Neulich durften ein Kollege und ich auf Tagung nach Berlin. Alles groß, alles etwas erdrückend dort und man kommt kaum dazu, ordentlich was zu sehen, wenn man nicht gerade auf Urlaub ist, sondern zu Geschäftsbesprechungen muss. Immerhin sieht es im Osten teilweise so aus, als wäre die Wende noch im Gange. Da wird wenig gemacht. Dafür riesige Cafés, solche Größen könnten sich Cafébetreiber außerhalb Berlins niemals leisten. Der Osten ist inzwischen ja sowieso von beiden Teilen Berlins der interessantere, wenn Sie mich fragen.

Enttäuschend ist dagegen die Berliner Küche: Also, für sowas wie ein Berliner Schnitzel brauchen Sie aber echt mal einen guten Magen.

Das Schlimmste sind aber die gnadenlos günstigen Fastfoodbuden: Die berühmte Berliner Currywurst ist eine halbgare Bratwurst in Ketchuptunke. Die Bratwurst an der Ecke für 1,25€, den Döner für 2€ – da wissen Sie, dass das Tier, was da drin ist aber auch nie das Tageslicht gesehen hat. Da möchten Sie auch nicht wissen, wo das Billigfleisch herkommt. Auf den Straßen Berlins interessiert das niemanden, Hauptsache billig. Das freut die Touris aus der Provinz.

Immerhin war das Parken günstig: 50 Cent für eine halbe Stunde – günstiger als daheim. Aber unter uns, Sie wissen schon: Beeindruckend ist anders,

ihr Philibb
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muensterlandistabgebrannt Ganz schön verdienstvoll, wie Jürgen Kehrer, der Erfinder der Wilsberg-Reihe im ZDF, das Münsterland in den Blickpunkt der deutschen Kriminalliteratur rückt. Münsterland ist abgebrannt ist der Auftakt einer neuen Münsterlandkrimireihe und kommt schon mal näher in unserer Richtung als andere Münsterlandkrimis.

Der Plot ist eine Biopiraterie-Geschichte zwischen Nordwalde, Altenberge, Spitzbergen, Münster und Lengerich. Dass der milionenschwere Besitzer eines Unternehmens aus Lengerich auch in Lengerich wohnt, kommt mir zwar etwas merkwürdig vor, aber lassen wir das der dichterischen Freiheit. Dass die dauergeile Asiatin ausgerechnet aus dem chinesischen Dörfchen kommt, das in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt, dann aber so gar nichts mit der Geschichte zu tun hat – etwas irritierend. Dass im Altenheim das Maikäfer-flieg-Lied in einer Zeile zu „Münsterland ist abgebrannt“ umgedichtet wird, ich mag’s mir nicht vorstellen.

An den besten Stellen ist dies ein Regionalkrimi, der sich sprachlich und inhaltlich von anderen Repräsentanten seines Genres wohltuend abhebt, an schlechteren eine uninspirierte Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die den Leser aus der Geschichte reißen. Für trübe Sommerregentage aber eine willkommene Abwechslung, nicht nur für Leute aus der Region.

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