Klolektüre #12 — Nonhoff, Sky — Don’t believe the hype!

Schmö­ker aus dem Grab­bel­korb bei der Pos­ten­bör­se in Schier­loh. Mit 2€ für ein Män­gel­ex­em­plar zwar nicht unheim­lich güns­tig, die Lek­tü­re lohnt sich aller­dings.

Non­hoff gibt in Don’t belie­ve the hype! einen Pop-Begriff vor, nach dem mitt­ler­wei­le nicht mehr neu kre­iert, son­dern mas­sen­taug­lich gesam­plet wird, über den er diver­se, ger­ne mal als Klas­si­ker bezeich­ne­te Alben über die Klip­pe sprin­gen lässt: Neil Youngs Rust never sleeps, The White Stripes’ White Blood Cells, Never Mind the Bol­locks von den Sex Pis­tols, Ser­geant Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beat­les, Blood Sugar Sex Magic von den Red Hot Chil­li Pep­pers, Eric Clap­tons Unplug­ged und und und.

Zumin­dest als Debat­ten­bei­trag funk­tio­niert der Schmö­ker unheim­lich gut. Zudem wird mein Geschmacks­emp­fin­den sehr oft getrof­fen. Ande­rer­seits ist man auch irgend­wie froh, dass die eige­nen Lieb­lin­ge der 80er Pop-Sze­ne nicht unter den Ver­damm­ten zu fin­den sind. Und ab und an ist Pop auch gut, weil er gut klingt, auch wenn er Vor­gän­ger hat­te. Aber sei’s drum:

Der Schmö­ker ist dank vie­ler guter, kur­zer Bei­trä­ge, einer schö­nen Ein­lei­tung, obwohl man schon die bespro­che­nen Alben selbst bes­ser ken­nen soll­te, um die Kri­tik zu ver­ste­hen, ein idea­ler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:

5 von 5 Ster­nen

Klolektüre #11 — Mrozek, Bodo — Lexikon der bedrohten Wörter

Bodo Mro­zek lis­tet in sei­nem Buch Lexi­kon der bedroh­ten Wör­ter so eini­ges an Wör­tern auf, die einem nicht mehr oder nie­mals geläu­fig sind oder war. Oder weiß jemand aus dem Kopf oder wie man heu­te sagt: Ohne zu goog­len, was ein Brat­kar­tof­fel­ver­hält­nis ist? Oder eine Dut­ten­gre­tel? Oder eine Schne­cken­schleu­der? Eini­ge Wör­ter wie Export­bier, Kon­fe­renz oder Kava­lier sind mir dann doch noch sehr geläu­fig und wit­zig sind eini­ge Ein­trä­ge dann auch nicht. Aber eine Fund­kis­te bleibt die­ses Büch­lein alle­mal.

Der Schmö­ker ist trotz vie­ler wenig inspi­rie­ren­der Ein­trä­ge wegen ein paar Auf­hor­chen las­sen­der Her­vor­he­bun­gen ein pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:

3 von 5 Ster­nen

Klolektüre #10 — Sauer, Joscha — Nichtlustig

Joscha Sau­ers Nicht­lus­tig besticht allein schon durch die Gra­fi­ken. Aller­dings sind die Comics nicht immer son­der­lich wit­zig, aber das ist sicher­lich Geschmacks­sa­che. Man­che Gags kom­men öfters vor, man­che ver­steht man kaum. Unterm Strich bleibt aber das Inter­es­se her­aus­zu­fin­den, wor­um es auf der nächs­ten Sei­te geht, bestehen. Und das ist dann auch der blei­ben­de Ein­druck des Schmö­kers.

Der Schmö­ker ist mit sei­ner beein­dru­cken­den Optik, trotz der oft­ma­li­gen Nicht­lus­tig­keit ein gut unter­hal­ten­der Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken, er ver­lei­tet zum Kauf des nächs­ten Ban­des, und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:

3 von 5 Ster­nen

Klolektüre #9 — Bauer, Patrick und Michael Ebert — Unnützes Wissen

“Wenn Kühe zu vie­le Karot­ten essen, wird die Milch rosa.”

“John Way­ne hiess eigent­lich Mari­on Mor­ri­son.”

“Das Ver­bot, im Par­la­ment zu ster­ben, wur­de 2007 zum lächer­lichs­ten Gesetzt Gross­bri­tan­ni­ens gewählt”.

Das sind nur drei skur­ri­le Fak­ten aus dem 2008 erschie­nen Buch Unnüt­zes Wis­sen: 1374 skur­ri­le Fak­ten, die man nie mehr ver­gisst .

Man kann pri­ma dar­in rum­schmö­kern, indem man das Buch ein­fach irgend­wo auf­macht und eine der 1374 Unsin­nig­kei­ten liest, und es ist alle­mal unter­halt­sa­mer als die Fern­seh­zeit­schrift. Lei­der hat man irgend­wann mal alle Fak­ten durch und es ver­liert kom­plett als Span­nung. Also gehört es nicht zu den Schmö­kern, die man ewig auf dem stil­len Ört­chen lie­gen las­sen kann. Nichts­des­to­trotz ist es eine pri­ma Unter­hal­tungs­lek­tü­re für das Gäs­te WC. Daher von mir von fünf Rol­len:

3 von 5 Ster­nen

Klolektüre #8 — von Schierach, Ferdinand — Verbrechen

Zunächst habe ich die ZDF-Fern­seh­se­rie zum Buch Ver­bre­chen: Sto­ries gese­hen. Die ent­nom­me­nen Geschich­ten aus dem Buch wir­ken wie 1:1‑Versionen der Ver­fil­mun­gen. Was mich an bei­den stört, ist die mora­li­sche Neu­tra­li­tät, die allen beschrie­be­nen Ver­hal­ten bei­wohnt. Im Buch gibt es noch eine inter­es­san­te Geschich­te um einen Muse­ums­wäch­ter, der lang­sam, aber sicher durch­dreht, die mir ganz gut gefällt, ansons­ten muss nie­mand zum Buch grei­fen, der die Serie geschaut hat.

Der Schmö­ker wegen der Kür­ze der inter­es­san­ten, wenn auch hal­tungs­los beschrie­be­nen Geschich­ten und dem guten Schreib­stil ist pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:
4 von 5 Ster­nen

Klolektüre #7 — Schneider, Helge — Arschfahl klebte der Mond am Fenster

Bei einer Bekann­ten ent­deckt: Arsch­fahl kleb­te der Mond am Fens­ter…: Die Kom­mis­sar Schnei­der Roma­ne 1 — 4 in einem Band als Klo­lek­tü­re. Die Kür­ze der ein­zel­nen Kapi­tel spricht schon für die­sen Schmö­ker als Klo­lek­tü­re, er ist aber nur etwas für die­je­ni­gen, die gedank­lich stark auf die ver­schach­tel­te Geschich­te ein­stei­gen. Für Gele­gen­heits­le­ser, und damit als Gäs­te­klo­lek­tü­re, eig­net sich das gute Stück eher weni­ger. Man braucht schlicht etwas Zeit, um über­haupt ein­stei­gen zu kön­nen, und die Geschich­ten selbst sind auch nicht jeder­manns Geschmack.

Der Schmö­ker ist mit sei­nen mit­un­ter wit­zi­gen, aber umständ­li­chen beschrie­be­nen Geschich­ten ein mäßi­ger Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:
2 von 5 Ster­nen

Klolektüre #6 — Koch, Anna und Axel Lilienblum — SMS von gestern Nacht

Das Bes­te aus SMSvonGesternNacht.de ist eine laue Kopie von Texts from last night, mitt­ler­wei­le in drei oder vier Buch­aus­ga­ben als Rei­he ver­füg­bar. Man fin­det viel­leicht auf den ers­ten Sei­ten eine ganz wit­zi­ge Mini­ge­schich­te über Leu­te, die miss­ver­ständ­li­che und miss­ver­stan­de­ne SMS-Unter­hal­tun­gen füh­ren, aber irgend­wann zieht man bei der Lek­tü­re nicht mehr mit. Erfun­den oder real? Wen interessiert’s?
Der Schmö­ker ist mit sei­nen sel­tenst wit­zi­gen Mini-Geschich­ten ein mäßig unter­halt­sa­mer Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken, mitt­ler­wei­le dürf­ten die­je­ni­gen, die sowas inter­es­siert, ihn auch zur Genü­ge ken­nen, und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:

3 von 5 Ster­nen

Klolektüre #5 — de Guillaume, André — Wie man ein Genie wird

Eines die­ser Exem­pla­re ist der Schmö­ker Wie man ein Genie wird: Das Hand­buch für ange­hen­de Über­flie­ger
von André de Guil­laume, über­setzt aus dem Eng­li­schen von Petra Trin­kaus. Das Buch ergeht sich eigent­lich nur in Eigen­wil­lig­kei­ten und Anek­do­ten berühm­ter Män­ner. Das ist ganz nett zu lesen, kurz­wei­lig, aber irgend­wie nicht erhel­lend. Ein paar Schmunz­ler sind aber drin.

Er ist also durch sei­ne Inten­ti­on, die hüb­sche Mach­art und durch hin und wie­der inter­es­san­te Anek­do­ten ein pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:

3 von 5 Ster­nen

Klolektüre #4 — Schröder, Atze — Und dann kam Ute

Atze Schrö­ders ers­ter Roman . Abge­packt in kur­ze Epi­so­den erin­nert der Schmö­ker etwas an Und dann kam Pol­ly und hat gefühlt den­sel­ben Plot: Cha­ris­ma­ti­sche Sie bringt hel­den­haf­ten und ver­mö­gen­den Ihn unter ihre Fit­ti­che. Span­nungs­är­mer wär’s wohl nicht gegan­gen. Manch­mal taucht unser Ems­det­te­ner Komi­ker aus die­ser selbst­ver­lieb­ten Laber­ge­schich­te auf und bringt Schmun­zel­ba­res wie

Als ich beim Pin­keln in den Spie­gel schau­te, sah ich so fer­tig aus wie Hel­mut Schmidt nach einer Elek­tro­zi­ga­ret­te.

aber, das ist rar gesät, der Witz ver­bleibt im Meta­pho­ri­schen und wird ger­ne mal wie­der­holt für alle, die es beim ers­ten Mal noch nicht ver­stan­den haben. Oder sol­len so Run­ning Gags ange­lei­ert wer­den?

Der Schmö­ker ist wegen guter Les­bar­keit, flot­tem Tem­po und den paar Witz­chen ein pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:

3 von 5 Ster­nen

Klolektüre #3 — Wischmeyer, Dietmar und Oliver Welke — Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk

… Deut­sche Hel­den pri­vat , geschrie­ben teils von Oli­ver Wel­ke, teils von Diet­mar Wischmey­er, und daher teils lang­wei­lend unin­spi­riert und teils unter­halt­sam bis höchsta­mü­sant.

Wischmey­er hat die­se Por­trait­form in der ARD mal vor­ge­führt, unge­fähr so funk­tio­nie­ren die guten Por­traits, wenn sich auch die Stil­mit­tel ab und an wie­der­ho­len und somit dem Leser bekannt vor­kom­men.

Ande­rer­seits ver­steht es Wischmey­er, Pro­mi­nen­te an ihrer Achil­les­ver­se, der Eitel­keit, zu tref­fen und sein Publi­kum mit einem ein­zi­gen Satz in schal­len­des Geläch­ter zu ver­set­zen. Wie hier bei Ger­hard Schrö­der:

Wenn Schrö­der mor­gens das Bad ver­lässt, dann ist er sicher, dass sein Bild im Spie­gel noch minu­ten­lang ver­harrt, ehe es erlischt.

Den meis­ten Spaß mit dem Schmö­ker hat man, wenn man sich ein­ge­le­sen hat und die Bei­trä­ge von Wel­ke erken­nen und über­sprin­gen kann. So ist das Buch wegen halb­wegs wit­zi­gem Inhalt ein pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich bei einer Wer­tung des einen Autors mit zwei und des ande­ren Autors mit vier von fünf mög­li­chen Klo­rol­len:

3 von 5 Ster­nen