Guten Morgen

Lars hat unseren Pod­cast gehört und Dien­stags bei Mor­rie gele­sen, auch auf Tipp von Olli Schulz, und war ver­gle­ich­bar ent­täuscht, wie ich es wohl wäre, hätte ich es gele­sen. Das ist wohl so, wie es ein Bekan­nter über die Schwierigkeit mit Leseempfehlun­gen von Elke Hei­den­re­ich mal kri­tisierte: Sie sage immer, dass sie ein Buch schön finde, aber nicht warum, will sagen: Es wer­den keine ver­ständlichen Begrün­dun­gen abgegeben. Es ist zudem immer prob­lema­tisch, wenn Lit­er­aturkri­tik zu viel eigenes Kitschempfind­en unkri­tisch wiedergibt. Aus so einem Grund ver­folge ich die Ver­risse von Denis Scheck, ignoriere aber seine Empfehlungen.

In seinem lesenswerten Artikel schreibt Timm Kühn über die AfD:

Bei genauerem Hin­se­hen ent­pup­pt sich die rechte „Kap­i­tal­is­muskri­tik“ allerd­ings als rein­er Eskapis­mus, also als Flucht der selb­ster­nan­nten Roman­tik­er in die bie­der­meier­liche Illu­sion ein­er heilen Heimat. Statt die kap­i­tal­is­tis­chen Ungerechtigkeit­en anzuge­hen, wird ver­sucht, ein völ­lig homo­genes und kon­flik­t­freies Volk zu erzwingen.

Twit­ter will eine Audio-Funk­tion installieren.

Und während ich mir die Frage stelle: Schlägt mir Twit­ter dann auch neben, was ich schreiben soll, vor, was ich sagen soll? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Das Wahlbeeinflussungsverbot auf Twitter

Dass es so etwas gibt, wie ein Wahlbee­in­flus­sungsver­bot auf Twit­ter, ist im Grunde schon ein Grund, den Dienst arg­wöh­nisch zu begeg­nen. Wäre ich nicht längst im Fedi­verse sich­er gelandet, es würde mir Bauch­schmerzen bereiten.

Thomas Stadler ist der Zugang zu seinem Twit­ter-Account ges­per­rt wor­den, weil ange­blich ein alter Tweet von ihm dazu diene, Wahlen zu bee­in­flussen. Sowas Däm­lich­es über­haupt zu behaupten, ist schon eine Ansage. Stadlers in Rede ste­hen­der Tweet bein­hal­tet einen Rat an AfD-Wäh­ler, ihren Wahlzettel zu unter­schreiben. Er ist mit einem Smi­ley am Ende verse­hen, der einen Zaunpfahlwink auf den Irrsinn des Rates darstellt, denn durch das Unter­schreiben wird der Wahlzettel ungültig. Hierin eine ern­sthafte Empfehlung zu sehen, bein­hal­tet, dass man Scherze nicht ver­ste­ht oder dass man ein­räumt, dass es Per­so­n­en gibt, denen es nicht möglich ist, diesen Scherz zu ver­ste­hen, die aber wählen dür­fen. Was für sich genom­men wieder ein Witz wäre.

Kurz und gut: Ich glaube nicht, dass Twit­ter noch zu helfen ist.

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Das ultimative Ziel von Twitter

Vor ein­er Woche schrieb Mike Mac­Girvin, Erfind­er von Frien­di­ca und Hubzilla:

The big prob­lem is in the train­ing data and “goals” of the deep learn­ing process­es. The algo­rithms have been cre­at­ed by humans work­ing for cor­po­ra­tions with a goal to dom­i­nate the mar­ket, max­imise prof­its and share-hold­er returns, to pry into the per­son­al moti­va­tions of the observers in order to manip­u­late them more effec­tive­ly, and vio­late all known laws and stan­dards of eth­i­cal behav­iour to do this. The algo­rithms are judged by their abil­i­ty to do these things and infe­ri­or algo­rithms dis­card­ed or reprogrammed.

Heute bestätigt Twit­ter:

Our ulti­mate goal is to encour­age more free and open con­ver­sa­tion. To do that we need to sig­nif­i­cant­ly reduce the abil­i­ty to game and skew our sys­tems. Look­ing at behav­ior, not con­tent, is the best way to do that.

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Die neue Sperrfreudigkeit von Twitter

Ich habe seit einiger Zeit schon mit­bekom­men, dass bei Twit­ter neue Accounts mitunter umge­hend ges­per­rt wer­den, weil wie auch immer geah­n­detes verdächtiges Ver­hal­ten erkan­nt wurde. Der jew­eilige Account ist dann nur gebrauch­bar, wenn man sich mit ein­er Han­dynum­mer ausweist. 

Jet­zt ist mir auch ein alter Account ges­per­rt wor­den, und mir scheint das Fol­gende die Twit­ter-Regel zu sein, gegen die ich mit dem Zweitac­count verstoße:

Das Anle­gen mehrerer Accounts mit über­schnei­den­der Ver­wen­dung, oder um der vorüberge­hen­den oder dauer­haften Sper­rung eines sep­a­rat­en Accounts zu ent­ge­hen, ist nicht erlaubt.

Da ich wed­er Inter­esse habe, mit Twit­ter darüber zu disku­tieren, noch denen meine Han­dynum­mer geben werde, nutze ich Twit­ter dann eben ein­fach weniger und lösche dieses Kon­to lasse das Kon­to verwaist.

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Guten Morgen

morgenkaffee

Die Comicze­ich­ner­in Mol­ly Nor­ris ist unter­ge­taucht. Wegen der Zen­sur von South-Park-Fol­gen rief sie zum Jed­er-zeich­net-Mohammed-Tag auf, worauf ein Kopfgeld auf sie aus­ge­set­zt wurde. Nun lebt sie unter einem anderen Namen woanders.

Recht­san­walt Thomas Stadler rückt die Diskus­sion um Urhe­ber­rechte auf Tweets zurecht: Natür­lich seien diese urhe­ber­rechtlich schützbar, wenn eine bes­timmte Schöp­fung­shöhe gegeben sei, aber das Retweet­en sei erlaubt, da dies die Zweckbes­tim­mung eines Tweets sei.

Die Opalkatze beschäftigt sich damit, wie die erforderten Änderun­gen zu Hartz IV in Gang kom­men — oder auch nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Was ist dann rechtlich eigentlich mit in Twit­ter kopierten Tweets, die keine Retweets sind? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

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Guten Morgen

morgenkaffeeTwit­ter ändert die indi­vidu­elle Benutzer­seite, damit mehr Leute die Inter­net­seite benutzen, schließlich kann man kein Geld damit ver­di­enen, wenn Twit­ter über Pro­gramme läuft. Im stlyis­chen Video sieht man dann aber nur, dass Youtube-Videos direkt anse­hbar sind und die Seit­en­leiste ver­größert wird.
Ger­hard Stadelmeier sieht im Rück­tritt des Ham­burg­er Schaus­piel­hausleit­ers ein fatales Sig­nal. Friedrich Schirmer nan­nte als Grund für den Rück­tritt die drastis­che Unter­fi­nanzierung des Schauspielhauses.
Rob Savel­berg darf Wolf­gagn Schäu­ble eine Frage stellen und bekommt eine inter­es­sante Antwort.
Und während ich mir die Frage stelle: Wann verzweifelt Twit­ter wohl am Mon­e­tarisierungsver­such? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.
[Foto: Luc van Gent]

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The mixer

This week we just can’t ignore the most dis­cussed new ger­man twit­ter user: It’s the Sec­re­tary-Gen­er­al of the ger­man par­ty SPD, Huber­tus Heil. He used twit­ter dur­ing his vis­it in the Unit­ed States, where he attend­ed the Oba­ma show in Den­ver. There are quite inter­est­ing neg­a­tive and pos­i­tive reac­tions to this new hob­by of Mr. Heil. You can find these reac­tions in twit­ter and in an arti­cle of the ger­man lifestyle magazine
Der Spiegel.

It’s a cor­rect esti­ma­tion to say that some­times you’ll be crit­i­cized imme­di­ate­ly if you do some­thing for get­ting pub­lic­i­ty. You can see the arti­cle in Der Spiegel quite easy­i­ly as that of kind of crit­i­cism. But not every crit­i­cism that comes up quick­ly is intrin­si­cal­ly wrong.

We don’t mind politi­cians doing things that nor­mal cit­i­zens do as well. We do mind if they’re just pre­tend­ing to do so. It’s one char­ac­ter­is­tic of the polit­i­cal strat­e­gy of Oba­ma, Heil’s idol and rea­son to come to Den­ver, to make clear he’s not that kind of fak­er. Believe it or not. In Amer­i­ca the media don’t believe that com­plete­ly and there­for they’re talk­ing about play­ing cards.

One thing that is crys­tal clear is that Heil’s show­ing up on twit­ter was planned as a part of his polit­i­cal actions. You can see that in one of the delet­ed tweets of his account:

Most irri­tat­ing this plan did not result in pre­sent­ing any own polit­i­cal idea. It also sounds like this whole action was­n’t his own idea. And though twit­ter is much about pre­tend­ing and the idea that there is no non­con­for­mi­ty of tweets, because these belong to the sub­jec­tive man­ner to describe real­i­ty, Heil is def­i­nite­ly a can­di­date for TMI to us.

This is so because Heil con­tin­u­ous­ly mix­es pri­vate, jour­nal­is­tic and polit­cal stuff in his tweets. It’s not clear if he wants to be on twit­ter as a pri­vate man, a politi­cian or a jour­nal­ist. Actu­al­ly there are enough jour­nal­ists and Heil’s pri­vate life does not attract many people.

In this week’s tweet this mix­ing is inherent:

Heil tells us that the mem­bers of the ger­man Bun­destag Rolf Mützenich and Niels Annen bought a skate­board and shoes dur­ing their vis­it and that they now can get back to work all together.

Is this a polit­i­cal infor­ma­tion or a pri­vate one? We do think it deals with pri­vate mat­ters of Mützenich and Annen. And for sure there will be jour­nal­ists to see this in a polit­i­cal con­text. Any­how, Heil does not make clear what rel­e­vance his tweets have and how they should be seen as.

Per­haps we should read Heil’s state­ments as the fol­low­ing tweet should be read, where he tells us how Oba­ma should call his wife:

Bull­shit. [1]

So final­ly it turns out that the twit­ter ques­tion to Mr. Heil has to be posed more exact­ly: “What the fuck are you doing?”

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[1] fol­low­ing Har­ry Frank­furt On bull­shit, Prince­ton Uni­ver­si­ty Press, 2005

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