Morgenkaffee

Osama bin Laden ist tot. Aber viel mehr erfährt man bis­lang nicht: In ein­er us-amerikanis­chen Mil­itärak­tion soll der al-Kai­da-Anführer gestern getötet wor­den sein, so US-Präsi­dent Oba­ma. Selb­st CNN bringt bis­lang nur ein Bin-Laden-best-of.

Mit dem Leis­tung­gschutzrecht ver­suchen deutsche Ver­leger, mehr Geld aus ihren Pro­duk­ten schla­gen zu kön­nen, indem Gebühren für Zitate, selb­st von Über­schriften, anfall­en sollen. Der Mit­be­grün­der der Ini­tia­tive gegen Leis­tungss­chutzrecht, Philipp Otto, sieht im Leis­tung­gschutzrecht nichts anderes als ein Mit­tel zur Machter­hal­tung der Ver­lage, dem eine Berech­ti­gung angekün­stelt wird — mit Unter­stützung der Bun­desregierung.

Györ­gy Dalos berichtet darüber, wie in Ungarn derzeit Intellek­tuelle das nation­ali­tis­che Kli­ma zu spüren kriegen, die ein­fach ein öffentlich­es Bewusst­sein für die aktuelle poli­tis­che Lage schaf­fen wollen.

Bei Bun­destagswahlen zwis­chen 1990 und 2005 wurde sys­tem­a­tisch geschlud­ert oder manip­uliert, das behaupten die Wis­senschafter Chris­t­ian Bre­un­ing und Archim Goer­res in ein­er Studie [ pdf, engl. / Diskus­sion auf deutsch ].

Und während ich mir die Frage stelle: Wann kriegen wir eigentlich eine Bun­desmin­is­terin für Lob­by­is­mus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Continue Reading

Tja, vielle­icht liegt es an mir, aber irgend­wie hört sich ein fre­undlich­er Abgang doch anders an, als wenn bei Carta.info jemand die Brock­en hin­wirft. Dieses Mal hat Christoph Kappes sel­biges getan. Das ist nach Matthias Schwenk der zweite Mither­aus­ge­ber von ehe­mals vier, den Carta.info in den let­zten zwei Monat­en ver­liert.
Kappes begrün­det seinen Abgang u.a damit, dass er

keine Rolle als „Her­aus­ge­ber“ bei ein­er pub­lizis­tis­chen Aktiv­ität, die an andere höch­ste Ansprüche stellt, selb­st aber keine per­son­elle oder zumin­d­est irgend­wie geart­ete struk­turelle Tren­nung von inhaltlich­er Ebene und der Finanzierung der beteiligten Per­so­n­en vorn­immt

haben möchte.
Was immer das genau heißen mag. Carta.info ist wohl nicht das sich entwick­el­nde, für beteiligte Per­so­n­en finanziell rentable Pro­jekt, als das es anfangs aus­gerufen wurde. Was Kappes da schreibt, klingt auch nicht vol­lkom­men anders als die Kri­tik von Markus Beckedahl an Car­ta-info-Her­aus­ge­ber Robin Mey­er-Lucht, dass sich bei diesem Inhalte und E‑Plus-Lob­by­is­ten-Tätigkeit nicht genau zu tren­nen scheinen.

Continue Reading

Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel lässt sich auf bundesregierung.de wie fol­gt zitieren:

Meine Damen und Her­ren, unseren amerikanis­chen Fre­un­den ist heute Nacht mit der Tötung von Osama bin Laden ein wichtiger Schlag gegen den inter­na­tionalen Ter­ror­is­mus gelun­gen. Ich habe dem amerikanis­chen Präsi­den­ten Barack Oba­ma meinen und unseren Respekt für diesen Erfolg und für diese gelun­gene Kom­man­doak­tion mit­geteilt.

Für mich ist erst ein­mal das wichtige Zeichen, dass es gelun­gen ist, den Tod dieses Mannes her­beizuführen.

Ich bin heute erst ein­mal hier, um zu sagen: Ich freue mich darüber, dass es gelun­gen ist, bin Laden zu töten.

Ich möchte hier­mit mit­teilen, dass ich das vorsät­zliche Töten eines Men­schen grund­sät­zlich ver­achte. Offen­sichtlich bin ich in dieser Sache ander­er Mei­n­ung als die Bun­desregierung der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land.

Continue Reading

Susi hat let­ztens Post von der Sparkasse bekom­men. Sie sollte doch mal drin­gend vor­beikom­men für ein Beratungs­ge­spräch. Nun hat­te Susi kein­er­lei Ahnung was das sollte, aber da es dringlich sein sollte, wollte sie sich nicht davor drück­en.

Also stiefelte sie in die Sparkasse zum Kun­den­ber­ater. Der begrüßte sie fre­undlich, ließ sie Platz nehmen und fuhr seinen Com­put­er hoch. Ob sie denn schon an irgendwelche zusät­zlichen Anlagemöglichkeit­en gedacht hätte. Hat­te Susi nicht. Schließlich war Susi ger­ade im Refendari­at auf dem Weg zur Grund­schullehrerin.

Dann schaute er in seinem Com­put­er, scan­nte mit seinen Augen fix die Kon­tenstände von Susi bei der Bank durch und meinte leicht tadel­nd

Na, für ihr Alter haben Sie aber ver­dammt wenig Geld anges­part.

Irgend­wie kann man sich bei der Sparkasse wohl nicht vorstellen, dass man als Ref­er­en­darin nur 800€ vom Staat bekommt, von denen ein winziger Betrag zum Leben übrig bleibt. Aus der Sicht eines Sparkasse­nangestell­ten ist es wohl dumm, Grund­schullehrerin zu wer­den. Dann kriegt man ja nie im Leben die Kohle zusam­men, die nor­male Leute so zusam­men kriegen. Aber so ist das wohl bei Leuten, die sich dem Prof­it ver­schrieben haben: Dass es Leute gibt, die nicht einzig nach Prof­it streben, ist ihnen unbe­grei­flich, das ist doch dumm.

Es stimmt nur etwas trau­rig, dass diejeni­gen, die wichtige Auf­gaben erledi­gen, welche für diese Gesellschaft als sozialer Gemein­schaft grundle­gend sind, von den Prof­i­teuren der Finanzwelt her­ablassend behan­delt wer­den.

Also, wenn Sie mal wieder eine Par­al­lel­welt besuchen möcht­en, holen Sie sich doch einen Ter­min bei der Sparkasse.

Continue Reading

Morgenkaffee

Das Prov­inzkind hat seine Wun­schliste mal nieder geschrieben. Es fehlt an Sand.

Der ehe­ma­lige Train­er des 1. FC Köln, Frank Schäfer, ist wohl doch eher halb­wegs gegan­gen wor­den, wenn man sich das Schimpfen von Sport­di­rek­tor Volk­er Finke mal bildlich vorstellt.

Auch in der Schule ist der Tod Osama bin Ladens ein The­ma:

„Aber warum haben die ihn nicht nach seinen Grün­den gefragt?“ will Elif jet­zt noch wis­sen.
„Wen?“
„Diesen Bin Laden. Warum haben sie nicht nach seinen Grün­den gefragt?“
„Grün­den? – Ach du meinst seine Beweg­gründe. Na, das brauchte man doch nicht mehr zu fra­gen, das wußte man doch schon alles. Hass auf die west­liche Welt.“

Und während ich mir die Frage stelle: Ist es echt immer noch so, dass Lehrer die Tiefe der Fra­gen von Grund­schulkindern so unter­schätzen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Continue Reading

Morgenkaffee

Johannes Boie meldet sich bei der Schaltzen­trale mal wieder zu Wort und ver­an­schaulicht, wie die Jour­nal­is­ten in Sachen Tod von bin Laden mehr Chaos als Klarheit schaf­fen.
Den Ger­man Psy­cho irri­tiert das um sich greifende Ver­hal­ten, dass Män­ner fast nur noch weiße Hem­den anziehen.
Der Abzock­sender 9live wird eingestellt.
Das Wort der Woche für Friedrich Küp­pers­busch ist Tötung: [audio:http://httpmedia.radiobremen.de/mediabase/047518/047518_164167.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Warum über­haupt soviel Anzug­tragerei? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Continue Reading

Ehrensenf ist ein Inter­net-Video-Pro­gramm, dass durch die Zeit mit Katrin Bauen­freind zu Bekan­ntheit gelangte. Inzwis­chen ist es inter­es­sant, nur sofern die Gäste inter­es­sant sind, aber sowas ist bei Vide­o­for­mat­en eh immer so eine Sache. Hier mal ein Prom­senf-Inter­view mit Tom Gaebel:

Continue Reading

Morgenkaffee

Heute ist irgend­wie ein typ­is­ch­er All­t­ag: Nichts spek­takuläres und auch anson­sten startet das Woch­enende gemäch­lich: Meike Win­nemuth zählt 10 Dinge auf, die sie in Shang­hai gel­ernt hat.
Über das Blog­ger­pärchen Niggemeier/Heinser, das den Euro­pean Song Con­test in Düs­sel­dorf bloggend begleit­et. erfährt man hier etwas.
Die deutschen Jugendlichen kif­f­en weniger.

Und während ich mir die Frage stelle: Sind die Jugendlichen nun klüger gewor­den oder lang­weiliger? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Continue Reading

Deef Pir­masens hat einen Blog­a­r­tikel mit der Über­schrift Ein Herz für Selb­st­darsteller veröf­fentlicht, in dem er bekan­nte und weniger bekan­nte Münch­n­er Inter­net­selb­st­darsteller vorstellt. Für sich genom­men ist das schon deswe­gen ganz gut, weil ich denke, dass es für viele Inter­net­nutzer eine gute Hil­fe ist, mal vorgestellt zu bekom­men, wer da im Inter­net weswe­gen bekan­nt ist.
Allerd­ings hat Deef diesen Text mit ein­er auf den Leser wie einem Ruf nach Arten­schutz wirk­ende Forderung gekop­pelt, diesen Selb­st­darstellern nicht unnötige Kri­tik aufzubür­den. Das hat mich jet­zt nicht so überzeugt, aber egal. Jeden­falls hat dieser Artikel Detlef Borchers (wenn es denn der ist) zu ein­er Reak­tion bewogen. Und diese ist zwar manch­mal etwas umständlich for­muliert, aber dann doch unge­mein tre­f­fend:

Bezo­gen auf die Öffentlichkeit haben wir von einem völ­lig anony­men Jour­nal­is­mus geschwärmt (wie beim Spiegel aus ander­er Denkrich­tung prak­tiziert). Stattdessen ist das ver­häng­nisvolle Sub­jekt-Denken mit der Spaßge­sellschaft als großes Geplap­per wieder gekommen.Wer heute jour­nal­is­tis­che Artikel über den Buden­za­uber von Anony­mous liest, find­et eine Ahnung davon, was ein Diskurs ohne Sub­jekt leis­ten kann. Und sehr erfreulich ist es auch, Leute wie Plom­lom­plom zu sehen, die genau in dieser Rich­tung wei­t­er­denken. Die Reak­tion der­er, die sich als Selb­st­darsteller insze­nieren, ist natür­lich klar: Datenspack­e­ria.
Also: die Selb­st­darsteller im Inter­net erfüllen eine genau umris­sene Funk­tion, indem sie die Fik­tion “Selb­st” “Ich” “Sub­jekt” weit­er tra­gen und der Leiche Leben ein­hauchen. Man kann für sie ein Herz haben, aber man sollte sehen, dass es eine Rolle in der Inter­net-Ökonomie ist, die sie aus­füllen.

Über­haupt schön zu sehen, dass da draußen im Inter­net noch Leute sind, die so engagiert auf Blog­texte reagieren. Ich wollte dieses Zitat jet­zt auch gar nicht sel­ber weit­er bew­erten, denn ich denke, andere Stim­men sind dazu inter­es­san­ter zu hören. Hin­weisen wollte ich aber noch auf die Umschrei­bung, die Borchers für Sascha Lobo gefun­den hat: Diskurs­mas­chine. Wun­der­prächtig!

Continue Reading

Morgenkaffee

Miri­am Meck­el beein­druckt die emo­tionale Reak­tion Hillary Clin­tons bei Betra­ch­tung der Tötungsak­tion zum Nachteil, wie die Juris­ten so sagen, von bin Laden.

Malte Weld­ing befasst sich mit dem Medi­en­spek­takel um den Kachel­man­nprozess und meint, Kachel­mann werde nicht verurteilt wer­den.

Felix Schwen­zel fragt, ob es absurd sei, sich über den SPIEGEL zu beschw­eren, wenn man dessen Infor­ma­tion­sliefer­un­gen dank Fil­ter­sou­veränität (noch so ein Wort) auch ein­fach ignori­eren kön­nte. Eine ähn­liche Idee hat Deef in Ein Herz für Selb­st­darsteller ver­fol­gt.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird man denn nicht noch den SPIEGEL kri­tisieren dür­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Continue Reading
1 2 3 5