Es war zu erwarten, dass der deutsche Ableger der Huff­in­g­ton Post eben­so wie in anderen Län­dern auch in Deutsch­land das Geschäftsmod­ell ein­set­zen möchte, Schreibern von Artikeln nichts für ihre Arbeit zu bezahlen. Das ist wohl auch genau­so einge­treten, wie dieser Link klar macht. Dem kann man direkt nichts bess­er ent­ge­genset­zen als der let­zte Kom­men­ta­tor dieses Artikels bei der Huff­po: Don’t write for free!

Es ist nichts anderes als die hässliche Seite des amerikanis­chen Traums: Das vage und ohne Ver­ant­wor­tung aus­ge­sproch­ene Ver­sprechen, dass man für die geleis­tete Arbeit möglicher­weise in der Zukun­ft etwas gewin­nt, während der Traumver­sprech­er direkt seinen Gewinn daraus zieht. Und die Leute, die so etwas betreiben sind moralisch schon so verküm­mert, dass sie keine Skru­pel in diesen Din­gen mehr ken­nen.

Macht doch jed­er. Funk­tion­iert doch pri­ma in Ameri­ka, dann kann es woan­ders nicht falsch sein. Kann es doch.

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Morgenkaffee

Ja, sie hätte gewarnt sein sollen, als Merkel ihr ihr voll­stes Ver­trauen aus­ge­sprochen hat. Jet­zt ist es also doch noch passiert: Die FDP ist aus dem Bun­destag geflo­gen, dafür währe beina­he die Ein-The­men-Partei AfD ins Par­la­ment einge­zo­gen. Ein wenig Span­nung saß dem­nach wohl im gestri­gen Wahlabend. Schon liest man bei der Springer-Presse die ersten Artikel, wieso man die FDP unbe­d­ingt braucht und beim ZDF ent­blödet sich der Ter­ror Teveßen nicht, unbe­d­ingt schwarz-grün zu fordern — weil Klein­part­ner der CDU ja immer so erfol­gre­ich aus den Koali­tio­nen raus­ge­hen. Als ob die Medi­en nicht die Ein-The­men-Partei groß gemacht hät­ten und sich vielle­icht bess­er mal in Zurück­hal­tung üben soll­ten, was poli­tis­che Empfehlun­gen ange­ht.

Ste­fan Nigge­meier fordert eine Diskus­sion über die 5‑Prozent-Hürde.

Markus Beckedahl sieht im Wahlergeb­nis einen schwarzen Tag für Deutsch­lands Net­zpoli­tik.

Und während ich mir die Frage stelle: Würde der Fall der 5‑Prozent-Hürde das spon­tane Hochkom­men unberechen­bar­er Parteien im Zaum hal­ten? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Morgenkaffee

Ein schwarz-grünes Bünd­nis auf Bun­de­sebene kön­nte schon an Horst See­hofer scheit­ern. Der führte auch als Gründe “die Ver­gan­gen­heit von Jür­gen Trit­tin und Volk­er Beck” an und spielt damit auf Pädophilie-Vor­würfe an. Nur mal, um anzuzeigen, auf was für einem Niveau Horst See­hofer da unter­wegs ist: Horst See­hofer gehörte zu den­jeni­gen, die gegen die Straf­barkeit der Verge­wal­ti­gung in der Ehe ges­timmt haben.

Das ist lustig: Tomor­row-Focus-CEO Toon Bouten kanzelt die Kri­tik an der Huff­in­g­ton-Post-Strate­gie, oft­mals auf unbezahlte Schreiber­linge zurück zu greifen, damit ab, dass dies eine deutsche Debat­te sei. So war das damals auch in Eng­land, als man auf Pro­duk­te “Made in Ger­many” drauf­schrieb und damit unge­wollt einen Qual­itätsstem­pel erfand. Am 10. Oktor­ber soll die Huffin­gotn Post samt Auf­se­hen erre­gen­der Her­aus­ge­ber­per­son­alie starten, ganz neu, ganz anders, ganz bere­ich­ernd, bla, bla, bla.

Eine inter­es­sante Zusam­men­fas­sung gibt es beim Deutsch­land Radio.

Und während ich mir die Frage stelle: Was macht eigentlich Uli Wick­ert ger­ade? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Morgenkaffee

Ron­ny Blaschke schreibt darüber, wie es ist, als Jounal­ist vom Ver­fas­sungss­chutz beobachtet zu wer­den.

Eric T. Hansen hat sich wieder mit einem Muskel­spiel zu Wort gemeldet. Die USA hät­ten im Ver­gle­ich mit Deutsch­land das bessere Parteien­sys­tem. Ja, und? Dafür haben wir halt einen Rechtsstaat.

Diverse Kul­turschaf­fende hal­ten fest, was von Mar­cel Reich-Ran­ic­ki medi­al geblieben ist, und was man ihm ver­dankt.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum müssen die Amis immer so oft sich ihrer ange­blichen Stärke ver­sich­ern? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Das passt ja wieder schön zueinan­der. Das Auto­haus Simon ver­anstal­tet aber­mals eine Akademie oder wie immer deren Redewese dies­bezüglich auch ist und der ein­ge­ladene Ref­er­ent doziert über ein ange­blich­es Kaufver­hal­ten heutiger Kun­den. Die Quint-Essenz ist so etwas wie: Kun­den informieren sich vor dem Kauf eines Pro­duk­tes über die Qual­ität des Pro­duk­tes und fra­gen andere, die das Pro­dukt gekauft haben, was sie davon hal­ten. Ganz neues Ver­hal­ten, würde ich auch sagen. Und weit­er:

Mod­erne Ser­vices ori­en­tieren sich am gesamten Kauf­prozess und holen den Kun­den stets dort ab, wo er sich ger­ade befind­et. Das gilt für externe Kanäle wie Face­book, YouTube und Twit­ter genau­so wie für eigene Kanäle wie Blogs, Foren oder Chats. So wirken Ser­vices im Kauf­prozess umsatzfördernd.

Kürzt man da alle PR-Metaphorik raus, geht es im Kern nur um ein ein­lul­len­des Verkauf­s­ge­spräch, das man anstreben soll. Inter­es­san­ter Weise meint man beim Dum­my-Mag­a­zin bezüglich der Aus­rich­tung genau das Gegen­teil:

„Den Leser dort abholen, wo er ste­ht“: Dieses schau­rige Bild wird von Medi­en­leuten gern ver­wen­det, um ihre Arbeit zu beschreiben. Das heißt: Bitte nur das liefern, was nicht weh tut, nicht aufregt, nicht zum Nach­denken anregt. Der Leser, diese volatile Krea­tur, darf näm­lich nicht zu sehr gefordert wer­den, son­st kündigt er wom­öglich das Abo. Wir haben in den ver­gan­genen zehn Jahren genau die gegen­teilige Erfahrung gemacht.

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