Moin

Morgenkaffee

Ste­fan Schultz, Vanes­sa Stein­metz und Chris­t­ian Teevs sehen im Ausverkauf der Printsparte beim Axel-Springer-Ver­lag irgen­det­was zwis­chen Abschied vom Jour­nal­is­mus bei Springer und Unter­gang des jour­nal­is­tis­chen Abend­lan­des. Höhep­unkt ist wohl, dass sich Springer-Ver­lags­man­ag­er Wiele hin­stellt und meint, man habe die abgestoße­nen Blät­ter in ein gutes neues Zuhause abgegeben. Die aufnehmende Funke-Medi­en­gruppe hat­te erst vor kurzem die West­falen­post aus­ge­höhlt und sitzt nun laut Michael Konken, dem Vor­sitzen­den des Deutschen Jour­nal­is­ten­ver­ban­des, auf 1,5 Mrd. € Schulden. Im Gegen­zug, so Vor­stand­schef Döpfn­er, wolle man nun bei der “Blödzeitung” und bei “Die Welt” in Jour­nal­is­mus investieren. Ja, genau.

Evge­ny Moro­zov freut sich in der FAZ darüber, dass die Europäer aus ihrer ver­schlafe­nen Ameri­ka-Gläu­bigkeit aufgewacht sind. Das Ver­ständ­nis des Inter­nets sieht er als in den Grund­festen erschüttert.

Die zuständi­ge Staat­san­waltschaft möchte in Whistle­blow­er Bradley Man­ning keinen Whistle­blow­er sehen, son­dern einen Ver­räter. Nut­zlos­er Ver­such. Er wird wohl Mär­tyr­er werden.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat sich Springer nicht schon vor Jahren vom Jour­nal­is­mus ver­ab­schiedet? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Jürgen Kehrer — Und die Toten lässt man ruhen

wilsberg1996

23 Jahre nach dem Erscheinen des Buch­es und 18 Jahre nach der Ver­fil­mung war es mal an der Zeit, den ersten Wils­berg unter die Lupe zu nehmen — wenn man schon ein­mal dabei ist, Mün­ster­land-Krim­is zu lesen.

Ein psy­chisch angeschla­gen­er Mann aus Nord­walde beauf­tragt den Münz- und Brief­marken­händler Georg Wils­berg, der zusät­zlich als Detek­tiv arbetet, den ver­meindlichen Selb­st­mord seines Brud­ers vor 11 bzw. 16 Jahren zu unter­suchen. Wils­berg kommt einem Kor­rup­tion­sskan­dal auf die Spur und löst das Geheim­nis um den fin­gierten Selbstmord.

Im Buch wird die Geschichte ab und an mit etwas Lokalkolorit deko­ri­ert, die Auflö­sung kommt schließlich aber etwas aus heit­erem Him­mel. Zum Mitrat­en oder ‑fiebern ist das nichts.

Der Film hat außer ein­er Ver­fol­gungs­jagd durch die Innen­stadt und ein paar älteren Häusern wenig Lokalkolorit zu bieten, dafür spie­len die großar­tige Hans-Mar­tin Sti­er, Ste­fan Wim­mer und Hein­rich Schafmeis­ter mit, let­zter­er der einzige, der in fol­gen­den Wils­berg-Fil­men wiederzuse­hen ist. Joachim Król spielt eigentlich so wie immer. Der Auf­tragge­ber und seine Nichte wer­den als psy­chisch angeschla­gen­er dargestellt als im Buch, was etwas über­zo­gen wird. Der böse Kom­mis­sar wird auch etwas anders dargestellt. Anson­sten entspricht der Film in vie­len Din­gen der Vorlage.

Alles in allem: Harm­lose Unter­hal­tung, die man schnell vergisst. 

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