Septemberlese

Thomas Gottschalk — Herb­st­bunt Über­flüs­sige, unlustige, plat­te Erweiterung zur vorheri­gen Biogra­phie. Jemand sollte es ihm sagen.
Sara Pas­coe — Sex Pow­er Mon­ey Ich-bezo­gene Plat­titü­den­hascherei amerikanis­chen mit­telmäßi­gen Comedystils.
Noam Chom­sky — Kampf oder Unter­gang! Während des Vor­worts aus der Hand gelegt. Ein Fan­boy inter­viewt sein Idol, dem let­zten der Besten über­haupt, wie der Fan meint. Braucht niemand.

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Gottschalk, Thomas — Herbstblond

Auto­bi­ogra­phien unter­liegen immer der Aus­gangss­chwierigkeit, dass der Autor die Sache gar nicht ganz oder gerecht erfasst hat, obwohl er doch selb­st meist dabei war. So ist das lei­der auch mit Thomas Gottschalk. Der Erfol­gsmod­er­a­tor von Wet­ten, dass ..? hat kaum eine Erk­lärung für den Erfolg der Sendung, seinen Anteil daran, und kann die unpassenden Ret­tungsver­suche, mit dem man das Pub­likum ver­schreck­te, nicht passend ein­schätzen. Was seine Aus­führun­gen zu Jack­ass in diesem Schmök­er zu suchen haben — ein einziges Rät­sel. Als zu lesendes Buch ist die erste Hälfte zudem von aus­ge­suchter Lang­weiligkeit: Sein Pub­likum hat ihn immer geliebt. Der Kri­tik­er­anspruch an seine Sofainter­views waren zu hoch. Dass ihm vorge­wor­fen wurde, sich nicht für das Gesagte zu inter­esseren — bei Wet­ten, dass..? wie bei Gottschalk live — das scheint er nicht erfasst zu haben.

Da ist das Hör­buch wesentlich bess­er, das legt man nicht so schnell weg. Tiefe gewin­nt das auch nicht, aber immer­hin hat man am Ende eine Kreisler-Inter­pre­ta­tion Gottschalks, die noch das beste am ganzen Hör­buch ist. Das erin­nerte mich dann auch an eine Episode in Gottschalks Leben, die er unter den Tisch fall­en lässt: Das pein­liche What hap­pened to Rock ’n’ Roll. Das war kein Rock ’n’ Roll, das war unge­lenk, unrock­ig und unpassend. Man merk­te damals, dass er kein Gespür hat­te, ob das, was er cool fand, in dieser Form auch cool war. Und dass er damit auch nicht überzeugte, so sehr die Fernsehna­tion ihn liebte.

Im zweit­en Teil des Buch­es kommt Gottschalk bess­er in Fahrt, wenn er Dieter Bohlen kri­tisiert. Das ist tre­f­fend und infor­ma­tiv. Dass er seine Vor­abend­show bess­er alleine hin­bekom­men hätte und dass das For­mat School’s out irgend­wie bemerkenswert wäre, das sind Gedanken, die man ihm lassen kann, sie inter­essieren son­st kaum jemanden.

Aber wenn man Gottschalk vor­lesen hört, ist er zweifeil­sohne der sym­pa­this­che Thom­mie, da ist er nahe dran an dem Gottschalk, den Fernse­hdeutsch­land so liebte: Der­jenige, der über­raschend in irgendwelche Sit­u­a­tio­nen gewor­fen wird, aus denen er sich mit Humor, dem richti­gen Gespür für die Sit­u­a­tion, dem passenden Ton, einem Lächeln und guter Laune her­auswindet. Ist es wirk­lich so schw­er, daraus heutzu­tage eine Fernsehsendung zu machen?

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Es ist jet­zt drei Jahre her, seit­dem ich inhaltlich mich mit Markus Lanz auseinan­derge­set­zt habe und eine Erweiterung tut nicht Not. Gestern war Oliv­er Kalkofe aber­mals vor Ort, kündigte dies via Face­book an und ich schal­tete mal rein: Inzwis­chen verzichtet man bei der Sendung auf über­mäßig viele, kaum aus­sagekräftige Bauch­binden, aber der Rest ist gle­ich geblieben. Klap­pern gehört wohl auch für jeman­den wie Kalkofe zum Handw­erk, das mag man verzeihen.

Ich lasse es ein­fach auf mich zukom­men, war ja auch schon öfter da und bin immer gut behan­delt wor­den. Habe aber wed­er vor, dort eine rit­uelle Lanzschlach­tung vorzunehmen noch mich nicht ausre­den zu lassen. Dies nur zur Info. Hoffe ein­fach erst ein­mal auf eine inter­es­sante und nicht lang­weilige Sendung!

(Oliv­er Kalkofe)

Die Sendung kon­nte die Kalkofe-Ein­bindung nicht ret­ten, dazu redet Lanz immer noch kon­se­quent am Wesentlichen vor­bei, ein­fach nur auf irgen­deine plumpes, genehmes Reizthe­ma hin. Und das ist eben auch schlecht­es Fernse­hen. Nur resig­niert die Qual­ität eben irgend­wann vor der Quan­tität, wenn sie keine Rezep­tion find­et. Wenn ein ZDF-Ver­ant­wortlich­er meint, das Sahra-Wagenknecht-Inter­view sei ein ein­ma­liger Aus­reißer Lanz’ gewe­sen, dann dis­qual­i­fiziert er sich für eine Diskus­sion über die Qual­ität der Sendung: Lanz hat das Handw­erk des kri­tis­chen Nach­fra­gens ein­fach nicht drauf. Die Gäste labern halt von sel­ber, dage­gen kann selb­st Lanz wenig unternehmen. Ganz lustig war immer­hin noch, dass Kalkofe Dschun­gelkönig und Pro­mi Shop­ping King Peer Kus­magk nicht durchge­hen ließ, das Dschun­gel­camp als indi­vidu­elle Erfahrung­sher­aus­forderung gel­ten zu lassen — das könne man auch ohne Kam­eras haben.

Pod­cast-Klas­sik­er: Flusskiesel und der 24-Stun­den-Blut­druckmess­er.

30 Jahre RTL und bei Thomas Gottschalks neuer Sendung zeigt man ein­mal mehr, dass man schon lange kein Fernse­hen für Zuschauer mehr macht.

Und während ich mir die Frage stelle: Spricht es für das Dschun­gel­camp, dass der Rest des RTL- und Fernseh­pro­gramms schlechter ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Gottschalk wieder zu RTL? Wenig­stens ver­schwindet er nicht hin­ter ein­er Bezahlwand.

Der chi­ne­sis­che Schrift­steller Liao Yiwu erhält den Frieden­spreis des Deutschen Buch­han­dels.

Ulrich Horn wun­dert sich, wie Han­nelore Kraft von der Presse ger­ade hochge­jubelt wird – um sie nieder­schreiben zu können.

Und während ich mir die Frage stelle: Wen muss ich eigentlich anbeten, dass sich das Wet­ter jet­zt mal zwei Wochen hält? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Man reagiert bei der ARD auf Kri­tik, so dass bei der zweit­en Folge von Gottschalk live die Brüche spür­bar weniger wer­den. Bei der Sendung stimmt ger­ade ein­fach vieles: Sie stößt zeitlich und inhaltlich genau in die Lücke, die die Fernsehland­schaft bietet und ist die richtige Mis­chung aus Gottschalk und Live-Fernse­hen, dass man sich aber über die Mediathek auch gut ver­spätet anse­hen kann.

Ja, upsala, da hat jemand wohl sein Memo nicht gekriegt: Der Präsi­dent des nieder­säch­sis­chen Ver­fas­sungss­chutzes geste­ht ein, dass bei Mit­glieder der Linkspartei eben nicht nur, wie zuvor angedeutet, öffentlich zugängliche Infor­ma­tio­nen erar­beit­et wur­den. [via]

Kim Schmitz kommt nicht so schnell auf Kau­tion frei.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum gibt es bes­timmte Seit­en und Anbi­eter noch, wenn man Megau­pload so schnell hochge­hen lassen kon­nte? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Der rus­sis­che Musikkri­tik­er Artemijk Trotzk­ij gibt Putin als Min­is­ter­präsi­dent Rus­s­lands nach dem pein­lichen Wahlgeschehen weniger als ein Jahr.

Thomas Gottschalk möchte sich seine neue 19.20Uhr-Sendung in der ARD

nicht von irgendwelchen Blog­gern, Medi­en­jour­nal­is­ten oder Onlineprak­tikan­ten mies­machen lassen. Dieser Chor der Nör­gler begleit­et mich jet­zt schon zu lang, als dass er mir Bange macht.

Damit ist Ste­fan Nigge­meier wohl in der Klasse der irgendwelche Blog­ger angekom­men. Aber so irgendwelch sind die ja nicht, wenn sie von den Betrof­fe­nen so zur Ken­nt­nis genom­men wer­den, dass man sie extra anspricht.

Christoph Süß über den neuen Staats­feind von Rechts:

[audio:http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_K1S/_AJS/_‑rp_yrP/111203_0903_orange_Neuer-Staatsfeind-von-rechts.mp3|artists=Christoph Süß auf Bay­ern 2|titles=Neuer Staats­feind von Rechts]

Und während ich mir die Frage stelle: Wie lange geben irgendwelche Blog­ger denn Gottschalk? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Warum es keinen passenden Gottschalk-Nachfolger gibt

Das ZDF und diverse Zeitun­gen machen es sich derzeit zur Auf­gabe, einen passenden Nach­fol­ger für Thomas Gottschalk als Mod­er­a­tor von Wet­ten, dass..? zu find­en.
Grund­lage ein­er solchen Suche ist es, dass es Mod­er­a­toren gibt, die eine solche Sendung mod­erieren kön­nten, und zwar erfol­gre­ich. Aber es gibt max­i­mal Moderatoren.
Es gibt nie­man­den, der das kann, was Gottschalk kann: Prinz Charm­ing, Spielkind und Witzbold. Ste­fan Raab ist eben­bür­tig als Spielkind, HaPe Ker­kel­ing als Witzbold, aber den Charme Gottschalks strahlen bei­de nicht aus. Und bei­de sind zu alt, um das noch zu entwickeln.
Gottschalk hat diese Chance noch gehabt, durfte Na sowas! mit inter­na­tionalen Gästen mod­erieren, von da aus ist es nicht weit zu Wet­ten, dass..?. Nach­fol­ger von Gottschalk damals wurde übri­gens Gün­ter Jauch mit Na siehste!
Aber der­ar­tige Entwick­lungs­for­mate gibt es nicht mehr. Über­haupt wird Unter­hal­tung bei den Öff­is nur noch ver­wal­tet, nicht entwick­elt. Anson­sten wäre das Traum­schiff ja schon längst unterge­gan­gen, weil die Geschichte seit 25 Jahren auserzählt ist.

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Guten Morgen

morgenkaffee

Beim Fernsehlexikon geht das lustige Rät­sel­rat­en um die ZDF-Sendung Wet­ten, dass..?? los, nach­dem Thomas Gottschalk seinen zweit­en Abgang aus der Sendung angekündigt hat.

Fefe weist darauf hin, dass der Chef von Nokia, das dem­nächst eine starke Bindung an Microsoft einge­ht, schon begeis­tert Microsoft-Aktien sam­melt.

Heute ist Valentin­stag, natür­lich auch in Steff­is Bistro:

[audio:http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast2956/AU-20110214–0514-3801.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Wieso hat das ZDF eigentlich nie daran ged­dacht, einen Gottschalk-Nach­fol­ger auszu­bilden? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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