Passig, Kathrin; Scholz, Aleks; Schreibner, Kai — Das neue Lexikon des Unwissens

Auch schon fast wieder 10 Jahre alt ist dieser Lexikon­ss­chmök­er. Auf dem Don­ner­balken ist er doch eher etwas hin­der­lich, die Texte sind eher chao­tisch zusam­mengestellt, das Vorge­hen unge­ord­net. Einige der ungek­lärten Wis­sens­fra­gen kan­nte ich schon, einige würde ich nicht darunter einord­nen. Es ist eher ein Buch zum Rum­stöbern, wenn man damit die Hoff­nung verbindet auf ein The­ma zu stoßen, in das man sich ver­tiefen möchte, wozu das Buch dann lei­der nicht großar­tig weiterhilft.

Von fünf möglichen Klorollen bekommt dieser Schmök­er von mir:

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Guten Morgen

Morgenkaffee Und wieder geht es darum, dass SPD-Chef Sig­mar Gabriel sach­lich nicht auf der Höhe ist: Neben sein­er Aus­sage über das Einge­hen ein­er großen Koali­tion wird ihm ger­ade auch sein Lob auf die Schrift­steller, die gegen Überwachung auf­begehren, um die Ohren gehauen: Sein Ein­treten für die Vor­rats­daten­spe­icherung ist ja nichts anderes als ver­dacht­sun­ab­hängige Überwachung unbescholtener Bürg­er. Nur Gabriel selb­st sieht darin schein­bar keinen Wiederspruch.

Felix Schwen­zel analysiert, wie Gabriel sich aus der Behaup­tung, die Vor­rats­daten­spe­icherung habe bei der Aufk­lärung des Anschlags in Oslo maßge­blich beige­tra­gen, herauswindet.

Bei der ARD wirft man die Frage auf, ob eine LKA-Fah­nung nach der NSU gezielt ver­hin­dert wurde.

Kathrin Pas­sig schreibt zum Tode Wolf­gang Her­rn­dorfs über Ster­be­hil­fe, sieht aber keinen Lösungsansatz.

Und während ich mir die Frage stelle: Ken­nt Sig­mar Gabriel das Peter-Prinzip? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Nieder­lande hat ein Gesetz zur Wahrung der Net­zneu­tral­ität verabschiedet.

Math­ias Lohre schreibt bei der taz über Chris­t­ian Lind­ner die Frage, die ich auch gerne beant­wortet gese­hen hätte:

nie in sein­er Kar­riere hat die let­zte Hoff­nung der FDP große Lei­den­schaft für einen bes­timmten Bere­ich gezeigt. Warum ist so jemand in der Politik?

Kathrin Pas­sig hat mit der Buch-PR-Agentin Gesine von Prit­twitz ein Inter­view geführt. Und her­aus kommt der Ein­druck, aus dem ich kaum “Best­seller” lese. Katrin Schus­ter stößt sich aber an ein paar Aus­sagen der Agentin.

Und während ich mir die Frage stelle: Was wird denn aus Lind­ner, wenn er nicht in den Land­tag kommt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Gestern Abend habe ich noch wie blöd gesucht, bis ich den Face­book-Link zur Anzeige der Fre­unde fand (wer es ver­rat­en bekom­men möchte und nicht selb­st mal suchen will: Über der Pro­fil-Time­line), da find­et sich schwup­ps ein sehr schön­er Text von Dave Win­er, der meint, man solle sich immer klar machen, dass die eigene Art Dinge zu suchen und zu ver­fol­gen sich von der von Face­book und Google fun­da­men­tal unterscheidet.

Irgend­wie in diese Rich­tung geht die von ix emp­foh­lene Kathrin Pas­sig in ihrem Text über Algo­rith­men, man kann auch von einem roten Faden sprechen oder ein­er Logik, die irgend­wo hin­ter steckt. Mir fehlt in diesem Text aber irgen­det­was, was mich stärk­er überzeugt und diese Rede im Unge­fähren stößt mich eher ab.

Herr Paulsen geht der Frage nach, ob man geschmack­vollen Wein auch nach Gefühl kaufen kann.

Und während ich mir die Frage stelle: Wer­den wir bald nur noch bin­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

morgenkaffee

Ama­zon verkauft ja nicht nur Büch­er, son­dern bietet auch an, dass man darüber Doku­mente zur Ver­fü­gung stellen kann. Das hat man für Wik­ileaks jet­zt eingestellt .

Die Stat­tkatze stellt sich auf den here­in­brechen­den Win­ter ein.

Han­jo gibt Katrin Pas­sig Kon­tra:

Es gab immer Leute, die nach dem Abebben ihrer Sturm-und-Drang-Phase jugendlichen Massen­le­sens schließlich gereift lieber in Illus­tri­erten geblät­tert haben als sich erneut auf Büch­er einzu­lassen. Daran ist nichts Schlecht­es. Früher allerd­ings haben sie dies nicht zum gesellschaftlichen Ide­al erhoben.

Und während ich mir noch die Frage stelle: Hab ich mir eigentlich jemals eine Illus­tri­erte gekauft? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Was ich noch sagen wollte zum… Buch als Kulturerbe

Kathrin Pas­sig hat da einen Artikel über das Buch als Kul­turgut veröf­fentlicht, der inhaltlich dur­chaus anre­gend ist, aber dann doch in der eige­nen Schwarz­malerei ertrinkt. Weil Pas­sig sich von Buchan­schaf­fun­gen ver­ab­schiedet hat, würde das irgend­wann um sich greifen und die Lit­er­a­turindus­trie würde es ähn­lich erge­hen wie der Musikin­dus­trie. Was immer damit genau gemeint ist.

Son­der­lich erhel­lend ist lei­der nichts in diesem Artikel. Aber das Buch ver­di­ent eine Betra­ch­tung als Kul­turge­gen­stand. Denn Büch­er sind nach wie vor Aus­druck von Geistre­ich­heit und machen sich nach wie vor in den Zim­mern eines Haus­es gut. Das sage ich sicher­lich auch, weil ich etwas mit Büch­ern anfan­gen kann.

Natür­lich kenne ich auch den Umstand, dass man irgend­wann soviele Büch­er hat, dass man nicht mehr weiß, wohin mit ihnen. Manch­mal nimmt man seine eige­nen Büch­er so wenig in die Hand, dass man sie vergißt. Dass man keine Ahnung über die Schätze an Lit­er­atur hat, die man in den Schrank gestellt hat. Sowas ändert sich aber schlicht dadurch, dass man sein Bücher­re­gal in Benutzung hält, sich einzelne Sachen ab und an anschaut, spätestens, wenn man ein gutes Geschenk sucht. Dass man mit anderen über Lit­er­atur ins Gespräch kommt, ger­ade durch die Anschau­ung­sob­jek­te im eige­nen Regal.

Ich habe einige Giga­byte an Büch­ern auf diversen Com­put­ern — kein Grund, irgen­dein Buch wegzugeben. Sie eignen sich als Gegen­stände nicht, um damit schnell ins Gespräch zu kom­men, sind aber als schnell zur Hand seiende Nach­schlag­w­erke dur­chaus prak­tisch. Ich nutze sie gerne, gebe einiges davon auch weit­er. Aber man kann so etwas nicht als Geschenk beze­ich­nen, nicht als Kulturgut.

Auch als Ein­rich­tungs­ge­gen­stand sehe ich zu einem wohlsortierten Bücher­re­gal kein Äquiv­a­lent, auch wenn einige Zeitgenossen sich daran pro­bierten: Ich habe schon Wohnz­im­mer gese­hen, in denen die eigene DVD-Samm­lung ins Auge stechend drap­piert wurde oder die Samm­lung plat­ter Liebesaben­teuer mit diesen Tarza­nen auf dem Cov­er. Das wirk­te alles eher ver­stöhrend als kri­tisch ausgesucht.

Aber allzu ver­liebt bin ich in den Gegen­stand Buch dann auch wieder nicht: Ich höre gerne von Buchverkäuferin­nen, dass ein anfaßbares Buch eben etwas ganz anderes sei als ein Text am Mon­i­tor und dass man dicke Schmök­er eben nur in Buch­form lesen könne. Ich muss nicht Papi­er stre­icheln, um einen guten Text als gut zu iden­ti­fizieren. Ich kann auch län­gere Texte am Mon­i­tor lesen.

Büch­er funk­tion­ieren ohne Strom und sind ihrer Art nach etwas anderes als Texte am Com­put­er — im Gege­satz zu kauf­baren Musikalben und run­ter­lad­baren. Erschw­er­dend kommt bei der auf Kom­merz aus­gerichteten Musik hinzu, dass die musikalis­che Qual­ität nicht mehr dieselbe ist wie vor Jahren, als noch neue massen­taugliche Musikrich­tun­gen ent­standen. Früher war Musik ein Medi­um des intellek­tuellen Aus­tauschs, das ist sie — in ihrer kom­merziellen Form — kaum mehr. Ein Prob­lem, dass die Lit­er­atur nicht plagt.

Was aus dem Kul­turerbe Buch wird? Es wird weit­er Buchgeschäfte geben, in denen kundi­ge Fach­leute sin­nvolle Lesetipps geben. Soviel ist sicher.

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