Moin

morgenkaffee

Das Mag¬≠a¬≠zin der S√ľd¬≠deutschen Zeitung geht heute den Punks von gestern nach und kon¬≠sta¬≠tiert, dass Punk vielle¬≠icht √§lter gewor¬≠den, aber noch lange nicht tot ist.

Oskar Lafontaine meint im Inter¬≠view mit Oliv¬≠er Das Gup¬≠ta, dass Rot-Gr√ľn best√§ndig Sozialleis¬≠tun¬≠gen k√ľrzen w√ľrde und dass die NRW-SPD mit der Anfein¬≠dung der Linken einen Fehler bege¬≠ht.

Markus bei bert¬≠de¬≠sign behan¬≠delt die Real¬≠it√§t zur Satire Clean¬≠ter¬≠net, die in D√§ne¬≠mark wesentlich irri¬≠tieren¬≠der r√ľberkommt als jegliche Satire.

Der rome hat gut zu tun oder so. Auf jeden Fall Ahnung und Fach­wis­sen. Glaub ich.

Und während ich mir die Frage stelle: War man eigentlich nie cool ohne Punk gewe­sen zu sein? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Moin

morgenkaffee

In der S√ľd¬≠deutschen Zeitung l√§utet die Let¬≠zte-Wahlkampf-Skan¬≠dale-vor-der-Wahl- Woche ein: Ein omin√∂s¬≠es Tele¬≠fon besch√§ftigt Hans Leyen¬≠deck¬≠er und Johannes Nitschmann. Die NRW-CDU ste¬≠ht in Ver¬≠dacht den heuti¬≠gen Wahlkampf¬≠man¬≠ag¬≠er Boris Berg¬≠er mit einem 1‚ÄĎEu¬≠ro-Mer¬≠cedes gelockt zu haben. R√ľttgers wei√ü von nichts.

Zum Welt¬≠tag des Buch¬≠es haben Redak¬≠teure bei der S√ľd¬≠deutschen Zeitung ihre Top 100 zusam¬≠mengestellt und kom¬≠men¬≠tiert.

Lin¬≠da de Mol ver¬≠schenkt Call¬≠boys: Falk Mede¬≠ja bere¬≠ichtet bei Meine G√ľte, dass man in den Nieder¬≠lan¬≠den f√ľr ein Neu-Abo der Zeitung Lin¬≠da zwei Stun¬≠den Sex mit einem Call¬≠boy gewin¬≠nen kann. Bewor¬≠ben wird die Aktion von Lin¬≠da de Mol.

Und w√§hrend ich mir die Frage stelle: D√ľr¬≠fen sich da eigentlich nur Frauen ein Abo holen? hole ich mir erst¬≠mal noch einen Kaf¬≠fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Der Ausverkauf der FDP

Als im let­zten Jahr ein paar Leute mit Blogs, die die CDU bish­er nicht son­der­lich wahrgenom­men hat­te, den Auf­s­tand probten gegen die Inter­net­zen­sur, da meinte Ursu­la von der Leyen noch, dass das ja nur 134.000 Einzelmei­n­un­gen gewe­sen seien, die da gegen ihr Vorhaben votiert hat­ten. Die Mehrheit der Deutschen sei schließlich nicht auf die Straße gegan­gen.
Ganz so l√§s¬≠sig sah man das ander¬≠swo in der CDU offen¬≠sichtlich nicht, da ist die Rede davon, man habe viel Lehrgeld bezahlen m√ľssen. Stimmt schon irgend¬≠wie: Wenn der¬≠ar¬≠tige Aktio¬≠nen, die sich gegen Vorhaben der CDU wen¬≠den, zum Trend wer¬≠den, ver¬≠liert man sicher¬≠lich W√§h¬≠ler. Aber lustiger¬≠weise klingt die √Ąu√üerung so, als sei das mit dem Lehrgeldzahlen vor¬≠bei.
Aber immer¬≠hin hat sich dieser kri¬≠tis¬≠che Trend derzeit ein wenig auf FDP ver¬≠schoben. Und dort weiss man sich eben¬≠so wenig zu ori¬≠en¬≠tieren und zu wehren, wie die CDU zeit¬≠ens der f√ľr sie fast √ľber¬≠fl√ľs¬≠si¬≠gen Zen¬≠sur¬≠su¬≠la-Debat¬≠te.

Die FDP weist bei der Kri¬≠tik an der Lob¬≠by-Spenden¬≠gala darauf hin, dass an jen¬≠em Abend keine Spende √ľber die anzeigen¬≠verpflich¬≠t¬≠ende Summe von 50.000‚ā¨ gegan¬≠gen ist. Man muss eben nur wis¬≠sen, wie man dem Gesetz ein Schnip¬≠pchen schl√§gt.
Wer zuvor auf sein­er Inter­net­seite damit prahlt, dass es sich bei den dama­li­gen Spenden um ein Reko­rdergeb­nis gehan­delt hat, dem kön­nte es ja auch in den Sinn gekom­men sein, darauf zu acht­en, dass keine Einzel­spende zu hoch ist, solange die Gesamt­spende dieser Lob­by die Partei freude­taumeln lässt.
Freude­trunk­end ver­fasst man bei der FDP dann auch solche goldigen Sätze:

Ganz im Stile des Barack-Oba¬≠ma-Wahlkampfes wur¬≠den die Spender vom FDP-Bun¬≠des¬≠gesch√§fts¬≠f√ľhrer Hans-J√ľr¬≠gen Beer¬≠feltz mit ein¬≠er Logen-Ein¬≠ladung bei der ‚ÄěSchlager¬≠nacht des Jahres‚Äú in der O2-World belohnt.

Das stimmt nat√ľr¬≠lich: Zum Stile des Oba¬≠ma-Wahlkampfes geh√∂rte es sicher¬≠lich nicht, die W√§h¬≠ler von den Ide¬≠alen der sozialdemokratis¬≠chen Partei und von einem Poli¬≠tik¬≠wech¬≠sel zu √ľberzeu¬≠gen ‚ÄĒ die woll¬≠ten √ľber¬≠teuerte Logenkarten f√ľr abge¬≠halfterte Par¬≠tyevents unters Volk brin¬≠gen!
An der Ret¬≠tung der lib¬≠eralen Rep¬≠u¬≠ta¬≠tion ver¬≠suchen sich derzeit nur unbe¬≠holfen wirk¬≠ende Neue¬≠in¬≠steiger in der Bun¬≠de¬≠spoli¬≠tik und Jour¬≠nal¬≠is¬≠ten, denen eine kri¬≠tis¬≠che Selb¬≠stre¬≠flex¬≠ion nie in den Sinn kom¬≠men w√ľrde:
Der beken¬≠nende FDP-Fan Ulf Poschardt hat in der Welt einen kom¬≠plett parteinehmenden Kom¬≠men¬≠tar ver√∂f¬≠fentlicht, der die Kri¬≠tik¬≠er der FDP als naive Demokratie-Phan¬≠tas¬≠ten darstellt. Man m√ľsse der Wirtschaft so helfen, wie es die FDP tue, dann w√§re schliesslich allen geholfen.
Gro√üar¬≠tig unnaiv, nicht wahr? Dass ger¬≠ade die klein- und mit¬≠tel¬≠st√§ndis¬≠chen Hote¬≠liers sagen, die Mehrw¬≠ert¬≠s¬≠teuer¬≠ent¬≠las¬≠tung k√§me nur den gro√üen Ket¬≠ten zugute, weil f√ľr die Kleinen der h√∂here B√ľrokratieaufwand die ver¬≠min¬≠derte Mehrw¬≠ert¬≠s¬≠teuer egal¬≠isierte, √ľberge¬≠ht Poschardt dabei v√∂l¬≠lig, wie auch jede andere inhaltliche Analyse.
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S√ľd¬≠deutsche Zeitung: Die Rabatt-K√∂nige der FDP
Michael Spreng: FDP ‚ÄĒ Die Stern¬≠schnup¬≠pen-Partei

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Merkel ‚Äônot amused‚Äô √ľber kritische Frage

Der f√ľr den Telegraaf schreibende freie Jour¬≠nal¬≠ist Rob Savel¬≠berg hat seinen Artikel zur Pressekon¬≠ferenz zum Ende der Koali¬≠tionsver¬≠hand¬≠lun¬≠gen ver√∂f¬≠fentlicht. Hier die √úber¬≠set¬≠zung aus dem Nieder¬≠l√§ndis¬≠chen:
http://www.telegraaf.nl/buitenland/5156227/__Luchtjes_aan__Mannschaft___.html?p=22,1
Etwas Faul an Merkels Mannschaft
Die deutsche Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel war not amused als der Kor­re­spon­dent des Telegraaf, Rob Savel­berg, sie nach den Umstän­den der Beru­fung von Wolf­gang Schäu­ble zum Finanzmin­is­ter fragte.
Merkel machte gestern erle¬≠ichtert ihr neues Kabi¬≠nett bekan¬≠nt. Ihre ‚ÄúMannschaft‚ÄĚ beste¬≠ht aus ein¬≠er mit¬≠terecht¬≠en Koali¬≠tion von CDU/CSU und FDP, die unsere Ost¬≠nach¬≠baren aus dem wirtschaftlichen Morast ziehen muss. Aber es beste¬≠hen Zweifel √ľber die Ver¬≠trauensw√ľrdigkeit und Eig¬≠nung einiger Min¬≠is¬≠ter Merkels.
Mit¬≠ten in der gr√∂√üten finanziellen Krise seit 1929, zu einem Zeit¬≠punkt, in dem die Staatss¬≠chuld explodiert und ver¬≠sagende Banken mit ein¬≠er hal¬≠ben Bil¬≠lion Steuergeld gerettet wer¬≠den m√ľssen, ver¬≠traut Merkel die Finanzen von 82 Mil¬≠lio¬≠nen Deutschen an einen kon¬≠ser¬≠v¬≠a¬≠tiv¬≠en Parteigenossen, der an einem akuten Erin¬≠nerungsver¬≠lust litt.
Am 2. Dezem¬≠ber 1999 erk¬≠l√§rte Wolf¬≠gang Sch√§u¬≠ble, dass er den obskuren Waf¬≠fen¬≠h√§ndler Karl-Heinz Schreiber nur ein Mal in einem Hotel in Bonn gese¬≠hen habe. Bei der Befra¬≠gung im Deutschen Bun¬≠destag ‚Äúver¬≠ga√ü‚ÄĚ Sch√§u¬≠ble, dass er bei einem zweit¬≠en Tre¬≠f¬≠fen mit dem Lob¬≠by¬≠is¬≠ten nur einen Tag sp√§ter im B√ľro, einen Briefum¬≠schlag mit 100.000 DM bekam.
Das ille¬≠gale Geschenk blieb monate¬≠lang in ein¬≠er Schublade liegen. Schlussendlich kostete die Schmiergeldaf¬≠f√§re Altkan¬≠zler Hel¬≠mut Kohl und Kro¬≠n¬≠prinz Wolf¬≠gang Sch√§u¬≠ble den Kopf. Schreiber ist nach jahre¬≠langer Flucht ger¬≠ade an Deutsch¬≠land aus¬≠geliefert wor¬≠den. Jet¬≠zt darf es Sch√§u¬≠ble (67) erneut pro¬≠bieren. Merkel stam¬≠melte gestern nach den Fra¬≠gen des Telegraafs √ľber die beschmutzte Ver¬≠gan¬≠gen¬≠heit von Sch√§u¬≠ble: ‚ÄúEr hat viel Erfahrung und unser voll¬≠stes Ver¬≠trauen.‚ÄĚ Die Kan¬≠z¬≠lerin reagierte etwas von der Rolle durch die Kon¬≠fronta¬≠tion mit der Ver¬≠gan¬≠gen¬≠heit, auch Koali¬≠tion¬≠spart¬≠ner und neuer deutsch¬≠er Vizekan¬≠zler Gui¬≠do West¬≠er¬≠welle schloss aus Verzwei¬≠flung kurz die Augen.
Sch√§ubles Ernen¬≠nung ist nicht die einzige, die zu Stirn¬≠run¬≠zeln f√ľhrte. Im Au√üen¬≠min¬≠is¬≠teri¬≠um bekommt es die Welt for¬≠t¬≠an mit West¬≠er¬≠welle, dem Vizekan¬≠zler des gr√∂√üten EU-Lan¬≠des zu tun. Der lib¬≠erale Parteivor¬≠sitzende der FDP spricht jedoch deren Sprachen nicht. Bei ein¬≠er Pressekon¬≠ferenz stellte ein BBC-Reporter ihm eine Frage auf englisch und West¬≠er¬≠welle zeigte Ner¬≠ven. Auf dem Videokanal YouTube kann man sehen, wie West¬≠er¬≠welle sich mok¬≠iert, in Deutsch¬≠land m√ľsse deutsch gesprochen wer¬≠den. Daneben schaute man in Berlin sorgevoll auf die Reisen, die West¬≠er¬≠welle in die Ara¬≠bis¬≠che Welt machen wird. Zweifel¬≠los wird er ab und zu seinen Lebenspart¬≠ner mit¬≠nehmen, aber es ist unklar, wie mus¬≠lim¬≠is¬≠che L√§n¬≠der auf die homo¬≠sex¬≠uelle Beziehung West¬≠er¬≠welles reagieren. In jedem Fall wer¬≠den die Beziehun¬≠gen zu den USA stark bleiben. Sowohl die FDP, die CDU und die bayrische Schwest¬≠er¬≠partei CSU beste¬≠hen aus √ľberzeugten Ver¬≠b√ľn¬≠de¬≠ten der transat¬≠lantis¬≠chen Beziehun¬≠gen. Den¬≠noch wird die zweite Regierung Merkels die Amerikan¬≠er bit¬≠ten, die let¬≠zten Kern¬≠waf¬≠fen in Deutsch¬≠land, √úberbleib¬≠sel des Kalten Krieges, vom Bun¬≠des¬≠ge¬≠bi¬≠et abzuziehen.
Weit¬≠er¬≠hin ist die deutsche Regierung das Resul¬≠tat eines poli¬≠tis¬≠chen Stuhltanzes. Der st√ľm¬≠per¬≠hafte Vertei¬≠di¬≠gungsmin¬≠is¬≠ter Franz-Josef Jung, der nie ein¬≠r√§umte, dass sich sein Land in Afghanistan im Krieg befind¬≠et, darf sich jet¬≠zt als Arbeitsmin¬≠is¬≠ter ver¬≠suchen. Der ein¬≠flussre¬≠iche Wirtschaftsmin¬≠is¬≠ter, Karl-Theodor Graf zu Gutennberg, nimmt die Vertei¬≠di¬≠gung unter seine Fit¬≠tiche.
Schäu­ble wird als Innen­min­is­ter durch Thomas Maiz­iére (CDU), einem engen Ver­traut­en Merkels, erset­zt. Die far­ben­fro­he Ursu­la von der Leyen, Mut­ter von 7 Kindern, bleibt als Fam­i­lien­min­is­terin Ansprech­part­ner­in von André Rou­voet. Eine weit­ere Über­raschung ist die Beru­fung des 36-jähri­gen FDP-ers Philipp Rösler, der als viet­name­sis­ches Kind durch eine deutsche Fam­i­lie adop­tiert wurde, zum Gesund­heitsmin­is­ter.
mehr:
Rob Savel­berg im Inter­view mit Welt Online:
Schäu­ble ist keine saubere Per­son.
Die Über­set­zung wurde von Rob Savel­berg autorisiert.
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Volk¬≠er Pis¬≠pers 1993 √ľber Wolf¬≠gang Sch√§u¬≠ble

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Der Verbotsreflex konservativer Politiker

Immer wenn in Deutsch¬≠land etwas ein¬≠schnei¬≠dend Gewalt¬≠t√§tiges passiert, ste¬≠ht ein Poli¬≠tik¬≠er auf und will irgen¬≠det¬≠was ver¬≠bi¬≠eten. Das ist das Mantra des kon¬≠ser¬≠v¬≠a¬≠tiv¬≠en Poli¬≠tik¬≠ers, von dem er nicht abge¬≠hen will. Weisst man ihn wie bei der Kinder¬≠porn¬≠ode¬≠bat¬≠te darauf hin, dass der¬≠ar¬≠tige Ver¬≠bote nachgewiesen¬≠er¬≠weise untauglich sind, dann sagt er, man werde auch noch anderes unternehmen. Aber Ver¬≠bote m√ľssen sein. Ver¬≠bote sind Selb¬≠stzweck. Das ist eine sehr ein¬≠fach get¬≠rick¬≠te, aber ger¬≠adezu fun¬≠da¬≠men¬≠tal¬≠is¬≠tisch ver¬≠ankerte Sichtweise. Da geht der Kon¬≠ser¬≠v¬≠a¬≠tive nicht von ab. Und er glaubt auch jedem anderen Kon¬≠ser¬≠v¬≠a¬≠tiv¬≠en, der Ver¬≠bote fordert, unange¬≠se¬≠hen der Stich¬≠haltigkeit der Argu¬≠mente, die f√ľr ein Ver¬≠bot sprechen sollen.
In der Kinder¬≠porno-Debat¬≠te meinte Frau von der Leyen, dass in Nor¬≠we¬≠gen t√§glich 18000 Besuche auf Kinder¬≠porno¬≠seit¬≠en ver¬≠hin¬≠dert wer¬≠den w√ľr¬≠den. Das MdB Kristi¬≠na K√∂h¬≠ler (CDU) glaubt das blind¬≠links. Ohne auf die Idee zu kom¬≠men, das in Frage zu stellen. Man m√ľsste ‚ÄúZugriffsver¬≠such‚ÄĚ mal erk¬≠l√§ren. Sind das Einzelper¬≠so¬≠n¬≠en? Dann w√§ren alle Nor¬≠weger in den let¬≠zten 2 Jahren auf ein¬≠er Kinder¬≠porno¬≠seite gewe¬≠sen. Oder auch Pro¬≠gramme? In Unken¬≠nt¬≠nis der Zahl der¬≠er, die erfol¬≠gre¬≠ich eine Kinder¬≠porno¬≠seite aufrufen, ist diese Zahl, von der nicht mal bekan¬≠nt ist, auf welchen Zeitraum sie bezo¬≠gen wird, untauglich. Krim¬≠i¬≠nal¬≠beamte, die das der¬≠ar¬≠tige Sper¬≠ren ken¬≠nen, weisen darauf hin, dass dieses Sper¬≠ren gegen vors√§t¬≠zliche Miss¬≠brauch¬≠er untauglich ist. Ver¬≠hin¬≠dert wer¬≠den nur Zufall¬≠sklicks. Glauben Sie, dass ein Zufall¬≠sklick¬≠er sofort sein Port¬≠mon¬≠naie z√ľckt? Gemessen an den Men¬≠schen, die Sie ken¬≠nen? Wieviele, denken Sie, schlie√üen eine der¬≠ar¬≠tige Seite sofort wieder?
Jet¬≠zt m√∂chte die CDU weit¬≠er¬≠ma¬≠chen mit dem Ver¬≠bi¬≠eten. Im Nach¬≠hall der Geschehnisse von Win¬≠nen¬≠den meint man, Spiele wie Paint¬≠ball und Laser¬≠drom ver¬≠bi¬≠eten zu m√ľssen. Hier werde, so CDU-Poli¬≠tik¬≠er Bos¬≠bach, das T√∂ten simuliert. So ein kon¬≠ser¬≠v¬≠a¬≠tiv¬≠er Poli¬≠tik¬≠er muss nur ein¬≠fach ein Spiel zu ein¬≠er T√∂tungsaus¬≠bil¬≠dung umdeklar¬≠i¬≠eren und schon meint er, er k√∂nne Ver¬≠bote fordern. An dieser Stelle geht es um Begriffs¬≠be¬≠set¬≠zun¬≠gen, nicht um argu¬≠men¬≠ta¬≠tiv gest√ľtztes √úberzeu¬≠gen.
bosbach
Bei Laser¬≠drom ren¬≠nen Sie √ľber ein Spielfeld und schie√üen mit Lasergewehren Lich¬≠strahlen auf Mit¬≠spiel¬≠er. Sie m√ľssen eine bes¬≠timmte Stelle tre¬≠f¬≠fen, dann ist der Spiel¬≠er getrof¬≠fen und schei¬≠det f√ľr eine bes¬≠timmte Zeit aus. Der Geg¬≠n¬≠er kann wegren¬≠nen, sich duck¬≠en und zur√ľckschie√üen. Bei V√∂lker¬≠ball ren¬≠nen Sie √ľber ein Spielfeld und schmeis¬≠sen B√§lle auf Mit¬≠spiel¬≠er. Sie k√∂n¬≠nen jede beliebige Stelle des K√∂r¬≠pers tre¬≠f¬≠fen. Ist der Spiel¬≠er getrof¬≠fen, schei¬≠det er aus, bis er selb¬≠st jeman¬≠den aus dem ‚ÄúAus‚ÄĚ her¬≠aus trifft. Spiel¬≠er k√∂n¬≠nen wegren¬≠nen, sich duck¬≠en und zur√ľck¬≠w¬≠er¬≠fen.
W√ľr¬≠den Sie V√∂lker¬≠ball als T√∂tungssim¬≠u¬≠la¬≠tion anse¬≠hen? Und Laser¬≠drom ist nun eine T√∂tungssim¬≠u¬≠la¬≠tion, weil statt eines Balles Licht¬≠strahlen ver¬≠wen¬≠det wer¬≠den? Die Spielele¬≠mente sind iden¬≠tisch, das neuere Spiel ist eben nur elek¬≠trotech¬≠nisch aufge¬≠plus¬≠tert. Mit der¬≠sel¬≠ben Logik, nach der Laser¬≠drom eine T√∂tungssim¬≠u¬≠la¬≠tion ist und V√∂lker¬≠ball ein Kinder¬≠spiel, k√∂n¬≠nte man Fahrr√§der f√ľr gut und Autos f√ľr b√∂se hal¬≠ten.
Glauben Sie, Jugendliche spie¬≠len diese Spiele mit ein¬≠er unter¬≠schiedlichen Geis¬≠te¬≠shal¬≠tung? Glauben Sie, ihre Charak¬≠tere √§nderten sich zum Neg¬≠a¬≠tiv¬≠en? Beim gemein¬≠samen Spiel mit anderen? Das alles glaube ich nicht. Aus einem ein¬≠fachen Grunde: Es sind Spiele und Men¬≠schen wis¬≠sen, was Spiele sind. Dieser Satz klingt sim¬≠pel, aber Sie m√ľssen wirk¬≠lich mit diesem Satz brechen, um sich der kon¬≠ser¬≠v¬≠a¬≠tiv¬≠en Lin¬≠ie Bos¬≠bachs anzuschliessen. Ich dage¬≠gen glaube fol¬≠gen¬≠des: Ich glaube, dass es viele Erwach¬≠sene gibt, die in Kinder- und Jugend¬≠spiele Dinge hinein¬≠deuten, die f√ľr die betrof¬≠fe¬≠nen Kinder und Jugendliche nicht Bestandteile dieser Spiele sind.
Sofern Poli­tik­er, wie sie es ger­ade tun, Gegenein­wände gegen Ver­botsvorschläge damit abtun, dass Ver­bots­geg­n­er Greueltat­en Vorschub leis­teten, ste­ht eine demokratis­che Diskus­sion­skul­tur auf dem Spiel. Wird in der poli­tis­chen Diskus­sion wirk­lich noch ver­sucht, Sachar­gu­mente auszud­isku­tieren?

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