Gute Nacht

Ich habe mich bis­lang zur Causa Süd­deutsche Zeitung und Igor Lev­it nicht geäußert, finde aber Armin Thurn­her zu Reak­tion von Ulf Poschardt lesenswert:

Meint Poschardt es ernst, oder hin­dert ihn seine ärmel­spren­gende moralis­che Prahlkraft nur daran, sich auszu­drück­en und par­o­diert er, während die Eiswür­fel leise klir­ren, unfrei­willig den Ton­fall eines Hap­py-Hour-Barge­sprächs unter Springer-Angestell­ten, wenn er behauptet, dieser „vol­lkom­men nor­mal kri­tis­che Text“ habe sich mit „Leben und Werk des Pianis­ten und Moral-Darstellers Lev­it“ befasst?

Boris John­son macht seine Brex­it-Strate­gie vom Aus­gang der US-Wahl abhängig.

Love the fact that we have ‘tak­en back con­trol’ and our deci­sions are not depen­dent on what oth­er coun­tries do.

— Gill (@Gill03696412) Octo­ber 24, 2020

Donots-Gui­do macht einen Heimat­pod­cast. Mir gefällt’s.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann fällt John­son? fahre ich den Rech­n­er runter.

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Gute Nacht

Die Umset­zung, Frauen quan­ti­ta­tiv mehr in Führungspo­si­tio­nen zu befördern, nen­nt Ange­li­ka Slavik eine Sch­neck­en­rev­o­lu­tion. Ide­ales The­ma für das Schneckenradio.

Claire Saf­fitz bastelt Süßigkeit­en aus dem Super­markt nach. [via]

Ulf Poschardt stellt sein Springer­pressegelinke auf Twit­ter ein und nie­mand schre­it: Komm’ ins Fedi­verse ✓.

Und während ich mir die Frage stelle: Taugt das Fedi­verse als Bedeu­tungsanzeiger? fahre ich den Rech­n­er runter.

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Der Ausverkauf der FDP

Als im let­zten Jahr ein paar Leute mit Blogs, die die CDU bish­er nicht son­der­lich wahrgenom­men hat­te, den Auf­s­tand probten gegen die Inter­net­zen­sur, da meinte Ursu­la von der Leyen noch, dass das ja nur 134.000 Einzelmei­n­un­gen gewe­sen seien, die da gegen ihr Vorhaben votiert hat­ten. Die Mehrheit der Deutschen sei schließlich nicht auf die Straße gegangen.
Ganz so läs­sig sah man das ander­swo in der CDU offen­sichtlich nicht, da ist die Rede davon, man habe viel Lehrgeld bezahlen müssen. Stimmt schon irgend­wie: Wenn der­ar­tige Aktio­nen, die sich gegen Vorhaben der CDU wen­den, zum Trend wer­den, ver­liert man sicher­lich Wäh­ler. Aber lustiger­weise klingt die Äußerung so, als sei das mit dem Lehrgeldzahlen vorbei.
Aber immer­hin hat sich dieser kri­tis­che Trend derzeit ein wenig auf FDP ver­schoben. Und dort weiss man sich eben­so wenig zu ori­en­tieren und zu wehren, wie die CDU zeit­ens der für sie fast über­flüs­si­gen Zensursula-Debatte.

Die FDP weist bei der Kri­tik an der Lob­by-Spenden­gala darauf hin, dass an jen­em Abend keine Spende über die anzeigen­verpflich­t­ende Summe von 50.000€ gegan­gen ist. Man muss eben nur wis­sen, wie man dem Gesetz ein Schnip­pchen schlägt.
Wer zuvor auf sein­er Inter­net­seite damit prahlt, dass es sich bei den dama­li­gen Spenden um ein Reko­rdergeb­nis gehan­delt hat, dem kön­nte es ja auch in den Sinn gekom­men sein, darauf zu acht­en, dass keine Einzel­spende zu hoch ist, solange die Gesamt­spende dieser Lob­by die Partei freude­taumeln lässt.
Freude­trunk­end ver­fasst man bei der FDP dann auch solche goldigen Sätze:

Ganz im Stile des Barack-Oba­ma-Wahlkampfes wur­den die Spender vom FDP-Bun­des­geschäfts­führer Hans-Jür­gen Beer­feltz mit ein­er Logen-Ein­ladung bei der „Schlager­nacht des Jahres“ in der O2-World belohnt.

Das stimmt natür­lich: Zum Stile des Oba­ma-Wahlkampfes gehörte es sicher­lich nicht, die Wäh­ler von den Ide­alen der sozialdemokratis­chen Partei und von einem Poli­tik­wech­sel zu überzeu­gen — die woll­ten über­teuerte Logenkarten für abge­halfterte Par­tyevents unters Volk bringen!
An der Ret­tung der lib­eralen Rep­u­ta­tion ver­suchen sich derzeit nur unbe­holfen wirk­ende Neue­in­steiger in der Bun­de­spoli­tik und Jour­nal­is­ten, denen eine kri­tis­che Selb­stre­flex­ion nie in den Sinn kom­men würde:
Der beken­nende FDP-Fan Ulf Poschardt hat in der Welt einen kom­plett parteinehmenden Kom­men­tar veröf­fentlicht, der die Kri­tik­er der FDP als naive Demokratie-Phan­tas­ten darstellt. Man müsse der Wirtschaft so helfen, wie es die FDP tue, dann wäre schliesslich allen geholfen.
Großar­tig unnaiv, nicht wahr? Dass ger­ade die klein- und mit­tel­ständis­chen Hote­liers sagen, die Mehrw­ert­s­teuer­ent­las­tung käme nur den großen Ket­ten zugute, weil für die Kleinen der höhere Bürokratieaufwand die ver­min­derte Mehrw­ert­s­teuer egal­isierte, überge­ht Poschardt dabei völ­lig, wie auch jede andere inhaltliche Analyse.
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Süd­deutsche Zeitung: Die Rabatt-Könige der FDP
Michael Spreng: FDP — Die Sternschnuppen-Partei

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