Guten Morgen

Morgenkaffee Katrin Schus­ter kri­tisiert die aktuelle Büch­er-Best­seller-Liste anhand der ersten Sätze der Büch­er. Mehr sollte man wohl auch nicht unbe­d­ingt lesen.
Aman­da Knox ist in Ital­ien vom Vor­wurf, ihre Mit­be­wohner­in ermordet zu haben, aus Man­gel an Beweisen freige­sprochen wor­den. Wie Zeitungs­berichte aus­ge­se­hen hätte, wenn sie nicht freige­sprochen wor­den wäre, zeigt ein aus Verse­hen online gegan­gener Bericht der englis­chen Dai­ly Mail.
Ben Beck­er spricht darüber, dass man in Deutsch­land als Schaus­piel­er nur dann gut im Geschäft ist, wenn man mit dem Strom schwimmt.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die deutsche Lit­er­aturbest­sellerliste bald genau­so unbe­deu­tend wie deutsche Musikcharts? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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Was ich noch sagen wollte zu… Herles’ verstaubtem Sofa

Man kann ja seit einiger Zeit mit Inter­esse beobacht­en, wie das ZDF eine Lit­er­atursendung nach der anderen vergeigt, wenn es darum geht, einen Nach­fol­ger für das Reich-Ran­ick­is Lit­er­arisches Quar­tett oder auch nur für Hei­den­re­ichs Lesen! zu finden.
Dieses Mal hat man sich wohl gedacht: Wir brauchen auch so eine Sendung wie druck­frisch, bloß bieder­er. Und so kam Wolf­gang Her­les die Auf­gabe zu, eine hippe Sendung im Haupt­pro­gramm des ZDF zu machen. Her­aus­gekom­men ist ein unaus­ge­goren­er Schmu, der es wed­er ver­ste­ht, Lit­er­atur mit Niveau zu ver­mit­teln, noch zu unter­hal­ten. Her­les doziert angestrengt über irgendwelche Büch­er, wobei der Leser mit der Frage im Stich gelassen wird, wonach Her­les eigentlich sucht, nach welchen Kri­te­rien er lobt oder tadelt. Eine Sendung ohne Potential.
Ich stolpere ger­ade über­haupt nur über die Sendung, weil ich mir das neue Ausse­hen der FAZ-Inter­net­seite zu Gemüte führe. Dabei springt mir eine aktuell scheinende, lobende “Früh”-Kritik der Sendung ins Auge, die auf der Feuil­leton-Seite aktuell erscheint, aber doch schon knapp 3 Wochen alt ist. Ähn­lich ver­staubt wie das blaue Sofa.

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Das vergeigte Fernsehpreis bei RTL

Vor Jahren habe ich Sat1 mal aus mein­er Liste im Fernse­hen ein­pro­gram­miert­er Sender genom­men. Das ewige Hartz-IV-Fernse­hen ging mir auf den Zeiger: Fernse­hen über Hartz-IV-er für Hartz-IV-er von geisti­gen Hartz-IV-ern ist für denk­ende Men­schen ein­fach nicht erträglich und deprim­ierend. RTL habe ich nicht geschaut, aber auch nicht gelöscht. Trotz­dem ver­schwand es müh­e­los und ohne, dass man irgen­det­was ver­mis­ste, von der Bildfläche.
Sowas entwöh­nt einen als Fernse­hzuschauer etwas von der Boden­losigkeit des Niveaus, dass sich im Pri­vat­fernse­hen hier und da bre­it gemacht hat. Das habe ich erst let­ztens gemerkt, als ich beim Zap­pen zufäl­lig bei n‑tv stoppte, weil Peter Klöp­pel da war. Und was die Mod­er­a­tionsat­trappe, die Klöp­pel da zu inter­viewen ver­suchte, Klöp­pel fragte, das sagt so unheim­lich viel:

Wie feiern Sie eigentlich dieses Jahr den 11. September?

Da braucht man keine Scherze mehr machen: Das ist die Dis­qual­i­fika­tion ser­iösen Jour­nal­is­muss­es. Gut, ok, wir sprechen über n‑tv, nicht über ser­iösen Jour­nal­is­mus. N‑tv sind schließlich auch die, die ihren Prak­tikan­ten nicht unbe­d­ingt Kohle zahlen, und sich über bezahlte Prak­ti­ka aufre­gen, oder so. Wie soll da das Pro­gramm auch groß aussehen?
N‑tv-Mut­tersender RTL hat nun bei der Sendung zum Fernseh­preis 2011 etwas geschafft, das irgend­wie neu ist: Die Fernsehkri­tik­er haben bei dieser Sendung der­art keinen Bock mehr auf die niveaulose Machart der Sendung, dass sie ihre ern­sthafte Kri­tik inhaltlich abbrechen. Ste­fan Nigge­meier belässt es bei der Betra­ch­tung des pietät­slosen Totenge­denkens in der Sendung, Hans Hoff hängt die Sendung an der Klatschtante von RTL auf und klam­mert sich an Oliv­er Pocher. Die Sendung war so schlecht, dass Pocher als Qual­itäts­fernse­hen durchgeht.
Vor einiger Zeit hat die RTL-Chefin Kri­tik am Pro­gramm­niveau ihres Senders damit abge­tan, dass die Zuschauer es ange­blich so wollen. Das scheint Kri­tik den Boden unter den Füßen wegziehen zu lassen. Inzwis­chen ist man wohl so kri­tik­be­fre­it, dass man gar nichts mehr an sich her­an kom­men lässt. Baller­man­n­fernse­hen ohne Alkohol.
Aber gut: Ich schaue RTL schon lange nicht mehr.

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