Westfälisch – deutsch, deutsch – westfälisch (1)
Die deutsche Sprache hat über die Jahrhunderte hinweg im Westfälischen und im angrenzenden niedersächsischen Raum eine eigene Sprechweise erlangt, weswegen man in Westfalen auch sagt, man spreche hier nicht so richtiges Hochdeutsch, das wäre nur im Raum Hannover der Fall.
Um Zugezogenen und sonstig Interessierten einen kleinen Blick in die sprachliche Eigenarten des Westfälischen zu geben, hier der erste Teil von Westfälisch — deutsch, deutsch — westfälisch:
Was ich noch sagen wollte zur… Ideenlosigkeit der NRW-FDP

Weil nichts anderes verfügbar ist, platziert man ein selbstausgefülltes, an Langeweile kaum zu überbietendes Interview mit Andreas Pinkwart auf die eigene Internetseite. Nicht einmal Journalisten scheint intensiver zu interessieren, was die NRW-FDP gerade macht und was sie will, wenn sie denn was will.
Aber was soll auch überhaupt dabei herum kommen, wenn eine Partei, die derzeit so miese Sympathiewerte hat wie die FDP einen Angstwahlkampf forcieren will, ohne eigene Alternativideen verständlich zu machen? Du und ich — wir wissen’s nich’!
Mädels von der Straße
Das Tumblr Fotoblog “The Street” sammelt Schnappschüsse und Polizeifotos von Prostituierten, Straßenmädchen, Crackhuren, Zuhälterinnen und anderen Frauen, deren Gesichter Geschichten erzählen. Ernüchternd, aber there are streets like this in every town. Die Straße.
Was ich noch sagen wollte zu… den Blogversuchen des ZDF

Ja, wenn gestandene Journalisten neue Techniken erlernen, dann kann das cool sein. Das kann auch nur cool scheinen, so wie beim ZDF. Denn dort will man auch irgendwie mitbloggen. Das heisst, eigentlich will man nur Texte online stellen, Meinungen raushauen, als hoheitige Meinungsmacher gelten. Authentische Blogger reagieren selbst auf Leser. Sowas will man beim ZDF natürlich nicht, das wäre ja Arbeit.
So muss sich das das ZDF auch beim Blogartikel über das Sperren von kinderpornografischen Seiten von Patricia Wiedemeyer gedacht haben. Dieser Artikel ist ein Musterbeispiel an Uninformiertheit über das Thema und dessen Auswirkungen. Aber beim Fernsehen kann man das eigentlich ja machen. da spricht man ja nur in die Kamera, da gibt es ja keine Widerworte. In Blogs nun leider aber schon, und so sammelten sich hunderte Kommentatoren unter diesem Artikel, die mit der Ansicht der Autorin nicht einverstanden erklärten.
Und was macht nun das ZDF? Das ZDF beauftragt einen eingekauften Blogger, die Kastanien aus dem Feuer zu holen, die Frau Wiedemeyer da reingeworfen hat:

Dieser war zuvor für dieses Blog gar nicht vorgesehen, jedenfalls ist er hier noch nicht eingebettet, dort aber schon. Und wieso werden nur Blogger angeschrieben, nicht stinknormal irritierte Leser? Und wieso meldet sich die ZDFheute-Redaktion?
Man mag einwenden, dass die über Netzpolitik.org angeschwemmten Leser in ihrer Vielzahl etwas massiv erscheinen, aber argumentativ hätte sich ruhig die eigentliche Autorin zu Wort melden können.
So wird der Ausflug jedenfalls nichts, liebes ZDF. Man kann sich Sachkompetenz nicht grenzenlos einkaufen. Und man kann ebensowenig permanent zur Gesichtswahrung andere vorschieben.
Was ich noch sagen wollte zu… öffentlich-rechlichem Metapherslang

Katrin Brand spricht heute beim WDR 2 Klartext über
Science-Fiction-Film
Magazine
Aliens
Kämpfer
wabbelig
Fighterin
Ungetüm
die Welt verbündete sich mit ihr
das Wichtigste überhaupt
Quälern und Kunden
Ungetüm Internet
schmerzhafte Breitseite
zögerliche Bundesregierung
Freizeit-Surfer
Zensur oder Eingriff in die Meinungsfreiheit
Kinderpornografie
nie, unter keinen Umständen
… und das alles, sage und schreibe, in der Rekordzeit von einer Minute und 48 Sekunden.
Liebe Frau Brand, Sie haben vergessen, folgende Begriffe in ihren science-fiction-lastigen Text mit einzubauen:
Psiuuuu, Peng, Öff-öff, Katschaoo, Oink, unendliche Weiten, Nur du kannst die Welt retten, Mafiagebahren, zwusch, das Böse, Kämpfen für Freiheit und Gerechtigkeit, die armen Kinder, das Heiligste, das Gute muss siegen, schutzlos ausgeliefert, jedes Mittel recht, wehrhafte Demokratie darf nicht wegschauen.
Wenn ihren Text irgendjemand ernst nehmen soll, dann versachlichen Sie doch bitte ihre Wortwahl und orientieren Sie sich am gewonnenen Niveau der Diskussion über das Thema. Möge die Macht mit Ihnen sein! Yeeha.
[via]
Was ich noch sagen wollte zu… Sinnsprüchen

Traditionell erfolgreiche Sinnsprüche kriegen Kinder oft schon von Früh auf an den Kopf geworfen. Diese sollen wohl auf Grund ihrer prosaischen Form irgendwie schön verpackte Wahrheiten darstellen. Das passt aber oft gar nicht. Hier mal ein paar Beispiele:
Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten.
— Natürlich gibt es dumme Fragen!
Lehrers Kinder, Pastors Vieh — gedeihen selten oder nie.
— Naja. Und überhaupt: Was ist denn mit Pastors Kindern, hä?
Du darfst alles machen, du darfst bloß nicht auffallen.
— Man darf sicherlich nicht alles machen. Dagegen sollte man in Kauf nehmen aufzufallen, wenn eine Sache dies erfordert.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
— Vorurteile werden in Reimform auch nicht besser.
Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel: Man weiss nie, was man bekommt.
— Den hab ich echt noch nie verstanden. Das steht bei Pralinenschachteln doch hinten immer genau drauf, was drin ist.
Du und ich, wir wissen’s nich’!
- Läuft außer Konkurrenz.
Was ich noch sagen wollte zu… Johannes B. Kerner

Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da war der Johannes Baptist Kerner, damals noch als Coolnessfaktor des ZDF leger JBK genannt, nicht sonderlich gut zu sprechen auf die Internetplattform Twitter. Gemeinsam mit Steffen Siebert geißelte er den Internetdienst quasi als Zeichen moderner Dekadenz. Twitter sei, so Kerner,
ein völliger Unsinn, zumindest völlig gehaltlos für journalistisches Arbeiten, und ich hoffe, insbesondere die Anwesenden, haben nichts dagegen, wenn ich diesen Affen…
Eine gefakte Twitter-Johannes‑B.-Kerner-Seite sei
die Grenze des Erträglichen
Und heute? Heute ist Kerner bei Sat1 den Berg der Bedeutungslosigkeit heruntergepurzelt. Die Marke ZDF war offensichtlich wichtiger für die Marke Kerner als umgekehrt. Die Zuschauerzahlen wollen und wollen nicht ansteigen und was macht man da? Na?
Man bettelt bei Twitter um Aufmerksamkeit und Inhalte:

Ist man bei Sat1 inzwischen so weit, dauerhaft an die Grenze des Erträglichen zu gehen? Und ist Steffen Siebert von der Existenz seiner Twitter-Seite unterrichtet? Du und ich — wir wissen’s nich’!
Was ich noch sagen wollte zu… Multitasking

Gerade ist die Leisure Time Studie raus, die besagt, dass Jung-Deutschland entgegen anderer Vermutungen ungemein Multitasking fähig sein soll. Also nicht nur die Frauen.
Andererseits ist in einer Studie von vor 2 Jahren ja schon rausgefunden worden, dass Multitasker leicht Konzentrationsschwierigkeiten bekommen, weil die immer alles nur so halb machen und selten eine Sache allein richtig.
Das mit dem Multitasking gehört also auf denselben Müllhaufen, auf dem vor kurzem schon der Body-Mass-Index gelandet ist. Auch wenn die Polizei da wohl immer noch dran glaubt. Man muss eben nur dran glauben. Vielleicht testen die die angehenden Polizisten auch auf Multitaskingfähigkeit.
Irgendwann kommen die mit ihren Studien da drauf, dass man einfach darauf achten sollte, seine Sachen gut zu machen. Aber … Du und ich — wir wissen’s nich’!
Kurz zur nervigen Inkompetenz von Blödzeitung und Spiegel in Sachen Sandra Bullock
Spiegel Online beginnt seinen ersten Artikel zur angeblichen Affäre des Mannes von Sandra Bullock wie folgt:
Unvergessen ihre tränenreiche Dankesrede bei der Oscar-Verleihung: Sandra Bullock schwärmte von ihrem Ehemann Jesse James.
Auch BILD, das Qualitätsmedium aus dem Hause Springer, weiss:
Noch letzte Woche soll Jesse seinem Tattoo-Luder geschrieben haben: „Ich denke an dich heute morgen.“ Das war am 14. März – wenige Tage nachdem Sandra Bullock ihren Gatten nichts ahnend in ihrer Oscar-Rede erwähnt hatte.
Und was könnte hieran falsch sein? Röchtöööööööch: Sandra Bullock erwähnt ihren Mann bei der Dankesrede für ihren Oscar überhaupt nicht:

