Guten Morgen

Lars hat unseren Pod­cast gehört und Dien­stags bei Mor­rie gele­sen, auch auf Tipp von Olli Schulz, und war ver­gle­ich­bar ent­täuscht, wie ich es wohl wäre, hätte ich es gele­sen. Das ist wohl so, wie es ein Bekan­nter über die Schwierigkeit mit Leseempfehlun­gen von Elke Hei­den­re­ich mal kri­tisierte: Sie sage immer, dass sie ein Buch schön finde, aber nicht warum, will sagen: Es wer­den keine ver­ständlichen Begrün­dun­gen abgegeben. Es ist zudem immer prob­lema­tisch, wenn Lit­er­aturkri­tik zu viel eigenes Kitschempfind­en unkri­tisch wiedergibt. Aus so einem Grund ver­folge ich die Ver­risse von Denis Scheck, ignoriere aber seine Empfehlungen.

In seinem lesenswerten Artikel schreibt Timm Kühn über die AfD:

Bei genauerem Hin­se­hen ent­pup­pt sich die rechte „Kap­i­tal­is­muskri­tik“ allerd­ings als rein­er Eskapis­mus, also als Flucht der selb­ster­nan­nten Roman­tik­er in die bie­der­meier­liche Illu­sion ein­er heilen Heimat. Statt die kap­i­tal­is­tis­chen Ungerechtigkeit­en anzuge­hen, wird ver­sucht, ein völ­lig homo­genes und kon­flik­t­freies Volk zu erzwingen.

Twit­ter will eine Audio-Funk­tion installieren.

Und während ich mir die Frage stelle: Schlägt mir Twit­ter dann auch neben, was ich schreiben soll, vor, was ich sagen soll? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Moin

Ein Beitrag von Lars [via] hat mich dazu gebracht, noch mal meine alte Siemens-Nix­dorf-Tas­tatur raus zu kra­men und hach, ja, die ist schon wesentlich schön­er, was das Schreibge­fühl ange­ht. Habe ich mal bei ein­er Krankenkasse mitgenom­men, die die aus­sortiert hat oder bes­timmt aus­sortieren wollte, so genau weiß ich das auch nicht mehr. Ich meine, die hätte auch einen Hau, aber man kann sie auch noch über eine Gebraucht­börse online erstehen.

Malle-Ver­such­skan­inchen dür­fen wieder auf die Insel und ziehen vor dem Antritt beim Inter­view brav die Masken runter.

Steven Mey­er inter­viewt Jonas Körn­er über sein Out­ing als Trans­mann.

Das WDR-MAg­a­zin West­pol schaut sich die umstrit­tene Lock­ere­rungsini­tia­tive der NRW-Lan­desregierung nochmal genauer an.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie lange bleibt die Diskette wohl noch als Spe­ich­ern-Sym­bol? hole ich mir erst­mal noch einen Tee.

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Guten Morgen

Klaus Stuttmann mit dem Car­toon des Tages.

Ich sichte und sortiere ger­ade meinen Fee­dread­er, da kommt mir Fol­gen­des unter die Augen: Wie man die AfD am besten kri­tisiert. Was Frau Nessy über den Jahreswech­sel treibt. Lars stellt seine Lieblings­büch­er des ver­gan­genen Jahres vor, Felix seine Lieblings­blogs.

In der Schweiz ist deren Ver­sion von De Cor­re­spon­dent ges­tartet und während jen­er nur 60€ kostet, sagt man in der Schweiz:

Ihr Risiko beträgt dabei 240 Franken pro Jahr. Also der Preis, den man pro Jahr wöchentlich für einen Kaf­fee im Restau­rant ausgibt. 

Und während ich mir die Frage stelle: Was geben die Schweiz­er erst wöchentlich für Bier aus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Manch­mal denkt man, es wäre gar nicht so viel los um einen herum, und dann merkt man, dass das auch damit zu tun haben kön­nte, dass man nicht genug informiert ist. Ich habe zwar in meinem Read­er eine Düs­sel­dorf-Rubrik, aber schreine ich die nur ober­fläch­lich zu inspizieren – oder zum Herb­st hin regt sich da was. Jeden­falls: Hier sind meine ersten Düs­sel­dor­fer Leseze­ichen.

Hen­drik beobachtet, wie man auf Stern.de mal schweigen wollte.

Lars fragt sich, wieso Amerikan­er sich nicht ein­fach mal auf’s Rad schwin­gen, statt sich vom Auto abhängig zu machen.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die Betulichkeit und das Tes­ti­mo­ni­al­isieren von Zeitungsreak­teuern noch was anderes als Ein­schleimen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Lars can­celt seine Pläne, zeit­nah nochmal in Däne­mark Urlaub machen zu wollen. Eigen­willig, aber stilvoll.

Über die Sinnhaftigkeit des Ham­burg­er­menü-Icons.

Toten­gräber oder Finanz­mark­tret­ter: Por­trait über Vita­lik Buterin, dem Typen hin­ter Blockchain.

Und während ich mir die Frage stelle: Gabs eigentlich früher Ami-Filme, in denen Finan­zlern so die Hosen schlot­terten vor dick­e­li­gen Tas­taturfritzen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Es sollte einen nicht ver­wun­dern, tut es aber doch. Im Nachk­lapp zum Anschlag auf Char­lie Heb­do wird an vie­len Stellen die Gele­gen­heit genutzt, ihn zur Bagatel­lisierung von Pedi­ga und als Abseg­nung von Islam-Kri­tik zu benutzen. Stel­lvertre­tend tut dies auch Had­mut Danisch. So ein Ver­hal­ten ist schlicht ärg­er­lich, und um den Punkt nochmal klar zu machen, wieder­hole ich mal, was ich dort eben hin­ter­lassen habe:

Pegi­da allein damit zu charak­ter­isieren, die Bewe­gung “kri­tisiert den Islam” ist meines Eracht­ens grob ver­fehlt. Das ist doch kein Son­nta­gnach­mit­tags­de­bat­tier­club. Pedi­ga het­zt. Pedi­ga spricht die Äng­ste von Men­schen an, die auf Grund eines Man­gels anfäl­lig sind für Argu­mente wie “Die wollen uns an den Kra­gen”. Es geht nicht um eine sach­liche Annäherung, es geht nicht um Auseinan­der­set­zung. Es geht um den tum­ben Ver­nich­tungswillen dessen, wovon man glaubt, es sei Ursprung eigen­er Angst, in diesem Fall: Das, was mich und die Meini­gen ver­nicht­en will. Wie der Einzelne da instru­men­tal­isiert wird, wie aufgewiegelt wird, ent­ge­ht den Meis­ten. Es ist schlicht ein­fältig, Pedi­ga auf dem Rück­en des Anschlags gegen Char­lie Heb­do zu bagatellisieren.

Und das Prinzip, alles über einen Kamm zu scheren, sollte man vielle­icht auch mal kri­tisch sehen. Es beste­ht ein Unter­schied darin, ob ich mit den Mit­teln der Karikatur öffentlich­es Ver­hal­ten kri­tisiere oder ob ich unter dem Deck­man­tel von Mei­n­ungs­frei­heit hetze.

Hierzu passend: Sab­ri­na Gais­bauer erk­lärt, wie man Men­schen mit kollek­tiv­er Angst für Kam­pag­nen gewin­nt .

Lars Reineke wird beim Tagesspiegel missver­standen, blog­gt darüber und der Tagesspiegel reagiert darauf. Schön zu sehen, dass es solche Reak­tio­nen bei Zeitun­gen gibt. Es ging darum, dass Christo­pher Lauer eine Beratungstätigkeit für den Axel-Springer-Konz­ern wahrn­immt. Muss ja jed­er sel­ber wis­sen, an wen er sich verkauft.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf man eigentlich mal auf eine intel­li­gente poli­tis­che Kam­pagne hof­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

morgenkaffeeDer Spiegel schreibt über ein drama­tis­ches Aus­maß, dass der Bau des neuen Stuttgarter Bahn­hofs mit sich brin­gen könnte:

Ein von der Deutschen Bahn selb­st in Auf­trag gegebenes Gutacht­en eines Stuttgarter Inge­nieur­büros war zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass der Unter­grund in der baden-würt­tem­ber­gis­chen Haupt­stadt für das Pro­jekt ungeeignet sei, da er voller Hohlräume sei, in die das Grund­wass­er bei den unterirdis­chen Spren­gun­gen gelan­gen würde. Für den “Stern” hat der Tübinger Geologe Jakob Sierig das Gutacht­en analysiert. Sein Schluss: “Bei ‘Stuttgart 21’ geht es nicht um mögliche Risse in Häusern, es geht um mögliche Krater, in denen Häuser ver­schwinden kön­nen. Es geht um Menschenleben.”

Arno Frank find­et das neue Album von Wir sind Helden ein Meis­ter­w­erk.
Lars Reineke erzählt von seinem Urlaub­strip in die Nieder­lande.
Der STERN geste­ht dem neuen Impro­com­e­dypro­jekt von Cor­du­la Strat­mann und Annette Frier noch Entwick­lungspo­ten­tial zu.
Denis macht sich Gedanken zu Dön­er, Don­ner und Doria.
Und während ich mir die Frage stelle: Wie schaf­fen die es eigentlich immer, soviele Stuttgarter auf die Beine zu brin­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.
[Foto: Luc van Gent]

28. August 2010 · Kurz-URL · Flaschenpost · # # # # Kommentare deaktiviert für Guten Morgen
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Die Trittbrettfahrer des Schweizer Minarettenstreits

Aaron Koenig hat den Minaret­ten­stre­it der Schweiz als Anlass genom­men, seine Befür­wor­tung der Ein­führung direk­ter Demokratie in Deutsch­land nochmals her­vor zu heben. In seinem Vorge­hen hat er aber nur den ange­blich demokratis­chen Prozess über die Frage nach ein­er recht­mäßig begrün­de­ten Entschei­dung gestellt. Seine Argu­men­ta­tion für eine soge­nan­nte “direk­te Demokratie” ignori­ert allerd­ings den von Kant schon vor­ge­tra­ge­nen Vor­wurf, eine so gefällte Entschei­dung sei let­ztlich nur die Diskri­m­inierung der Min­der­heit in ein­er Bevölkerung durch die Mehrheit. Deswe­gen muss an dieser Stelle der Inhalt der Entschei­dung in die Betra­ch­tung genom­men werden.
geldkoffer
Lars Reineke hat in seinem Blog davon gesprochen, dass Koenig mit seinem Text frem­den­fendlich argu­men­tiert habe. Das kann ich auch im Orig­inal­text so nicht erken­nen. Und ich dis­tanziere mich auch stark von Ver­suchen, in der­ar­tige Texte solche Ten­den­zen hineinzupsy­chol­o­gisieren, wie es in einem Artikel von Julia Seel­iger in der taz etwas unhin­ter­fragt her­aus­ge­hoben wird. Das ist ungeschickt von Julia Seel­iger, die Kri­tik Koenigs, der Artikel bezichtige ihn des Recht­spop­ulis­mus ist durch den Text Seel­igers aber auch wiederum nicht gedeckt.
Was Volk­er Bouffi­er, der hes­sis­che Innen­min­is­ter, dage­gen in der NOZ vom Stapel lässt, darf sich durch aus der Frage nach ein­er aus­län­der­feindlichen Hin­ter­grun­dan­nahme aus­ge­set­zt sehen:

Natür­lich haben die Mus­lime in Deutsch­land ein Recht darauf, Moscheen zu bauen. Sie soll­ten aber darauf acht­en, die deutsche Bevölkerung damit nicht zu überfordern.

Entwed­er ist das nur aber­mals sprach­lich ungeschickt aus­ge­drückt oder hier wer­den Mus­lime und deutsche Bevölerung als gegenüber­ste­hende Grup­pen betra­chtet. Fraglich ist auch, inwiefern jemand durch den Bau eines Gebäudes, sofern es all­ge­meinen Geset­zmäßigkeit­en, die in Deutsch­land gel­ten, entspricht, “über­fordert” wird. Geht es da um die Ästhetik oder die Angst und Angst heisst hier doch: die Vorurteile der “deutschen Bevölkerung”. Sind diese Vorurteile jet­zt beson­ders schützenswert? Wo blieben diese Vorurteile beim Bau all der Burg­er Kings und McDonald’s‑Filialen?
Aber das Ausspie­len dieser Karte ist bei der hes­sis­chen CDU ja nun ein­mal nichts neues.
mehr: Clemens Wer­gin — Die Schweiz fällt hin­ter die Aufk­lärung zurück

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