Morgenkaffee

Es sollte einen nicht verwundern, tut es aber doch. Im Nachklapp zum Anschlag auf Charlie Hebdo wird an vielen Stellen die Gelegenheit genutzt, ihn zur Bagatellisierung von Pediga und als Absegnung von Islam-Kritik zu benutzen. Stellvertretend tut dies auch Hadmut Danisch. So ein Verhalten ist schlicht ärgerlich, und um den Punkt nochmal klar zu machen, wiederhole ich mal, was ich dort eben hinterlassen habe:

Pegida allein damit zu charakterisieren, die Bewegung „kritisiert den Islam“ ist meines Erachtens grob verfehlt. Das ist doch kein Sonntagnachmittagsdebattierclub. Pediga hetzt. Pediga spricht die Ängste von Menschen an, die auf Grund eines Mangels anfällig sind für Argumente wie „Die wollen uns an den Kragen“. Es geht nicht um eine sachliche Annäherung, es geht nicht um Auseinandersetzung. Es geht um den tumben Vernichtungswillen dessen, wovon man glaubt, es sei Ursprung eigener Angst, in diesem Fall: Das, was mich und die Meinigen vernichten will. Wie der Einzelne da instrumentalisiert wird, wie aufgewiegelt wird, entgeht den Meisten. Es ist schlicht einfältig, Pediga auf dem Rücken des Anschlags gegen Charlie Hebdo zu bagatellisieren.

Und das Prinzip, alles über einen Kamm zu scheren, sollte man vielleicht auch mal kritisch sehen. Es besteht ein Unterschied darin, ob ich mit den Mitteln der Karikatur öffentliches Verhalten kritisiere oder ob ich unter dem Deckmantel von Meinungsfreiheit hetze.

Hierzu passend: Sabrina Gaisbauer erklärt, wie man Menschen mit kollektiver Angst für Kampagnen gewinnt .

Lars Reineke wird beim Tagesspiegel missverstanden, bloggt darüber und der Tagesspiegel reagiert darauf. Schön zu sehen, dass es solche Reaktionen bei Zeitungen gibt. Es ging darum, dass Christopher Lauer eine Beratungstätigkeit für den Axel-Springer-Konzern wahrnimmt. Muss ja jeder selber wissen, an wen er sich verkauft.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf man eigentlich mal auf eine intelligente politische Kampagne hoffen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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