Mailese

David Bad­diel — Jews don’t count Wel­len­schla­gen­der Mei­nungs­bei­trag des Schrift­stel­ler und Komi­kers, der auf­zeigt, wie Juden im eng­lisch­sprach­ei­gen Raum als Rand­grup­pe oft über­se­hen wer­den. Der deut­sche Titel soll “Und die Juden?” hei­ßen, was ich für einen unan­ge­brach­ten What­a­bou­tism hal­te. 🤍🤍🤍
Moritz Tscher­mak; Mats Schö­nau­er — Ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te: Wie BILD mit Angst und Hass die Gesell­schaft spal­tet Die Blöd­zei­tung ist ein wider­li­ches Blatt, dass ich schon seit Jahr­zehn­ten nicht mehr in die Hand genom­men habe. Die Bild­blog-Arti­kel haben mich erst inter­es­siert, dann weni­ger, weil ich die Blöd­zei­tung ein­fach nicht lese. Mit die­sem Buch kann man nach­ho­len, was man ver­passt hat: Sek­ten­ar­ti­gen Jour­na­lis­mus, der ande­re angreift. 🤍🤍🤍
Ulf Heu­ner — Dum­mes Den­ken deut­scher Den­ker Gewitz­tes Aus­ein­an­der­neh­men deut­scher Feuil­le­ton­grö­ßen, das einen wun­dern lässt. Muss aber ein­ge­ste­hen, so inten­siv ken­ne ich die alle nicht, als dass ich inhalt­lich gut wer­ten könn­te. 🤍🤍
Paul From­mey­er — Möl­ler
Sel­te­ner Ein­blick in das All­tags­le­ben eines Leicht­ath­le­tik­pro­fis. 🤍🤍
Con­stan­tin Schrei­ber — Die Kan­di­da­tin Die Grund­idee bei Hou­el­le­becq klau­en, dem dann aber sti­lis­tisch und inhalt­lich nicht ansatz­wei­se das Was­ser rei­chen kön­nen, sowas ergibt einen ärger­li­chen Trash­ro­man.

Dezemberlese

Debo­rah Feld­man — Unor­tho­dox Süf­fig les­ba­re Befrei­ungs­ge­schich­te einer jun­gen Jüdin aus ihrer sek­ten­ähn­li­chen Gemein­schaft. 🤍🤍
Tom Fin­nek — Gal­gen­hü­gel Sprach­lich über­durch­schnitt­lich für einen Lokal­k­ri­mi macht die­ser Schmö­ker doch ein paar Wen­dun­gen zu viel, um in einer flau­en Auf­lö­sung zu enden. 🤍
Lucy Fri­cke — Töch­ter Haupt­prot­ago­nis­ten fährt bes­te Freun­din und deren Vater zu des­sen letz­tem Abend in der Schweiz. Es kommt alles anders und die­ser net­ten Road-Movie-Geschich­te mit wit­zi­gen Ein­schü­ben. 🤍🤍
Youp van ‘t Hek — In coron­taine Beschwing­te, klas­si­sche Kaba­rett­ko­lum­nen des nie­der­län­di­schen Alt­meis­ters aus sei­ner Coro­naqua­ran­tä­ne­zeit.🤍🤍🤍
Ste­fan Holt­köt­ter — Das Geheim­nis von Venn­hues Atmo­sphä­ri­scher Lokal­k­ri­mi mit deut­li­chen Logik­lö­chern, unau­then­ti­schen Dia­lo­gen und einer hane­bü­che­nen Auf­lö­sung, auf die zufäl­lig gekom­men wird. Anspre­chend geschrie­ben, aber nur für das loka­le Publi­kum inter­es­sant. 🤍
Simo­ne Lap­pert — Der Sprung Eine Art Ensable-Roman: Diver­se Figu­ren, die etwas erle­ben, beschrei­ben die Situa­ti­on, wie sich eine Frau in den Tod stür­zen will. Um dem Leser kei­ne Deu­tung auf­zu­er­le­gen, son­dern ihm die Deu­tung der Haupt­fi­gur zu über­las­sen, wird die­se nur indi­rekt über ande­re beschrie­ben. Ich fand es zwar dra­ma­tisch, aber zu vage, nicht tief­sin­nig und dadurch zu lang­wei­lig. Und was, bit­te schön, ist eine “halb­her­zig spie­len­de Kat­ze”? 🤍
Chi­na Mie­ville — Tha last days of New Paris Das Nach­kriegs­pa­ris wird nach dem Abwurf einer S(urrealistischen)-Bombe von dege­ne­rier­ten und sur­rea­lis­ti­schen Krea­tu­ren bela­gert, den Nazis eben­so und von Ein­hei­mi­schen ver­tei­digt. Um der Grund­idee gerecht zu wer­den, ist die­ser tra­shi­ge Geschich­te ab und an nicht ein­fach zu fol­gen. 🤍
Min­ka Pra­del­ski — Es wird wie­der Tag Die trau­ma­ti­schen Belas­tun­gen von KZ-Lager-Geschä­dig­ten wer­den mit fan­ta­sier­ter Begleit­ge­schich­te gekop­pelt, kommt aber nicht ganz zum Punkt. 🤍🤍
Joa­chim Rin­gel­natz — War­ten auf den Bume­rang Schö­ne von Robert Gern­hardt besorg­te und mit einem Nach­wort geadel­te Gedichts­samm­lung. 🤍🤍🤍
Zadie Smith — Inti­ma­ti­ons Per­sön­li­che Gedan­ken über die Belas­tun­gen in der Coro­na-Pan­de­mie­zeit ohne son­der­li­che Höhe­punk­te. 🤍

Novemberlese

Sam Byers — Idio­pa­thy Drei ehe­ma­li­ge Freun­de tref­fen sich wäh­rend der Rin­der­wahn-Zeit wie­der. Wit­zig, aber ufer­los. 🤍🤍
Ronald Giphart — Phi­l­ei­ne zegt sor­ry Tem­pe­ra­ment­vol­le, zyni­sche Frau jagt ihrem Typen hin­ter­her und kommt dahin­ter, was ihr eigent­li­ches Pro­blem ist. Tat­säch­lich ist die Ver­fil­mung dank Straf­fung und der Haupt­dar­stel­le­rin unter­halt­sa­mer, das Buch an man­chen Stel­len zu lang­at­mig, aber immer noch lesens­wert. Auf deutsch heisst das Buch ”Der Voll­tref­fer”. 🤍🤍
Mari­us Gold­horn — Park Wort­ge­wal­ti­ger Erst­ling, der aber etwas ziel­los dahin­plät­schert und im Ver­lauf etwas unin­ter­es­sant wird. 🤍
Tho­mas Hett­che — Herz­fa­den Phan­tas­ti­scher Roman über die Ent­steh­tung der Augs­bur­ger Pup­pen­kis­te. Zwi­schen­durch dach­te ich, es feh­le der Geschich­te noch etwas, dann wür­de sie von einer guten zu einer sehr guten. Fas­zi­nie­rend, wenn genau so eine Wen­dung dann ein­tritt. 🤍🤍🤍🤍
Jür­gen Keh­rer — Wils­berg. Das Schap­det­ten­vi­rus Ich hat­te geunkt, in die­serm Wils­berg-Schmö­ker könn­te man Pas­sen­des zur aktu­el­len Pan­da­mie­zeit geben, gibt es aber eher nicht. Ansons­ten span­nungs­los und nicht über­zeu­gend. 🤍
Guus Kui­jer — Das Buch von allen Din­gen Reli­gi­on- und gewalt­the­ma­ti­sie­ren­des Jugend­buch, das erstaun­lich direkt zur Sache kommt. 🤍🤍
Scott McCla­na­han — Sarah Tren­nungs­schmerz­buch, das nichts aus­lässt, so gar nichts. Wird bespro­chen im kom­men­den Bücher­schwank. 🤍🤍🤍
Kat­ja Oskamp — Mar­zahn, mon amour Wer Mar­zahn nur mit Cin­dy ver­bin­det, kann hier Ver­söh­nung fin­den: Ganz groß­ar­ti­ge bio­gra­fi­sche Geschich­ten von Kun­den und Bediens­te­ten eines Pedi­kü­re­stu­di­os. 🤍🤍🤍
Tex Rubi­no­witz — Irma Selbst­re­fe­ren­zi­el­le Nabel­schau, manch­mal wit­zig, manch­mal lang­at­mig und irgend­wel­che nicht­ge­kenn­zeich­ne­ten Über­nah­men aus der Wiki­pe­dia. 🤍
Annie M.G. Schmidt — Minoes Zau­ber­haf­tes Kin­der­mär­chen und Kat­zen­kri­mi, des­sen Ver­fil­mung von 2001 mir schon unge­mein gefal­len hat. Auf deutsch hei­ßen Buch und Film ”Die geheim­nis­vol­le Minusch”. 🤍🤍🤍

Septemberlese

Ste­phen King — Fried­hof der Kuschel­tie­re Ich habe immer einen Bogen um Ste­phen King gemacht, selbst um die Fil­me, weil mir das the­ma­tisch immer zu pla­ka­tiv, effekt­hei­schend und platt vor­kam. So ist dann auch die­ser zu lang gera­te­ne Schin­ken: Sprach­lich mau, span­nungs­arm, in Tei­le vor­her­seh­bar und in den Per­so­nen­be­schrei­bun­gen doch sehr platt. 🤍
Phil­ip­pa Per­ry — Das Buch, von dem du dir wünschst, dei­ne Eltern hät­ten es gele­sen ist dies nicht. Es ist ein blau­äu­gi­ger, ankum­peln­der, eher an Müt­ter gerich­te­ter Eltern­rat­ge­ber, sicher­lich für ver­un­si­cher­te Per­so­nen pas­sen­der Ein­stieg in die Kin­der­er­zie­hung, der aber eigent­lich nur Plat­ti­tü­den breit­tritt. Man soll­te Kin­der als ratio­na­le und ratio­nal han­deln­de Wesen betrach­ten und ent­spre­chend mit ihnen umge­hen. 🤍
Isa­bel Köl­ler — Bul­ler­bü ist über­all Eltern­tipps an Hand von der rosi­gen Welt von Astrid Lind­gren zu erklä­ren, kommt alt­ba­cken daher:

Ab 2 Jah­re: Nimm Rück­sicht auf dei­ne Mit­men­schen. Kom­me zu mir, wenn du etwas willst. Ab 3 Jah­re: Sei freund­lich zu dei­nen Mit­men­schen. Ler­ne, mit ande­ren zu tei­len. Ab 4 Jah­re: Sei hilfs­be­reit. Über­nimm eine fes­te Auf­ga­be in der Fami­lie. Ab 5 Jah­re: Über­nimm die Ver­ant­wor­tung für dei­ne eige­nen Sachen. Ler­ne auf­zu­räu­men.

Klingt irgend­wie als ob jemand Tom­mi und Anni­ka für die Cools­ten hält und nicht Pip­pi Lang­strumpf. 🤍
Kate Con­nol­ly — Exit Brexit: Wie ich Deut­sche wur­de Fri­sche Lek­tü­re zu den Schwie­rig­kei­ten von Exil-Bri­ten in Deutsch­land bezüg­lich ihres Hei­mat­lan­des, dass ihnen irgend­wie die Grund­la­ge ihres bis­he­ri­gen Lebens nimmt. 🤍🤍🤍

Sommerlese

Sam Byers — Schö­nes neu­es Eng­land An guten Stel­len ein erhel­len­der Hal­lo-wach-Macher über ein inner­lich zer­fal­le­nes Post-Brexit-Eng­land, an schlech­ten Stel­len ent­täu­schen­des Crea­ti­ve-Wri­ting-Resul­tat. 🤍🤍
Sal­man Rush­die — Qui­chot­te Gern gele­se­ne Far­ce inner­halb der US-ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft. 🤍🤍🤍
Janosch — Papa Löwe und sei­ne glück­li­chen Kin­der. Klei­ner Erzie­hungs­be­ra­ter Papa Löwe schmeisst den Haus­halt und macht die Kin­der glück­lich, wäh­rend die Mama pup­sen­de Mit­ar­bei­ter belehrt. Sehr gut. 🤍🤍🤍
Aene­as Rooch — Mein was­ser­dich­tes Baby Nett geschrie­be­ner und inhalt­lich für die Ziel­grup­pe sehr lesens­wer­ter Eltern­rat­ge­ber.🤍🤍
Lea­vis Car­roll — Ali­ce in Brexit­land Wit­zi­ge Brexit­auf­ab­rech­nung im Klas­si­ker­ge­wand. 🤍🤍🤍
Oli­ver Kalk­ofe, Peter Rüt­ten — Die 100 schlech­tes­ten Fil­me aller Zei­ten Fan-Buch zur Tele-5-Rei­he ohne rech­ten Mehr­wert.

Aprillese

Tho­mas Mey­er — Wol­ken­bruchs wag­hal­si­ges Stell­dich­ein mit der Spio­nin Fort­set­zung sei­nes Erst­lings Wol­ken­bruchs wun­der­li­che Rei­se in die Arme einer Schick­se, die­ses Mal aller­dings nicht im Kern über jüdi­sche Schrul­lig­kei­ten, son­dern eine phan­tas­ti­sche Geschich­te à la Iron Sky. Nett, aber hät­te mehr Witz und Ein­falls­reich­tum ver­tra­gen kön­nen. 🤍🤍
Albert Camus — Die Pest Zeit­ak­tu­el­le Beschrei­bung des Lei­dens und der Ver­än­de­rung einer Gesell­schaft wäh­rend einer bedroh­li­chen Krank­heits­wel­le. 🤍🤍🤍
Anna Weg­loop — Wir ist! Pam­phlet für eine glo­ba­le Kul­tur. Weder gut geschrie­ben, noch irgend­wie über­zeu­gend.

Winterlese

Jür­gen Keh­rer — Das Kap­pen­stein-Pro­jekt Ja, ich wun­der­te mich schon mal, ob der Qua­li­tät der Vor­la­ge der ZDF-Serie, auch die­ser Schmö­ker ist unge­neim ange­staubt und hat mit dem Flair der Serie nicht viel gemein. Hier ist der Titel­held unter Poli­ti­kern for­schend und sexu­ell aktiv. Las ich, weil ich schon die Vor­gän­ger gele­sen hat­te, wer­de den nächs­ten Schmö­ker wei­ter auf­schie­ben. 🤍
Marc-Uwe Kling, Astrid Henn — Das Nein­horn Schön mit Zeich­nun­gen bebil­der­tes Kin­der­buch, oft in Gedichtsform. Nett, aber nicht nach­hal­tig beein­dru­ckend. 🤍
Marc-Uwe Kling — Die Kän­gu­ru-Chro­ni­ken Net­te Idee, ein kom­mu­nis­ti­sches Kän­gu­ru als WG-Part­ner zu haben, aber wenn man dann nur laue Dia­lo­ge zustan­de bekommt, war’s das dann auch. Hät­te viel mehr Biss gebraucht, aber es fehlt ein roter Faden — so oder so. 🤍
Niklas Natt och Dag — 1793 Aus dem SWR2-Lite­ra­tur­pod­cast gefischt, aber die­ses mal doch ent­täuscht wor­den: Ein auf his­to­risch gepimp­ter Gewalt­por­no ohne Tief­gang, dafür mit vie­len Län­gen. 🤍
Geor­ge Saun­ders — Fuchs 8 Kein Kän­gu­ru, ein Fuchs kommt auf Grund der Been­gung sei­ner Lebens­la­ge dem Men­schen näher und phi­lo­so­phiert über The­men wie Tod, Ver­ant­wor­tung und Kli­ma­ka­ta­stro­phe. Sehr schö­ne Über­set­zung von Frank Hei­bert. 🤍🤍🤍

Oktoberlese

Lion Feucht­wan­ger — Die Geschwis­ter Opper­mann Etwas lang­at­mig anfan­gen­der, aber schnell hell­sich­tig Fahrt auf­neh­men­der Klas­si­ker über eine jüdi­sche Kauf­manns­fa­mi­lie im Jahr 1933, als Hit­ler die Macht über­nimmt und die deut­sche Gesell­schaft Auf­lö­sungs­er­schei­nun­gen zeigt. Hat kei­nen Staub ange­setzt, im Gegen­teil. Angsichts des Erstar­kens des Rechts­po­pu­lis­mus in Deutsch­land erschüt­tert die Lek­tü­re:

Wider­sinn und Lüge war, was die Macht­ha­ber die­ses Rei­ches taten und was sie lie­ßen. Lüge, was sie sag­ten und was sie ver­schwie­gen. Mit der Lüge stan­den sie auf, mit der Lüge leg­ten sie sich nie­der. Lüge war ihre Ord­nung, Lüge ihr Gesetz, Lüge ihr Urteil, Lüge ihr Deutsch, Lüge ihre Wis­sen­schaft, ihr Recht, ihr Glau­be. Lüge war ihr Natio­na­lis­mus, ihr Sozia­lis­mus, Lüge ihr Ethos und ihre Lie­be. Lüge alles, und echt nur eines: ihr Haß.

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David Has­sel­hoff, David Gor­don — Up against the wall Wie wir alle wis­sen, hat David Has­sel­hoff die Mau­er ein­ge­ris­sen, was aber nur weni­ge wis­sen, ist, dass er vor­her noch in der DDR eine Atom­bom­be ent­schärft hat. Gewitz­te Aus­nut­zung des Für­mög­lich­hal­tens eines Has­sel­hoff­schen Ein­flus­ses auf die deut­sche Geschich­te, die teils tra­shig, teils lang­at­mig ist, teils aber auch an die gute alte Knight-Rider-Zeit erin­nert. 🤍🤍
San­ne Blauw — Het best­ver­koch­te boek ooit (deutsch: Der größ­te Best­sel­ler aller Zei­ten) Wie­der ein nie­der­län­di­scher Schin­ken aus der Cor­re­spon­den­ten-Ecke, der sich groß auf­bläht und wenig Erhel­len­des mit sich bringt. Ja, vie­le Zah­len wer­den heut­zu­ta­ge um sich geschmis­sen, ja, oft täusch­ten die eine wis­sen­schaft­li­che Bele­gung vor, die sich nicht ein­hal­ten. aber nein, wie bei jeder ande­ren poli­ti­schen Aus­sa­ge, muss man sowas ein­fach nicht glau­ben und darf sie einer Über­prü­fung unter­zie­hen. 🤍

Septemberlese

Tho­mas Gott­schalk — Herbst­bunt Über­flüs­si­ge, unlus­ti­ge, plat­te Erwei­te­rung zur vor­he­ri­gen Bio­gra­phie. Jemand soll­te es ihm sagen. 🤍
Sara Pas­coe — Sex Power Money Ich-bezo­ge­ne Plat­ti­tü­den­ha­sche­rei ame­ri­ka­ni­schen mit­tel­mä­ßi­gen Come­dy­stils. 🤍
Noam Chom­sky — Kampf oder Unter­gang! Wäh­rend des Vor­worts aus der Hand gelegt. Ein Fan­boy inter­viewt sein Idol, dem letz­ten der Bes­ten über­haupt, wie der Fan meint. Braucht nie­mand.

Sommerlese

Gary Shteyn­gart — Will­kom­men in Lake Suc­cess Stark star­ten­der Roman ins heu­ti­ge Ame­ri­ka: Einem mil­lio­nen­schwe­ren, aber nicht exor­bi­tant rei­chen Invest­ment­ban­ker fal­len sei­ne Lebens­lü­gen vor die Füße, was nicht weni­ger wird, als er eine Odys­see star­tet, die ihm das Ges­tern wie­der brin­gen soll, wäh­rend ihm das Heu­te weg­schwimmt. Ver­liert zur Mit­te etwas an Span­nung, gip­felt (SPOILERALARM) in der The­se, dass die USA ein Land ist, dass die schlimms­ten Leu­te belohnt, und fin­det ein ver­söhn­li­ches Ende. Etwas merk­wür­dig, dass einem Sozio­pa­then so viel Wohl­wol­len ent­ge­gen­kommt, ansons­ten sehr lesens­wert. 🤍🤍🤍
Georg Geis­mann — Ein­mi­schung ist Bür­ger­pflicht Gesam­mel­te Brie­fe und ande­re Tex­te eines der unter­halt­sams­ten Kan­ti­a­ner. Die­se wer­den zudem in den Kon­text ein­ge­bet­tet, der den blo­ßen PDFs, die man im Netz von ihm fin­det, feh­len. 🤍🤍🤍🤍
Dimit­rij Kapi­tel­man — Das Lächeln mei­nes unsicht­ba­ren Vaters Auto­bio­gra­phisch wir­ken­de Erzäh­lung eines Soh­nes über sei­nen aus der Sowjet­uni­on nach Deutsch­land gekom­me­nen Vaters, der auf Selbst­fin­dungs­trip ist, wäh­rend sein Laden krie­selt. 🤍🤍
Leon de Win­ter — Gero­ni­mo Leid­lich span­nen­de Gesi­chich­te, die an die Ereig­nis­se der Ergrei­fung Osa­ma bin Ladens ange­lehnt ist. 🤍🤍
Rob Wijn­berg — Nietz­sche & Kant lezen de krant Essay­samm­lung des Mit­er­fin­ders von De Cor­re­spon­dent. Unter­halt­sam, süf­fig zu lesen, aber argu­men­ta­tiv ziem­lich ver­blen­det. Die eige­ne, im Nie­der­län­di­schen ver­haf­te­te Es gibt nur Mei­nun­gen, kei­ne Wahr­hei­ten-Atti­tü­de nervt irgend­wann, wenn jeder Arti­kel mit nicht-hin­ter­frag­ten Aus­gangs­la­gen star­tet (“Wo liegt die Moral: In der Tat oder den Fol­gen?”), in denen der Casus kna­xus (Weder noch.) liegt. Ganz gru­se­lig wird es, wenn auf als aus­ge­bil­de­ter Phi­lo­soph auf nicht-hin­ter­frag­te Inter­pre­ta­tio­nen ande­rer Den­ker über ande­re Den­ker gebaut wird.