Was meinte das Lokalblättchen noch vorletzten Monat?

Unsere 15 Lokal- und über 30 Mantelredakteure recherchieren sorgfältig, überprüfen die Nachrichtenquellen und hinterfragen Informationen.

Bei der heutigen falschen Zitatzuschreibung

„Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.“

Platon (427 – 348 od. 347 v. Chr.), griechischer Philosoph, Begründer der abendländischen Philosophie

kann man sogar sagen, dass sie es aus dem Englischen ins Deutsche geschafft hat, und im englischen Sprachraum kann man sogar zeigen, wer die Falschzuschreibung getätigt hat:

Attributed to Plato in Confidence : How to Succeed at Being Yourself (1987) by Alan Loy McGinnis, this is probably a paraphrase of a statement which occurs in Letter of Advice to a Young Gentleman Leaving the University Concerning His Behaviour and Conversation in the World (1907) by Richard Lindgard: „Take heed of playing often or deep at Dice and Games of Chance, for that is more chargeable than the seven deadly sins; yet you may allow yourself a certain easie Sum to spend at Play, to gratifie Friends, and pass over the Winter Nights, and that will make you indifferent for the Event. If you would read a man’s Disposition, see him Game; you will then learn more of him in one hour, than in seven Years Conversation, and little Wagers will try him as soon as great Stakes, for then he is off his Guard.“

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Was meinte das Lokalblättchen noch letzten Monat?

Unsere 15 Lokal- und über 30 Mantelredakteure recherchieren sorgfältig, überprüfen die Nachrichtenquellen und hinterfragen Informationen.

Außer natürlich, wenn sie irgendwas irgendwo aus dem Internet kopieren und in die Zeitung klatschen. Und wenn man denkt, es geht nicht blöder: Wieso nicht einfach nach drei Monaten ein falsch zugeordnetes Zitat nochmal verbraten?

„Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon.“

Oscar Wilde (1854 – 1900), irischer Schriftsteller, Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker

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POPCORN! Ich weiß ja nicht, ob Sie sich noch erinnern, aber das ist schon etwas her, da schrieb man beim Lokalblättchen gleich auf die erste Seite:

Die IbbenbĂĽrener Volkszeitung steht … fĂĽr seriösen Journalismus, geprĂĽfte Fakten, Wahrheit und Klarheit

Aber das ist jetzt auch schon ein bisschen her. Ne Woche oder so. Wer erinnert sich denn noch an sein Geschwätz von vor so langen Zeiten? Jedenfalls haben die jetzteinen Hobbykoch interviewt: Rüder Ton verdarb mir den Spaß am Kochen. Gut, kleiner Schnitzer in der Überschrift: Dem Hobbytopfschwinger ist nicht die Spaß am Kochen verloren gegangen, sondern das Interesse, Rezepte auf chefkoch.de zu veröffentlichen. Aber sowas passiert ja schon mal. Warum ist chefkoch.de denn der Erwähnung wert?

2003 meldete er sich bei chefkoch.de an, ein Forum, das damals gerade fünf Jahre alt war, als kleine Rezept-Datenbank begann, und heute nach eigenen Angaben Europas größte Kochcommunity ist, die nach IVW-Zählung im Januar eine neue Rekordmarke mit 104,3 Millionen Visits aufstellte.

Äh, nein. Das bezieht sich auf den Dezember 2016. Aber sowas passiert ja schon mal. Kochen ist ja jetzt auch eher so ein dröges Thema. Vielleicht kann man das irgendwie aufpeppen. Wie kam denn unser Internetseitenkoch zu seinem Hobby?

Im Urlaub an der Algarve in den 1990er-Jahren gab es im Hotel zufällig einen Kursus mit Manfred Schwarz, dem damaligen Koch von Helmut Kohl, an dem er teilnahm. Die Kochleidenschaft brach damit endgültig durch.

Der Kanzler hatte einen eigenen Koch? Muss ja stimmen, steht ja in der IVZ. Das hat dann doch das Bundeskanzleramt damals auch bestätigt, was?

Helmut Kohl, 62, Bundeskanzler (CDU), witterte tendenziöse Berichterstattung schon im Planungsstadium eines TV-Beitrages. Ein Redakteur des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hatte den Solinger Kanzler-Werbestrategen Coordt Mannstein um ein Interview fĂĽr ein geplantes Kohl-Porträt „zum 10jährigen Dienstjubiläum“ des Kanzlers gebeten. In seinem Schreiben erwähnte der NDR-Mann, welche „Mitarbeiter, Wegbereiter und Wegbegleiter“ noch zu Wort kommen sollten, unter anderen auch ein gewisser „Manfred Schwarz, Kohls Leibkoch im Deidesheimer Hof“.

Der Antwortbrief kam prompt, aber aus dem Bundeskanzleramt, und war gerichtet an den NDR-Intendanten. Darin urteilte Amtschef und Bundesminister Friedrich Bohl humorlos und barsch: „Die tendenziöse Absicht des Unternehmens ist m. E. ganz offensichtlich. Allein das in Aussicht genommene Interview mit Manfred Schwarz, angeblich Leibkoch im Deidesheimer Hof, ist entlarvend.“ Dazu wollte Bohl „nur angemerkt“ haben: „Der Bundeskanzler hat keinen Leibkoch! Es handelt sich hierbei um ein Restaurant, das der Bundeskanzler lediglich zwei- bis dreimal im Jahr besucht.“

Gottseidank hat die IVZ da noch mal gegenrecherchiert. Sonst wüssten wir ja gar nichts von solchen Fakten. Genauso wie Tim Mälzer sein Grühnkohlrezept bei chefkoch.de klaut. Steht auch in der IVZ, es muss also stimmen. Deren Journalisten hinterfragen Informationen. Die schreiben ja nicht irgendeinen ungeprüften Stuss vom Hörensagen in ihre Zeitung wie die Idioten auf Facebook.

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Das ist natürlich auch großartig, das schmerzbefreite Sich-auf-die-Schultern-hauen, man selbst würde keine Fake News verbreiten, als Präludium für eine Aboerhöhung zu verbembeln:

Das Abonnement der IVZ wird zum 1. April 2017 um acht Cent pro Ausgabe teurer und kostet dann im Abonnement 38,90 Euro im Monat.

Also 2€ im Monat mehr – fĂĽr alle, die die Dramatik aushalten.

Neben der allgemeinen Preissteigerung fĂĽr die technische Herstellung (Papier / Druck) ist vor allem die Umsetzung des Mindestlohngesetzes (Zeitungszustellung) Ursache fĂĽr die erforderliche Preisanpassung.

DANKE MERKEL! Leute fair bezahlen, wer konnte nur auf so einen Stuss kommen? Die Preiserhöhung hat natürlich nicht in erster Linie mit den seit Jahren anhaltend sinkenden Abo-Zahlen zu tun. Dann wäre die Meldung ja auch wieder Fake News, und sowas würde die IVZ ja nie machen. Da hätte man ja die Leser für besonders blöd verkauft.

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Zu dieser sonderbaren No-Fake-News-Kampagne der IVZ, wollte ich noch einmal kurz zu einem in der Zeitung getätigten Ausspruch Stellung nehmen, den man bei der Zeitung offenbar für richtig hält:

Zu Fakten gibt es keine Alternative.

Das ist schlicht falsch. Die Alternativen zu Fakten sind Meinungen. Und wenn man gerade nichts anderes zur Verfügung hat, sind derartige Meinungen lebenswichtig. Das ist doch gerade der Witz in Spielfilmen, bei denen eine Bombe entschärft werden soll, der Held kein Faktenwissen hat und über eine gescheite Meinung versuchen muss, das Problem zu lösen.

Was man bei der Zeitung wohl eigentlich meinte – und das ist auch nur eine Vermutung – ist, dass es keine alternativen Fakten gibt. Das bedeutet, dass es zu darstellbaren Tatsachen keine alternativen Erklärungen gibt, die vom selben Gegenstand handeln, und etwas bezogen auf eine Tatsache gegensätzliches in richtiger Weise darstellen. Es ist entweder die eine oder die andere Erklärung richtig. Bei Verschiedenheitsbehauptungen kommt es oft vor, dass schlicht nicht vom selben Gegenstand in gleicherweise die Rede ist.

An dieser Stelle besteht eine Schwierigkeit, mit der Personen, die politischen Willen trotz Faktenlage durchsetzen wollen, nutzen können: Es ist erklärungsbedĂĽrftig, wieso eine Tatsachendarlegung nur als Singularität gĂĽltig sein kann. Ohne eine lange philosophische Darlegung hier zu erörtern: Es hat mit der geistigen Veranlagung des Menschen zu tun. Es folgt die nächste Schwierigkeit: Erklärungen dauern mitunter etwas länger. Da schalten viele ab, meinen, was nicht einfach erklärbar sei, wäre deswegen schon falsch. Wenn Sie schon bisher gelesen haben, wissen sie um den Aufwand, den so ein Lesen mit sich bringt – und wie viele gehen da schon nicht mit.

Wer nun unterstellt, es gäbe diese Beschaffenheit von Tatsachen nicht, der erklärt alle Tatsachen zu Meinungen. Insofern ist auch gerne von der herrschenden Meinung die Rede. Hier kommt hinzu, dass es inzwischen unter den Menschen so viele Fachgebiete gibt, dass niemand mehr wie früher in allen Fachgebieten kompetent ist. Das bedeutet auch Experten haben sich in für sie fachfremden Gebieten mit Meinungen zu behelfen.

Und nach so viel Vorlauf sind wir beim eigentlichen gesellschaftlichen Problem: Es gibt wirklich viele Menschen, die denken, es gäbe nur Meinungen und dementsprechend herrschende Meinungen.

Einerseits ist es persönlich eine sehr unangenehme Position, so etwas wirklich zu denken, denn das Erklären der Welt anhand von Tatsachen hat doch noch etwas stark Befriedigendes. Wenn Kinder in der Schule eine Matheaufgabe richtig lösen und sie das erkennen, kriegen sie eben einen Kick, aber lösbrĂĽllen werden die Wenigsten. Dem kommt ein bloĂź meinungsbasierendes RechthabegefĂĽhl schon nahe, aber während ersteres meist geräuschlos abgeht, muss z.B. bei den populistischen Parteien immer unheimlich gebrĂĽllt werden. Es muss mit Emotion aufgeladen werden, weil ein Restzweifel, ein skeptisches UnsicherheitsgefĂĽhl bleibt: Was ist, wenn meine Meinung falsch ist? Werde ich dann als Idiot verpottet? Vor solchen Zweifeln wird auch schnell weg gerannt, indem man schleunigst das Thema wechselt – dann kostet es Kritiker ja wieder etwas Zeit, um das neuerliche Thema sachlich richtig auseinander zu nehmen. Wer gegen so eine Position hält, muss ebenso damit rechnen, angepöbelt zu werden.

Andererseits sind Tatsachen darstellbar, ebenso die Methoden und Grundannahmen, auf denen sie beruhen. Nicht alles, was als Tatsache dargestellt wird, ist eine, das ändert nichts daran, dass es Tatsachen und richtige Tatsachendarstellungen gibt. Um das Meinungen von Tatsachen trennen zu können braucht man Ruhe und eine grundlegende Bildung.

Ich halte die durchgängige Einstellung, es gäbe nur Meinungen und keine Tatsachen, für kaum annehmbar, wenn wir es nicht mit psychisch stark beeinträchtigten Personen zu tun haben. Der Mensch kann einfach seine geistige Beschaffenheit nicht abschütteln. So wenig, wie er sich denken kann, er sein nicht Initiator von Handlungen seines Körpers. Das ist auch nicht das eigentliche Problem.

Das Problem ist eine Machtpolitik, die mit Hilfe von Populismus Entscheidungen trotz Tatsachen, aus denen Handlungsmaximen erwachsen, die gegen eben diese Entscheidungen sprechen, durchsetzen will.

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POPCORN! Die Schreiber von „Die Aura wird eine Paintball-Arena“ und „Die Kanadagänse sind wieder zurĂĽck“ posaunen ab heute raus, keine Fake News zu verbreiten.

Was Wahrheit ist, definiert keine Regierung, kein Facebook, kein Twitter!

Ă„h, das hat wer jetzt genau ĂĽberhaupt mal behauptet?

Wahrheit ist Pflicht – alles andere gehört sich nicht.

Das war’s dann wohl mit den Aprilscherzen in der IVZ.

Unser Anspruch ist es, Wirklichkeit abzubilden, nicht Legenden zu schaffen.

schreibt die Autorin dieser nie real gewordenen Legende.

‚Fake News‘ gibt’s im Märchen. Echte Nachrichten gibt es bei uns.

Kanada, ick hör‘ dir trapsen.

Unsere 15 Lokal- und über 30 Mantelredakteure recherchieren sorgfältig, überprüfen die Nachrichtenquellen und hinterfragen Informationen.

Sorgfältig? Hinterfragt? Recherchiert?

Sie informieren immer mit kritischer Distanz.

Ja, sicher. Die wĂĽrden nie auf die Idee kommen, Politiker im Interview zu duzen, weil sie so dicke Kumpels sind.

Aber immerhin: Keine Fake-News zu veröffentlichen ist ein schöner Vorsatz für die Zukunft. Hat ja in der Vergangenheit nicht so ganz geklappt.

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Es ist ja schon länger so, dass das Lokalblättchen ihre Artikel mit irgendwelchen Bildern aus dem Internet verzieren, die mit dem eigentlichen Thema des Artikels in keinem direkten Zusammenhang stehen.

Heute interviewt man den Pressesprecher der Polizei im Kreis Steinfurt, Rainer Schöttler. Von ihm gibt es ein Foto, das man nutzen darf.

Das Ibbenbürener Lokalblättchen bebildert ihren Artikel lieber mit diesem Bild, das entgegen der Leseerwartung eines Bildes, das größer als der Textanteil des Artikels ist, weder Rainer Schöttler zeigt, noch direkt das Thema verständlicher macht. Als ob man nicht eigenständig irgendwelche Bilder im Internet angucken könnte. Was soll das?

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Beim Projekt: Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken ist Ibbenbürenen mit diesem Vorschlag in die engere Wahl gekommen:

Digitalisierung Ibbenbüren: Die Stadtmarketing Ibbenbüren GmbH sensibilisiert Händler für online-affine Kunden und unterstützt sie bei der Einführung eigener Angebote und Lieferdienste auf einem bestehenden lokalen online-Marktplatz. Begleitmaßnahmen sollen die Attraktivität und Funktionalität der Innenstadt und der Zentren in den Ortsteilen steigern.

Naja, die Zentren in den Ortsteilen attraktiver machen, wer will das denn? Kann man die nicht rausschmeiĂźen? Wozu hat man denn die Presse mit an Bord?

IVZ, 03.01.2017, „Digitalisierung: Lokalen Einzelhandel zukunftsfähig machen

Auf die Innenstadt, den Einzelhandel und das rasante Thema „Digitalisierung“ lenkten Verena Ridder (Stadtmarketing) und Enno Pölking (IVZ) anschließend den Blick. Wie bereits berichtet, darf sich Ibbenbüren freuen über eine finanzielle Förderung vom Land NRW für das Projekt „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“.

Schon besser. Aber das mit dem bestehenden Marktplatz, das ist doch auch irgendwie Banane, den Partner hat man ja gar nicht mit ins Boot genommen.

Nachgedacht und eingeführt werden soll ein „lokaler Online-Marktplatz“, ein Online-Shop, in dem lokale Händler ihre Waren im Netz anbieten können.

Geht doch.

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Ein paar Tage begnĂĽgte man sich bei der IVZ mit belanglosen Zitaten irgendwelcher Unbekannten, aber das befriedigt eben nicht auf Dauer, deswegen mit Wonne mal wieder zurĂĽck zu den Fake-Zitaten:

„Ich fange an mit Eroberungen. Gelehrte werden mir später bestätigen, dass ich im Recht war.“

Friedrich II., der Große (1712 – 1786), preußischer König, “Der alte Fritz„

… passt vielleicht besser zu Putin als zum alten Fritz und – warum auch immer man so ein Ignorieren von bestehenden Gesetzen unter „Das gefiel uns“ einordnet – es kommt in dessen schriftlichen Hinterlassenschaften genau 0 Mal vor. Schön auch die unterschiedliche AnfĂĽhrungsstriche, damit man auch noch einmal klar belegt, dass hier nur Copy&Paste zum Einsatz kommt.

Und ebenso wenig kommt

„Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast.“

Albert Einstein (1879 – 1955), theoretischer Physiker

von besagtem Wissenschaftler, legt man dessen schriftlichen Nachlass und Zitierungen Dritter zu Grunde.

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