Morgenkaffee

In den Niederlanden gibt es seit langer Zeit eine niederländische Version von Aktenzeichen XY … ungelöst. Und wenn man mal beide vergleicht, fallen Unterschiede sofort auf: Die niederländische Version kommt zweiwöchentlich, ist dafür halb so lang. Es werden keine Sprecher eingesetzt, die unheimlich klingen, dramatische Musik kommt auch nicht vor. Die einzelnen Beiträge sind deutlich kürzer, werden dafür teilweise von den Opfern selbst erzählt, der öffentliche Raum wird offenbar viel intensiver von Überwachungskameras erfasst – dafür beeindruckt die Vielzahl an schweren Verbrechen, die sind in diesem kleinen Land so ansammeln.

Und während ich mir die Frage stelle: Was wäre wohl los, wenn eine Verbrechensbekämpfungssendung mit so hoher Verbrechensschlagzahl derart in Deutschland liefe? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Jetzt hat auch die Zeitung Westfälische Nachrichten eine Art Bezahlschranke runtergezogen: 5 Artikel monatlich sind frei zugänglich, danach kommt wohl ein „Wir müssen draußen bleiben“-Schild. Klingt wie die Bezahlschranke der NOZ, klingt nach Cache leeren, weiterlesen.

Im Digitalzeitalter entwickelt sich das Nachrichtengeschäft in rasantem Tempo. Die Nutzer erwarten an sieben Tagen pro Woche und fast rund um die Uhr eine verlässliche, sorgfältig recherchierte und vor allem topaktuelle Nachrichtenversorgung. […] Die neue App ist ein weiterer Meilenstein in dem Bemühen, all diese Interessen bei gleichbleibend hoher journalistischer Qualität zu befriedigen. […] Um all diese Inhalte und Services auch zukünftig bei gleicher Qualität anbieten zu können, wird der Zugriff auf digitale Artikel bezahlpflichtig.

Ja, wir reden immer noch über die WN, man wundert sich schon, was für ein PR-Sprech da gefaselt wird.

Für 9,90€ bekommt man einen barrierefreien Zugang, will man ein ePaper samt einer Lokalausgabe, kostet das 33,30€ – 10€ teuerer als bei der NOZ. Das scheint mir ein Angebot ohne Zielgruppe zu sein.

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Morgenkaffee

Erdoğan-Satire hat gerade Konjunktur: Dieter Hallervorden singt.

Was nebenbei auch rauskommt: Böhrmermann ist nicht der einzige, gegen den man juristisch ins Felde ziehen möchte. In der Türkei sind 2000 Menschen wegen Beleidigung des Staatsoberhaupts angeklagt.

Udo Vetter meint übrigens, es könne die Kanzlerin ihr Amt kosten, wenn sie die Strafverfolgung gegen Jan Böhmermann genehmigt.

Und während ich mir die Frage stelle: Wen stürzt Böhmi als erstes? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

10 Jahre willsagen.de: Herzlichen Glückwunsch!

Friedrich Küppersbusch gewinnt Böhmermanns Erdogan-Gedicht nichts ab, weil es sich nicht mit der Menschenrechtslage in der Türkei beschäftigt und nicht witzig sei. Ich glaube, der Gedanke, Böhmermann wollte schlicht auch noch seinen Senf hinzugeben, ist verleitend, aber zu simpel, weil er das Risiko abschätzen konnte. Auch wenn die Altmaier-Nummer etwas widersinnig erscheint. Seine Nummer macht für viele überhaupt erstmal dieses merkwürdige Staatsmännerbeleidigungsgesetz und Erdogans Vorgehen gegen missliebige Meinungen auch außerhalb der Türkei in wirklicher Konsequenz begreiflich. Damit thematisiert er nicht die Menschenrechtslage in der Türkei, aber auch so eine Menge.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf Satire witzlos sein? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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