Was den Bloggern Zitate der FAZ kosten

Ich habe ja schon ein­mal geschrieben, dass es riskant sein kann, ein­fach als Blog­ger wie Google Kurzzi­tate der Frank­furter All­ge­meinen Zeitung zu ver­wen­den. Denn dort meint man, dass selb­st Zitate in einem recht­mäßi­gen Umfang gerne bezahlt wer­den sollen. Was man dadurch auch sagt, ist: Jed­er noch so kleine Satz der FAZ besitzt eine schützenswerte Schöp­fung­shöhe. Das bedeutet für Blog­ger, dass sie, wenn sie mal so eine kurze Inhalt­sangabe eines FAZ-Textes übernehmen, so wie Google das macht, sat­te 170 € an die Hauszeitung der Deutschen Bank über­weisen sollen.
Ja, und warum soll man nach Auskun­ft der Zeitung Zitate dieser Zeitung für so viel Geld ver­wen­den? Schlicht jed­er Text gewönne

an Akzep­tanz durch diesen attrak­tiv­en Con­tent

Tja, was immer das genau heißt, in ver­ständlichem Deutsch lässt es sich ein­fach nicht mehr aus­drück­en, so mod­ern ist das.
Also lieber Hände weg von der FAZ. Und wer eine Alter­na­tive sucht, sollte sich mal in die NZZ rein­le­sen.
Aktu­al­isierung 30.01.2012
Inzwis­chen ist die Darstel­lung auf der Seite der FAZ so, dass unter einem zu bezahlen­den Text ein Drit­tel eines Gesamt­textes ver­standen wird, der im Zusam­men­hang zitiert wird. Somit sind Kurzzi­tate auch in der Darstel­lung der FAZ okay, wenn auch diese Darstel­lung stark nach juris­tis­chem Schnickschnack klingt.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Katrin Schus­ter kri­tisiert die aktuelle Büch­er-Best­seller-Liste anhand der ersten Sätze der Büch­er. Mehr sollte man wohl auch nicht unbe­d­ingt lesen.
Aman­da Knox ist in Ital­ien vom Vor­wurf, ihre Mit­be­wohner­in ermordet zu haben, aus Man­gel an Beweisen freige­sprochen wor­den. Wie Zeitungs­berichte aus­ge­se­hen hätte, wenn sie nicht freige­sprochen wor­den wäre, zeigt ein aus Verse­hen online gegan­gener Bericht der englis­chen Dai­ly Mail.
Ben Beck­er spricht darüber, dass man in Deutsch­land als Schaus­piel­er nur dann gut im Geschäft ist, wenn man mit dem Strom schwimmt.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die deutsche Lit­er­aturbest­sellerliste bald genau­so unbe­deu­tend wie deutsche Musikcharts? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Was ich noch sagen wollte zu… Herles’ verstaubtem Sofa

Man kann ja seit einiger Zeit mit Inter­esse beobacht­en, wie das ZDF eine Lit­er­atursendung nach der anderen vergeigt, wenn es darum geht, einen Nach­fol­ger für das Reich-Ran­ick­is Lit­er­arisches Quar­tett oder auch nur für Hei­den­re­ichs Lesen! zu find­en.
Dieses Mal hat man sich wohl gedacht: Wir brauchen auch so eine Sendung wie druck­frisch, bloß bieder­er. Und so kam Wolf­gang Her­les die Auf­gabe zu, eine hippe Sendung im Haupt­pro­gramm des ZDF zu machen. Her­aus­gekom­men ist ein unaus­ge­goren­er Schmu, der es wed­er ver­ste­ht, Lit­er­atur mit Niveau zu ver­mit­teln, noch zu unter­hal­ten. Her­les doziert angestrengt über irgendwelche Büch­er, wobei der Leser mit der Frage im Stich gelassen wird, wonach Her­les eigentlich sucht, nach welchen Kri­te­rien er lobt oder tadelt. Eine Sendung ohne Poten­tial.
Ich stolpere ger­ade über­haupt nur über die Sendung, weil ich mir das neue Ausse­hen der FAZ-Inter­net­seite zu Gemüte führe. Dabei springt mir eine aktuell scheinende, lobende “Früh”-Kritik der Sendung ins Auge, die auf der Feuil­leton-Seite aktuell erscheint, aber doch schon knapp 3 Wochen alt ist. Ähn­lich ver­staubt wie das blaue Sofa.

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Das vergeigte Fernsehpreis bei RTL

Vor Jahren habe ich Sat1 mal aus mein­er Liste im Fernse­hen ein­pro­gram­miert­er Sender genom­men. Das ewige Hartz-IV-Fernse­hen ging mir auf den Zeiger: Fernse­hen über Hartz-IV-er für Hartz-IV-er von geisti­gen Hartz-IV-ern ist für denk­ende Men­schen ein­fach nicht erträglich und deprim­ierend. RTL habe ich nicht geschaut, aber auch nicht gelöscht. Trotz­dem ver­schwand es müh­e­los und ohne, dass man irgen­det­was ver­mis­ste, von der Bild­fläche.
Sowas entwöh­nt einen als Fernse­hzuschauer etwas von der Boden­losigkeit des Niveaus, dass sich im Pri­vat­fernse­hen hier und da bre­it gemacht hat. Das habe ich erst let­ztens gemerkt, als ich beim Zap­pen zufäl­lig bei n‑tv stoppte, weil Peter Klöp­pel da war. Und was die Mod­er­a­tionsat­trappe, die Klöp­pel da zu inter­viewen ver­suchte, Klöp­pel fragte, das sagt so unheim­lich viel:

Wie feiern Sie eigentlich dieses Jahr den 11. Sep­tem­ber?

Da braucht man keine Scherze mehr machen: Das ist die Dis­qual­i­fika­tion ser­iösen Jour­nal­is­muss­es. Gut, ok, wir sprechen über n‑tv, nicht über ser­iösen Jour­nal­is­mus. N‑tv sind schließlich auch die, die ihren Prak­tikan­ten nicht unbe­d­ingt Kohle zahlen, und sich über bezahlte Prak­ti­ka aufre­gen, oder so. Wie soll da das Pro­gramm auch groß ausse­hen?
N‑tv-Mut­tersender RTL hat nun bei der Sendung zum Fernseh­preis 2011 etwas geschafft, das irgend­wie neu ist: Die Fernsehkri­tik­er haben bei dieser Sendung der­art keinen Bock mehr auf die niveaulose Machart der Sendung, dass sie ihre ern­sthafte Kri­tik inhaltlich abbrechen. Ste­fan Nigge­meier belässt es bei der Betra­ch­tung des pietät­slosen Totenge­denkens in der Sendung, Hans Hoff hängt die Sendung an der Klatschtante von RTL auf und klam­mert sich an Oliv­er Pocher. Die Sendung war so schlecht, dass Pocher als Qual­itäts­fernse­hen durchge­ht.
Vor einiger Zeit hat die RTL-Chefin Kri­tik am Pro­gramm­niveau ihres Senders damit abge­tan, dass die Zuschauer es ange­blich so wollen. Das scheint Kri­tik den Boden unter den Füßen wegziehen zu lassen. Inzwis­chen ist man wohl so kri­tik­be­fre­it, dass man gar nichts mehr an sich her­an kom­men lässt. Baller­man­n­fernse­hen ohne Alko­hol.
Aber gut: Ich schaue RTL schon lange nicht mehr.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Den Fußbal­lüber­tra­gungsrecht­en kön­nte eine Rev­o­lu­tion ins Haus ste­hen — außer man kleis­tert die Über­tra­gun­gen der­art zu, dass irgendw­er sie als Kun­st auslegt.
Für Recht­sphilosophen: Thomas Stadler hält Ver­fas­sungs­gerichte für Garan­ten der Gewal­tenteilung. Für Kant ist dies ger­ade die Aufhe­bung der Gewal­tenteilung.
Christoph Süß hat etwas neues ent­deckt: Den Finanz-Six­pack
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Und während ich mir die Frage stelle: Wäre Fußball im Falle eines Fall­es dann abstrak­te Kun­st? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Steve Jobs ist in der Nacht an Krebs gestor­ben.
Astrid Her­bold schreibt darüber, wie aus Blogs Best­seller wer­den.
Friedrich Küp­pers­buschs Wort der Woche ist Fresse:
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Und während ich mir die Frage stelle: Ist es bei der massen­medi­alen Trauer­berichter­stat­tung okay, wenn ich so gar keine Ahnung habe, ob Jobs irgend­wie etwas erfun­den hat, das ich irgend­wie nutze? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

MorgenkaffeeIm Zuge der Hero­isierung des Apple-Grün­ders schreibt Horace Dediu mal auf, was Steve Jobs alles nicht war.
WiWo-Redak­teur Sebas­t­ian Matthes geht mit seinem neuen Blog unge­druckt an den Start. Seine Moti­va­tion beschreibt er wie fol­gt:

Vor weni­gen Tagen saß ich in einem Düs­sel­dor­fer Restau­rant, einem dieser Orte kon­tem­pla­tiv­er Bürg­er­lichkeit, nicht spießig, aber auch ger­ade nicht mehr cool, so wie es viele Orte in Düs­sel­dorf gibt. Am Nach­bar­tisch saß eine Gruppe Endzwanziger in Anzü­gen. Um Autos dreht­en sich ihre Gespräche, um Jobs. Und um die Piraten­partei. […] in der Diskus­sion zeigt sich auch etwas anderes: In Deutsch­land bilden sich zwei neue Lager. Die Gren­zlin­ie zwis­chen ihnen ver­läuft nicht mehr, wie bis­lang gewohnt, zwis­chen links und rechts. Sie ver­läuft zwis­chen Off und On. […] nicht nur durch die Poli­tik, son­dern auch durch Redak­tio­nen, Organ­i­sa­tio­nen und natür­lich Unternehmen.

Volles Pfund. Und wenn seine kom­menden Analy­sen so tre­f­fend und bis­sig wie die über Düs­sel­dorf sind, dann kann man sich als Leser schon mal freuen.
10 Jahre Afghanistan-Krieg, das bedeutet auch 10 Jahre langes Scheit­ern des West­ens. Und wie lange Deutsch­land gebraucht hat, um zu erken­nen, dass es einen Krieg führt.

Und während ich mir die Frage stelle: Gab’s das schon mal, dass das Mor­gen­magazin 4 Tage hin­tere­inan­der Wer­bung für eine Fir­ma wie Apple macht? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Dorin Popa merkt an, dass das ZDF anlässlich eines Fran­ka-Potente-Films Einzel­heit­en in der Biogra­phie Beate Uhses etwas beschöni­gen.

Fefe berichtet, dass man in Tope­ka, Kansas, aus finanziellen Grün­den erwägt, häus­liche Gewalt wieder und entkrim­i­nal­isieren. Land of the free.

Frédéric Valin führt seine bei Spree­blick begonnene Fuss­bal­lkolummne nun unter Zum blonden Engel.

Wo wir ger­ade bei neuen Blogs sind: Malte Weld­ing ist für die Berlin­er Zeitung unter die Liebeskaf­feesat­zleser gegan­gen.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat das große Zurück-zu-den-Wurzel-Bloggen ange­fan­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Kon­stan­tin Klein zieht per­sön­liche Kon­se­quen­zen aus dem gestern vom CCC veröf­fentlicht­en Bericht, man habe einen funk­tion­ieren­den Bun­de­stro­jan­er gefun­den.
Ulrich Horn kon­sta­tiert, dass mit der nicht ger­ade gewonnenen Berlin-Wahl, Renate Küh­nasts Kar­riere den ent­gülti­gen Knick bekom­men hat.
Felix Schwen­zel beschreibt, dass RSS trotz allen Abgesän­gen für ihn immer noch neben dem Brows­er das am meis­ten Genutzte Tool des Inter­nets ist.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie sollen wir reagieren, wenn der Staat offen­sichtlich seine Befug­nisse über­schre­it­et? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Während sich Fefe beschw­ert, dass die Piraten­partei beim ange­blich ent­deck­ten Bun­de­stro­jan­er zu zurück­thal­tend sei, fordert Wolf­gang Bos­bach von der CDU, der CCC solle seine Behaup­tun­gen bele­gen. Für irgendwen wird die Sache nicht so rosig enden.

Der amtierende ponis­che Min­is­ter­präsi­dent Don­ald Tusk hat sich bei den Wahlen in Polen durchge­set­zt.

Bet­ti­na Tiet­jen hat Gaby Köster zum Früh­stück ein­ge­laden: [audio:http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast2970/AU-20111009–0831-2401.mp3|artists=NDR2 — Tiet­jen talkt|titles=Gaby Köster]

Und während ich mir die Frage stelle: Warum ist die Frank­furter All­ge­meine Zeitung so schnell auf den CCC-Zug aufge­sprun­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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