
2 von 5 Sternen
Schmöker aus dem Grabbelkorb bei der Postenbörse in Schierloh. Mit 2€ für ein Mängelexemplar zwar nicht unheimlich günstig, die Lektüre lohnt sich allerdings.
Nonhoff gibt in Don’t believe the hype!
einen Pop-Begriff vor, nach dem mittlerweile nicht mehr neu kreiert, sondern massentauglich gesamplet wird, über den er diverse, gerne mal als Klassiker bezeichnete Alben über die Klippe springen lässt: Neil Youngs Rust never sleeps, The White Stripes’ White Blood Cells, Never Mind the Bollocks von den Sex Pistols, Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles, Blood Sugar Sex Magic von den Red Hot Chilli Peppers, Eric Claptons Unplugged und und und.
Zumindest als Debattenbeitrag funktioniert der Schmöker unheimlich gut. Zudem wird mein Geschmacksempfinden sehr oft getroffen. Andererseits ist man auch irgendwie froh, dass die eigenen Lieblinge der 80er Pop-Szene nicht unter den Verdammten zu finden sind. Und ab und an ist Pop auch gut, weil er gut klingt, auch wenn er Vorgänger hatte. Aber sei’s drum:
Der Schmöker ist dank vieler guter, kurzer Beiträge, einer schönen Einleitung, obwohl man schon die besprochenen Alben selbst besser kennen sollte, um die Kritik zu verstehen, ein idealer Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:




5 von 5 Sternen
Bodo Mrozek listet in seinem Buch Lexikon der bedrohten Wörter
so einiges an Wörtern auf, die einem nicht mehr oder niemals geläufig sind oder war. Oder weiß jemand aus dem Kopf oder wie man heute sagt: Ohne zu googlen, was ein Bratkartoffelverhältnis ist? Oder eine Duttengretel? Oder eine Schneckenschleuder? Einige Wörter wie Exportbier, Konferenz oder Kavalier sind mir dann doch noch sehr geläufig und witzig sind einige Einträge dann auch nicht. Aber eine Fundkiste bleibt dieses Büchlein allemal.
Der Schmöker ist trotz vieler wenig inspirierender Einträge wegen ein paar Aufhorchen lassender Hervorhebungen ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen
Joscha Sauers Nichtlustig
besticht allein schon durch die Grafiken. Allerdings sind die Comics nicht immer sonderlich witzig, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Manche Gags kommen öfters vor, manche versteht man kaum. Unterm Strich bleibt aber das Interesse herauszufinden, worum es auf der nächsten Seite geht, bestehen. Und das ist dann auch der bleibende Eindruck des Schmökers.
Der Schmöker ist mit seiner beeindruckenden Optik, trotz der oftmaligen Nichtlustigkeit ein gut unterhaltender Begleiter auf unserem Donnerbalken, er verleitet zum Kauf des nächsten Bandes, und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen

“Wenn Kühe zu viele Karotten essen, wird die Milch rosa.”
“John Wayne hiess eigentlich Marion Morrison.”
“Das Verbot, im Parlament zu sterben, wurde 2007 zum lächerlichsten Gesetzt Grossbritanniens gewählt”.
Das sind nur drei skurrile Fakten aus dem 2008 erschienen Buch Unnützes Wissen: 1374 skurrile Fakten, die man nie mehr vergisst
.
Man kann prima darin rumschmökern, indem man das Buch einfach irgendwo aufmacht und eine der 1374 Unsinnigkeiten liest, und es ist allemal unterhaltsamer als die Fernsehzeitschrift. Leider hat man irgendwann mal alle Fakten durch und es verliert komplett als Spannung. Also gehört es nicht zu den Schmökern, die man ewig auf dem stillen Örtchen liegen lassen kann. Nichtsdestotrotz ist es eine prima Unterhaltungslektüre für das Gäste WC. Daher von mir von fünf Rollen:


3 von 5 Sternen
Zunächst habe ich die ZDF-Fernsehserie zum Buch Verbrechen: Stories
gesehen. Die entnommenen Geschichten aus dem Buch wirken wie 1:1‑Versionen der Verfilmungen. Was mich an beiden stört, ist die moralische Neutralität, die allen beschriebenen Verhalten beiwohnt. Im Buch gibt es noch eine interessante Geschichte um einen Museumswächter, der langsam, aber sicher durchdreht, die mir ganz gut gefällt, ansonsten muss niemand zum Buch greifen, der die Serie geschaut hat.
Der Schmöker wegen der Kürze der interessanten, wenn auch haltungslos beschriebenen Geschichten und dem guten Schreibstil ist passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:



4 von 5 Sternen
Bei einer Bekannten entdeckt: Arschfahl klebte der Mond am Fenster…: Die Kommissar Schneider Romane 1 — 4
in einem Band als Klolektüre. Die Kürze der einzelnen Kapitel spricht schon für diesen Schmöker als Klolektüre, er ist aber nur etwas für diejenigen, die gedanklich stark auf die verschachtelte Geschichte einsteigen. Für Gelegenheitsleser, und damit als Gästeklolektüre, eignet sich das gute Stück eher weniger. Man braucht schlicht etwas Zeit, um überhaupt einsteigen zu können, und die Geschichten selbst sind auch nicht jedermanns Geschmack.

2 von 5 Sternen
Das Beste aus SMSvonGesternNacht.de
ist eine laue Kopie von Texts from last night, mittlerweile in drei oder vier Buchausgaben als Reihe verfügbar. Man findet vielleicht auf den ersten Seiten eine ganz witzige Minigeschichte über Leute, die missverständliche und missverstandene SMS-Unterhaltungen führen, aber irgendwann zieht man bei der Lektüre nicht mehr mit. Erfunden oder real? Wen interessiert’s?

3 von 5 Sternen
Eines dieser Exemplare ist der Schmöker Wie man ein Genie wird: Das Handbuch für angehende Überflieger
von André de Guillaume, übersetzt aus dem Englischen von Petra Trinkaus. Das Buch ergeht sich eigentlich nur in Eigenwilligkeiten und Anekdoten berühmter Männer. Das ist ganz nett zu lesen, kurzweilig, aber irgendwie nicht erhellend. Ein paar Schmunzler sind aber drin.
Er ist also durch seine Intention, die hübsche Machart und durch hin und wieder interessante Anekdoten ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen
Atze Schröders erster Roman
. Abgepackt in kurze Episoden erinnert der Schmöker etwas an Und dann kam Polly und hat gefühlt denselben Plot: Charismatische Sie bringt heldenhaften und vermögenden Ihn unter ihre Fittiche. Spannungsärmer wär’s wohl nicht gegangen. Manchmal taucht unser Emsdettener Komiker aus dieser selbstverliebten Labergeschichte auf und bringt Schmunzelbares wie
Als ich beim Pinkeln in den Spiegel schaute, sah ich so fertig aus wie Helmut Schmidt nach einer Elektrozigarette.
aber, das ist rar gesät, der Witz verbleibt im Metaphorischen und wird gerne mal wiederholt für alle, die es beim ersten Mal noch nicht verstanden haben. Oder sollen so Running Gags angeleiert werden?
Der Schmöker ist wegen guter Lesbarkeit, flottem Tempo und den paar Witzchen ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen
… Deutsche Helden privat
, geschrieben teils von Oliver Welke, teils von Dietmar Wischmeyer, und daher teils langweilend uninspiriert und teils unterhaltsam bis höchstamüsant.
Wischmeyer hat diese Portraitform in der ARD mal vorgeführt, ungefähr so funktionieren die guten Portraits, wenn sich auch die Stilmittel ab und an wiederholen und somit dem Leser bekannt vorkommen.
Andererseits versteht es Wischmeyer, Prominente an ihrer Achillesverse, der Eitelkeit, zu treffen und sein Publikum mit einem einzigen Satz in schallendes Gelächter zu versetzen. Wie hier bei Gerhard Schröder:
Wenn Schröder morgens das Bad verlässt, dann ist er sicher, dass sein Bild im Spiegel noch minutenlang verharrt, ehe es erlischt.
Den meisten Spaß mit dem Schmöker hat man, wenn man sich eingelesen hat und die Beiträge von Welke erkennen und überspringen kann. So ist das Buch wegen halbwegs witzigem Inhalt ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich bei einer Wertung des einen Autors mit zwei und des anderen Autors mit vier von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen