Oh, *POPCORN*, die IVZ hat eine Abnehmexpertin aufgetrieben, die sogar schon ein eigenes Buch auf dem Markt hat. Die Kundenrezensionen auf Amazon dazu kommen mir zwar größtenteils wie Anfängerfakes vor, aber was soll’s.

Die Heilpraktikerin meint, sie habe ein Abnehmverfahren, das besser wirkt als „konventionelle Diäten“. Was ist denn hier das spezielle Element, das steht in der IVZ ja irgendwie gar nicht beschrieben? Kaffee vergraben? Dreimal um’s Haus rennen vor dem Stuhlgang? Nein, ganz falsch: Es ist Klopfen!

Und das machen wir doch jetzt alle mal: Entspannen Sie sich, lassen Sie ihre Arme leicht baumeln, heben Sie nun ihren rechten Arm, beugen Sie ihn etwas und tippeln sie sich erstmal mit dem Zeigefinger ganz sanft gegen die Schläfe. Dann lassen Sie ihre Seele ihren Klopfrhythmus finden. Ganz leicht aus ihrem Inneren heraus. Klopfen Sie immer weiter! Jetzt erzähle ich Ihnen noch, dass eine Beratungsstunde für individuelles Klopfen 180 € kostet, und Sie sehen: Das Klopfen hat automatisch eine viel höhere Taktfrequenz angenommen! Die Taktfrequenz der Seele.

Paul Ulrich Unschuld vom Horst-Görtz-Stiftungsinstitut an der Berliner Charité meint zu diesem Verfahren:

Es gibt keine ernsthafte Forschung zur Effizienz solcher Maßnahmen etwa bei Diabetes – und kein seriöser Endokrinologe würde sich je an so etwas herantrauen

aber für das Niveau der IVZ reicht es dann eben doch, darüber einen komplett kritiklosen und das Thema nicht hinterfragenden Artikel zu schreiben.

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Tja, also entweder hat da die Schlussredaktion der IVZ geschlafen und der Fußgängerinterviewer kann nicht richtig zuhören oder da ist jemandem ein famoser Troll gelungen. Jedenfalls: Gegen diese Bildunterschrift eines Interviewten kommt man dann auch mit Satire nicht mehr gegen an.

Erich Weißel (68), Ravensburg

Im Trollen ist Erich eigentlich aber auch begnadet. (Danke an den Einsender!)

Aktualisierung 28. März 2014, 13 Uhr

Zumindest online hat man die Angabe nun korrigiert.

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POPCORN! Ich hatte mich schon gewundert, weswegen ein Gern-mal-die-Partei-Wechsler auf Facebook mit mir befreundet sein wollte, aber das klärt sich gerade auf: Bei mir hat sich jemand gemeldet, der wohl das Video für die Junge Union hergestellt hat. Angeblich habe ich es so dargestellt, dass Inhalte des Videos Idee des Videoherstellers und nicht der Jungen Union gewesen sei. Man fragt mich, woher ich wisse, dass die Darstellung mit „Schleswig-Holstein“ und alle Sprachinhalte nicht vom Auftraggeber gewollt waren.

Ich soll mich bis zum 07. März, 18 Uhr, für diesen Artikel öffentlich entschuldigen, ansonsten droht man mir, man werde die Rechtsabteilung des Videoherstellers mit einer Schadenersatzklage von 50.000 € beauftragen, eine einstweilige Verfügung gegen meine Internetseite einleiten, sowie Gegendarstellungen „auf allen uns zur Verfügung stehenden Internet-Medien“ veröffentlichen.

Ich habe mich überhaupt nicht dazu geäußert, welchen Anteil der Videohersteller am Inhalt des Videos hat. Ich habe den Hersteller nicht einmal genannt. Ich habe weder behauptet, dass „die Darstellung mit ‚Schleswig-Holstein‘ und alle Sprachinhalte nicht vom Auftraggeber gewollt waren“, noch das Gegenteil davon. Sicherlich habe ich die inhaltliche Qualität des Videos gewertet, allerdings herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit, da sind private vergleichende Werturteile durchaus erlaubt.

Und sagen wir es mal so: Der Videohersteller hat das Video nach Kenntnisnahme meines Artikels umgehend auf YouTube depubliziert. Noch Fragen?

Aktualisierung 6. März 2014, 15:00 Uhr
Wieder Post. Man werde sich an „Herrn Steingöver“ wenden, „den Sie ja gut kennen“ und eine Nachfrage tätigen, „ob er mit Arbeitsplatzgefährdungen in der hiesigen Region, durch Menschen wie Sie es einer sind, einverstanden ist“.

Ich habe mal gefragt, was Herr Steingröver – ich vermute mal, man meint den aktuellen Bürgermeister Ibbenbürens, den ich außer als Bürgermeister nicht gut kenne* – mit der Sache zu tun hat und was mit „Menschen wie Sie einer sind“ gemeint ist.

Daneben habe ich der Redaktion einer Ibbenbürener Internetseite ganz unabhängig von dieser Angelegenheit hier über eine E-Mail das Angebot gemacht, so wie andere Ibbenbürener Seiten auf news.ibbtown.com vertreten zu sein. Offenbar ist diese E-Mail an die in Rede stehende Agentur weitergeleitet worden und nun wolle man diese E-Mail einer Klage beifügen. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wozu das gut sein soll.

Es ehrt mich natürlich, dass es offensichtlich Leute gibt, die meinen, an meiner Meinung zu irgendwelchen YouTube-Videos hingen Arbeitsplätze, aber ich halte das für ein winzigwenig übertrieben.

Aktualisierung 6. März 2014, 19:00 Uhr

Der Videohersteller hat eine neue Version des Videos online gestellt – ohne die Grafik von Schleswig-Holstein. Man fand das Video wohl doch verbesserungswürdig. Meine Rede.

___________
*) Ich habe Herrn Steingröver 1998 einmal unter 6 Augen interviewt und 2009 unter 4 Augen einen Podcast, der allerdings nicht veröffentlicht wurde, aufgenommen. Weitere Begegnungen, bei denen ich nicht Teil eines Publikums war, sind mir nicht bekannt.

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POPCORN! Die Betreiber der Facebook-Seite von Ibb on Ice überraschten ihre Leser gestern mit folgendem Eintrag:

duenneseis

Wie schön da Sarkasmus in Anführungshäkchen gepackt wird, aber das klingt mir doch sehr danach, als sei ein privater Fahndungsaufruf von statten gegangen. Ist so etwas in Deutschland nicht ein winzigwenig verboten?

Hierzu Anwalt Christian Solmecke:

Vielleicht sollte man sich das mit dem Besuch noch einmal überlegen – könnte teuer werden. Denn wenn sich tatsächlich darauf berufen wollte, jemandem via Video-Beobachtung nur nachträglich „Lob“ zu überbringen, so ist diese Form der Video-Überwachung auch nicht rechtens, schließlich ist ein Marktplatz ein öffentlicher Raum, den man nicht einfach so überwachen darf. [ Anmerkung: Die Eisbahn wird nicht als öffentlicher Raum gesehen. ]

Aktualisierung, 17. Dezember 2013, 10.30 Uhr

Der Eintrag wurde auf Facebook inzwischen nach kritischen Kommentaren gelöscht.

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POPCORN! Die Marketingleiterin der IVZ hat sich in der Facebook-Gruppe Ich komme aus Ibbenbüren und erinnere mich noch an… zu Wort gemeldet. Im Laufe der Kontroverse hat sich mittlerweile ein Administrator der Gruppe seiner Administrationsaufgabe entbinden lassen – warum auch immer. Die Marketingleiterin widerspricht der Behauptung, das Gespräch mit der angerufenen Person habe einen nötigenden Charakter gehabt:

Dieses Telefonat ist ein ruhiges und sachliches Gespräch gewesen, an dessen Ende eine Einladung an Frau Stricker und ihre (gerne auch ivz-kritischen) Freunde und Bekannte in unser Pressehaus stand. Wir haben kurz darüber gesprochen, ob sie sich bei einer Tasse Kaffee vielleicht einen Eindruck von journalistischer Arbeit machen möchte und uns dann freundlich verabschiedet.

Man hat also Scherze gerissen, Telefonnummern ausgetauscht und sich für die Kirmes verabredet nicht rechtliche Schritte angedroht, nicht Details aus dem Facebook-Profil oder dem IVZ-Profil der angerufenen Person am Telefon vorgelesen und nicht gedroht, den IVZ-Online-Account der Mutter der Angerufenen zu sperren. Die Angerufene lügt wohl.

Umso fassungsloser war ich am Tag darauf, als wir festgestellt haben, was für eine Welle in dieser Gruppe losgetreten wurde.

Da wäre ich aber auch fassungslos. Da erklärst du einer Person mal in aller Ruhe die juristische Lage und dann geht die gleich ins Internet und petzt das. So war das Einschüchtern aber nicht geplant.

Zu der Debatte, woher wir ihre Telefonnummer haben, kann ich nur sagen: von Frau Stricker selbst, inkl. der Einwilligung, sie kontaktieren zu dürfen. Dies dürfte Frau Stricker sehr wohl bewusst gewesen sein, hat sie doch direkt nach unserem Gespräch eben diese Kontaktdaten samt der Einwilligung zur Nutzung dieser bei uns gelöscht.

Hm. Also, da ruft die Marketingleiterin jemanden an, direkt nach dem Gespräch löscht dieser Jemand seine persönlichen Daten bei der IVZ, was die Marketingleiterin irgendwie mitbekommt. Dennoch ist sie am folgenden Tag ganz überrascht, dass dieser Jemand sich eingschüchtert fühlt und das öffentlich äußert? Nein, wer hätte da auch eine Verbindung sehen können?!!11!!elf!

Ich habe Frau Stricker lediglich gebeten, den kopierten Artikel zu entfernen (nicht ihre gesamten Posts!) und in Zukunft doch davon abzusehen, das Leistungsschutzrecht zu verletzen.

Wie peinlich ist das denn? Schon IVZ-Geschäftsführer Klaus Rieping hatte eingeräumt, kein Jurist zu sein und sich „mit allen Untiefen der Rechtsprechung“ nicht auszukennen, wonach er Leistungsschutzrecht für Presseverlage und Urheberrecht einfach durcheinander wirbelte. Zuvor ruft die Marketingleiterin der IVZ eine Facebook-Nutzerin an und bittet sie, nicht weiter das Gesetz für Presseverleger zum Schutz vor gewerblicher Ausnutzung von Pressetexten durch Suchmaschinen zu verletzen. Ein Gesetz, das auf die Angerufene überhaupt keine Anwendung findet. Großes Kino! Wer nicht weiß, was dieses Leistungsschutzrecht für ein Gesetz ist und wozu es dienen soll, sollte vielleicht besser nicht solche Anrufe im Auftrag eines Verlages machen.

Ich hätte mir sehr gewünscht, dass von Anfang an ein offener und ehrlicher Dialog geführt worden wäre. Ohne persönliche Anfeindungen, ohne Verleumdungen, dafür unter Einbeziehung aller Beteiligten.
So, wie es das Haus IVZ normalerweise zu tun pflegt.

Ups, mir ist da gerade mein Popcorn-Eimer auf den Boden geknallt. Normalerweise? Schönes Wort. Manchmal, z.B. wenn man einen Bericht über angebliche Kanadagänse am Torfmoorsee macht, ignoriert man in der öffentlichen Darstellung auch mal Einwände, wie z.B. dass weder Passanten noch der WDR, der den Torfmoorsee abgefilmt hat, zur behaupteten Zeit Kanadagänse gesehen haben. Stattdessen fragt man lieber öffentlich danach, was mit diesen Gänsen passieren soll. Und demjenigen, der den Einwand bringt, schleudert man entgegen:

Dafür, dass Sie niemanden gefunden haben, der die Gänse ebenfalls gesehen hat, können wir wirklich nichts.

Ja, Herr Wachtmeister, was kann ich dafür, dass Sie niemanden finden, der den rosa Elefanten auch gesehen hat, dem ich ausgewichen bin, bevor ich den Unfall gebaut habe?

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Am Freitag vermeldete die IVZ auf ihrer Internetseite, dass am Torfmoorsee wieder Kanadagänse gesichtet worden wären. Jemand habe die IVZ angerufen, woraufhin man zum See gefahren sei und 37 Tiere gesehen habe. Man habe Fotos aufgenommen.

Um 13.16 Uhr fragt der erste Leser online, wo die Tiere denn seien. Um 14.41 Uhr sagt ein Leser, er sei gerade beim Torfmoorsee gewesen, allerdings habe er keine Kanadagänse gesehen. Daraufhin meldet sich „Die Redaktion“ um 14.49 Uhr und schreibt, dass die Gänse möglicherweise weitergezogen sind. Jedenfalls seien am Donnerstag gegen 17 Uhr Kanadagänse auf dem Torfmoorsee gesichtet worden.

Dazu gibt es einen Facebook-Eintrag der IVZ von Freitag um kurz nach 10 Uhr, der zu allererst ein Bild veröffentlicht, das Kanadagänse zeigen soll, die am Donnerstag auf dem Torfmoorsee gesichtet worden wären. Ein Videofilmer der IVZ ist am Donnerstag um 18.31 Uhr am Torfmoorsee, kann aber keine Kanadagänse sehen.

Tierschützer Roland Adam macht sich am Freitag um 10.51 Uhr auf den Weg zum Torfmoorsee, bezweifelt allerdings nach seiner Rückkehr um 12.46 Uhr, dass überhaupt Kanadagänse am Torfmoorsee gewesen seien. Gerade habe er vor Ort keine Kanadagänse entdecken können. Die IVZ antwortet süffisant:

Geschätzter Herr Adam, das Foto – und es wurden gestern noch mehr gemacht – belegt nun eindeutig, dass am Donnerstag gegen 17 Uhr Kanadagänse auf dem Torfmoorsee schwammen. Darüber hinaus hat die Kamera entsprechend Datum und Uhrzeit zu den Bildern aufgezeichnet. Dafür, dass Sie niemanden gefunden haben, der die Gänse ebenfalls gesehen hat, können wir wirklich nichts. Es gibt entsprechend keinen Grund, die Angaben und Aufnahmen unseres Fotografen anzuzweifeln. Bedenken Sie bitte auch, dass Gänse dank ihrer Flügel problemlos in der Lage sind, ihren Standort spontan zu wechseln. Möglicherweise war unser Fotograf einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufgrund des Leserhinweises und die Gänse sind inzwischen weitergezogen…

Was man bei der IVZ zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Roland Adam war auch am Donnerstag zur betreffenden Zeit am Torfmoorsee. Kanadagänse hat er nicht gesehen. Auch Daniel Donath war da – ohne Kanadagänse gesehen zu haben. Sie haben mit dem WDR einen Film über die Kontroverse mit den Kanadagänsen gemacht und hielten deswegen am Torfmoorsee Ausschau nach Kanadagänsen. Auch in diesem Film sind keine Kanadagänse zu sehen und auch beim WDR meint man offenbar, dass sich am Donnerstagnachmittag keine Kanadagänse am Torfmoorsee befanden. Auf Anfrage schreibt Vogelexperte Roland Adam, dass er es für undenkbar halte, dass er einen so großen Schwarm oder gar dessen Abflug übersehen haben könnte.

Zu dieser Kritik kein Wort der IVZ. Es gibt auch keine Reaktion auf die Freitag um 13:59 Uhr gestellte Anfrage Adams nach einem Foto der 30-40 Kanadagänsen. Am Samstag berichtet man in der gedruckten Ausgabe über die angeblichen Kanadagänse am Torfmoorsee und fragt, was mit ihnen passieren soll. Man schreibt von Passanten, die am Freitag keine Kanadagänse vor Ort gesehen haben – keine Rede davon, dass am Donnerstag weder der Videofilmer im eigenen Haus noch Passanten zur besagten Zeit Kanadagänse am Torfmoorsee gesehen haben. Man druckt lediglich das um ein Fernglas aufgemotzte Foto, das auf Facebook veröffentlicht wurde.

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… eignet sich für IVZ-Geschäftsführer Klaus Rieping offenbar besser, um Kritik an seiner Zeitung zu äußern und darauf zu antworten. Und damit entschuldigen Sie bitte, dass ich mich so spät erst melde, ich musste noch eben in den Keller an meine strategischen Popcorn-Vorräte. Das hätten die damals dem Jasper mal vorschlagen sollen: Sich in der Kneipe treffen, statt in der Öffentlichkeit den Doktor zu palavern.

Es war also zu erwarten, dass die IVZ irgendwie auf die Kritik von gestern reagiert. Sie tun es in Person des Geschäftsführers innerhalb der Facebook-Gruppe und wiegeln ab. Man habe

die Facebook-Autorin telefonisch gebeten, diesen Beitrag zu löschen. Ferner haben wir sie darauf hingewiesen, dass wir im Wiederholungsfall den Zugang der Quelle sperren werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Man hat demnach wohl nicht mit rechtlichen Schritten gedroht und nicht Details aus dem Facebook-Profil der Angerufenen vorgelesen. Das könnte dann bestimmt derjenige bezeugen, der das Gespräch neben der Angerufenen mitgehört hat.

Des weiteren:

Die IVZ und unsere Marketingleiterin Christina Hüsken hat sich zu keiner Zeit so verhalten, wie es ihr / uns im Kopf dieses Forums unterstellt wird. Wir haben mit dem schlichtesten Mittel geantwortet, dass uns zur Verfügung steht: Dem persönlichen Gespräch!

Wir können auch anders, Freunde der Nacht! Man hätte z.B. die VG Wort einschalten können, um Schadensersatz für den kopierten Artikel einzufordern. Und außerdem:

von der IVZ ist bis zum heutigen Tag noch niemand „abgemahnt“ worden!

Naja, wenn die Angerufene sich nicht das ganze Telefonat eingebildet haben sollte, dann kommt der eingeräumte Inhalt einer Abmahnung doch sehr nahe:

Eine Abmahnung (umgangssprachlich auch Abmahnschreiben) ist die formale Aufforderung einer Person an eine andere Person, eine bestimmte Handlung oder ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen. […] Die Abmahnung im Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht muss eine Schilderung des beanstandeten Sachverhalts, einen damit verbundenen Hinweis auf einen Rechtsverstoß, eine Aufforderung zur Unterlassung innerhalb angemessener Frist und die Androhung rechtlicher Schritte enthalten.

Die Diskussion in der Gruppe ist inzwischen ein Kampf um Deutungs- und Redehoheit. Es wirkt sicherlich etwas merkwürdig, dass die IVZ bei einem von Wenigen und inzwischen im Facebook-Strom untergegangenen Eintrag gleich zum Telefonhörer greift, während man Artikelübernahmen auf Seiten von Parteien, Politikern und Sportvereinen seit langem duldet. Es liegt aber in ihrem Ermessen, so zu verfahren.

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POPCORN! Die Nachricht ist eigentlich schon etwas älter, aber ohne einen skurilen Schluss wäre das Ganze nichts: Steinfurt.tv hört auf. Vor einiger Zeit drohten mir die Betreiber mit ihrem Anwalt, zogen aber zügig den Schwanz ein.

Zum Schluss gerät das mit viel Vorschusslorbeeren gestartete Projekt in öffentliche Kritik, weil die Betreiber seit Jahren ihre Videos auf der Plattform Gloria.tv hochladen.

Gloria.tv ist eine dem inzwischen offline gegangenen, rechtsextremem Blog kath.net nahe stehende Videoplattform. Man muss nur ein paar Videos anschauen, um ohne Vorwissen über die Ausrichtung der Seite stutzig zu werden. Das haben die Betreiber von Steinfurt.tv offenbar versäumt, obwohl man sich stark mit der Seite identifizierte. Daher wurden sie durch das Bistum Münster unterrichtet, so die WN:

Auf unsere Frage, was das Bischöfliche Generalvikariat in Münster von „Gloria.TV“ hält, schreibt Pressesprecher Dr. Stephan Kronenburg: „Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von Gloria.TV. Auf diesem Portal und über das Portal kommunizieren traditionalistische Randgruppen, die sich durch diffamierende Aktionen wie gegen Bischof Genn selbst disqualifizieren. Das Bistum Münster würde nicht zustimmen, wenn Steinfurt.TV Gottesdienste übertragen wollte, und hierfür den Server von Gloria.TV nutzen wollte. Das ist den Verantwortlichen von Steinfurt.TV so auch mitgeteilt worden.“

Reagiert haben die Betreiber von Steinfurt.tv aber erst, so die WN, nachdem die Münstersche Zeitung berichtete bis zu 200 E-Mails täglich zu dieser Angelegenheit bei ihnen eingingen.

Zwischendurch hatten sie versucht, auf „Youtube“ auszuweichen. „Aber die sind ja noch viel schlimmer“, fanden die beiden heraus, „die zeigen doch jeden Schund.“

Gönau! Z.B. Videos von Steinfurt.tv.

Aber inzwischen ist Hans Derix dabei, die mehr als 300 „Steinfurt.TV“-Beiträge von der „Gloria.TV“-Plattform zu löschen. „Mehr als zehn am Tag schaffe ich aber nicht“, sagt er.

Nein, wie putzig. Ich werde sie vermissen.

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Oh, Popcorn! Bei der Facebook-Gruppe Ich komme aus Ibbenbüren und erinnere mich noch an… geht es gerade wegen des Zugangsbeschränkungen und den Abo-Kosten der IVZ zur Sache. Facebook-Nutzer VauWeh Superkaefer zitiert aus einer E-Mail der IVZ an ihn:

Wichtig ist, die Inhalte sind für unsere Kunden von einer größtmöglichen Relevanz und Aktualität. Daran arbeiten wir sehr intensiv.

Ja, sicher. Nicht nur 08/15-intensiv, sehr intensiv und das an größtmöglicher Relevanz. Steigerungen bis die Bedeutung des Geschriebenen das Handtuch wirft. Ich erinnere mich da an einen Artikel, in dem beschrieben wird, wie ein Redakteur um den Aasee spatziert, der es auf die erste Lokalseite geschafft hat. Die Relevanz war eher so unauffindbar.

Würden wir aber unser Printprodukt durch ein zusätzliches Digitalangebot schwächen – und das würde ohne Zweifel passieren -, dann könnten wir unseren Inserenten/Werbekunden kein verlässliches Angebot mehr machen; heißt: Die Reichweite der Tageszeitung würde sinken und damit auch die Attraktivität der Werbung in ihr.

Ohne Zweifel, aha. Kein verlässliches Angebot, soso. Wie hier dauerhaft versucht wird, jeden Ansatz von Kritik zu ersticken. Bei Merkel heißt das alternativlos. Ich habe allerdings durchaus Zweifel, dass ein Digitalangebot die Reichweite reduziert. Ich glaube da eher an das Gegenteil. Außerdem schwächt man sich eher, wenn man ohne Akzeptanz der Leserschaft das Abo um 3€ erhöht. Abos werden gekündigt, Reichweite sinkt, Attraktivität schwindet, blablabla.

Und eine 1:1-Umsetzung von Print zu Digital wiederum würde Ihnen überhaupt nicht gefallen. Dann wirkt das Digitalprodukt wie ein kostenpflichtiges Anzeigenblatt…

Habe ich das richtig verstanden, dass in der Selbstdarstellung der IVZ ihre gedruckte Ausgabe ein „kostenpflichtiges Anzeigenblatt“ ist? Nicht, dass man nicht schon was geahnt hätte.

Richtig lustig wird es aber erst noch:

Natürlich ist es wenig sinnvoll, Ihnen unsere Printausgabe nach Altenbeken zu schicken. Kommt es für Sie eventuell in Frage, die „Papier-Zeitung“ an eine karitative Einrichtung zu spenden? Damit hätten Sie als unser Abonnent den Zugang zu den digitalen Produkten und tun mit Ihrer gedruckten Zeitung Gutes… z.B. in einem Seniorenheim. Das ist der Weg, den andere Kunden gehen, die aus verschiedenen Gründen auf die Lieferung der gedruckten Zeitung verzichten.

Und die noch anderen, die aus verschiedenen Gründen auf die Lieferung der gedruckten Zeitung verzichten, sind Ex-Kunden. Nutzen Sie doch einfach unsere Sturheit, um was Gutes zu tun! Aber seien Sie gewarnt: Dieser Weg, wird kein leichter sein. Dieser Weg ist steinig und schwer.

Kurz darauf meldet sich IVZ-Geschäftsführer Klaus Rieping zu Wort, um das Vorgehen des Verlages aus einer „gesamtwirtschaftlichen Betrachtung“ heraus zu verteidigen:

Würden wir heute auf ein digitales Angebot gänzlich verzichten, weil es kostendeckend nie produziert werden kann, wäre das der Anfang vom Ende auch der Zeitung, der lokalen Presse, weil das Mediennutzungsverhalten der Generationen höchst unterschiedlich ist.

Das nenne ich mal einen Euro-Fighter, kämpft um jeden Cent gegen das Mediennutzungsverhalten von Generationen. Und schwupps geht als einzige Alternative neben 60 Beschäftigten der IVZ gleich die ganze lokale Presse wieder unter, was ich schlichtweg bezweifle. Es geht wohl eher darum, dass der Versuch der IVZ, online ein Geschäftsmodell zu etablieren, gescheitert ist, und die IVZ versucht sich bis auf weiteres nicht daran.

Facebook-Nutzer Andre Bäumer haut dann auch gleich auf die Vorlage der „gesamtwirtschaftlichen Betrachtung“:

gesamtwirtschaftlich betrachtet [sind] viele Abonnenten eines günstigen Online Angebots wirtschaftlicher und vor allem wesentlich ertragsstärker als deutlich weniger Vollabonennten. Betriebswirtschaft lich gesehen, sie spielen ja schließlich darauf an, rennt die IVZ derzeit auf ein Desaster hinaus. Ich bin gerne bereit für ihr Angebot zu zahlen. Aber im Zeitalter moderner Medien zahle ich nicht für Druck oder Botenkosten, die ich nicht benötige.

Soll mal keiner sagen, dass die Kritiker der IVZ nicht auch schwarz malen könnten ;-). So up-to-date sind die auch. Apropos up-to-date: Inzwischen hat man bei der IVZ wohl gemerkt, dass die Bezahlschranke da so Löcher hat. Eines davon hat man versucht zu schließen – mit JavaScript. Brüller.

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Ich komme gerade aus dem Keller, um meine strategischen Popcorn-Reserven anzubrechen, denn Ex-Doktor Dieter Jasper hat sich wieder zu Wort gemeldet! Zu Guttenbergs Rücktritt hat er gemeint

Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit seiner heutigen Rücktrittsentscheidung zwei Dinge deutlich gemacht. In erster Linie will er Schaden von der Bundeswehr abwehren. Zum anderen ist er nach zweiwöchigen persönlichen Attacken mit seiner Kraft am Ende. Dies gilt es zu respektieren. Klar wird aber auch: Jeder, der persönliche Schwächen und Fehler mit politischer Arbeit für unvereinbar hält, kommt konsequenterweise nicht umhin, nun an sich selbst ganz besonders hohe Maßstäbe anzulegen.

Warum soll man das denn respektieren, er hätte ja viel früher zurücktreten können. Und wer hält persönliche Schwächen und Fehler für unvereinbar mit politischer Arbeit? Und was hat das genau mit erkauften und ertäuschten Doktortiteln zu tun?

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