27. Juni 2014 · Rohrpost · #· #
Lesezeichen von heute

  • Das deutsche Internet, erklärt von Gabor Steingart | Mario Sixtus – Wie wirr mitunter weiterhin am Leistungsschutzrecht herumlobbyisiert wird, beschreibt Mario Sixtus: "Leute wie Christoph Keese sind in der letzten Legislaturperiode von einem Bundestagsabgeordneten zum nächsten gelaufen und haben dabei “Google stiehlt unsere Inhalte und wird damit reich” gerufen. Dass es bei dieser abenteuerlichen Behauptung a) nur um winzige Wörterschnipsel geht, die Google als Anreißer anzeigt, und b) sowohl Google als auch das deutsche Internet pickepackevoll sind, mit Inhalten, mit denen deutsche Zeitungsverlage überhaupt nichts zu tun haben, stört diese Räuberpistole natürlich ungemein, weswegen diese beiden Umstände gerne unter den Tisch geschoben werden."
  • 10 Jahre BILDblog – The European – Ein von Springer bezahlter Journalist meint, das Bildblog habe seine besten Zeiten hinter sich und sei überflüssig. NEIN! DOCH! OH!
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Morgenkaffee

ARD und ZDF reagieren erbost auf Kritik an ihren Fußball-Kommentatoren Рund wiegeln ab. Davon wird das unprofessionelle Gelaber allerdings auch nicht besser.

Glumm hat einen alten Schulkaeraden getroffen.

Fr√ľher wollte die SPD das Leistungsschutzrecht noch abschaffen – heutzutage will man es gerne versch√§rfen.

Und w√§hrend ich mir die Frage stelle: Hatte die SPD jemals R√ľckgrat? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Der Bastard erkl√§rt, dass ihm mittlerweise seine genaue Blogreichweite ziemlich wumpe ist und er sich nicht mehr um Besucherstatistiken k√ľmmert. Geht mir √§hnlich: Mir ist das Hinter-Statistiken-Hergerenne einfach zu zeitaufw√§ndig.

Die VG Media verklagt Google wegen Verstoßes gegen das Leistungsschutzgesetz.

Heiner Geißler äußert sich zu Europas Afrika-Politik.

Der Axel Springer Verlag kauft sich in eine Suchmaschine ein.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum stellt Google nicht einfach Textumschreiber ein? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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06. November 2013 · Flaschenpost, Seemannsgarn · #· #· #· #· #· #· #

Morgenkaffee Wochenende in Z√ľrich verbracht, ich komme erst langsam wieder auf Betriebstemperatur.

Felix Schwenzel hat sich Gedanken gemacht, dass Blogger doch ihre Werbelinks in Artikeln deutlich kenntlich machen sollen. Ich meinte in diesem Zusammenhang:

Ich finde die Angelegenheit durchaus philosophisch, gerade nach der Berichterstattung √ľber Amazon in der Vergangenheit. Man kann aus moralischen Gr√ľnden Amazon gar nicht verlinken und auf den kleinen Buchladen um die Ecke verweisen. Man kann ebenso sagen, na zumindest sollen meine Leser, wenn sie schon bei Amazon kaufen, √ľber meinen Link dahin kommen – das w√§re dann nicht moralisch, sondern blo√ü wirtschaftlich. Scheint mir aber okay zu sein. Sollte man das kennzeichnen? Widerum: Schaut man sich an, was gewesen ist, ist das wohl besser. Ich habe auch Leute aus dem FeedReader geschmissen, weil sie Kaffeemaschinenwerbung in Artikeln betrieben haben, um an eine Kaffeemaschine zu kommen. Ich z√∂gere etwas mit Twitterern, die Fragen in Tweets werfen, die mit Affiliate-Links verkn√ľpft sind, wobei das schlicht dasselbe ist.

Als Experiment habe ich die Buchkurzbesprechungen bei Sofaschmöker mit derartigen Links ausgestattet und gekennzeichnet.

Schei√ü doch auf das Leistungsschutzrecht: Der Axel-Springer-Verlag arbeitet jetzt mit Google zusammen. Vielleicht denken usnere Freunde von der CDU mal einen Minimoment dar√ľber nach.

Des Flusskieses Grafikeralpträume.

Ulrich Horn schreibt dar√ľber, dass der SPD die Lokalpolitik zur Archillesferse geworden ist.

Und w√§h¬≠rend ich mir die Frage stel¬≠le: Ab welcher Intensit√§t machen Affiliate-Links einen Blogartikel unglaubw√ľrdig? hole ich mir erst¬≠mal noch einen Kaf¬≠fee.

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01. August 2013 · Flaschenpost · #· #· #· #· #

Es war abzusehen, dass auch bei den Plagiatsvorw√ľrfen gegen die Doktorarbeit von Bundestagspr√§sident Norbert Lammert irgendwann Nebelkerzen geworden werden. Es ist bezeichnend, dass sich der sich selbst Qualit√§tsjournalismus daf√ľr hergibt.

Das Schwierige an der Verteidigung der Promotion gegen die Vorw√ľrfe sind diese selbst. Wie lauten sie? Im Kern: Lammert gibt fremde Rezeptionsleistungen, d.h. die Wiedergaben gelesener Literatur, als eigene aus. Kann das nachgewiesen werden, sehe ich nicht, wie eine derartige Promition gehalten werden kann.

Nun hat Norbert Lammert gem√§√ü den Vorw√ľrfen keine wortw√∂rtlichen Plagiate begangen [Korrektur, 14.00 Uhr: Auch das wird ihm vorgeworden, s. S. 100 der Dissertation]. Auch das Auftauchen nahezu identischer Verweise allein ist kein Plagiat. Die Vorw√ľrfe konzentrieren sich aber spezieller darauf, dass an vielen Stellen mit anderen Arbeiten inhaltsgleiche Analysen angestellt werden, bei denen inhaltsgleiche und fehlergleiche Fu√ünoten nahelegen, dass die dortigen Angaben und Analysen ungepr√ľft und ohne wissenschaftliche Eigenleistung √ľbernommen wurden.

Es geht nicht um in den 70er Jahren unterschiedliche Zitiergepflogenheiten oder unzureichende Einzelfußnotenkennzeichnungen, wie die ZEIT seinen Lesern weißmachen will.

Auch bei der FAZ klingt der Nebelkerzenartikel zu Lammert merkw√ľrdig:

Wenig spricht daf√ľr, dass es sich bei Lammerts Doktorarbeit um Plagiate handelt.

Es reicht ja, wenn irgendetwas stichhaltig daf√ľr spricht. Aber es wird noch skuriler:

Wenn es nach dem derzeitigen Kenntnisstand einen kritischen Einwand gegen diese Dissertation vorzubringen g√§be, dann w√§re es die Fallstudie am eigenen CDU-Kreisverband, √ľber dessen Entscheidungsprozesse der Autor nicht nur mehr wusste als andere, sondern an dessen Entscheidungen er auch selbst beteiligt war.

Und was ist mit dem Kernvorwurf, den die Autorin des Artikels nicht einmal thematisiert? Ist der √ľberhaupt zur Kenntnis genommen worden?

Den Vogel schießt allerdings Dagobert Ernst bei der WAZ ab, der den Lammert-Kritiker einfach mal mit dem NSA-Skandal gleichsetzt, und so einen Tätertausch herbeizaubert:

Auch Plagiate-Jagd kann zu einer Form der Bespitzelung werden. Nur dass „Big Brother“ hier in jedem steckt, der dabei mitmischt.

Bedenkenswert, auch wenn der Zusammenhang zur Diskussion um Norbert Lammerts Dissertation nicht klar ist, ist, was Joachim Huber schreibt:

irgendwann hat es der Doktorenstand geschafft, den Nicht- Doktoren einzureden, dass der Herr Doktor und die Frau Doktorin etwas Besseres sind. Feingeister, Feinz√ľngler, feine Menschen halt. Politiker und Doktor, diese Kombination galt bald als unschlagbar. Deswegen diese tiefe Sehnsucht in den Reihen der Konservativen und der Liberalen nach dem ‚ÄěDr.‚Äú auf dem Wahlplakat.

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01. August 2013 · Flaschenpost, Seemannsgarn · #· #· #· #

Morgenkaffee

Das ganze Internet wird √ľberwacht. So neu kommt einem das aber nicht vor. Neu ab heute: Neben dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz tritt das Leistungsschutzrecht f√ľr Presseverleger in Kraft und jeder sollte aufpassen, wie er, wenn er, Presseverlagsprodukte zitiert und verlinkt. Don Dahlmann erkl√§rt es aus seiner Sicht:

Ich glaube den Verlagen nichts mehr. Weder, dass sie auf Abmahnungen verzichten, noch, dass die Autoren, von deren Texten die Verlage ja leben, am Ende beteiligt werden. Die Konsequenz ist, dass ich weder hier, noch in meinen anderen Blogs und Magazinen Links zu deutschen Verlagsseiten setzen werde. Um rechtssicher verlinken zu k√∂nnen, m√ľsste ich von jedem Verlag eine Freigabe erbeten, das mache ich sicher nicht. […] Die Verlage haben sich mit dem LSR ein Monster erschaffen, das nicht zu kontrollieren ist.

Die FAZ hat Blogger Fefe zur Hacker-Konferenz „Blackhat“ in Las Vegas geflogen, um die dort stattfindende Stellungnahme des NSA-Geheimdienstchefs Keith Alexander zu verfolgen. Im eigenen Blog schreibt er:

Es gab das √ľbliche Programm, was ich mal als die US-Version der Ziercke-Tournee bezeichnen will. Internetzensur begr√ľndet man mit Kinderpornographie, Abschnorcheln begr√ľndet man mit den Terroristen. Und so was jedes zweite Wort „Terrorist“ in der Keynote. Die seien halt unter uns und da m√ľsse ja jemand was tun. Ob er sich als Befehlsempf√§nger sieht oder als Akteur kam nicht wirklich r√ľber, weil er jedes Indiz auszur√§umen versuchte, dass das in irgendeiner Art und Weise moralisch verwerflich sei, was die NSA da tut. Alles total harmlos! Wir haben da nur ein paar Telefonnummern und verkn√ľpfen die, und damit geben wir dann wertvolle Hinweise an das FBI, und die laufen dann mit National Security Letters los, finden die Namen der Verd√§chtigen, haben dank unserer Daten „probable cause“ und schicken dann einen Richter los. Man k√∂nnte es fast zusammenfassen als: Wenn hier einer zu viel Macht hat, dann das FBI!1!!

Das fiel ihm wohl auch selber auf, daher schloss sich eine Hollywood-mäßige Lobeshymne an. Das FBI sei eine großartige Behörde, und ihr Leiter Robert Mueller, das ist ja der tollste Mann, den er je kennengelernt hat. Das war echt wie eines dieser schmierigen Making-Of-Trailer aus Hollywood. Es sei ein Privileg und eine Ehre, mit allen diesen tollen Menschen zusammenzuarbeiten. Alle Mitarbeiter seien selbstlose, ehrenwerte Menschen, die Amerika zu einem besseren Ort machen wollen!

Ulrich Horn fasst kurz zusammen, wieso allein die Diskussion um seine Doktorarbeit Norbert Lammerts politische Karriere beenden könnte .

Und während ich mir die Frage stelle: Was passiert wohl, wenn die Bösen sich in die NSA einhacken oder Böse bei der NSA arbeiten? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Ab August wird das von Axel Springer bei der Bundesregierung bestellte lobbyierte Leistungsschutzrecht in Deutschland rechtskr√§ftig, was grunds√§tzlich nichts anderes mit sich zieht, als dass beim zitierenden Verlinken von Verlagstexten √§u√üerste Zur√ľckhaltung geboten ist. Stefan Niggemeier h√§lt fest, dass Journalisten als Urheber von diesem Recht nicht auch nur ansatzweise profitieren werden. Das ist ja √ľberhaupt einer der gr√∂√üten Schildb√ľrgerstreiche, dass im Zusammenhang mit dem LSR dauernd die Zukunft des kritischen Journalismus‘ thematisiert wurde, wo es doch nur um die Sicherung von Verlagspfr√ľnden ging.

Die NPD hat in Bayern in vielen Wahlbezirken nicht gen√ľgend Unterst√ľtzerstimmen sammeln k√∂nnen, um zur Bundestagswahl zugelassen zu werden, auch wenn die Unterschriftensammler 5‚ā¨ pro Unterschrift bekommen haben sollen.

Konrad Adenauer hat den Briten und Amerikanern erlaubt, in Deutschland rumzuschn√ľffeln. Offenbar gelten diese Erlaubnisse noch heute.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann thematisiert der erste jetzt wieder die Schuldfrage? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Sascha Pallenberg, der letzte Woche mit seinem Adblock-Plus-Eintrag Furore machte, macht nun mit Caschy von Stadt-Bremerhaven.de, den ich mal zu Twitter brachte, einen Podcast. Freundlich gesagt, die Banalitätenparade hat noch viel Luft nach oben.

Katja Petrowskaja hat den 37. Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten. Zudem wurde bekannt, dass der Preis selbst erhalten bleibt. Ihr Buch gibt es allerdings erst 2014 zu kaufen:

Erz√§hlt wird die von einer Enkelin imaginierte Geschichte vom Tod ihrer j√ľdischen Urgro√ümutter, die 1941 in Kiew von den Nazis erschossen wird.

Nach Herfried M√ľnkler h√§tten die Europ√§er vergessen, den Amerikanern gegen√ľber kritisch zu sein. Um mal nicht zu vergessen, Herfried M√ľnkler gegen√ľber kritisch zu sein: Ich glaube, er wollte einfach nur irgendwie was zu PRISM schreiben, ohne tiefere Einsichten zu haben.

Und w√§hrend ich mir die Frage stelle: Warum gibt es den Ingeborg-Bachmann-Preis nicht nur f√ľr vollst√§ndig vorliegende B√ľcher? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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21. Juni 2013 · Seemannsgarn · #· #· #· #
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