Klolektüre #23: Proimas, James — 12 things to do before you crash and burn
Dieser Schmöker ist eigentlich ein Jugendbuch, aber wegen seines Witzes und der Kürze seiner Einzelepisoden durchaus auch für Erwachsene Broiler interessant: Hercs Vater ist gestorben. Un weil er auf der Beerdigung als einziger den Mumm hat, zu sagen, das sein Vater ein Arschloch war, wird Herc zur Strafe zu seinem Onkel geschickt, der ihm wie seinem Namensgeber für die Zeit seines Aufenthalts 12 Tag für Tag abzuarbeitende Aufgaben stellt:
- Such dir eine Aufgabe.
- Finde den besten Pizzaladen der Stadt.
- Räum die Garage auf.
- Miste die Ställe auf der Riverbend Farm aus.
- Setz dich unter einen Baum und lies ein kompettes Buch.
- Begib dich an einen Ort der Huldigung und des Gebets.
- Geh zu sieben Bewerbungsgesprächen.
- Verbring den Tag mit großen Gedanken, Schreib sie auf.
- Iss eine Mahlzeit mit einem Unebkannten.
- Mach etwas für mich.
- Trag auf der Mitternachtslyriklesung im Blake’s Coffee Shop ein Gedicht vor.
- Beende deine Aufgabe.
Die Geschichten behalten dank guter Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn den mitunter schroffen Stil des Originals und erheitern durch wiederholte Aushebelung der Erwartungen des Lesers. Der aufheiternde Schmöker bekommt von fünf möglichen Klorollen:




4 von 5 Sternen
Klolektüre #22: von der Lippe, Jürgen — Beim Dehnen singe ich Balladen
Jürgen von der Lippes Schmöker haben nicht selten die Eigenschaft, dass sie in der eigenen Wiedergabe nicht so lustig sind, als wenn der Autor selbst sein Werk wiedergibt. Dahingehend scheint auch der etwas bräsige Titel dieses Schinkens zu verweisen. Allerdings sollte man sich in diesem Fall nicht täuschen lassen: Der Entertainer unterhält den geneigten Leser durchaus gut mit absurder Situationskomik — wenn auch die Geschichtsenden, von denen er anfangs schreibt, dass sie gut sein müssen, reihnenweise enttäuschen.
Auch wenn die Geschichten in vorgetragener Form erst ihren eigentlichen Reiz entfalten — das Hörbuch mit Carolin Kebekus und Jochen Malmsheimer sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen‑, gibt es für diesen gelungenen, kurzweiigen Schmöker von fünf möglichen Klorollen:



4 von 5 Sternen
Klolektüre #20: Munroe, Randall — What if?
Dies ist die zweite Webcomic-Reihe von Randall Munroe nach xkcd in Buchform. Es werden diverse außergewöhnliche Fragen so ernst wie möglich behandelt. Jetzt weiß ich also, dass es wahrscheinlicher ist, irgendeine Telefonnummer anzurufen, “Gesundheit” zu sagen und derjenige, der den Hörer abgenommen hat, hat gerade tatsächlich genießt, als einen 6er im Lotto zu kriegen. Und dass 2060 Facebook wahrscheinlich mehr Profile Toter als Lebendiger hat. Und dass ich durch Teeumrühren das Teewasser nicht zum Kochen bringen kann. Wie wundervoll!
Dieser Schmöker ist ein erhellender, nicht ganz anspruchsloser Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält, da er wohl für jeden etwas Interessantes birgt, von fünf möglichen Klorollen:




5 von 5 Sternen
Klolektüre #19: Gottwald, Caroline — Ist der Hahn tot, wenn man ihn zudreht?
Witziger als im Buchtitel wird dieser Schmöker nicht. Die Autorin greift irgendwann nach jedem Strohhalm, um Fragen stellen zu können. Das ist bemüht, aber eben völlig geistlos.
Dieser Schmöker ist kein erhellender, schnell nervender Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:
1 von 5 Sternen
Klolektüre #18 — Berlin, Katja und Peter Grünlich — Was wir tun, wenn es an der Haustür klingelt
Dies ist der Nachfolger
von Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt und steht diesem in Sachen Humor in nichts nach. Die einzelnen Grafiken sind schnell erfassbar und das Buch als solches schnell durchblätterbar, ohne dass es die Schmunzelgefahr außer Kraft setzen würde.
Dieser Schmöker zwar kein erhellender, dafür ungemein unterhaltsamer Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:



4 von 5 Sternen
Klolektüre #17 — Kühn, Totte — Am Ende der Wels
Geburtstagsgeschenke in Buchform können auch Überraschungstreffer sein, deswegen rate ich eigentlich kaum jemand, außer den erfahrenen Fehlschenkern, von Buchgeschenken ab. Eigentlich kann man die Schinken ja auch dann noch irgendwie verwursten als Weitergeschenktes oder so.
Am Ende des Wels von Totte Kühn, der auch bei den Monsters of Liedermaching — hier mal eine Kostprobe — singt, ist so ein Schmöker.
Der Erstling enthält diverse Erzählungen aus dem Leben eines Musikers, realistisch oder ersponnen, da greift alles mal ineinander. Die Geschichten kommen aber so entspannd und nicht überambitioniert daher, dass das Lesen immer wieder Freude bereitet. Auch hebt sich das Sprachniveau und der Einfallsreichtum Kühns angenehm von denen vieler seiner aktuell deutsch singenden Kollegen ab.
Dieser Schmöker ein kurzweiliger, überraschend unterhaltsamer Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:



4 von 5 Sternen
Klolektüre #16 — Birr, Tilman — Zum Leben ist es schön, aber ich würde da ungern zu Besuch hinfahren
Der Schinken war ein Geburtstagsgeschenk. Man soll mir ja eher nicht so Bücher schenken. Sowas ist immer schwierig, wenn der Beschenker den Beschenkten nicht so kennt. Aber ab und zu passiert das dann doch. Und man liest das dann. War ja ein Geschenk. Und man verzweifelt.
Birr ist Slam Poet. Wobei: Heutzutage schimpft er sich Kabarettist, weil das wohl erwachsener klingt. Und er hat dieses Buch irgendwie geschrieben, was man nur lesen sollte, wenn man sich selbst innerlich einen aufgebrachten Slam Poeten aufleben lässt.
Nüchtern geht’s nicht. Das Buch will hip sein und kommt mit Städtebeschimpfungen an, die andere schon besser vorgemacht haben. Das Buch will lustig sein. Ist es nicht. Zum Verrecken nicht. Es ist ungefähr so, als würde Jan Hofer das Hörbuch zu Die Supernasen einsprechen. Das klingt dann so:
Was haben Stalin, Hitler und Jack the Ripper gemein? Sie alle waren mal Kinder. Das kann doch kein Zufall sein!
Grottig.
Dieser Schmöker ein öder Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

1 von 5 Sternen
Klolektüre #15 — Gsella, Thomas — Reiner Schönheit Glanz und Licht Ihre Stadt im Schmähgedicht
Thomas Gsella hat diverste Städte mit Schmähgedichten bedacht und — sage Bub — Ibbenbüren ist auch mit dabei. Besser gefällt mir ja Düsseldorf, aber das ist sicher auch Geschmackssache.
Das Ganze gibt es online, aber auch zwischen Buchdeckeln
. Die Gedichte insgesamt sind mal mehr, mal weniger witzig, oftmals zeigt Gsella allerdings, dass er etwas vom raffinierten Gedichtschreiben versteht.
Somit ist dieser Schmöker ein kurzweiliger, aber respektabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:



4 von 5 Sternen
Klolektüre #14 — Lustiges Taschenbuch Maus-Edition 4 — Alles Gute!
Micky Maus ist im November letzten Jahres 85 Jahre alt geworden. Das ist der Aufhänger dieser Ausgabe.
Als Klolektüre funktioniert dieser Disney-Comic-Schinken wie gewohnt. Allerdings bin ich entweder den Geschichten entwachsen oder Micky-Maus-Geschichten sagen mir nicht sonderlich zu. Jedenfalls gibt es in dieser Ausgabe gerade mal eine Geschichte, die ich wirklich einigermaßen interessant finde. Der Rest ist schon unglaublich banal gehalten.
Daher ist diese Ausgabe ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen
Klolektüre #13 — Süddeutsche Zeitung — Der große Jahresrückblick 2013
Zum Jahresübergang habe ich mal diesen Schmöker angeschafft, auf dass einem nicht langweilig wird zwischen den Jahren. Wurde es aber eh nicht. Wenn ich es richtig sehe, ist dieser Jahresrückblick der zweite seiner Art seitens der Süddeutschen Zeitung. Er beinhaltet, so weit ich sehe, alle nennenswerten Ereignisse des angelaufenen Jahres bis Anfang Dezember 2013. Eine aktuelle Ausgabe findet sich als “Digital Zugang”, der eine App-Version online für Nutzer von Apple- oder Android-Geräten ist. Ich als Firefox-Nutzer schaue also in die Röhre.
Thematisch sind die Artikel von Johannes Boie über den NSA-Skandal und von Hans Leyendecker über Uli Hoeneß interessant, der Rest, so weit ich ihn gelesen oder überflogen habe, verliert sich in Beschreibungen — so auch Joschka Fischer über den Untergang der FDP. Die Beschreibungen der meisten Artikel kommen einem schon sehr geläufig vor. Es fehlen ein wenig gute Analysen und frischer Wind für Leute, denen eine Zeitung nicht Medium Nr. 1 ist und die sich online auskennen.
Restlos enttäuscht die optisch und inhaltlich zusammengewürfelt wirkende Rubrik Die besten CDs, Bücher, Filme und Apps des Jahres auf lediglich zwei grafisch breit ausgelegten Seiten. Before midnight ist ein Film des Jahres? EyeEm eine App des Jahres? Das Ungeheuer von Terézia Mora und F von Kehlmann sind Bücher des Jahres?
Der Schmöker ist trotz dank einiger guter Beiträge neben viel Überfliegbarem ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen

