09. Juli 2019 · 4530 · #

Bei der Wikipedia weiĂź man auch nicht immer ganz genau, ob da noch nĂĽchtern oder satirisch formuliert wird:

Die Ibbenbürener Volkszeitung hat im Gegensatz zu den meisten deutschen Tageszeitungen ihre Auflage in den vergangenen Jahren erhöhen können. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 0 Prozent gestiegen. Sie beträgt gegenwärtig 16.948 Exemplare. Das entspricht einer Steigerung von 3 Stück.

Die besten der Besten seit 1998.

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02. April 2019 · 4530 · #· #

Das Heimatkäseblatt enthüllt heute, welche falschen Meldungen dieses Jahr am 1. April in der Zeitung standen. Das Anfangszitat des Lokalteils wurde aber nicht aufgeführt. Eine kleine Hilfe:

„Was ich nicht wahrhaben will, hülle ich in einen Scherz.“

Emily Elizabeth Dickinson (1830 – 1886), US-amerikanische religiöse Dichterin und Lyrikerin

– unauffindbar im Emily Dickinson Archive.

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Endlich mal wieder Experten im Käseblatt! Heute soll Internetkompetenz vorgegaukelt werden, na denn mal los: Wie schaut’s denn aus mit den Internetaktivitäten von Firmen in IbbenbĂĽren?

Für Korte und Geografin Laura Bednarowicz, für deren Bachelorarbeit über die digitale Präsenz in Innenstädten die Erhebung im vergangenen März entstand, ist nicht alles gut.

Nicht alles gut? Na, macht jemand mit beim Trinkspiel: FĂĽr jeden Bullshit-Satz einen heben?

Besagtes Potenzial muss nicht immer gleich der Onlineshop sein, sagt Korte. „Und es muss nicht jeder alles anbieten“, ergänzt Bednarowicz.

Heppa!

„Aber ich muss da sein, wo meine Zielgruppe ist“, sagt Korte.

Deswegen liefert McDonald’s auch nach Hause. Heppa!

Korte warnt davor, soziale Medien zu unterschätzen: „Wer in den wichtigen Netzwerken wie Facebook oder Instagram nicht aktiv oder im Internet gar nicht auffindbar ist, wird es zukünftig noch schwerer haben.“

Der digitale Getränkemarkt, der ist sowas von am Kommen: Heppa!

„Wer (…) in Zukunft weiterhin am Markt bestehen will, muss sich aktiv Gedanken ĂĽber seine Multi-Channel-Strategie machen.“

Aktivdenken und Multivitaminchanneln gilt fĂĽr zwei: Heppa! Heppa!

Auch hätten viele Unternehmen in Ibbenbüren das Potenzial der sozialen Netzwerke noch nicht für sich erkannt.

Heppsala!

„Gastro-Betriebe sollten sich ihrer steigenden Bedeutung für die City bewusst werden.“

Kann Bedeutung ĂĽberhaupt steigen? Egal: Heppa!

64% der Dienstleister haben keinen Instagram-Account, keine Rede davon, wer diesen auch pflegt:

„Haben das Potenzial von Instagram erkannt.“

Ja, wer solche Experten zur Hand hat, die lieber Hohlphrasen und Buzz-Words absondern, anstatt irgendeine verständliche Erklärung zu liefern, der sollte selbst nicht vor bodenlosen Analysen zurückschrecken:

Denn dass Boris Becker uns in einem Werbespot überrascht mitteilte, er sei „drin“, ist bereits 20 Jahre her. Dass man nun, 2019, konstatieren muss, dass je nach digitaler Plattform, mindestens jeder dritte regional tätige Innenstadtbetrieb in Ibbenbüren noch nicht „drin“ ist, kann sich zum Problem auswachsen. Denn: In der fortschreitenden Transformation des Handels ins Digitale könnten diejenigen, die nicht „drin“ sind, schnell die werden, die bald „weg“ sind.

Gönau! Entweder das oder sie bleiben! Hepschala! Boris Becker ging damals über AOL rein. AOL ist als Internetzugangsanbieter seit 2007 „weg“.

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19. Oktober 2018 · Ibbtown · #· #

Alten Dichtern kann man auch jeden Blödsinn andichten, wie heute in der Lokalpresse:

„Frauen und Suppen soll man nie warten lassen, sonst werden sie kalt.“

William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Horst Lichter wäre näher dran gewesen. Ein Begriff, der in Shakespeares Werk nicht vorkommt: Suppe.

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17. Oktober 2018 · Ibbtown · #· #

Auch heute wieder ein irgendwoher blind kopiertes, angebliches Zitat in der IVZ:

„Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken.“

Georg BĂĽchner (1813 – 1837), deutscher Anatom, Dramatiker, Lustspielautor und Novellist

Korrekt als Zitat(!) in „Kraft und Stoff“ von Ludwig BĂĽchner (Verlag der Contumax GmbH & Co. KG, Berlin 2016, S.8):

Deswegen lassen sich auch, wie Mulder richtig auseinandersetzt, Krafte nicht mitteilen, sondern nur wecken. Magnetismus kann nicht, wie es wohl scheinen möchte, übertragen, sondern nur hervorgerufen, aufgeschlossen werden dadurch, daß wir die Aggregatszustände seines Mediums ändern.

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Popcorn! Wenn Zeitungen über Zeitungen schreiben, ist das meist eher von Wohlwollen als von kritischer Analyse geprägt. Und so klar es ist, dass die IVZ sich wandeln muss, will sie überleben, so skuril ist es, wenn in Worte gefasst wird, was abgehen soll. In der Süddeutschen Zeitung liest sich das so:

Verleger Klaus Rieping nimmt an, dass sein Produkt noch etwa die Hälfte der Menschen im Tecklenburger Land erreicht.

Wirklich? Laut Wikipedia leben Ende 2015 im Tecklenburger Land 173.879 Menschen, das wären dann 86.939 Leser am Tag. 63.000 Leute im Tecklenburger Land wohnen da, wo keine IVZ erhältlich ist, und über deren Lokalgeschehen auch nicht berichtet wird. Im Grunde liest wohl jeder, der lesen kann, im Verbreitungsgebiet der IVZ die IVZ. Respekt!

Das Konzept, das auf eine Idee von Klaus Rieping selbst zurückgeht, ist simpel: Statt ein Komplettabo für stolze 38,90 Euro im Monat zu buchen, können die Menschen für je drei Euro im Monat einzelne Themenfelder abonnieren

Wenn die Autorin das schon fĂĽr einen stolzen Preis ansieht, hat sie wohl den aktuellen Preis irgendwie ĂĽbersehen. Die IVZ-Schreiber

haben Order, sich tiefer in ihre Fachgebiete einzuarbeiten als bisher möglich und ihre Leser stärker einzubinden – etwa in Form von Aufrufen oder Veranstaltungen.

Was denn fĂĽr Veranstaltungen? Die, die es sowieso schon gibt? Und zu denen wird dann aufgerufen? Als wäre da irgendjemand, dem die Leser folgten. Abgekehrt ist Klaus Ripeing vom Gedanken, „heimliche Mitleser“ der IVZ zu akzeptieren und darauf zu warten,

dass sie irgendwann nicht anders können, als dafür zu bezahlen.

und möchte

die LĂĽcke nach und nach schlieĂźen, pro Nutzer nur noch einen Zugang ermöglichen und aus heimlichen Mitlesern „Themenwelt“-Kunden machen.

– wie immer das auch aussehen mag. Verlieren jetzt die Leute, die man mit Kaffeebechern geködert hat, ihre Zugänge?

Jetzt könnte man fragen, was so bahnbrechend daran sein soll, herkömmliche Nachrichten nach Themen gebündelt im Netz anzubieten.

Röchtööööch. Könnte man fragen, wenn sich die Frage nicht schon so selbst beantwortet hätte, dass man kein Fragezeichen setzt. Allerdings meint die Autorin:

weil es den Lokaljournalismus verändert – weg vom Generalistentum, hin zu mehr Tiefe.

Sie hat definitv noch keine IVZ in der Hand gehabt.

die Versuche, Partner fĂĽr das Online-Wagnis zu gewinnen, blieben ergebnislos. „Wenn jemand eine bessere Idee hat“, meint Klaus Rieping, „soll er sie mir sagen.“

Kritischer Journalismus. Ernsthaft. Das eigentliche Problem ist nicht die Verpackung, sondern dass zu viele potentielle Leser die Berichterstattung der IVZ fĂĽr verzichtbar halten, weil sie sie nicht angeht. Bis auf weiteres aber

versuchen sich die Ibbenbürener Zeitungsmacher eben selbst als Pioniere.

Zumindest bei der Frage, wie teuer so ein Zeitungsabo werden kann. Inzischen ist ein IVZ-Abo schon 5€ im Monat teuerer als eins der WN.

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POPCORN! Auf der Suche nach neuen Themen macht das Lokalblatt jetzt Internetseitenkontrolle: Ein Musikschullehrer hat auf seiner privaten Internetseite Videos eingestellt, in denen Politiker der AfD zu Wort kommen. So weit, so vollständig von der Meinungsfreiheit gedeckt: Man darf strunzdämliches Zeug auf seiner eigenen Internetseite veröffentlichen âś“. Die Zeitung stellt ihn dennoch an den Pranger – jetzt, wo der Nachbar keine Werbung mehr schaltet, kann man auch endlich mal gegen die AfD holzen. Wo ist also fĂĽr die Zeitung, die kein Problem mit ihrem Karikaturisten hat, der Casus Knaxus?

Perfide wird es aber, wenn Till unter dem hochoffiziell klingenden Namen „Musikschule Recke“ Botschaften vom rechten Rand verbreitet.

Ah, „hochoffiziell“ – das klingt ja schon höchst verdächtig. Nur klingt der Name nicht nur hochoffziell „Musikschule Recke“, er ist es auch. Der Begriff Musikschule ist in Deutschland auĂźer in Bayern fĂĽr jeden frei verwendbar âś“.

Eltern, Kinder und Jugendliche erwarten hier Informationen ĂĽber Instrumentalunterricht, aber sicher keine Politpropaganda.

JA, DENKT DENN KEINER AN DIE KINDER? Weil man mit billigem Populismus nicht alleine da stehen will, holt man sich den BĂĽrgermeister von Recke und den Vorsitzenden des Kulturvereins von Recke ins Boot:

Kellermeier findet ebenso wie Rücker, dass politische Inhalte auf einer Musikschule-Homepage „absolut nichts verloren haben“.

Sie hätten auch sagen können, sie finden, das Autos auf Straßen absolut nichts verloren haben, das hätte dieselbe Aussagekraft gehabt. Der Kulturpreis des Kulturvereins ging übrigens 2017 laut dessen Internetseite, die sich hauptsächlich um die Schule für Musik dreht, an

Martin Stroot für sein Lebenswerk der Kulturförderung in der Kommunalpolitik in Recke und im Kreis Steinfurt.

Schnöff tä-tääääääääääääääääääää!

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