Kirmesbierverordnung

Heut‘ morgen, da treff ich doch beim Baumarkt auffem Parkplatz Hoppe-Wielages Eugen von Liegenschaftsamt. Den kenn ich ja noch von früher. Da konnste früher gut aufn Freitagmittag hinkommen, da wurde dicht gemacht, Schalusien runter, Pulle Schluck aufn Tisch und dann raus die Karten. Heutzetage is ja der Freitag ein ganz normaler Arbeitstag. Soweit isses schon gekommen. Aber das wollte ich ja gar nicht erzählen.

Jedenfalls, wo war ich? Ach ja, wie ich Hoppe-Wielages Eugen treffe. Da treffe ich also den Hoppe-Wielages Eugen vom Liegenschaftsamt und frag so: „Ja, sachma, Eugen, wie kann das denn angehn, dass da die Richter der Stadt so die Hosen runterziehen mit die Kirmesgebühren? Als ob die Verordnungen noch während der Kirmes nach zu viel Kirmesbier zusammengetackert worn wärn. Avanti dilettanti oder was?“

– „Na, so war das ja nicht“, meinte der Eugen.

„Wie?“

– „Na, es ist jetzt nicht so, dass da niemand bei der Stadt wusste, dass das so nicht geht…“

„Und warum hat da niemand was gesagt?“

– „Da hat schon der Zuständige immer was gesagt. Aber der Zuständige in einer Verwaltung hat nicht immer das letzte Wort. Es kann immer noch jemand kommen, der weniger Bescheid weiß, aber auf einer höheren Stufe sitzt, und dann wird durchregiert.“

„Und dann lassen die sich verklagen, ob wohl sie wissen…“

– „Ach“, winkt Eugen ab, „so funktioniert halt Verwaltung heute. Irgendwie werden die jetzt halt anderswo Kirmesgebühren anheben. Da finden die schon was. Die Taktik wäre ja auch locker durchgekommen, wenn da nicht irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, sein gutes Recht einzufordern.“

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