Morgenkaffee Ach so, die NSA und der GCHQ ĂŒberwachen uns gar nicht. Meint zumindest Ronald Pofalla. Wozu dann ein No-Spy-Abkommen mit den USA? Kein Kommentar. Muss man halt alles glauben und nicht hinterfragen.

Vielleicht empfliehlt Michael Spreng auch hier, was er zu Horst Seehofer empfiehlt: Einfach nicht mehr hinhören.

Dave Winer meint unterm Strich, solche Nebelkerzen seien nur der Versuch, den grĂ¶ĂŸten Skandal seit Watergate zu vertuschen.

Und wĂ€h­rend ich mir die Frage stel­le: WĂŒrde die CDU wohl radikal in ihrer Ansicht ĂŒber Datensicherheit umschwenken, wenn sie in der Opposition landet? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Es ist schon etwas her, dass ich in Damme gewesen bin. Es muss so Mitte-Ende der 90er gewesen sein. Damals fanden dort die schulischen Tage religiöser Orientierung, eine fĂŒr viele eher alkoholisierte Selbstfindung, statt. Außerdem ist Damme ja fĂŒr seine Karnevalsveranstaltung bekannt, aber deswegen bin ich dort nie hingefahren. Als ich hörte, dass Christian Steiffen dort auftritt, dann sah, dass der Eintritt bei 5€ liegt, war das Hinfahren eine ausgemachte Sache.

Allerdings war die Hinfahrt schon einstimmend, denn die Wegbeschreibung der Rahmenveranstaltung „Kunst hĂ€lt Hof“ ging etwa so: Bis zur Hufeisenstraße, dann noch einige hundert Meter und Kurven. Kein Orientierungspunkt, keine weitere Richtung, nĂŒscht. Einige hundert Meter ĂŒber Kurven hinweg inmitten von ununterscheidbaren Wiesen und Feldern. Man hĂ€tte auch Hannover so ausweisen können. Ich bog einfach am Ende der Straße links ab und fand auf gut GlĂŒck eine Reihe abgestellter Autos. Das konnte in Damme an einem Freitagsommerabend wohl nichts anderes sein.

Sicherheitshalber fragten wir am Eingang einer Scheune, ob hier die Musik spiele. Man lachte, stempelte unsere Handgelenke und wir manövrierten uns ĂŒber den Bauernhof zu einer Menschenansammlung, ja, wie soll ich sagen –

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Kennen Sie so Tatorte oder alte TKKG-Folgen, bei denen eine Gartenparty kunstaffiner BildungsbĂŒrger eingebaut wird, und man das GefĂŒhl hat, fĂŒr passend viele Komparsen war wohl kein Geld da? Ich dachte ja, solche Partys seien reine Erfindungen fĂŒr’s Fernsehen. So eine Party war das. Das dies ein großartiger Abend werden wĂŒrde, stand schon jetzt fest.

Vor mir stand ein junger Mann mit KameraumgehĂ€nge. Das musste die Lokalpresse sein. Ich fragte ihn geraderaus, ob er von der NOZ mir erklĂ€ren könnte, wieso hier nicht so viel Publikum sei. Das war schon mal ein Tiefschlag. Er kam gar nicht von der NOZ. Er kam von der OV, der Oldenburger Volkzeitung, der Zeitung fĂŒr’s Oldenburger MĂŒnsterland. Und erklĂ€ren durfte dann ich ihm, wer Christian Steiffen ist, dass er OB-Kandidat in OsnabrĂŒck sei, dass zwei Filme mit seiner Musik im Herbst starteten, dass hinter uns ein Regisseur stĂŒnde, der gleich fĂŒr ein Musikvideo mitfilmte.

Viel weiter kamen wir gar nicht, denn der Gastgeber schwang sich auf die BĂŒhne, meinte, reden könne er gar nicht, und stellte dann die einzelnen KĂŒnstler und ihre Kunstform vor, und wo man hier auf dem Bauernhof ihre ausgestellten Werke finden könne. Gegen die Situationskomik des LĂ€ndlichen hat man, wenn man zuhört, dann auch keine Chance mehr:

Ja, die X macht dies und das und sie hÀngt dort in der hinteren alten Scheune an der Wand mit den Schweinen.

SpĂ€testens jetzt hĂ€tte es mich nicht mehr verwundert, wenn Inga LĂŒrsen um die Ecke genörgelt wĂ€re. Stattdessen kam derjenige, auf den die meisten gewartet hatten, mit Barcadi-Cola ausgestattet auf die BĂŒhne

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und hatte sein Publikum, das sich um die BĂŒhne versammelt hatte, und nach direkter Ansprache auch die sitzengebliebenen Provinzkunstinteressierten, voll im Griff:

Christian Steiffen ist ein Geschenk fĂŒr OsnabrĂŒck.

FĂŒr’s Umland natĂŒrlich auch. Die Schlagerparodie mit maffayschen AnklĂ€ngen ist einerseits die gewĂ€hlte und inzwischen schon fast gelebte Ausdrucksform des KĂŒnstlers Hardy Schwetter. Hinzu kommt allerdings auch die Persönlichkeit Schwetters, der ungemein charmant und diszipliniert auftritt, d.h. nie aus seiner Rolle fĂ€llt, und trotz der zur Schau gestellten Selbstverliebtheit der Figur Christian Steiffen nie verbirgt, wie ausnahmslos respektvoll und höflich er seine Umgebung behandelt.

Was ich damit meine, sieht man am besten in einem Video, das wĂ€hrend des Kirchentages aufgezeichnet wurde: Darin trollt Schwetter als Elvis-Parodie durch die belebte OsnabrĂŒcker Innenstadt. Als ein kleiner Junge ihn anhĂ€lt und wissbegierig fragt, wer denn Elvis ĂŒberhaupt sei, geht Schwetter gleich auf Augenhöhe zum Jungen in die Knie, nimmt die große, bunte Brille ab und versucht ohne den Akzent der eigentlich gespielten Figur in einfachen Worten die Frage passend zu beantworten. Ein richtig großer Moment.

Eine Stunde lang verzaubert Christian Steiffen an diesem Abend die ĂŒberraschten Kunstinteressenten und versorgt gleichzeitig die Bloßkonzertteilnehmer teils mit Partyspaß und Partybalsam, denn es finden sich auch eingefleischte Schlagerliebhaber am BĂŒhnenrand. Christian Steiffen ist eben einer fĂŒr alle. Oder um es mit seinen Worten zu sagen: Ich fĂŒr Uns.

[ Christian Steiffen und das Original Haseland-Orchester, aktuelle Tour: „Ich komme!“, auf der Veranstaltung „Kunst hĂ€lt Hof“, Damme, 9. August 2013, etwa 160 Zuschauer ]

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… eignet sich fĂŒr IVZ-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Klaus Rieping offenbar besser, um Kritik an seiner Zeitung zu Ă€ußern und darauf zu antworten. Und damit entschuldigen Sie bitte, dass ich mich so spĂ€t erst melde, ich musste noch eben in den Keller an meine strategischen Popcorn-VorrĂ€te. Das hĂ€tten die damals dem Jasper mal vorschlagen sollen: Sich in der Kneipe treffen, statt in der Öffentlichkeit den Doktor zu palavern.

Es war also zu erwarten, dass die IVZ irgendwie auf die Kritik von gestern reagiert. Sie tun es in Person des GeschĂ€ftsfĂŒhrers innerhalb der Facebook-Gruppe und wiegeln ab. Man habe

die Facebook-Autorin telefonisch gebeten, diesen Beitrag zu löschen. Ferner haben wir sie darauf hingewiesen, dass wir im Wiederholungsfall den Zugang der Quelle sperren werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Man hat demnach wohl nicht mit rechtlichen Schritten gedroht und nicht Details aus dem Facebook-Profil der Angerufenen vorgelesen. Das könnte dann bestimmt derjenige bezeugen, der das GesprÀch neben der Angerufenen mitgehört hat.

Des weiteren:

Die IVZ und unsere Marketingleiterin Christina HĂŒsken hat sich zu keiner Zeit so verhalten, wie es ihr / uns im Kopf dieses Forums unterstellt wird. Wir haben mit dem schlichtesten Mittel geantwortet, dass uns zur VerfĂŒgung steht: Dem persönlichen GesprĂ€ch!

Wir können auch anders, Freunde der Nacht! Man hĂ€tte z.B. die VG Wort einschalten können, um Schadensersatz fĂŒr den kopierten Artikel einzufordern. Und außerdem:

von der IVZ ist bis zum heutigen Tag noch niemand „abgemahnt“ worden!

Naja, wenn die Angerufene sich nicht das ganze Telefonat eingebildet haben sollte, dann kommt der eingerÀumte Inhalt einer Abmahnung doch sehr nahe:

Eine Abmahnung (umgangssprachlich auch Abmahnschreiben) ist die formale Aufforderung einer Person an eine andere Person, eine bestimmte Handlung oder ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen. […] Die Abmahnung im Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht muss eine Schilderung des beanstandeten Sachverhalts, einen damit verbundenen Hinweis auf einen Rechtsverstoß, eine Aufforderung zur Unterlassung innerhalb angemessener Frist und die Androhung rechtlicher Schritte enthalten.

Die Diskussion in der Gruppe ist inzwischen ein Kampf um Deutungs- und Redehoheit. Es wirkt sicherlich etwas merkwĂŒrdig, dass die IVZ bei einem von Wenigen und inzwischen im Facebook-Strom untergegangenen Eintrag gleich zum Telefonhörer greift, wĂ€hrend man ArtikelĂŒbernahmen auf Seiten von Parteien, Politikern und Sportvereinen seit langem duldet. Es liegt aber in ihrem Ermessen, so zu verfahren.

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