Wie ist das eigentlich … mit Digitalinformationssüchtigen?

Es gab vor Jahren ein­mal einen Vorstoß, Inter­net­süchtige auszu­machen und ihnen zu helfen. Irgend­wie fand ich das komisch, schließlich saßen unge­mein viele Men­schen ziem­lich lange vor ihren Bild­schir­men und die Merk­male ein­er Inter­net­sucht, was für ein komis­ches Wort, waren nicht son­der­lich abgren­zend. Man kon­nte es ihnen im Sozialver­hal­ten auch nicht anse­hen und ich hat­te nur einen Bekan­nten, der in psy­chis­ch­er Behand­lung war und als allererstes ein Face­book-Ver­bot bekam.

Bei Dig­i­tal­in­for­ma­tion­ssüchti­gen, manch­mal Handysüchtige genan­nt, wobei sie allerd­ings nicht Geräte süchtig sind, ist das anders. Man sieht dauernd Leute, die angestrengd und uner­holt auss­chauend auf ihr Handy schauen. Wuasi über­all: Im Auto, in Straßen­bah­nen, in Cafés, selb­st im eige­nen pri­vat­en Gespäch­sum­feld, will sagen: Selb­st im Gespräch lassen Leute nicht von ihrem Handy, müssen darauf schauen, und entschuldigen es mit “Ich hör dir zu.” Als ob ein Gespräch nur aus Zuhören bestünde.

Wed­er ver­ste­he ich, was man dauernd anlass­los auf seinem Handy zu suchen hat, noch ver­ste­he ich, was die Leute als Beloh­nungs­kick erhal­ten, noch kann ich mich vom Ein­druck entledi­gen, dass mich so ein Ver­hal­ten ziem­lich abstößt.

Aber will man was sagen? Den pri­vat­en Spielverder­ber spie­len? So ein Ver­hal­ten wird sicher­lich nicht weniger in den kom­menden Jahren. Überge­ht man die Sit­u­a­tion wie mit anderen, in denen Leute einem akuten Hau nachge­hen? Bish­er kam mir das bei anderen Mack­en nie so chro­nisch vor.

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Degen, Michael — Nicht alle waren Mörder

Der Schaus­piel­er Michael Degen hat vor Jahren seine Kind­heit­serin­nerun­gen in Berlin zu Papi­er gebracht. In meinem Büch­er­schrank warteten sie als 5‑Eu­ro-Taschen­buchaus­gabe von Ull­stein, gele­sen zu wer­den. Dem bin ich endlich ein­mal nachgekom­men. Degen schildert ein­prägsam, wie gefährlich seine Kind­heit war, wie trau­ma­tisch die Erleb­nisse, wie schnell sich Kinder an Kriegszeit­en anpassen kön­nen. Dabei ist seine Schilderung nicht ankla­gend und nicht deprimierend.

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Guten Morgen

2017 war wohl das Jahr, in dem die Amerikan­er Twit­ter und Face­book zu einem bemerk­baren Aus­maß doof zu find­en begonnen.

Für mich war es bezüglich des Inter­nets das Jahr, in dem Zeitun­gen wegen deren Ristrik­tio­nen deut­lich sel­tener die erste Anlauf­s­ta­tion für Infor­ma­tio­nen waren. Bei Live-Eil-Mel­dun­gen ist mir Wikipedia ser­iös genug und anson­sten schaue ich auf die Seit­en der Tagess­chau. Mei­n­un­gen und Plap­pereien höre ich über Pod­casts. Jour­nal­is­ten, die ich nament- und inhaltlich dauernd auf dem Schirm hätte: Fehlanzeige.

Beat­rix Storch wurde von der Polizei wegen Volksver­het­zung angezeigt. Inter­es­sant finde ich auch, dass sie in den Video­tex­ten pri­vater Fernse­hanstal­ten direkt als AfD-Het­zerin betitelt wurde.

Und während ich mir die Frage stelle: Schießen die pri­vat­en Fernsehsender so gegen die eigene Klien­tel, oder hält die nichts von Poli­tik? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Tilo Jung inter­viewt Fefe zum neuen Jahr, der den Schein­wer­fer auf opti­mistis­che Gedanken wer­fen würde.

Ein Frauen­bobteam aus Nige­ria startet bei den Win­ter­spie­len. Nigiria, we have a bob­sled team!

Emi­ly Chang hat sich für ihr Buch Bro­topia mit der Leben­se­in­stel­lung der Tech­nikaffinen aus Sil­i­con Val­ley auseinan­derge­set­zt: Je mehr man sich unter­brechen lässt, desto gle­ich­för­miger das Leben, so ihr Fazit.

Und während ich mir die Frage stelle: Sollte man sich einen handyfreien Tag pro Woche aufer­legen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Jennifer — Sehnsucht nach was Besseres

Har­ald Wehmeier und Andreas Altenburgs NDR-Fernsehserie Jen­nifer — Sehn­sucht nach was Besseres gehen ger­ade mit eben dieser in die zweite Staffel. Und zur Freude der Zuschauer ist dies kein lauer Auf­guss der ersten: Mit Con­tain­er-Ingo, gespielt von Klaas Heufer-Umlauf, wird erfol­gre­ich eine in die Geschichte passende Fig­ur präsentiert.

Man­fred Schweers (großar­tig fies-schmierig dargestellt von Ulrich Bähnk) übern­immt hal­ble­gal den Friseur-Salon, in dem Jen­nifer arbeit­et, und stellt den abge­halfterten C‑Promi Con­tain­er-Ingo ein, der den Laden zum Laufen brin­gen soll.

Ging die erste Staffel noch darum, dass der Kap­i­tal­is­mus genau die Träume unerr­e­ich­bar macht, die er anpreist, haben wir nun eine Fig­ur, die an genau dieser Stelle gescheit­ert ist und zurück­kommt. Das alles ver­lei­ht der Com­e­dy-Serie eine gewisse bit­tere Note und ist insofern von den bei­den Autoren Wehmeier und Altenburg ein gelun­gener Sprung ins Unbekan­nte, waren doch bish­er ihre Radio-Fig­uren bloß lustige Vertreter des Präkariats.

Trotz dieser Wen­dung wer­den die Rand­fig­uren liebevoll dargestellt: Jen­nifers Oma (herz­er­wär­mend lebenser­fahren gespielt von Doris Kun­st­mann), deren Fre­und, ihr Ex-Chef, ihr Ex-Fre­und, sog­ar sich selb­st als Fans von Con­tain­er-Ingo leg­en sie ein an ihr Fanob­jekt gerichtetes ent­lar­ven­des “Du kennst auch keine Leute mehr” in den Mund, weil es auch den Fans nicht um die ange­him­melten Per­so­n­en selb­st geht. Zwei Fol­gen ist die Haupt­fig­ur fast nur Staffage, wäre sie nicht von der zauber­haften Katrin Ingen­doh gespielt. Ein Serien-Juwel, lei­der ver­steckt. Die Fol­gen sind in der Mediathek ansehbar.

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Lesezeichen vom 03.01.2018

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Guten Morgen

Klaus Stuttmann mit dem Car­toon des Tages.

Ich sichte und sortiere ger­ade meinen Fee­dread­er, da kommt mir Fol­gen­des unter die Augen: Wie man die AfD am besten kri­tisiert. Was Frau Nessy über den Jahreswech­sel treibt. Lars stellt seine Lieblings­büch­er des ver­gan­genen Jahres vor, Felix seine Lieblings­blogs.

In der Schweiz ist deren Ver­sion von De Cor­re­spon­dent ges­tartet und während jen­er nur 60€ kostet, sagt man in der Schweiz:

Ihr Risiko beträgt dabei 240 Franken pro Jahr. Also der Preis, den man pro Jahr wöchentlich für einen Kaf­fee im Restau­rant ausgibt. 

Und während ich mir die Frage stelle: Was geben die Schweiz­er erst wöchentlich für Bier aus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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