Morgenkaffee

Sehr lustig, was Stefan Niggemeier da aufgefallen ist: Die S眉ddeutsche Zeitung schreibt 眉ber eine R眉ge des ZDF-Publikumsrates bez眉glich Markus Lanz. Nur: Es gibt gar keinen ZDF-Publikumsrat. Das erinnert ein wenig an den Preis der beleidigten Zuschauer.

Der SPD-Politiker und ehemalige Vorsitzende des NSU-Untersuchungsauschusses Edathy steht unter dem Verdacht des Besitzes von Kinderpornographie.

Felix Magath wei脽, worum es beim HSV jetzt geht: Den Kassenerhalt.

Und w盲hrend ich mir die Frage stelle: Ist diese bodenlose Fernsehbesabbelung mal der Tod der etablierten Presse? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Es ist jetzt drei Jahre her, seitdem ich inhaltlich mich mit Markus Lanz auseinandergesetzt habe und eine Erweiterung tut nicht Not. Gestern war Oliver Kalkofe abermals vor Ort, k眉ndigte dies via Facebook an und ich schaltete mal rein: Inzwischen verzichtet man bei der Sendung auf 眉berm盲脽ig viele, kaum aussagekr盲ftige Bauchbinden, aber der Rest ist gleich geblieben. Klappern geh枚rt wohl auch f眉r jemanden wie Kalkofe zum Handwerk, das mag man verzeihen.

Ich lasse es einfach auf mich zukommen, war ja auch schon 枚fter da und bin immer gut behandelt worden. Habe aber weder vor, dort eine rituelle Lanzschlachtung vorzunehmen noch mich nicht ausreden zu lassen. Dies nur zur Info. Hoffe einfach erst einmal auf eine interessante und nicht langweilige Sendung!

(Oliver Kalkofe)

Die Sendung konnte die Kalkofe-Einbindung nicht retten, dazu redet Lanz immer noch konsequent am Wesentlichen vorbei, einfach nur auf irgendeine plumpes, genehmes Reizthema hin. Und das ist eben auch schlechtes Fernsehen. Nur resigniert die Qualit盲t eben irgendwann vor der Quantit盲t, wenn sie keine Rezeption findet. Wenn ein ZDF-Verantwortlicher meint, das Sahra-Wagenknecht-Interview sei ein einmaliger Ausrei脽er Lanz‘ gewesen, dann disqualifiziert er sich f眉r eine Diskussion 眉ber die Qualit盲t der Sendung: Lanz hat das Handwerk des kritischen Nachfragens einfach nicht drauf. Die G盲ste labern halt von selber, dagegen kann selbst Lanz wenig unternehmen. Ganz lustig war immerhin noch, dass Kalkofe Dschungelk枚nig und Promi Shopping King Peer Kusmagk nicht durchgehen lie脽, das Dschungelcamp als individuelle Erfahrungsherausforderung gelten zu lassen – das k枚nne man auch ohne Kameras haben.

Podcast-Klassiker: Flusskiesel und der 24-Stunden-Blutdruckmesser.

30 Jahre RTL und bei Thomas Gottschalks neuer Sendung zeigt man einmal mehr, dass man schon lange kein Fernsehen f眉r Zuschauer mehr macht.

Und w盲hrend ich mir die Frage stelle: Spricht es f眉r das Dschungelcamp, dass der Rest des RTL- und Fernsehprogramms schlechter ist? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Ich habe diese aus Piratenparteirichtung kommende Lanz-Petition nicht so recht verstanden. Die Petition, soweit ich verstanden habe, richtet sich gegen die massive 脰ffentlichkeit, die die Contra-Lanz-Petition hat, verweist auf angeblich wichtigere Dinge und meint, da das Format eine Show sei, sei nichts anderes zu erwarten als Show, d.h. als so-tun-als-ob man es ernst meint.

Das glaube ich nicht. In den Talk-Shows finden Gespr盲che statt, auch mit Politikern, und hier gibt es eine berechtigte Erwartungshaltung, dass man nicht rundherum belogen wird.

Zudem schien mir auf den ersten Blick naheliegender, dass man selbst 脰ffentlichkeit haben wollte:

Nun ja, bundesweit ist die Piratenpartei und auch Herr Lauer kaum noch in medialer Behandlung, sehr wohl noch in der Berliner Presse, aber da sitzen sie ja auch im Abgeordnetenhaus. Eine andere Sichtweise pr盲sentieren da Matthias Dell:

„Der Berliner Piratenpolitiker Christopher Lauer startete am Samstag im Netz eine Gegen-Petition mit dem Titel: ‚Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen, wie er will, immerhin ist er ja erwachsen‘, die bis Montagmittag ein paar hundert Personen unterzeichneten. ‚Die Lanz-Debatte der vergangenen Tage ist doch etwas grotesk‘, begr眉ndete Lauer seine Initiative.'“
Dass ein Piratenpolitiker so pseudolocker medienkonservativ argumentiert, k枚nnte man beinahe f眉r eine Nachricht halten.

In der Tat – wenn die Piratenpartei bundesweit gerade noch in aller Munde w盲re. Wobei ich es noch schlimmer finde, medienkonservativ bezeichnet zu werden als tendentiell populistisch.

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Morgenkaffee

Der NDR hat gestern ein neues Interview mit Edward Snowden gebracht, und die Sache geh枚rig versemmelt. Immerhin: Die NSA betreibt Industriespionage, bspw. bei Siemens.

Konstantin Klein kommentiert.

Felix Schwentzel kontert auf die Meinung Christian Schergs, Lanz w眉rde online nur doof gefunden, weil er so perfekt sei:

das einzige problem an ihm (Lanz) ist, dass er nicht moderieren kann.

Und w盲hrend ich mir die Frage stelle: Wann hat es sich endlich ausgelanzt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Die gestrige Folge von Markus Lanz war 眉berraschend gut. Und nein, das hatte nichts mit dem Moderator zu tun, der hat das warscheinlich gar nicht gemerkt. Wenn die Sendung passend nach dem Moderator bennant worden w盲re, w眉rde sie auch Voll daneben hei脽en oder sowas. In der Sendung traten der Journalist Hans-Ulrich J枚rges und der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki auf und Lanz stand immerhin nicht im Weg 鈥 vermochte es aber auch nicht, den Knackpunkt der Sendung zu erkennen und in den Fokus zu stellen. F眉r den Zuschauer ist die Ausgangslage einer so besetzten Sendung schon mal schwierig: Das sich immer wiederholende Fernsehen wartet mit wiederholt auftretenden G盲sten auf, J枚rges und Kubicki sind da Paradebeispiele. Dennoch war es dieses Mal anders.

Hans-Ulrich J枚rges ist nicht grundsympathsisch. Daf眉r ist er zu hektisch, daf眉r ist er von sich selbst zu begeistert, daf眉r trifft er manchmal nicht den Punkt genau genug, daf眉r ist seine Art zu kauzig.

Der #J枚rges ist aber auch schwer zu ertragen #Lanz

鈥 Sven Hennig 鉁 (@svhennig) Januar 22, 2013

Das muss aber nicht bedeuten, dass er immer unbedingt falsch liegt. Manchmal ist auch er auf der richtigen Spur. Gestern nagelte er ohne Hilfe des Moderators oder anderen Anwesenden Wolfgang Kubicki fest und wirkte dabei unsympathisch wie eh und je. Wer nimmt schon den lustigen Wolfgang Kubicki in den Schwitzkasten? Ja, wer eigentlich 鈥 au脽er Hans-Ulrich J枚rges?

Die Argumentationslage zwischen J枚rges und Kubicki war geradezu klassisch: Dr盲ngen Sie jemanden in die Ecke und versuchen Sie ihm das Standbein wegzuhauen. Wenn das klappt, haben Sie die Argumentation gewonnen. Wolfgang Kubicki stellte sich gestern auf sein symptaschies, qua humorvolles Rhetorik-Standbein, mit dem er sympatischer r眉berkommt als J枚rges. Aber genau das entlarvt ihn.

Aber worum ging es 眉berhaupt? Die Diskussion rankte um den Zustand der FDP rund um die Neidersachsen-Wahl. Kubicki stellte es so dar, als g盲be es keine 脺berraschungen, als w盲re die R枚sler-Br眉derle-Charade seit Wochen abgesprochen und geplant. Die FDP als 眉berlegene Wise-Men-Fraktion. Was f眉r ein sch枚nes Bild. J枚rges hob als einziger in die Kerbe, dass diese Darstellung nicht 眉berzeugend sei, genauer: Das diese Darstellung nicht wahrheitsgem盲脽 sei.

Wie auch? Bei der Niedersachsenwahl ging es medial darum, ob Philip R枚sler gest眉rzt werde. Den Eindruck, dass dieser wackele, erweckten Politiker wie Rainer Br眉derle und Dirk Niebel. Das war keine mediale Erfindung. Dass es Querelen um die personelle Aufstellung gab, bezeugen FDP-Politiker. Dass Philipp R枚sler im Zuge der Aufstellung Br眉derles zum Spitzenkandidat 鈥 eine Position, die es f眉r Zippert in der FDP gar nicht gibt 鈥 seinen Parteivorsitz zur Verf眉gung stellte, bezeugen angebliche innere Kreise der FDP. Solche unbenannten Personen sind nat眉rlich leichte Angriffsziele.

Und genau auf diese Informationsquelle schoss sich Kubicki ein. Man solle doch eher ihm glauben als Informationsquellen, die genausogut erfunden sein k枚nnten und nicht alle Darstellungen von FDP-Politikern seien konform. Deswegen solle man ihm, den wahrhaftig dort Sitzenden, glauben. Dass es ihm allerdings n盲her stehen d眉rfte, seine Partei in sch枚nem Licht darzustellen, als kritisch zu beleuchten, kann sich jeder ausrechnen.

Kubickis Darstellung des innernen Kreises der FDP als mediale Spin doctors ist so reizend wie unglaubw眉rdig. Niemand Prominentes au脽er ihm in der FDP hat der Darstellung widersprochen, R枚sler habe nicht seinen F眉hrungsposten zur Verf眉gung gestellt. J枚rges haute genau in diese Kerbe: Wenn die Charade ausgemacht gewesen w盲re, h盲tte R枚sler nicht sein Amt zur Verf眉gung stellen m眉ssen. Treffer, versenkt.

Kubicki versuchte noch ad auditores, J枚rges als spekulierenden Kaffeesatzleser darzustellen, der ohne dabei gewesen zu sein besser Bescheid zu wissen glaubte, als Personen, die dabei waren. Das machte J枚rges zwar noch handknetend nerv枚s, 眉berzeugte allerdings h枚chstens noch Markus Lanz. Sachlich hatte Kubicki da schon l盲ngst verloren.

Der Auftritt der FDP in letzter Zeit, der mit seinen Querelen und F眉hrungsdebatten ungeschlossen wirkte, zeugte eher von Ungeschlossenheit als von medialem Spindoktorentum. Bliebe die Frage, ob es schwerer wiegt, wenn die FDP sich selbst t盲uscht oder das Publikum. 脺berlassen wir das doch einfach mal den spinnenden Doktoren der FDP.

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Morgenkaffee

Die Scherben nach der Wahl in Niedersachsen: Die FDP erscheint als kompetenzlose Lobbypartei, die nur der Gnade der CDU wegen in den Landtag kommt. Christian Lindner macht den Stoiber. Piraten und Linke versinken im Niemandsland, was aber au脽er ihnen selbst niemanden st枚rt. CDU-Spitzenkandidat McAllister kann auch gegen einen aussagelosen Nobody von der SPD keine Wahl gewinnen, damit wird er zwar nicht unbedingt zu

aber eben auch nicht zu einem starken Mann neben Merkel.

Frank L眉bberding haut raus, bei der WAZ habe man den Unterschied zwischen Klopapier und Zeitung nicht verstanden.

Tatjana hat Gogol ans Friedenspl盲tzchen gebracht.

Beim ZDF muss man einsehen, dass sich zwar ein 8-Millionen-Publikum nett anh枚rt, dass es aber auch aus lauter Cindy-aus-Marzahn-Tollfindern besteht.

Und w盲hrend ich mir die Frage stelle: Wenn die 脰ffis ein Problem mit Qualit盲t und die Zeitungen eins mit Quantit盲t haben, k枚nnen die sich nicht irgendwie austauschen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Vielleicht wird es ja mal der Lanz-Effekt genannt: Das 眉bergro脽e Interesse an einer Sache, das ihrer Qualit盲t nach nicht angemessen ist. Zumindest stellt Marion L枚hndorf bei J.K. Rowlings erstem Erwachsenenbuch fest, dass ohne den Hype um das Buch kein Hahn danach gekr盲ht h盲tte.

Rumlanzen w盲re aber auch ein sch枚nes Wort f眉r das durch Charme kaschierte g盲nzlich respektlose Fragenstellen, wie z.B. die Frage an Jennifer Lopez w盲hrend der hemmungslosen Boulevard-Schranze:

Bezahlen Sie Ihren Freund eigentlich daf眉r, dass er mit Ihnen tanzt?

Sowas nennt man bei der Rheinischen Post frech und wertet es positiv. Aber da macht man auch eine Klickstrecke mit den Witzen von Markus Lanz, die man allesamt f眉r gescheitert h盲lt.

Und w盲hrend ich mir die Frage stelle: Warum f眉hlen sich die Zeitungen eigentlich mittlerweise herausgefordert, Bl枚dsinn nicht mehr zu ignorieren, sondern zu 眉bertreffen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee Henning Scherf wirft G眉nter Jauch Scheinheiligkeit in der Debatte um Verdienst vor.

Ins gleiche Horn bl盲st heute Volker Pispers.

Gestern noch gewundert, heute geliefert: Die Kritik an der Moderationsf盲higkeit von Lanz.

Yahoo verklagt Facebook wegen Ideenklaus – u.a. der Kommentierungsfunktion.

Und w盲hrend ich mir die Frage stelle: Verbl枚det Reichtum so sehr? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Anna Roth stellt das Firefox- Plugin Collusion vor, dass aufzeigt, welche Internetseiten das eigene Surfverhalten mitverfolgen k枚nnen.

Irgendwie ist es ja auch interessant bei der Lanz-Wetten-dass-Personalie, dass in den Zeitungen nach der vernichtenden Kritik des Moderators und dem Veriss des Sendeformats noch keine Kritik an der schon seit Wochen inoffiziell spekulierten und nun nach Dementi best盲tigten Zusammenlegung beider geschrieben wird.

Malte Weldings neues Buch ist ab heute verf眉gbar, daher leifert er weitere Leseproben. Meine Buchkritik folgt.

Und w盲hrend ich mir die Frage stelle: Kann man den Schutz des geistigen Eigentums nicht derart auf Fernsehsendungen ausweiten, dass diese nach einer gro脽en Zeit nicht so verhunzt werden k枚nnen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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