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Michael Spreng mok­iert sich etwas, dass Dieter Thomas Heck zum wieder­holten Mal die Anek­dote, wie er einst seine dama­lige Frau fast umge­bacht hat, zum Besten gibt.
Das gibt mir die Gele­gen­heit etwas darüber nachzu­denken, wo eigentlich die Gren­ze ist zwis­chen ein­er mak­aberen Befas­sung mit einem The­ma und Pietät­losigkeit.
Ich habe hier vor weni­gen Tagen diverse Tötungs­de­lik­te in mein­er Heimat­stadt salopp aufge­führt, weil es mir vorkommt, als ob vie­len Men­schen sehr leicht das Töten eines anderen Men­schen in der betr­e­f­fend­en Stadt als akzept­abel erscheint. Vielle­icht ist das in anderen Städten eben­so der Fall, mir kommt es gehäuft vor. Um das vorzubrin­gen, habe ich provozierend die Einzelfälle beschrieben, als seien sie etwas humor­volles. Von den Opfern war keine genaue Rede, insofern scheint mir das Vorge­hen gren­zw­er­tig, wegen mir mak­aber, aber akzept­abel.
Weniger akzept­abel erscheint es mir, wenn die lokale Zeitung den ersten Bericht über ein Tötungs­de­likt so schreibt, als han­dele es sich um eine fik­tive Krim­igeschichte. Das passt nicht in meine Vorstel­lung ein­er ser­iösen Berichter­stat­tung, deren Ziel­gruppe — im Gegen­satz zu meinem Blog — auch Ange­hörige umfasst. Das würde ich als geschmack- und pietät­los ein­stufen.
Bei diesem Tötungs­de­likt hat der Täter der Polizei gegenüber zunächst angegeben, es han­dle sich um Tötung auf Ver­lan­gen, wobei es sich schlicht um kalt­blüti­gen Mord gehan­delt hat. Solch­es Ver­hal­ten würde ich als anstands- und pietät­los werten, um es von geschmack- und pietät­losem Ver­hal­ten abzu­gren­zen.

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