Heulen mit den Journalisten

Michael Han­feld hat sich mit Math­ias Döpfn­er zur Besprechung der Lage der Zeitun­gen in Deutsch­land getrof­fen. Und wie wir wis­sen, sind das ja so die kri­tis­chsten Gespräche, die man sich über­haupt vorstellen kann, wenn sich zwei Jour­nal­is­ten unterhalten:

Im Netz gilt das Dik­tat ein­er ver­meintlichen Kosten­loskul­tur. Ver­meintlich, weil die Dig­italkonz­erne Aber­mil­liar­den mit den Inhal­ten ander­er ver­di­enen.

Mauseschutz

Es ging ja schon mal durch die Runde, dass in klas­sis­chen deutschen Märchen doch ziem­liche, der Sache nach erst­mal unbe­grün­dete Grausamkeit­en den Kindern vorge­set­zt wer­den. Man denke an die ältere Dame, die Hänsel in den Ofen schub­st, dann die Hände patscht und zufrieden und ohne psy­chis­chen Schaden nach Hause geht. Das wird dann auch unter Notwehr Min­der­jähriger ver­bucht, nicht unter Rache.

Kant und die Rasissmusdebatte

In Die Anstalt hat man einen Beitrag gebracht, man solle doch Kant vom Sock­el stoßen, was auch immer das für ein Sock­el sein soll. Ihn kri­tisch zu lesen ist ja ger­ade seine Philoso­phie. Es geht wohl um diesen Abschnitt ein­er Vor­lesungsmitschrift aus dem Jahre 1775:

Die Men­schheit ist in ihrer größten Vol­lkom­men­heit in der Race der Weißen.

Die Sendung mit der Maus zum Hören — der erste Radiosender mit Tourette

Um es gle­ich vor­weg zu sagen: Es gibt neuerd­ings eine Art Radiosender, der mit der Sendung mit der Maus gebran­det wird, und er ist fürchterlich.

Anfang Dezem­ber wurde das mit Preisen aus­geze­ich­nete Inter­ne­tra­dio Kira­ka durch Die Sendung mit der Maus zum Hören erset­zt. Dadurch ent­fiel das kom­plette Pro­gramm des Kira­ka, an das Kinder divers­er Alterss­chienen sich gewöh­nt hat­ten,

Daten abgrasen mit Lockes Arbeitstheorie?

Die Vor­sitzende von Angela Merkels Dig­i­tal­rat, Katrin Sud­er, ruft zum all­ge­meinen Daten­sam­meln auf:

Die Idee, dass den Deutschen ihre Dat­en im Sinne eines Dateneigen­tums gehören kön­nten, hält Sud­er für nicht prak­tik­a­bel. In der FAS ver­wies sie dabei auf den Philosophen John Locke: “Wer die Arbeit aufwen­det, dem gehört der Mehrw­ert. Aber das Sam­meln der Dat­en ist in den Zeit­en des Inter­net of Things keine Arbeit,

Warum CDU und SPD ihr Problem mit der Jugend nicht schnell in den Griff kriegen

Lange Über­schrift, kurze Antwort: Weil es einen Neuansatz bräuchte, der Zeit dauert.

Aber von vorne: Es gab vor eini­gen, eini­gen Jahren schon Analy­sen, die bein­hal­teten, dass junge Wäh­ler nicht die CDU in Zukun­ft wählten, son­dern die SPD. Während diese Analy­sen wohl Recht behiel­ten, was die CDU anging, lagen sie bei der SPD falsch. Wer Schoko­lade nicht mag, nimmt nicht automa­tisch eine Schoko­lade-Alter­­na­­tive,

Die Zerstörung der @akk

Es ist schon unglaublich, was die CDU-Vor­sitzende da ger­ade auf Twit­ter ablässt:

Es ist absurd, mir zu unter­stellen, Mei­n­ungsäußerun­gen reg­ulieren zu wollen. Mei­n­ungs­frei­heit ist hohes Gut in der Demokratie. Worüber wir aber sprechen müssen, sind Regeln, die im Wahlkampf gel­ten. #Rezo #Youtu­ber

— A. Kramp-Kar­ren­bauer (@akk) May 27, 2019

Muss man wirk­lich der CDU-Vor­sitzen­­den erk­lären,

Das Wahlbeeinflussungsverbot auf Twitter

Dass es so etwas gibt, wie ein Wahlbee­in­flus­sungsver­bot auf Twit­ter, ist im Grunde schon ein Grund, den Dienst arg­wöh­nisch zu begeg­nen. Wäre ich nicht längst im Fedi­verse sich­er gelandet, es würde mir Bauch­schmerzen bereiten.

Thomas Stadler ist der Zugang zu seinem Twit­ter-Account ges­per­rt wor­den, weil ange­blich ein alter Tweet von ihm dazu diene, Wahlen zu bee­in­flussen.

Die SPD, seit jeher ängstlich darauf bedacht, nicht mit Kom­mu­nis­ten ver­wech­selt zu wer­den, hat denn auch ihre Oppo­si­tion gege die kon­ser­v­a­tiv­en Strate­gien der kap­i­tal­is­tis­chen Parteien nie lange durchge­hal­ten. Ein Trauer­spiel mit open end.

Hein­rich Han­nover (aus: Die Repub­lik vor Gericht 1954–1974. Erin­nerun­gen eines unbe­que­men Recht­san­walts, 1998, S. 80f.)

Wie ist das eigentlich … mit dem Untergang der deutschen Huffpost?

Aus­ge­hufft wäre auch eine schöne Über­schrift gewe­sen. Aber egal, ist das jet­zt eigentlich nor­mal, dass eine über­hy­pete Zeitungsin­ter­net­plat­tform, die nie ein­lösen kon­nte, was sie sein wollte, eingestellt wird und es wird nicht einge­s­tanden, was die wirk­lichen Gründe sind?

man habe sich zulet­zt nicht auf eine gemein­same Unternehmensstrate­gie eini­gen können

Das ist ja auch nur Unternehmenssprech für: Bla bla.