The Disappearance of the Public Bench
Fri Apr 24 15:48:29 2026 —
https://longreads.com/2026/04/24/public-space-bench/
Funkpeilung #4: Die Blender
Als Agatha-Christie-Setting für die Gen Z angekündigt ist diese Podcastserie gar nicht so schrecklich, wie das Neusprech es einem verklickern will. Im Gegenteil: Der Krimi mit der bezaubernden Valerie Stoll und weiteren Nachwuchsstars, von denen mir Valon Krasniqi sehr gefallen hat, überzeugt durch Tempo und Spannung. Dass das aufgesetzte Jugendsprech zu den Sprechern nicht passt fällt gar nicht so auf.
Bei einem Junggesellenabschied tief in einem verschleiten Chalet überlebt einer der Anwesenden die erste Nacht nicht. Medizinstundentin Bonnie übernimmt die Aufklärung des Mordfalls, da sie als einzige nicht verdächtig erscheint, oder doch? 8 Folgen zum Mitfiebern auf ARD Sounds oder im Podcatcher eurer Wahl.
Funkpeilung #2: Stars unserer Kindheit: Peter Lustig & Elfie Donnelly
Schon fast ein Jahr alt ist dieser Podcast, er handelt von Peter Lustig (“Löwenzahn”) und Elfie Donnelly, ihren Brüchen im Leben, und wie sie, als sie ein Paar waren, Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und Löwenzahn erfanden. Man taucht mit ein in den Anfang der 1980er Jahre der damaligen Bundesrepublik und die kreative Antwort auf das steife Bildungsbürgertum.
Never jumped. Auch wenn der Erzähler etwas langsam erzählt und sich Zuhörer vorstellt, die von beiden wohl noch nie was Privates gehört haben, ist diese Serie so informativ und nahe gehend, dass sie einen Preis verdient gehabt hätte. Ein kleiner Wehmutstropfen ist, dass der Sohn nach der späten Beziehung von Donnelly und Lustig gefragt hätte werden müssen, da bleibt ein roter Faden leider unaufgelöst liegen.
Falls mit Stars unserer Kindheit eine Serie gemeint war, ist die wohl nicht weitergeführt worden. Dabei gibt es doch mit Hansi Fischer, Hals über Kopf, Flip Flop, Playtime, 1, 2 oder 3, Spaß am Dienstag, Neues aus Uhlenbusch etc. so viel, was noch mal ins Rampenlicht geholt werden könnte.
Funkpeilung #1: SchleFaZ — Der beste Podcast über die schlechtesten Filme aller Zeiten
Bei RTL hat man es wohl für eine gute Idee gehalten, diese Marke ins Podcast-Gewässer zu lassen, aber aus irgendeinem Grund meinte man, für eine RTL-Podcast bräuchte es noch einen Comedian, der Oliver Kalkofe und Peter Rütten Stichworte gäbe oder rumlacht, als wäre das Format eine synchronisierte amerikanische Comedyserie:
Er bringt Erfahrung aus Comedy, Radio und Bühnenprogrammen mit und moderiert mit Charme und Tempo.
Nein, tut er nicht. Nichts schreit mehr danach, dass das eine RTL-Idee war: Zielpulikumsverfehlend, unausgereift und kein Wille zur Korrektur. Nach 6 Folgen, die abwechselnd mit Kalkofe und Rütten sind, scheint bei diesem Comedy-Crossover auch schon unerklärt Schicht im Schacht zu sein.
Das Konzept bricht im Grunde in der ersten Folge: Die Idee, wegen des RTL-Publikums einen Comedian in dieses Format zu lassen, der eine Publikumsmeinung imitiert, ist so schlecht, dass es vielleicht für den Titel der Sendung taugt, aber das Schiff letzten Endes zum Kentern bringt. Dessen Humor kann es nie mit dem von Rütten und Kalkofe aufnehmen und nervt von Anfang an, da er deplatziert ist. So wirkt dieser vielversprechende Podcast viel zu oft wie eine Pressekonferenz des Formats, bei dem die Lachmomente schon mal vorgekaut werden. Schade.
Young Sherlock (2026, St. 1)
Schaue gerade Young Sherlock und bin etwas unterwältigt. So eine Serie gab es ja schon mal und damals dachte ich schon, naja, wenn man den Held jünger macht, läuft man Gefahr, dass man das Charisma der Figur nicht retten kann. In dieser Serie ist Sherlock guter Freund von Moriarty im Alter von Heranwachsenden und ich ertappe mich dabei, beide ab und an zu verwechseln, was mir nur dadurch auffällt, dass die Personen sich dauernd mit ihren Namen ansprechen, was vielleicht heutzutage beabsichtigt ist, wenn alle beim Gucken noch auf ihrem Handy rumwischen, die Figuren aber auch etwas dumpf wirken lässt. Schauspielerisch überzeugen mich die Jungemimen nicht, da muss atmosphärisch Colin Firth ordentlich was rausholen,

Achtung Spoiler!
aber der wird schon in Folge 4 ermordet. Gut der kam auch etwas langweilig rüber — Joseph Fiennes übernimmt anschließend dessen Funktion passend.
Es bleibt eine gewisse Biederkeit eines mäßigen Barnaby-Krimis mit Folgen übergreifendem Rätsel, ohne aus England bekannten Gewaltexzessen. Es scheint für den amerikanischen Anbieter glattgebügelt.
Die Top10 Kurznachrichtendienstposts 12•24
Warum heißt es „Meine Cousine ist bei der Bundeswehr!“ und nicht „Militärbase.“
— Nicole ‘dyfa’ Britz, 15. Dezember 2024, 19:45 Uhr
Gerade im # DLF gelernt, dass Trump und Meloni “Justizkritiker” sind. Ein hübscher Euphemismus für Verbrecher.
— Bonita Mascota, 16. Dezember 2024, 09:34Uhr
Springer rät zu Lindner, Lindner rät zu Musk, Musk rät zu AfD.
Wir brauchen ein Lieferkettengesetz für schlechte Ratschläge..
— n_to, 20. Dezember 2024, 15:51 Uhr
Schwelgeminute (alle schwelgen für eine Minute stumm in den eigenen schönen Erinnerungen)
— Kilian Evang, 21. Dezember 2024, 16:22 Uhr
„Heute erreicht uns labile Kaltluft“ – wir kennen Deinen Zustand, Kaltluft, wir fühlen mit.
— Buddenbohm, 22. Dezember 2024, 11:14 Uhr
Sollte ich bei BILD die Flasche Wein mit Kubicki gewinnen, bestehe ich auf einen Termin 8 Uhr morgens, um einigermaßen sicher zu gehen, dass es seine erste ist.
— Gebbi Gibson, 26. Dezember 2024, 18:43 Uhr
Die leise Angst, dass eine schwarz-grüne Koalition nächstes Jahr die Dubai-Schokoladen-Koalition gennant wird
— Christopher | vanilla_chief, 27. Dezember 2024, 11:16 Uhr
Ich finde die Position der CDU, ich solle noch mehr Überstunden machen und auch krank zur Arbeit kommen, um Millionären eine zünftige Steuersenkung zu finanzieren, wirklich sehr ansprechend.
— Jan Kutter | Freak neuen Typs, 28. Dezember 2024, 06:37 Uhr
Das Jahr 2024 ist so schnell vergangen.
Die meisten von uns hatten nicht einmal Zeit für eine Diät.
— Grantscherm, 29. Dezember 2024, 00:42 Uhr
Hasen pflanzen sich nicht fort, Hasen vermöhren sich.
— Brokkoli-Muskel-Skeletor, 29. Dezember 2024, 11:42 Uhr
Ausgetanzt
Man ist etwas dünnheutig beim Kleinen Fernsehballett, dass man bei Podimo nach drei Monaten hinter einer Bezahlschranke vor die Tür gesetzt wird. Schon der Gang hinter die Bezahlschranke fanden viele Hörer nicht gut und gingen ihn nicht mit. Wenn man da mal nicht den einen oder anderen Zuhörer zu viel vergrault hat.
Es waren dann auch nur so 5400 Abonnenten, die hinter der Schranke zusammen kamen. Die P*chers haben 144000 und kriegen dafür im Jahr ne Milljon pro Nase. Ich will die trotzdem nicht hören, aber so ist das Leben. Die Wagenfelds.
P.S.: Ganz nett an Podimo finde ich ja, dass man nach einer Testphase einfach sich neu für eine Testphase anmelden kann. So akzeptiere ich eine zusätzliche App.
Twitter stirbt ein bisschen mehr
Ifttt hat ziemlich kurzfristig angekündigt, für das Verwenden von Twitter-Diensten Geld zu verlagen. Über die Seite konnte man Feeds der eigenen Seite auf Twitter automatisch veröffentlichen oder Einträge auf Twitter woanders speichern. Das kostet jetzt, für mich uninteressant, weil ich schon lange herzlich wenig noch auf Twitter schreibe.
Es ist die sich ziehende Geschichte des Sichabhängigmachens von Diensten, die irgendwann den Dienst bezahlt haben wollen.
Genutzt habe ich den Dienst noch für einen Account, auf dem alle Google-News-Nachrichten meiner Heimatstadt veröffentlicht wurden. Das fällt jetzt weg und so wird Twitter lokal noch uninteressanter, was meine Heimat angeht.
Mal schauen, ob man von der Entwicklung noch was hören wird. Ifttt wurde sicher weiträumig genutzt und Twitter lebt eigentlich davon, derartig Nachrichtenbeiträge von woanders her zu bekommen. Jetzt gibt es kaum noch Dienste, die das überhaupt anbieten.
Substack ist in aller Munde, wohl auch weil der Dienst Twitter in die Quere geraten ist. Ich gedenke zwar nicht, irgendwelche Newsletter auch noch zu versenden, doch dachte, ich könnte vielleicht noch meinen Vornamen bei Substack sichern, doch ach, was muss ich da lesen?
“I define myself as a so-called surrogate lover and work in the spectrum between sex and therapy.”
Muss ich wohl schon gesichert haben.
Die Top10-Posts aus dem Fediverse 01•23
Meine geheime Superkraft: beim Essen von Knäckebrot und anderen harten Knuspergebäcken im Mund deren Bruchstücke so zu positionieren, dass sie sich bei der nächsten Kaubewegung senkrecht tief ins Zahnfleisch rammen.
— fuchsbrom, 06. Januar 2023, 23:49 Uhr
“Das steht weiter unten in der Liste, da musst du ..”
“Hochgoogeln?”
“Was zum … äh ja, genau.”
— Mumpaminkel, 07. Jan. 2023, 17:20 Uhr
Wie wäre es, wenn die Fußgängerampeln per default grün sind, und die Autoampeln so ein Drückdings bekommen?
— kosmar, 12. Januar 2023, 07:33 Uhr
“Anne Will” wird Ende 2023 eingestellt. Wie das Nachfolgeformat heißt, in dem sich Leute anschreien, aneinander vorbeireden und überhaupt auftauchen, obwohl sie besser in der Versenkung geblieben wären, ist noch nicht bekannt.
— egghat НетBойне, 13. Januar 2023 um 13:11 Uhr
Mittlerweile muss ich beim Geburtsjahr so weit runter scrollen, dass ich gar nicht mehr weiß was ich wollte, wenn ich unten ankomme.
— Rick, 20. Januar 2023, 19:39 Uhr
Spaziergang gemacht. Herrlich. Sonnenschein, innerer Frieden…
Gemerkt, dass ich die Fitnessuhr vergessen hatte und nun kein Schritt mitgezählt wird. Ab da war es nur noch ein sinnloser Drecksspaziergang.
— Gebbi Gibson, 21. Januar 2023, 16:53 Uhr
Von wirklich jeder chinesischen Millionenstadt, die in einer China-Doku genannt wird, höre ich noch nach ca. tausend China-Dokus das erste Mal.
— Dr. Geheimrat Secke, 22. Januar 2023, 22:23 Uhr
Halbwissen heißt Halbwissen, weil es besonders gerne geteilt wird.
— ’ne Ratte, 27. Januar 2023, 19:16 Uhr
Ich habe für die Kinder meines Vermieters ein Sparbuch angelegt und zahle jeden Monat etwas ein. So müssen sie das Haus später, wenn sie es erben, nicht sofort verkaufen, um ihre Träume zu verwirklichen.
— Moritz Hürtgen, 30. Januar 2023, 08:29 Uhr
In einem ICE von Paris nach Stuttgart ist ein kleiner Junge zur Welt gekommen. Mutter und Kind wurden nach einem Zwischenstopp noch vor der deutschen Grenze in ein Krankenhaus gebracht, weil das Baby sonst hätte nachlösen müssen.
— Peter Breuer, 30. Januar 2023, 12:42 Uhr

