Morgenkaffee Ach so, die NSA und der GCHQ überwachen uns gar nicht. Meint zumindest Ronald Pofalla. Wozu dann ein No-Spy-Abkommen mit den USA? Kein Kommentar. Muss man halt alles glauben und nicht hinterfragen.

Vielleicht empfliehlt Michael Spreng auch hier, was er zu Horst Seehofer empfiehlt: Einfach nicht mehr hinhören.

Dave Winer meint unterm Strich, solche Nebelkerzen seien nur der Versuch, den größten Skandal seit Watergate zu vertuschen.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Würde die CDU wohl radikal in ihrer Ansicht über Datensicherheit umschwenken, wenn sie in der Opposition landet? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Continue Reading

Es war abzusehen, dass auch bei den Plagiatsvorwürfen gegen die Doktorarbeit von Bundestagspräsident Norbert Lammert irgendwann Nebelkerzen geworden werden. Es ist bezeichnend, dass sich der sich selbst Qualitätsjournalismus dafür hergibt.

Das Schwierige an der Verteidigung der Promotion gegen die Vorwürfe sind diese selbst. Wie lauten sie? Im Kern: Lammert gibt fremde Rezeptionsleistungen, d.h. die Wiedergaben gelesener Literatur, als eigene aus. Kann das nachgewiesen werden, sehe ich nicht, wie eine derartige Promition gehalten werden kann.

Nun hat Norbert Lammert gemäß den Vorwürfen keine wortwörtlichen Plagiate begangen [Korrektur, 14.00 Uhr: Auch das wird ihm vorgeworden, s. S. 100 der Dissertation]. Auch das Auftauchen nahezu identischer Verweise allein ist kein Plagiat. Die Vorwürfe konzentrieren sich aber spezieller darauf, dass an vielen Stellen mit anderen Arbeiten inhaltsgleiche Analysen angestellt werden, bei denen inhaltsgleiche und fehlergleiche Fußnoten nahelegen, dass die dortigen Angaben und Analysen ungeprüft und ohne wissenschaftliche Eigenleistung übernommen wurden.

Es geht nicht um in den 70er Jahren unterschiedliche Zitiergepflogenheiten oder unzureichende Einzelfußnotenkennzeichnungen, wie die ZEIT seinen Lesern weißmachen will.

Auch bei der FAZ klingt der Nebelkerzenartikel zu Lammert merkwürdig:

Wenig spricht dafür, dass es sich bei Lammerts Doktorarbeit um Plagiate handelt.

Es reicht ja, wenn irgendetwas stichhaltig dafür spricht. Aber es wird noch skuriler:

Wenn es nach dem derzeitigen Kenntnisstand einen kritischen Einwand gegen diese Dissertation vorzubringen gäbe, dann wäre es die Fallstudie am eigenen CDU-Kreisverband, über dessen Entscheidungsprozesse der Autor nicht nur mehr wusste als andere, sondern an dessen Entscheidungen er auch selbst beteiligt war.

Und was ist mit dem Kernvorwurf, den die Autorin des Artikels nicht einmal thematisiert? Ist der überhaupt zur Kenntnis genommen worden?

Den Vogel schießt allerdings Dagobert Ernst bei der WAZ ab, der den Lammert-Kritiker einfach mal mit dem NSA-Skandal gleichsetzt, und so einen Tätertausch herbeizaubert:

Auch Plagiate-Jagd kann zu einer Form der Bespitzelung werden. Nur dass „Big Brother“ hier in jedem steckt, der dabei mitmischt.

Bedenkenswert, auch wenn der Zusammenhang zur Diskussion um Norbert Lammerts Dissertation nicht klar ist, ist, was Joachim Huber schreibt:

irgendwann hat es der Doktorenstand geschafft, den Nicht- Doktoren einzureden, dass der Herr Doktor und die Frau Doktorin etwas Besseres sind. Feingeister, Feinzüngler, feine Menschen halt. Politiker und Doktor, diese Kombination galt bald als unschlagbar. Deswegen diese tiefe Sehnsucht in den Reihen der Konservativen und der Liberalen nach dem „Dr.“ auf dem Wahlplakat.

Continue Reading
Continue Reading
  • Euro Hawk – De Maizière verstrickt sich in Widersprüche – Süddeutsche.de – dem CDU-Politiker gelingt es nicht zu erklären, wann er über das Drohnen-Debakel informiert wurde.
  • Internet-Law » Prism ist kein originär amerikanisches Phänomen – Wer weiß, was bereits deutsche Geheimdienste nach dem Gesetzes zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (G 10) dürfen und was sie tatsächlich praktizieren, dem muss klar sein, dass Geheimdienste weltweit die Telefon- und Internetkommunikation massiv und großflächig überwachen und aufzeichnen. In den USA möglicherweise umfassender und intensiver als in Europa.
  • Trauerarbeit: Stolpersteinverlegung – Prenzlauer Berg Nachrichten – Sigrun Marks weint inzwischen nicht mehr. Über den schimpfenden Passanten sagt sie, dass „sowas eben passiert". Wichtig sei, „dass es die Angehörigen nicht mitbekommen". Eine halbe Stunde dauerte die Trauerfeier. Miriam Rosen wirkt jetzt wieder gefasst, fröhlich wie zuvor. Sie wendet sich an die Umstehenden. „Danke", sagt sie. „Danke für alles."
Continue Reading
Continue Reading

Morgenkaffee

Das ist natürlich lustig: Unter Berufung auf den Blog von Ulrich Horn, möchte die CDU-Fraktion in NRW von der rot-grünen Landesregierung wissen, weswegen in deren Presseschau vom 10. April zwei Seiten komplett leer gewesen sind.

Der bescheuertste Bratwurstjournalismustext des Tages kommt heute von den Ruhrnachrichten:

Eine duftende Wolke von frisch gebackenen Pfannkuchen umhüllte am Montagabend das Sprakeler Heimathaus.

denn „Erfolg liegt in guten Eier“. Ja, dann mal guter Appetit.

Friedrich Küppersbusch untersucht, ob das Wir entscheidet: [audio:http://httpmedia.radiobremen.de/mediabase/086492/086492_298778.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Wir bei Lokalblättern eigentlich noch gegengelesen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Continue Reading
Continue Reading

Morgenkaffee

Ingo Arend weist darauf hin, das das Rijksmuseum in Amsterdam wiedereröffnet wird, wenn auch eine kritische Selbstreflexion der Museumsmacher ausbliebe. Vergangenheitsbewältigung ist aber ist ohnehin keine Stärke der Niederländer.

In Arkansas ist irgendwie in Wohngebieten Öl ausgelaufen. EXXON ist an einer Informationsverbreitung hierzu wohl nicht sonderlich interessiert.

Gestern hatte ich es ja noch über die schwachen Texte des Spiegels, dieser reiht sich ein: Der Münchenhausen-Check, wobei der Autor offenbar gar nicht versteht, worauf Erika Steinbach mit Wer schützt eigentlich die Verfassung vor den Verfassungsrichtern? anspielt. Besserwisserisches, ungebildetes Blabla.

Thierry Chervel meint, der SPIEGEL habe größere Baustellen zu bewältigen als die Besetzung der Chefredakteursposten.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird es eine SPIEGEL-Wende geben? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Continue Reading
Continue Reading
Continue Reading