Ehrlich, Andreas — Wissen für die Katz

Dieser kleine Schmök­er kommt hüb­sch aufgemacht daher, wirkt etwas bil­lig, was irgend­wie aber auch zu den sehr kurz gehal­te­nen Ein­trä­gen über “Skur­riles, Amüsantes und Verblüf­fend­es in sein­er ”unnützesten” Form”, so dass es im DDR-Duden (zumin­d­est bis 1985) keinen Ein­trag zu “Wel­treise” gab.

Bei kurzen Klobe­suchen ist dieser Schmök­er für fix­es, erstaunen­des Wis­sen sehr gut geeignet. Von fünf möglichen Klorollen bekommt er:

Feuerstein, Herbert — Feuersteins Reisen nach Alaska, Vanuatu, Arabien, Mexiko

Schon etwas älter, 20 Jahre, genau gesagt, ist diese Qua­si-Sekundär­l­it­er­atur zu Her­bert Feuer­steins dama­liger Reis­esendung. Es wird von chao­tisch anmu­ten­den Fil­mauf­nah­men in aller Welt berichtet, kurzweilig und humor­voll. Inter­erssan­ter­weise staubt das nicht mal son­der­lich an. Und man erfährt, wie sich die Wolpers-Aver­­sion so gesteigert hat.

Von fünf möglichen Klorollen bekommt dieser Schmöker:

Hasters, Alice — Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Ich bin über dieses Buch wegen des Anstoßes an den Kom­mentaren von Dieter Nuhr am sel­bi­gen ger­at­en. Und da ich dur­chaus kri­tis­che Ein­schätzun­gen zu Nuhr teile, hat­te ich etwas Hoff­nun­gen in die Lek­türe geset­zt. Aber ach: So wichtig es ist, Ras­sis­mus auf den Schirm zu brin­gen durch viele Stim­men, so ärg­er­lich ist es, wenn Autoren sich dabei durch unter­schwellige Vorverurteilun­gen ander­er so sehr selb­st im Weg ste­hen.

Passig, Kathrin; Scholz, Aleks; Schreibner, Kai — Das neue Lexikon des Unwissens

Auch schon fast wieder 10 Jahre alt ist dieser Lexikon­ss­chmök­er. Auf dem Don­ner­balken ist er doch eher etwas hin­der­lich, die Texte sind eher chao­tisch zusam­mengestellt, das Vorge­hen unge­ord­net. Einige der ungek­lärten Wis­sens­fra­gen kan­nte ich schon, einige würde ich nicht darunter einord­nen. Es ist eher ein Buch zum Rum­stöbern, wenn man damit die Hoff­nung verbindet auf ein The­ma zu stoßen,

von der Lippe, Jürgen — König der Tiere

Der Autor war schon mal auf der Klos­et­tablage. Diese Geschicht­en gefall­en mir ein wenig bess­er als damals, und deut­lich bess­er als der Roman­er­stling, weil hier der Humor hier gut funk­tion­iert. Vielle­icht liegt von der Lippe die Langstrecke nicht, son­dern nur die kurzen Stücke von der All­t­agssi­t­u­a­tion bis zur irri­gen Verwicklung.

Von fünf möglichen Klorollen:

Pembroke, Greg — Reasons my kid is crying

Aus meinem Lieblingssec­ond­hand­bücher­laden Cash & Raus mitgenom­men und oft her­zlich gelacht: Pem­brokes Buchver­sion seines Blog-Klas­sik­ers ist in der Grun­didee ein­fach und in der Aus­führung lustiger, als man es erwartet: Fotos von Kindern schießen, die ger­ade heulen, und mit anzugeben, warum. 

Von fünf möglichen Klorollen:

Sauer, Joscha: Das zweite dicke Cartoonbuch

Dieses Schätzchen habe ich aus meinem Lieblings­ge­braucht­buch­laden und es erheit­ert einen doch schon sehr auf dem Lokus. Nicht jed­er Gag zieht, aber dann und wann muss man schon sehr lachen über die aber­witzi­gen und gerne mal über­triebe­nen Ein­fälle von Joscha Sauer.

Ger­ade für diejeni­gen, die Sauer noch nicht als Lek­türe ken­nen, son­dern wom­öglich nur aus dem Netz,

Kuttner, Sarah — Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart

Sarah Kut­tner fand ich immer nett und wollte nie ein Buch von ihr Lesen. Da ich dann diesen Schmök­er fand, wan­derte er zumin­d­est ganz kurz mal aufs Klo. Und dann blät­tert man da rein, ist ent­täuscht, weil der qui­etschige Inhalt so flach wie die Schreibkun­st ist, blät­tert weit­er und weit­er, weil vielle­icht doch noch was Inter­es­san­teres kom­men kön­nte, kommt dann zu län­geren,

Proimas, James — 12 things to do before you crash and burn

Dieser Schmök­er ist eigentlich ein Jugend­buch, aber wegen seines Witzes und der Kürze sein­er Einzelepiso­den dur­chaus auch für Erwach­sene Broil­er inter­es­sant: Hercs Vater ist gestor­ben. Un weil er auf der Beerdi­gung als einziger den Mumm hat, zu sagen, das sein Vater ein Arschloch war, wird Herc zur Strafe zu seinem Onkel geschickt, der ihm wie seinem Namensge­ber für die Zeit seines Aufen­thalts 12 Tag für Tag abzuar­bei­t­ende Auf­gaben stellt:

  1. Such dir eine Aufgabe.

von der Lippe, Jürgen — Beim Dehnen singe ich Balladen

Jür­gen von der Lippes Schmök­er haben nicht sel­ten die Eigen­schaft, dass sie in der eige­nen Wieder­gabe nicht so lustig sind, als wenn der Autor selb­st sein Werk wiedergibt. Dahinge­hend scheint auch der etwas bräsige Titel dieses Schinkens zu ver­weisen. Allerd­ings sollte man sich in diesem Fall nicht täuschen lassen: Der Enter­tain­er unter­hält den geneigten Leser dur­chaus gut mit absur­der Sit­u­a­tion­skomik — wenn auch die Geschicht­senden,