Joscha: Das zweite dicke Cartoonbuch

Dieses Schätzchen habe ich aus meinem Lieblings­ge­braucht­buch­laden und es erheit­ert einen doch schon sehr auf dem Lokus. Nicht jed­er Gag zieht, aber dann und wann muss man schon sehr lachen über die aber­witzi­gen und gerne mal über­triebe­nen Ein­fälle von Joscha Sauer.

Ger­ade für diejeni­gen, die Sauer noch nicht als Lek­türe ken­nen, son­dern wom­öglich nur aus dem Netz, sei dieser Schmök­er sehr emp­fohlen und deswe­gen gibt es von fünf möglichen Klorollen:

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Kuttner, Sarah — Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart

Sarah Kut­tner fand ich immer nett und wollte nie ein Buch von ihr Lesen. Da ich dann diesen Schmök­er fand, wan­derte er zumin­d­est ganz kurz mal aufs Klo. Und dann blät­tert man da rein, ist ent­täuscht, weil der qui­etschige Inhalt so flach wie die Schreibkun­st ist, blät­tert weit­er und weit­er, weil vielle­icht doch noch was Inter­es­san­teres kom­men kön­nte, kommt dann zu län­geren, aber eben nicht tief­schür­fer­en­den Tex­ten — anfangs wer­den nur kolumm­ne­nar­tig Fra­gen beant­wortet — und schwup­ps ist das Büch­lein am Ende. Dass es solche Texte ern­sthaft in die Süd­deutsche Zeitung geschafft haben, ist wohl nur dem Ver­mark­tungswert geschuldet. Ein ander­er Leser ver­reißt dieses Kau­gum­mi­w­erk so:

Bei der Beant­wor­tung jed­er Frage greift sie das The­ma auf, nimmt ein Wörter­buch zur Hand und ent­nimmt diesem irgen­deinen x‑beliebigen Begriff. Diesen lässt sie dann zusam­men mit eini­gen Triv­i­al­itäten ihres All­t­ags in die Antwort ein­fließen. Was bisweilen als frech, unkon­ven­tionell und post­mod­ern gepriesen wird, ist bei nüchtern­er Betra­ch­tung blanker Non­sens. Da die begrif­flichen Verbindun­gen (Wei­h­nachts­mann-Mundgeruch, Frank Elst­ner-Epilierg­eräte, etc.) kein­er Geis­tesleis­tung, son­dern eher dem Zufall geschuldet sind, fehlt der intellek­tuelle Mehrw­ert in dem Buch fast vollständig.

Das Cov­er ist noch das Beste an diesem Bänd­chen, daher gibt es für diesen lah­men Schmök­er von fünf möglichen Klorollen:

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Proimas, James — 12 things to do before you crash and burn

Dieser Schmök­er ist eigentlich ein Jugend­buch, aber wegen seines Witzes und der Kürze sein­er Einzelepiso­den dur­chaus auch für Erwach­sene Broil­er inter­es­sant: Hercs Vater ist gestor­ben. Un weil er auf der Beerdi­gung als einziger den Mumm hat, zu sagen, das sein Vater ein Arschloch war, wird Herc zur Strafe zu seinem Onkel geschickt, der ihm wie seinem Namensge­ber für die Zeit seines Aufen­thalts 12 Tag für Tag abzuar­bei­t­ende Auf­gaben stellt:

  1. Such dir eine Aufgabe.
  2. Finde den besten Piz­za­laden der Stadt.
  3. Räum die Garage auf.
  4. Miste die Ställe auf der River­bend Farm aus.
  5. Setz dich unter einen Baum und lies ein kom­pettes Buch.
  6. Beg­ib dich an einen Ort der Huldigung und des Gebets.
  7. Geh zu sieben Bewerbungsgesprächen.
  8. Ver­bring den Tag mit großen Gedanken, Schreib sie auf.
  9. Iss eine Mahlzeit mit einem Unebkannten.
  10. Mach etwas für mich.
  11. Trag auf der Mit­ter­nacht­slyrik­le­sung im Blake’s Cof­fee Shop ein Gedicht vor.
  12. Beende deine Aufgabe.

Die Geschicht­en behal­ten dank guter Über­set­zung von Uwe-Michael Gutzschhahn den mitunter schrof­fen Stil des Orig­i­nals und erheit­ern durch wieder­holte Aushe­belung der Erwartun­gen des Lesers. Der aufheit­ernde Schmök­er bekommt von fünf möglichen Klorollen:

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von der Lippe, Jürgen — Beim Dehnen singe ich Balladen

Jür­gen von der Lippes Schmök­er haben nicht sel­ten die Eigen­schaft, dass sie in der eige­nen Wieder­gabe nicht so lustig sind, als wenn der Autor selb­st sein Werk wiedergibt. Dahinge­hend scheint auch der etwas bräsige Titel dieses Schinkens zu ver­weisen. Allerd­ings sollte man sich in diesem Fall nicht täuschen lassen: Der Enter­tain­er unter­hält den geneigten Leser dur­chaus gut mit absur­der Sit­u­a­tion­skomik — wenn auch die Geschicht­senden, von denen er anfangs schreibt, dass sie gut sein müssen, rei­h­nen­weise enttäuschen.

Auch wenn die Geschicht­en in vor­ge­tra­gen­er Form erst ihren eigentlichen Reiz ent­fal­ten — das Hör­buch mit Car­olin Kebekus und Jochen Malmsheimer sei an dieser Stelle wärm­stens empfohlen‑, gibt es für diesen gelun­genen, kurzwei­igen Schmök­er von fünf möglichen Klorollen:

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Homering-Elsner, Jörg und Ralf Heimann — Lepra-Gruppe hat sich aufgelöst: Perlen des Lokaljournalismus

Die Face­book-Seite Perlen des Lokaljour­nal­is­mus hat mit­tler­weile über 190.000 Fans, jet­zt gibt es den Schmök­er zur Seite. Aber wer die Seite schon ken­nt, wird nicht son­der­lich begeis­tert sein: Das Buch bein­hal­tet nur Alt­bekan­ntes und die Kom­mentare zu den Zeitungss­chnipseln sind doch sehr kurz.

Dieser Schmök­er ist wohl nur was für Leute ohne Inter­ne­tan­schluss, aber wegen der guten Aus­gangsidee gibt es von fünf möglichen Klorollen:

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