Oktoberlese

  • Lion Feucht­wanger — Die Geschwis­ter Opper­mann Etwas lan­gat­mig anfan­gen­der, aber schnell hell­sichtig Fahrt aufnehmender Klas­sik­er über eine jüdis­che Kauf­manns­fam­i­lie im Jahr 1933, als Hitler die Macht übern­immt und die deutsche Gesellschaft Auflö­sungser­schei­n­un­gen zeigt. Hat keinen Staub ange­set­zt, im Gegen­teil. Angsichts des Erstarkens des Recht­spop­ulis­mus in Deutsch­land erschüt­tert die Lek­türe:

    Wider­sinn und Lüge war, was die Machthaber dieses Reich­es tat­en und was sie ließen.

Degen, Michael — Nicht alle waren Mörder

Der Schaus­piel­er Michael Degen hat vor Jahren seine Kind­heit­serin­nerun­gen in Berlin zu Papi­er gebracht. In meinem Büch­er­schrank warteten sie als 5‑Eu­ro-Taschen­buchaus­­gabe von Ull­stein, gele­sen zu wer­den. Dem bin ich endlich ein­mal nachgekom­men. Degen schildert ein­prägsam, wie gefährlich seine Kind­heit war, wie trau­ma­tisch die Erleb­nisse, wie schnell sich Kinder an Kriegszeit­en anpassen kön­nen. Dabei ist seine Schilderung nicht ankla­gend und nicht deprim­ierend.