von Schierach, Ferdinand — Verbrechen

Zunächst habe ich die ZDF-Fernsehserie zum Buch Ver­brechen: Sto­ries gese­hen. Die ent­nomme­nen Geschicht­en aus dem Buch wirken wie 1:1‑Versionen der Ver­fil­mungen. Was mich an bei­den stört, ist die moralis­che Neu­tral­ität, die allen beschriebe­nen Ver­hal­ten bei­wohnt. Im Buch gibt es noch eine inter­es­sante Geschichte um einen Muse­um­swächter, der langsam, aber sich­er durch­dreht, die mir ganz gut gefällt, anson­sten muss nie­mand zum Buch greifen, der die Serie geschaut hat.

Der Schmök­er wegen der Kürze der inter­es­san­ten, wenn auch hal­tungs­los beschriebe­nen Geschicht­en und dem guten Schreib­stil ist pass­abler Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Schneider, Helge — Arschfahl klebte der Mond am Fenster

 Bei ein­er Bekan­nten ent­deckt: Arschfahl klebte der Mond am Fen­ster…: Die Kom­mis­sar Schnei­der Romane 1 — 4 in einem Band als Klolek­türe. Die Kürze der einzel­nen Kapi­tel spricht schon für diesen Schmök­er als Klolek­türe, er ist aber nur etwas für diejeni­gen, die gedanklich stark auf die ver­schachtelte Geschichte ein­steigen. Für Gele­gen­heit­sleser, und damit als Gästek­lolek­türe, eignet sich das gute Stück eher weniger. Man braucht schlicht etwas Zeit, um über­haupt ein­steigen zu kön­nen, und die Geschicht­en selb­st sind auch nicht jed­er­manns Geschmack.
Der Schmök­er ist mit seinen mitunter witzi­gen, aber umständlichen beschriebe­nen Geschicht­en ein mäßiger Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:
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Koch, Anna und Axel Lilienblum — SMS von gestern Nacht

 Das Beste aus SMSvonGesternNacht.de ist eine laue Kopie von Texts from last night, mit­tler­weile in drei oder vier Buchaus­gaben als Rei­he ver­füg­bar. Man find­et vielle­icht auf den ersten Seit­en eine ganz witzige Minigeschichte über Leute, die missver­ständliche und missver­standene SMS-Unter­hal­tun­gen führen, aber irgend­wann zieht man bei der Lek­türe nicht mehr mit. Erfun­den oder real? Wen interessiert’s?
Der Schmök­er ist mit seinen sel­tenst witzi­gen Mini-Geschicht­en ein mäßig unter­halt­samer Begleit­er auf unserem Don­ner­balken, mit­tler­weile dürften diejeni­gen, die sowas inter­essiert, ihn auch zur Genüge ken­nen, und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Bauer, Patrick und Michael Ebert — Unnützes Wissen

“Wenn Kühe zu viele Karot­ten essen, wird die Milch rosa.”

“John Wayne hiess eigentlich Mar­i­on Mor­ri­son.”

“Das Ver­bot, im Par­la­ment zu ster­ben, wurde 2007 zum lächer­lich­sten Geset­zt Gross­bri­tan­niens gewählt”.

Das sind nur drei skur­rile Fak­ten aus dem 2008 erschienen Buch Unnützes Wis­sen: 1374 skur­rile Fak­ten, die man nie mehr ver­gisst .

Man kann pri­ma darin rum­schmök­ern, indem man das Buch ein­fach irgend­wo auf­macht und eine der 1374 Unsin­nigkeit­en liest, und es ist alle­mal unter­halt­samer als die Fernse­hzeitschrift. Lei­der hat man irgend­wann mal alle Fak­ten durch und es ver­liert kom­plett als Span­nung. Also gehört es nicht zu den Schmök­ern, die man ewig auf dem stillen Örtchen liegen lassen kann. Nichts­destotrotz ist es eine pri­ma Unter­hal­tungslek­türe für das Gäste WC. Daher von mir von fünf Rollen:

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Guten Morgen

Morgenkaffee Woch­enende in Zürich ver­bracht, ich komme erst langsam wieder auf Betrieb­stem­per­atur.

Felix Schwen­zel hat sich Gedanken gemacht, dass Blog­ger doch ihre Wer­be­links in Artikeln deut­lich ken­ntlich machen sollen. Ich meinte in diesem Zusam­men­hang:

Ich finde die Angele­gen­heit dur­chaus philosophisch, ger­ade nach der Berichter­stat­tung über Ama­zon in der Ver­gan­gen­heit. Man kann aus moralis­chen Grün­den Ama­zon gar nicht ver­linken und auf den kleinen Buch­laden um die Ecke ver­weisen. Man kann eben­so sagen, na zumin­d­est sollen meine Leser, wenn sie schon bei Ama­zon kaufen, über meinen Link dahin kom­men — das wäre dann nicht moralisch, son­dern bloß wirtschaftlich. Scheint mir aber okay zu sein. Sollte man das kennze­ich­nen? Widerum: Schaut man sich an, was gewe­sen ist, ist das wohl bess­er. Ich habe auch Leute aus dem Fee­dRead­er geschmis­sen, weil sie Kaf­feemaschi­nen­wer­bung in Artikeln betrieben haben, um an eine Kaf­feemas­chine zu kom­men. Ich zögere etwas mit Twit­ter­ern, die Fra­gen in Tweets wer­fen, die mit Affil­i­ate-Links verknüpft sind, wobei das schlicht das­selbe ist.

Als Exper­i­ment habe ich die Buchkurzbe­sprechun­gen bei Sofaschmök­er mit der­ar­ti­gen Links aus­ges­tat­tet und gekennze­ich­net.

Scheiß doch auf das Leis­tungss­chutzrecht: Der Axel-Springer-Ver­lag arbeit­et jet­zt mit Google zusam­men. Vielle­icht denken usnere Fre­unde von der CDU mal einen Min­i­mo­ment darüber nach.

Des Flusskieses Grafik­er­alp­träume.

Ulrich Horn schreibt darüber, dass der SPD die Lokalpoli­tik zur Archilles­ferse gewor­den ist.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Ab welch­er Inten­sität machen Affil­i­ate-Links einen Blog­a­r­tikel unglaub­würdig? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Zürich im Herbst

Am Woch­enende waren wir zu Besuch in der Schweiz. Und wie der Zufall es so will, haben wir auch in der Woche vor diesem Kurzurlaub Kul­turzeit angeschaut. Ange­priesen wurde die Karl der Große und die Schweiz-Ausstel­lung. Da wir zeit­ig anka­men, noch ein paar Minuten übrig hat­ten und der Ein­tritt eh in unser­er Fahrkarte mit drin war, wid­me­ten wir uns dieser Zusam­men­stel­lung im Schweiz­erischen Lan­desmu­se­um:

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Einen Blick auf die Ausstel­lung darf man schon ver­schwen­den, aber oft­mals wurde der Zusam­men­hang zwis­chen Karl dem Großen, den Ausstel­lugnsstück­en und der Schweiz nicht deut­lich. Irgend­was schien größer gemacht wer­den zu wollen. Wie auch immer, wir ver­schwan­den wieder und prome­nierten durch die Innen­stadt:

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Man muss sich schon expliz­it ein­grooven auf Zürich. Wenn man sich so wie wir blind­links ins gemenge stürzt sieht man nur teuere Einkauf­s­lä­den und Preise. Und irgend­wie denkt man die ganze Zeit, das alles gäbe es daheim eh bil­liger, wieso also den Blick ver­weilen lassen, wenn die beson­deren Hin­guck­er in den Schaufen­stern aus­bleiben?

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Aber far­blich ist Zürich recht hüb­sch in diesem Herb­st und die sich durch Zürich ziehende Lim­mat har­moniert dazu ganz vortr­e­f­flich:

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Wir waren dann dann auch noch bere­it, der Munk-Ausstel­lung eine Chance zu geben.

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Allerd­ings waren da wieder diese Ein­trittspreise auf Zürich­er Niveau. Wir ver­schoben den Besuch ein­er Munk-Ausstel­lung für’s Erste.

Tags darauf ver­sucht­en wir es noch ein­mal mit der Kun­st. Dieses Mal mit dem Muse­um Riet­berg. Aus­gestellt wur­den die teuer­sten, zeit­genös­sis­chen asi­atis­chen Kün­stler, die wir aller­samt nicht kan­nten. Daher wird­me­ten wir uns zunächst der bleiben­den Ausstel­lung. Und dort zeigte sich, dass man in der Schweiz wohl doch über so etwas wie Humor ver­fü­gen.

Wie bei dieser Zusam­men­stel­lung zum Beispiel:

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Unter diesem Schaukas­ten ste­ht geschrieben, was wir hier sehen. Ganz rechts sehen sie die Maske eines Dämons. In der Mitte, wenn Sie ihren Blick mal dort hin richt­en, sehen sie die Maske eines Dämons. Das links da ist ein alter Mann.

Stand da so. Muss man glauben. Auch bei diesen eck­busi­gen Tiere-auf-dem-Kopf-Trägerin­nen hat­ten die Deko­ra­teure sohl ihren Spaß, denke ich.

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Wieso zielt son­st die link­te auf die rechte und die rechte sinkt getrof­fen in sich?

Ver­wirrt und belustigt zogen wir wieder von Dan­nen und namen einen preis­lich akzept­ablen durch Mikrow­elle aufgewärmten Snack in der Met­zger- und Wursterei Zgraggen zu uns:

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Der gemeine Zürich­er schaute sich der­weil das Aufeinan­dertr­e­f­fen von Rud­er­mannschaften der Uni und der Tech­nis­chen Hochschule an.

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Oder man ver­speist mit­ge­brachte Brotzeit­en am Zürisee. Auch ne Möglichkeit.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Jür­gen Vielmeier emp­fiehlt 20 Fernseh-Com­e­dy-Sendun­gen. Einige alte, abgenudelte sind allerd­ings auch dabei.

Darf man auch mal drüber nach­le­sen: Ulrich Horn über die vergeigte Bil­dungspoli­tik in Deutsch­land.

Malte Weld­ing schreibt übers Aufhören und find­et kein Ende.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie viele gute Fernsehse­rien braucht der Men­sch im All­t­ag? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Bei Youtube kann man nur noch mit aktivem Google+ — Zugang kom­men­tieren. Das kommt bei jugendlichen Benutzern unge­fähr so an.

Dieser Artikel über die funk­tion von Fernsehse­rien dockt an meine Tages­frage von gestern an, wurde ger­ade von Jens Best gepostet: The way the hook us.

Jens Wein­re­ich kom­men­tiert die Ablehnung der Bewer­bung Münchens für die Olympiade 2022 durch das Volk.

Und während ich mir die Frage stelle: Wer­den wir jemals so weit sein, uns gemein­sam gegen den kap­i­tal­is­musertränk­ten Fußball zu stellen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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