Moin

Morgenkaffee
Rome erk­lärt sein Faible für Ulrich Tukur.
Bei Face­book gibt es wohl eine weit­ere Bild-gestützte Gut­ten­berg-Gruppe, die zu Demon­stra­tio­nen für die Wiedere­in­set­zung Gut­ten­bergs ein­tritt. Bei Netzpolitik.org hat man mal ein Best-of der raus­ge­haue­nen Tumb­heit­en zusammengestellt.
Beim Früh­stück bei Ste­fanie denkt man, dass Gut­ten­berg nun wohl den klas­sis­chen Weg begeht:
[audio:http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast2956/AU-20110301–1927-4901.mp3]
Und während ich mir die Frage stelle: Und wer schützt jet­zt die Union vor Gut­ten­berg? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.
[Foto: Luc van Gent]

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Guttenberg zeigt selbst beim Rücktritt Arroganz


Die CSU fordert ger­ade zwar, dass man sich zurück­nehmen soll, was die Kri­tik an der Per­son Karl Theodor Gut­ten­berg anbe­langt, aber wie kann man das, wenn der immer wieder nach­legt. Es ist ist schlicht eine inhaltliche Zumu­tung, was Gut­ten­berg heute als Rück­trittserk­lärung von sich gegeben hat. Als Ersatz ein­er Selb­stkri­tik müssen natür­lich tote Sol­dat­en herhalten:

Nach­dem dieser Tage viel über Anstand disku­tiert wurde, war es für mich ger­ade eine Frage des Anstandes, zunächst die drei gefal­l­enen Sol­dat­en mit Würde zu Grabe zu tra­gen und nicht erneut ihr Gedenken durch Debat­ten über meine Per­son über­lagern zu lassen.

Was hat denn das in ein­er Rück­trittsrede wegen Hochstapelei zu suchen? Es dient nur der Beweihräucherung der eige­nen Person.

Ich habe wie jed­er andere auch zu meinen Schwächen und Fehlern zu ste­hen. Zu großen und kleinen im poli­tis­chen Han­deln, bis hin zum Schreiben mein­er Dok­torar­beit. Und mir war immer wichtig, diese vor der Öffentlichkeit nicht zu verbergen.

Das sagt jemand, der in sein­er Dok­torar­beit auf 70% der Seit­en Pla­giate ver­wen­det und so demon­stri­ert, wie man eigene Fehler vor der Öffentlichkeit ver­tuscht: Die Gut­ten­bergsche Dok­torar­beit ist doch der Inbe­griff dessen, was man unter einem Pla­giat ver­ste­ht. In der Reue­un­willigkeit eines Dandies nimmt Gut­ten­berg eine Kri­tik­be­freiung seines Tuns in Anspruch, nur um im Abgang ein Loblied an seine eigene moralis­che Ver­fas­sung zu singen:

Ich war immer bere­it, zu kämpfen, aber ich habe die Gren­zen mein­er Kräfte erreicht.

Er hat sich hero­isch auf­geopfert für die anderen und jet­zt kann er nicht mehr. Welch ein Held. Die heisse Luft, die er da von sich gibt, nen­nt er Kampf. Das ist der­selbe Kampf, mit dem er let­zte Woche seine Dok­torar­beit vertei­digt hat. Aber inhaltlich kam nichts. GAR NICHTS. Er hat ja noch nicht ein­mal erk­lärt, was er unter einem Fehler in sein­er Dok­torar­beit ver­ste­ht. Er hat ja noch nicht ein­mal selb­st im Blick, über wieviele Texte sich sein Pla­giat erstreckt, wieviele Texte des wis­senschaftlichen Dien­stes des Bun­destags er ver­wurstet hat.
Aber dass ANDERE in dieser Angele­gen­heit Fehler gemacht haben, das weiß er. Das kann er auch genau ausle­gen und darüber urteilen:

Wenn allerd­ings, wie in den let­zten Wochen geschehen, die öffentliche und medi­ale Betra­ch­tung fast auss­chließlich auf die Per­son Gut­ten­berg und seine Dis­ser­ta­tion statt beispiel­sweise auf den Tod und die Ver­wun­dung von 13 Sol­dat­en abzielt, so find­et eine drama­tis­che Ver­schiebung der Aufmerk­samkeit zulas­ten der mir Anver­traut­en statt.

Man verge­ht sich an toten, deutschen Sol­dat­en, wenn man Gut­ten­berg in sein­er Glaub­würdigkeit und Merkel in ihrem wis­senschafts­feindlichen Fes­thal­ten an Gut­ten­berg angreift. Sachkri­tik ist Instru­ment der­er, die sich men­schen­ver­ach­t­end auf diejeni­gen stürzen, die das Volk liebt. So weit habe ich Gut­ten­berg verstanden.
Diese Großkotzigkeit ist wirk­lich bodenlos.

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CDU will Internetzensur — ab sofort

Mit­glieder der CDU/C­SU-Frak­tion möcht­en mit sofor­tiger Wirkung die Inter­net­zen­sur in Deutsch­land ein­führen, weil die mit der FDP vere­in­barte Aus­set­zungs­frist der Zen­sur heute ausläuft:

“Der ein­seit­ige Ansatz des Löschens von Kinder­porno­seit­en hat sich als Flop erwiesen”, sagte Unions­frak­tionsvize Gün­ter Krings der Neuen Osnabrück­er Zeitung unter Beru­fung auf die aktuelle Jahres­bi­lanz des Bun­deskrim­i­nal­samts (BKA). “Die Ergeb­nisse nach einem Jahr sind ein­deutig. Ohne Inter­netsper­ren geht es im Kampf gegen Kinder­pornografie nicht.”

Da haben sie aber auch wirk­lich den Richti­gen vorgeschickt. Krings ist der­jenige, der vor ein­er Woche noch meinte, die Vor­würfe gegen Gut­ten­berg seien lächer­lich, das Ganze sei eh nur eine Kam­pagne der Oppo­si­tion:

Seine Dok­torar­beit ist von einem der führen­den deutschen Ver­fas­sungsrechtler wis­senschaftlich betreut wor­den und in einem höchst renom­mierten Wis­senschaftsver­lag erschienen, der für seine stren­gen Maßstäbe bekan­nt ist.

Um es mal mit Fefe zu sagen:

Die Besten der Besten der Besten, Sir!

Würde mich nicht wun­dern, wenn dies nur eine hil­f­s­lose Aktion wäre, um das Gut­ten­berg-Feuer auszutreten. Aber wer Krings zum Feuer­aus­treten schickt, der kann eigentlich auch gle­ich Brandbeschle­u­niger benutzen.

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Was ich noch sagen wollte… zu Jan Fleischhauer


Wenn es noch eines Beweis­es bedurft hätte, dass Jan Fleis­chhauer für den SPIEGEL das ist, was Franz-Josef Wag­n­er für die Blödzeitung, dann dieser Artikel über die Kri­tik an Gut­ten­bergs Dok­torar­beit­spla­giat als Geschichte des Auf­s­tands der Bürg­er­lichen gegen den kon­ser­v­a­tiv­en Adel:

der Bun­desmin­is­ter der Vertei­di­gung, Karl-Theodor zu Gut­ten­berg, hat sich bei der Abfas­sung sein­er Dok­torar­beit zu freige­big aus den Arbeit­en ander­er Leute bedi­ent. Eine unverzeih­liche Schlam­perei bei den Fußnoten — und schon dro­ht den “Fun­da­men­tal­w­erten ein­er bürg­er­lichen Gesellschaft” irrepara­bler Schaden, wie die Oppo­si­tion nun barmt.

Nee, Herr Fleis­chhauer, das haben Sie ein­fach nicht ver­standen: Copy-Karl hat sich nicht freigiebig bedi­ent, er hat vorsät­zlich abgekupfert, fremde Gedanken als eigene aus­gegeben und das nicht duch vergessene Fußnoten, son­dern durch sim­ples Kopieren, das niemals fußgenotet wer­den sollte. Der Schaden widerum, der von 30.000 Dok­toran­den angeprangert wird, entste­ht nicht durch Gut­ten­bergs Pla­giat, son­dern durch die Tolerierung eines der­ar­ti­gen Hochsta­plers seit­ens der Bun­desregierung. Das ist etwas anderes.

Zunächst ein­mal ist festzuhal­ten, dass Gut­ten­berg ger­ade kein Bürg­er­lich­er ist, wie schon ein Blick auf die Liste sein­er Vor­na­men zeigt, vom Frei­her­ren ganz zu schweigen. Wenn über­haupt, dann lässt der fahrläs­sige Umgang mit den Usan­cen des Wis­senschafts­be­triebs ein Standes­be­wusst­sein erken­nen, wie es dem Adel seit jeher eigen ist.

Soll das nun eine rasse­nar­ti­gen Unter­schied zwis­chen Bürg­er­lichen und Adeli­gen darstellen, der verzei­h­bar ist? Ein dop­pel­ter Blödsinn, bei dem man gar nicht mehr genau weiß, wann man mit der diesem Gedanken entsprechen­den Fazial­palmierung aufhören sollte. Außer­dem: Der Dok­tor­grad ist keine Usance, sprich kein Han­dels­ge­gen­stand ein­er sozialen Gruppe, son­dern eine Würde. Das hat Fleis­chhauer auch nicht verstanden.

Die Frage ist nur, ob man dies als tadelnswerte Abwe­ichung betra­chtet oder eher als lässliche Sünde, ja sog­ar lobenswerte Auflehnung gegen die repres­sive Bürgermoral.

Nicht zu vergessen, Fleis­chhauer behan­delt hier ger­ade einen Pla­giat­en, der schein­bar wed­er den Vor­wurf sys­tem­a­tis­chen Plagi­ierens, der im Raum ste­ht, aus­räu­men kann, noch den Umfang des Pla­giats selb­st erfasst hat. Ein Betrüger ist nach Fleis­chhauer also möglicher­weise ein Held, weil seine Mis­se­tat der Gesellschaft bish­er nicht aufge­fall­en ist?
Nein, in Fleis­chhauers Welt gibt es keine sach­lich berechtigte Kri­tik an Gut­ten­bergs Pla­giat — allein deswe­gen nicht, weil er es nicht ver­standen hat.

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Was ich noch sagen wollte… zum Lex Guttenberg


Es ist ein ver­dammt hoher Preis, den die CDU für Gut­ten­berg zu zahlen bere­it ist. Sie ver­ab­schiedet sich von ihrem Bil­dungside­al und dem Begriff der Integrität. Der Ver­stoß gegen einen der ele­men­tarsten Bil­dungs­grund­sätze, das Aus­geben frem­den geisti­gen Eigen­tums als das eigene, stellt für die CDU keinen Grund für poli­tis­che Kon­se­quen­zen dar, wiewohl doch das eine wie das andere poli­tisch ist.
Um diesen Preis für den Erhalt Gut­ten­bergs im Amt zahlen zu kön­nen, wirft die CDU gle­ich einen weit­eren Begriff mit über Bord: Den Begriff der Integrität. Mit diesem Begriff hat vor einem Jahr, als der vor­let­zte CDU-Bun­destagstagsab­ge­ord­nete seinen Dok­tor­grad able­gen musste, der zuständi­ge CDU-Kreisver­band begrün­det, weswe­gen man nicht fordere, dass der Abge­ord­nete sein Man­dat abgibt. Man sei von sein­er Integrität überzeugt, das heisst, man sei überzeugt, dass er nicht lüge, dass es eine Ein­heit gibt von Poli­tik­er und Pro­movent, die sich nicht widerspricht.
Die CDU hebelt nun diese Ein­heit aus, indem man unter­schei­det zwis­chen Gut­ten­berg, dem Vertei­di­gungsmin­is­ter, und Gut­ten­berg, dem Pro­moven­ten: Ver­fehlun­gen des Pro­moven­ten Gut­ten­berg haben nichts zu tun mit dem Vertei­di­gungsmin­is­ter.  Diese neue Unter­schei­dung sagt ja nichts anderes aus, als: Selb­st wenn es einen Wider­spruch gibt zwis­chen dem, wofür Gut­ten­berg als Pro­movent ste­ht, und dem, wofür Gut­ten­berg als Wirtschaftsmin­is­ter ste­hen soll, so ist dieser Wider­spruch für die Arbeit des Wirtschaftsmin­is­ters irrelevant.
Das neue Lex Gut­ten­berg lässt sich daher auch so for­mulieren: Ver­fehlun­gen eines Abge­ord­neten wer­den dann ignori­ert, wenn dessen Pop­u­lar­ität der Partei nützt und ein Verzicht auf diese Pop­u­lar­ität der Partei schadet. Es ist ja vor­rangig diese Pop­u­lar­ität, mit der CDU und CSU Gut­ten­berg vertei­di­gen. Es ste­ht nie­mand auf und vertei­digt das Vorge­hen des Pro­moven­ten Gut­ten­bergs. So wenig, wie es bish­er irgen­deinem kon­ser­v­a­tiv­en Poli­tik­er einge­fall­en wäre, einem SPD-Poli­tik­er eine der­ar­tige Dis­ser­ta­tion­sposse durchge­hen zu lassen.
Die Abschied der Union vom Bil­dungside­al und dem Begriff der Integrität führt dazu, dass sie keine Glaub­würdigkeit mehr besitzt, wenn sie Poli­tik­ern ander­er Parteien man­gel­nde Integrität oder Titel­be­trug vor­w­er­fen wollen. Außer natür­lich, wenn man Ver­nun­ft und Logik eben­so über Bord wirft.
Dass Gut­ten­berg selb­st diese Zweit­eilung nicht verin­ner­licht haben kann, zeigt ja schon, dass er seine Stel­lung­nahme an die Uni­ver­sität Bayreuth auf dem Brief­pa­pi­er des Vertei­di­gungsmin­is­teri­ums ver­fasst hat. Aber keine Sorge, auch das war sicher­lich nur ein Fehler. Und es gibt wichtigere The­men, mit denen man sich beschäfti­gen sollte. Wen inter­essiert schon Integrität, das Pfand der Politiker?

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Moin

Morgenkaffee
Kol­ja Rudzio bei der Zeit meint, dass die Verän­derun­gen bezüglich Hartz IV keine wesentlichen Verän­derun­gen für Hartz-IV-Fam­i­lien bedeuten.
Schöne Aus­sicht­en sind das: Das Vertei­di­gungsmin­is­teri­um macht in der “Bild”-“Zeitung” groß Wer­bung für die Bun­deswehr und zielt damit auf Geringaus­ge­bildete und Aus­län­der für eine neue Unter­schicht­en-Armee wie in den USA.
Vertei­di­gungsmin­is­ter Karl-Theodor Gut­ten­berg ist der­weil sein Dok­tor­grad aberkan­nt wor­den. Die Uni Bayreuth attestierte ihm indi­rekt damit, dass seine Arbeit eine vorsät­zliche Täuschung sei, denn das ist der einzige Grund nach der Pro­mo­tion­sor­d­nung, ihm den Grad zu entziehen[1]. Wäre Gut­ten­berg Stu­dent ein­er Bun­deswehr-Uni­ver­sität gewe­sen, hätte er mit dien­strechtlichen Kon­se­quen­zen zu rech­nen. Im Kabi­nett Merkel sieht das aber anders aus.
Zuvor gab es eine heftige Debat­te im Bun­destag um Gut­ten­bergs Pla­giat. Für Karl Lauter­bach von der SPD stellt eine Kon­se­quen­zlosigkeit der Täuschung Gut­ten­bergs einen Damm­bruch bezüglich der Ern­sthaftigkeit wis­senschaftlichen Arbeit­ens dar.
Auch in Steff­is Bistro ist eine Stel­lung­nahme angebracht:
[audio:http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast2956/AU-20110222–1846-1401.mp3]
Und während ich mir die Frage stelle: Was muss man für das Kabi­nett Merkel eigentlich noch anstellen, um nicht min­is­te­ri­abel zu sein? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Nach der Promotionsordnung ist Guttenberg ein Täuscher

Upsala, da ist der Bayreuther Uni­ver­sität­sleitung vielle­icht doch ein Las­pus unter­laufen. Der Uni­ver­sität­spräsi­dent hat gesagt, man habe einen Vor­satz zu täuschen nicht nachgewiesen. Allerd­ings ist die Täuschung, die kein Verse­hen ist, die Grundbe­din­gung für den Entzug ein­er Dis­ser­ta­tion laut Pro­mo­tion­sor­d­nung der Rechts- und Wirtschaftswis­senschaften in Bayreuth. Man dürfte also Gut­ten­berg mit Ver­weis auf diese Entschei­dung einen Täusch­er nen­nen.

Aktu­al­isierung

Okay, das ist dann doch etwas spitzfind­i­ger. Zwar ver­weist die Uni­ver­sität in ihrer Erk­lärung auf die Pro­mo­tion­sor­d­nung und das, was dort später als Täuschung aus­gelegt wird, allerd­ings bezieht man sich zur Rück­nahme des Dok­tor­grades auf das Ver­wal­tungsver­fahrens­ge­setz, §48. Man nimmt also nur einen rechtswidri­gen Ver­wal­tungsakt zurück, der deswe­gen rechtswidrig ist, weil die Pro­mo­tion­sor­d­nung Täuschung nicht erlaubt.

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Schneller Doktorgradentzug der Uni Bayreuth ist völlig ok

Sel­ten ist wohl einem Dok­toran­den so schnell seine Dok­tor­würde ent­zo­gen wor­den wie Karl-Theodor Gut­ten­berg. In diesem Fall hat die Uni­ver­sität Bayreuth vol­lkom­men richtig gehan­delt. Die Beweise seien erdrück­end, hat man hin­ter vorge­hal­tener Hand gesagt. Und das sind sie ja auch. Allein die 8 Nach­weise von Prof. Fis­ch­er-Les­cano haben für diese Entschei­dung aus­gerecht. Die schnelle Entschei­dung war auch deswe­gen richtig, weil so Druck von der Uni­ver­sität und den Dozen­ten genom­men wird.

Die nach­fol­gen­den Nach­weise durch Gut­ten­plag haben jeden Zweifel aus­geräumt, dass es sich um die Nichtz­i­tierun­gen durch Gut­ten­berg um Verse­hen han­delte. Bei verse­hentlichen Nichtz­i­tierun­gen kann eine Prü­fungskom­mis­sion die Dok­tor­würde beste­hen lassen. Dies wurde aber im Fall Gut­ten­berg vol­lkom­men ausgeschlossen.

Die Uni­ver­sität wird noch inten­siv prüfen, ob man einen Täuschungsvor­satz nach­weisen kann. Aber es spricht schon Bände, wenn Ombuds­mann Diethelm Klip­pel sagt, dass es sich bei diesem Pla­giat nicht um einen Bagatell­fall han­delt. Sowas sagt man, wenn man nicht rechts­be­grif­flich von ein­er vorsät­zlichen Täuschung sprechen möchte.

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Was ich noch sagen wollte… zum Plagiat

Karl Theodor zu Gut­ten­berg hat ja sine Kri­tik­er davor gewarnt, dass sie sich nicht der üblen Nachrede schuldig machen sollen, wenn sie ihn des Pla­giats bezichti­gen. Dies sei deswe­gen nicht der Fall, weil nach Gut­ten­bergsprech ein Pla­giat bewusst gemacht wer­den müsse.

Dies ist mit­nicht­en der Fall. Ein Pla­giat ist die Nichtken­ntlich­machung frem­den Inhalts durch einen Autor, so dass der Leser denken muss, es han­dle sich um Gedankengut des Autors. Ob diese Nichtken­ntlich­machung bewusst oder unbe­wusst geschah, ist unerheblich.

An der Uni­ver­sität Bayreuth geben Doko­toran­den eine ehren­wörtliche Erk­lärung ab, kein Pla­giat in diesem Sinne abzuliefern. Das mit dem Ehren­wort oder erhren­wörtlich als ein Wie-ein-Ehren­wort ist ein Überbleib­sel von Aber­glaube in der uni­ver­sitären Land­schaft, wie Kant sagen würde. Wenn man jeman­dem nicht glaubt, ergibt sich dadurch kein Unter­schied, dass dieser Jemand ein Ehren­wort abgibt. Ein Dok­torand ver­sichert durch diese Erk­lärung zumin­d­est, dass er ver­standen hat, was ein Pla­giat ist, dass er kein Pla­giat ein­re­ichen wird, und dass er es ver­ste­ht, wenn seine Arbeit durch Nach­weise als Pla­giat dargestellt wird.

Gut­ten­berg beg­ibt sich daher ger­ade auf das dünne Eis, dass er sagt, er habe kein Pla­giat began­gen, lediglich ein paar Fehler. Diese Dar­legung wider­spricht der Erk­lärung, die er abgegeben hat. 

Die “Fehler” in Gut­ten­bergs Arbeit sind allerd­ings der­maßen umfan­gre­ich, dass er selb­st den Überblick ver­loren hat, wieviel er plagi­iert hat. In der Aussprache im Bun­destag hat er vier Texte des wis­senschaftlichen Dien­stes als Teil sein­er Dok­torar­beit aus­gewiesen und kon­nte den Vor­wurf der SPD nicht abstre­it­en, dass zwei weit­ere Texte des wis­senschaftlichen Dien­stes ver­wen­det wor­den sind.

Man kann gar keinen Anspruch erheben, jeman­dem bewusstes oder unbe­wusstes Plagi­ieren vorzuw­er­fen, ein­fach weil man Men­schen immer nur vor den Kopf schaut. Angesichts des Umfangs der Pla­giate in Gut­ten­bergs Dok­torar­beit müsste das unbe­wusste Plagi­ieren allerd­ings so inten­siv gewe­sen sein, dass es ein­er geisti­gen Umnach­tung des Autors gleichkommt. 

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Dieter Jasper über Guttenbergs Plagiat

Von Ex-Dok­tor zu Ex-Dok­tor: Der mit seinem bei ein­er Titelmüh­le erkauften erwor­be­nen Dok­tor­grad aufge­flo­gene CDU-Bun­destagsab­ge­ord­nete Dieter Jasper äußert sich zum Pla­giat von Guttenberg:

Aus per­sön­lich­er Erfahrung weiß ich, dass eine solche Debat­te um einen Dok­tor­ti­tel, ins­beson­dere von Kol­le­gen ander­er poli­tis­ch­er Parteien, immer gerne geführt wird. Das wird auch bei zu Gut­ten­berg so sein. Die poli­tis­che Bühne wird dieses The­ma erst ein­mal weit­er auss­chlacht­en. Bedauer­licher­weise gehören solche immer wiederkehren­den Boshaftigkeit­en zum poli­tis­chen Geschäft. Dabei weiß jed­er: Kein Poli­tik­er wird als Wis­senschaftler gewählt.

Die Boshaftigkeit beste­ht darin, diejeni­gen, die mit frag­würdi­gem Dok­tor­ti­tel aufge­flo­gen sind, zu fra­gen, ob ihre Titelkäufe oder Pla­giate vorsät­zlich so erwor­ben wur­den. Dieter Jasper, der gemeint hat, auf rechtlich ein­wand­freiem Wege bei der Uni­ver­sität Treufen einen Dok­tor­grad gegen eine hohe Summe erwor­ben hat, hat sich nie dazu geäußert, ob ihm nicht aufge­fall­en ist, dass bei der Titelmüh­le keine Dozen­ten angestellt sind, dass es keine Lehrver­anstal­tun­gen gibt, keine Räum­lichkeit­en, ja nicht ein­mal, dass sein eigen­er Dok­tor­vater keinen uni­ver­sitären Abschluss besitzt.
Nein, natür­lich wird kein Poli­tik­er gewählt, weil er Wis­senschafter ist. Er wird gewählt, weil er ver­trauenswürdig ist. Und das sind eben diejeni­gen nicht, die Betrug an der Wis­senschaft betreiben mit den höch­sten Wür­den, die man dort erwer­ben kann.
Dieter Jasper hat die Frage nach sein­er Integrität schlicht aus­ge­sessen. Die öffentlichen Fra­gen, die seine Wäh­ler, nicht die Oppo­si­tion stell­ten, hat er nie beant­wortet.
Um ein­mal die Süd­deutsche Zeitung zu zitieren:

Der wenig bekan­nte Bun­destagsab­ge­ord­nete Dieter Jasper ist wohl der dreis­teste unter den Titel­trägern gewe­sen, die im Bun­destag einen Platz haben.

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