Kurzfristig entschlossen wir uns gestern ins Stone zu latschen, weil uns die Youtube-Videos der auftretenden Bands zusagten, auch wenn wir nicht klar auf dem Schirm hatten, wer da die Vor- und wer die Hauptband ist.

So fing der Abend mit den Graveyard Johnnys und einem schönen Rockabilly-Sound an. Besonders schön, dass der Kontrabassist den SĂ€nger gibt. Man merkt ihnen die Erfahrung schon etwas an, das Publikum kam nur zögerlich in Trab, fĂŒr DĂŒsseldorf normal, war aber am Ende begeistert.

Die anschließend aufspielenden The Slackers, die den zwanzigsten Geburtstag ihres Albums The red light feierten. Auch dieser Mix aus Ska- und Reggae-Musik kam hervorragendst an.

[The Slackers, 28.10.2017, Stone im Ratinger Hof, DĂŒsseldorf, 200 Zuschauer ]

Continue Reading

Also, frei heraus gesagt: Ich bin kein Spezialist fĂŒr klassische Musik. Uns hat dieses Konzert, das zusammen mit der Violinistin Ryoko Yano gegeben wurde, sehr gefallen. Bei der Rheinischen Post klingt das dann so:

Seit Jahrzehnten streitet die Fachwelt, ob fĂŒr das Allegro ma non troppo, den ersten Satz dieses großartigen Werkes, das Allegro oder das „ma non troppo“ wichtiger ist. Betont man das Allegro, gewinnt der Satz an IntensitĂ€t, betont man dagegen das „ma non troppo“, lĂ€sst sich das melodiöse Element stĂ€rker herausheben. Die Solistin entschied sich fĂŒr ein getragenes, gemĂ€chliches Tempo.

Was uns nur aufgefallen ist: Es wird lange geklatscht bei derartigen Klassikabenden, gefĂŒhlt eine halbe Stunde. So begeistert wirkte das Publikum gar nicht, aber was weiß ich schon.

[ Camerata Louis Spohr, 14.10.2017, Tonhalle, DĂŒsseldorf, 300 Zuschauer ]

Continue Reading
Wenn das MusikgeschĂ€ft fair wĂ€re, gĂ€be es so etwas wohl nicht: Eine unheimlich gute Band, die fast nur eigene Songs spielt, Deichbrand erfahren, vor einem Minipublikum. Gibt es aber, was wiederum fĂŒr das anwesende Publikum unfassbar gut ist: Denn was ist schöner, als so ein kleines Konzert, wenn man eine Band ganz nah erleben möchte?

Die wenigen Zuschauer machten dann allerdings keinen Hehl aus ihrer Begeisterung und applaudierten und gröhlten, was die HĂ€nde und die Lunge hergab. Eine dicke Empfehlung fĂŒr alle, die ihren Konzertgehplan fĂŒr 2017 noch nicht voll haben, denn dann, genauer: am 20. Mai, ist Nervling wieder im Lande.

[ Nervling, 23.10.2016, The Pitcher, DĂŒsseldorf, 30 Zuschauer ]

Continue Reading

Es ist zwar schon etwas her, und wir können uns gar nicht erklÀren, wieso gerade dieses Konzert keinen Beitrag hier im Blog bislang bekommen hat, aber es sei jetzt schnell nachgeholt:

Am 20. April diesen Jahres besuchte einer der grĂ¶ĂŸten KĂŒnstler Deutschlands (Oliver Kalkofe) die nordrhein-westfĂ€lische Landeshauptstadt und er ließ es sich nicht nehmen, mit Tati im ZAKK ein StĂ€ndchen zu bringen.

[Christian Steiffen und das Original Haseland Orchester, DĂŒs­sel­dorf, Zakk, 20.04.2016, 800 Zuschauer]

Continue Reading

Wenn die alten australischen Rockbarden möglicherweise zum letzten Mal auf Tour gehen, und wenn niemand geringeres als Axl Rose mit von der Partie ist, und wenn das Konzert dann fast vor der eigenen HaustĂŒr stattfindet, dann lĂ€sst man sich das eben nicht entgehen.

Eindrucksvoll war die Show, die oft allerdings mehr auf routiniertes ShowgeplĂ€nkel als auf musikalische QualitĂ€ten setzt. Da ist es von Vorteil, dass man sich Ohrstöpsel mitgebracht hat, denn wie gut das Trommelfell KanonenschĂŒsse aushĂ€lt aus relativer NĂ€he, das möchte ich gar nicht so genau erfahren.

Axl Rose hielt sich angemessen zurĂŒck und passte mit seiner Stimme erstaunlich gut zum Sound von AC/DC.
[AC/DC, 15.06.2016, Esprit Arena, DĂŒsseldorf, 25.000 Zuschauer]

Continue Reading

Dieses Jahr wird wohl das persönliche Konzertjahr der Langenichtmehrgesehns. Element of Crime habe ich in den 90ern das letzte Mal live gesehen. Dieses Mal zusammen mit 4000 Leute in Köln. Die standen allerdings einfach nur als Masse so rum, manche sangen schrĂ€g mit, hinter uns gackernde Irgendwasse, die zu klein waren, um irgendwas zu sehen, was sie dann wohl durch Reden kompensieren wollten. Ich mag die englischen Sachen von EoC nicht, die letzteren finde ich oftmals fad, die ersten zwei deutschen Scheiben sind mein Fall. Und daher war ich ab und an „raus“ aus dem Konzert (auch weil meine Freundin die so gar nicht mochte). Im Taxi hinterher hörten wir im Radio, dass sei einzigartig in Deutschland gewesen, wie irgendwann alle Leute in Ruhe versetzt waren. Naja. 1995 im Jovel mit 800 Mann war es viel atmosphĂ€rischer.

Continue Reading


Mittlerweile hat sich Christian Steiffen die PublikumsgrĂ¶ĂŸe erspielt, die ihm gebĂŒhrt: 700 Leute kamen gestern in den Rosenhof und – als ob man das dazusagen mĂŒsste – waren restlos begeistert.

Zum Tourauftakt prĂ€sentierte er seine Klassiker, aber auch Neuschöpfungen. Bei diesen erfindet er sich etwas neu, weniger bissige Ironie, mal etwas ruhigere Töne anspielen. Es war nicht zu erwarten, dass ewig Knaller nachgeschoben werden. Das soll kein vorweggenommener Abgesang werden: Steiffens StĂ€rke ist weiterhin, dass er einer verstaubten Musiksparte das Konservative nimmt, und mit Witz genau die besungenen GefĂŒhle herauskitzelt, die er in seinen Liedern ironisch ansingt: Das Vermissen seiner Person, das Belachen des eigenen Selbstmitleids, die Reduzierung seines Lebens auf eine Flasche Bier, das Frohsein ĂŒber entgangene Beziehungen.

Abgesehen davon bot die Steiffen-Show neben der endlich mal wirklich gut rĂŒberkommenden Musik viele einprĂ€gsame Bilder auf der BĂŒhne: Vom Steiffen-Ballett ĂŒber das Stage-Diving zur besinnlichen Christian-Steiffen-Version von „Stille Nacht“. Den Großteil seines Publikums hat Steiffen nach wenigen raumgreifenden Gesten in seinem Bann, der Rest wird irgendwann von der Musik eingenommen.

Christian Steiffen bringt die große Lust aufs Leben in die Halle und verteilt sie großzĂŒgig an seine Zuschauer. Vielleicht ist das das Geheimnis.

Continue Reading