Klolektüre #2 — Duve, Karen — Lexikon der berühmten Tiere
Das Sofa ist wohl nicht das einzige Plätzchen in den eigenen vier Wänden, an dem man gerne zur Lektüre greift. Auch das stille Örtchen wird gerne für einen Blick in Gedrucktes genutzt. Das hat in unseren Wänden dazu geführt, dass Gäste unseres Lokusses sicher sein können, Lesenswertes zu entdecken.
Ein Klassiker unter den Klolektüren ist das Lexikon der berühmten Tiere. Von Alf und Donald Duck bis Pu der Bär und Ledas Schwan
von Karen Duve und Thies Volker. In diesem Standardwerk [ hier eine Besprechung von Florian Felix Weyh ], bei uns in der Ausgabe von 1999 ausgelegt, wird von altertümlichen Gestalten wie den Eulen von Athen, Fabelwesen, Werbefiguren wie dem Erdalfrosch, Comicfiguren wie Fix und Foxi bis hin zu realen Tieren wie Fortunée, dem Mops der Kaiserin Josephine, so ziemlich alles abgegrast, was man bis dato selbst gerade noch in Erinnerung hat.
Es ist also durch seine Lustigkeit, durch die Erinnerungsmöglichkeit und die interessanten, neuen Geschichten der Ideale Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:




5 von 5 Sternen
Klolektüre #3 — Wischmeyer, Dietmar und Oliver Welke — Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk
… Deutsche Helden privat
, geschrieben teils von Oliver Welke, teils von Dietmar Wischmeyer, und daher teils langweilend uninspiriert und teils unterhaltsam bis höchstamüsant.
Wischmeyer hat diese Portraitform in der ARD mal vorgeführt, ungefähr so funktionieren die guten Portraits, wenn sich auch die Stilmittel ab und an wiederholen und somit dem Leser bekannt vorkommen.
Andererseits versteht es Wischmeyer, Prominente an ihrer Achillesverse, der Eitelkeit, zu treffen und sein Publikum mit einem einzigen Satz in schallendes Gelächter zu versetzen. Wie hier bei Gerhard Schröder:
Wenn Schröder morgens das Bad verlässt, dann ist er sicher, dass sein Bild im Spiegel noch minutenlang verharrt, ehe es erlischt.
Den meisten Spaß mit dem Schmöker hat man, wenn man sich eingelesen hat und die Beiträge von Welke erkennen und überspringen kann. So ist das Buch wegen halbwegs witzigem Inhalt ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich bei einer Wertung des einen Autors mit zwei und des anderen Autors mit vier von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen
Klolektüre #4 — Schröder, Atze — Und dann kam Ute
Atze Schröders erster Roman
. Abgepackt in kurze Episoden erinnert der Schmöker etwas an Und dann kam Polly und hat gefühlt denselben Plot: Charismatische Sie bringt heldenhaften und vermögenden Ihn unter ihre Fittiche. Spannungsärmer wär’s wohl nicht gegangen. Manchmal taucht unser Emsdettener Komiker aus dieser selbstverliebten Labergeschichte auf und bringt Schmunzelbares wie
Als ich beim Pinkeln in den Spiegel schaute, sah ich so fertig aus wie Helmut Schmidt nach einer Elektrozigarette.
aber, das ist rar gesät, der Witz verbleibt im Metaphorischen und wird gerne mal wiederholt für alle, die es beim ersten Mal noch nicht verstanden haben. Oder sollen so Running Gags angeleiert werden?
Der Schmöker ist wegen guter Lesbarkeit, flottem Tempo und den paar Witzchen ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen
Klolektüre #5 — de Guillaume, André — Wie man ein Genie wird
Eines dieser Exemplare ist der Schmöker Wie man ein Genie wird: Das Handbuch für angehende Überflieger
von André de Guillaume, übersetzt aus dem Englischen von Petra Trinkaus. Das Buch ergeht sich eigentlich nur in Eigenwilligkeiten und Anekdoten berühmter Männer. Das ist ganz nett zu lesen, kurzweilig, aber irgendwie nicht erhellend. Ein paar Schmunzler sind aber drin.
Er ist also durch seine Intention, die hübsche Machart und durch hin und wieder interessante Anekdoten ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:


3 von 5 Sternen

