Guten Morgen

Morgenkaffee

Heute schauen wir doch mal was unsere Lokalblog­ger aus Biele­feld so von sich geben:

Miss James, Neu-Dort­munderin, hat­te wieder was auf der Gabel, was sie nicht kan­nte.

Denis hat seine Tante besucht.

Witzis­chkeit ken­nt keine Gren­zen? Satire darf alles? Ste­fan Nigge­meier — gut, das ist kein Biele­felder, aber immer­hin GM-Hüt­tler — kri­tisiert, dass schwu­len­feindliche Witze okay, und schwu­le­nanzügliche ein Tabu seien. Und auf Ser­dar Somuncu kommt er dann gar nicht mehr klar.

Und unser Prov­inzkind kommt nun wirk­lich nicht aus Biele­feld. Aber dann kip­pen wir den Ansatz dieses Textes ein­fach mal on the fly, wie der Latein­er sagt. Das Prov­inzkind beschäftigt sich mit Träu­men und der Real­ität.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf man auf der Bühne noch Voll­pro­voka­teur sein, der inhaltlich die trifft, die es gar nicht merken? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Die re:publica — ein Schiff unter falscher Flagge?

Morgenkaffee

Ich sel­ber bin kein großer Kon­feren­zgänger, was Inter­net­dinge bet­rifft. Ich war bish­er auf zwei oder drei Bar­camps und auf der re:publica. Von dort habe ich meine drei Tage kurz kom­men­tiert, nicht mit einem objek­tiv­en Anspruch, aber eben ent­täuscht. Ent­täuscht vom belan­glosen Inhalt und von kaum einem inter­res­san­ten, sprich: inspiri­eren­den Gesprächen. Dafür viel Mar­ket­ing-Blabla, Wichtigkeits­getue, Ver­schlossen­heit, Abfilmereien, Abschot­tun­gen, Gedränge und Hek­tik. In dieser Konzen­tra­tion hat mich das überrascht.

Ich hat­te daran gedacht, noch eine Gen­er­al­abrech­nung zu schreiben, wenn man ein paar Tage später run­tergekom­men ist, und Zeit hat­te, Sachen wie den Dueck-Vor­trag zu sehen, den ich ver­passt habe. Aber hin­ter­her blieb der Ein­druck: Hier ist trotz großen Ein­satzes unheim­lich viel unter den Möglichkeit­en geblieben. 

Einige nen­nen die re:publica Klassen­tr­e­f­fen. Dass da eine Klasse ist, die sich trifft, würde meine Zus­tim­mung tre­f­fen. Das wurde ja im ersten Stock durch den abge­gren­zten Bere­ich auch noch sichtlich gekennze­ich­net. Wer sich dieser Klassen-Logik nicht fügte, ran­nte im Friedrichsstadt­palast rum wie Falschgeld oder kam gar nicht erst, weil es zu weit weg oder zu teuer war oder man schlicht arbeit­en musste. Ich für meinen Teil habe einige Leute irgend­wann erken­nen kön­nen, die ich dann aber nicht ansprang, weil ich ein “Hihi­hi, ich kenn dich” für bei­de Seit­en als wenig erquick­lich befand. Dafür kam ich zufäl­lig mit irgendwem ins Gespräch, was auch seinen Reiz hat­te, aber bei andauern­dem Lokalitäten­wech­sel auch keine leichte Sache darstellt.

Wie sich das bei Leuten anhört, denen der­ar­tige Kon­feren­zen geläu­figer sind, als mir, liest man bei Till­mann Allmer:

Wenn man sich die Zeit genom­men hätte, auf der re:publica nicht selb­stvergnügt die immer­gle­ichen Gesichter Icons zu grüßen, dann hätte man vielle­icht gese­hen, wie viele Besuch­er auf der re:publica waren, die sich mit der Materie auseinan­der­set­zten wollen, aber irgend­wie ver­lassen in der Ecke standen. Ver­lassen, weil der immer größer wer­dende enge Kreis so sehr mit sich selb­st beschäftigt war. Das fand ich übri­gens sehr symp­to­ma­tisch schon auf re:publicas ver­gan­gener Jahre. Daran ist aber übri­gens nicht die re:publica schuld. […] Es kön­nte näm­lich sein, dass wir in unseren Blogs und auf unseren Social Media Ver­anstal­tun­gen einen gle­ich­sam abge­hobe­nen wie ver­al­teten Net­zdiskurs von 2001 pfle­gen, der da draußen schon lange keine Res­o­nanz mehr findet.

Wie bei Caschy ist das eine eher leise Kri­tik. Ich sel­ber kenne den Net­zdiskurs nicht, darüber kann ich níchts sagen. Ich meine nur: Die re:publica 11 war sowas wie ein Abteilungsleit­er-Tre­f­fen, aber eben keine für Deutsch­land repräsen­ta­tive Kon­ferenz von (koop­er­a­tiv­en) Blog­gern. Und das ist bei allen Anstren­gun­gen, die das Organ­isieren so ein­er Großver­anstal­tung mit sich bringt, sehr schade.
Sowas kön­nte sie sein, und mit ein paar Änderun­gen im Auf­bau dieser Kon­ferenz kön­nte man das umset­zen. Es scheint mir aber im Bestreben, noch weit­er zu expandieren, was die Besucherzahl bet­rifft, unterzugehen.

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Local Heros

Morgenkaffee

Ich bin ja let­zte Woche auf der re:publica in Berlin gewe­sen und eine Ver­anstal­tung hat mich da inter­essiert, die einen regionalen Bezug haben sollte: Wie wird man zum local hero? — Lokaljour­nal­is­mus im Inter­net. Rou­ven Rid­der von der Neuen West­fälis­chen in Biele­feld hat dazu einen ganz net­ten Artikel geschrieben.

Eigentlich war nur Ste­fan Aign­er von regensburg-digital.de ein ges­tanden­er local hero. Darunter ver­ste­he ich mal jeman­dem, der sich vor Ort als Nachricht­enin­stanz etabliert hat — nicht als Ver­anstal­tungskalen­der. Und das hat Aign­er, der derzeit 1.200 € monatlich mit dem Blog ein­fahren kann — Ten­denz steigend. Aign­er blog­gt inzwis­chen weniger, dafür mit mehr Qual­ität, wie er sagt. Das finde ich ganz inter­es­sant, da die meis­ten Medi­en und reich­weit­en­starken Blogs eher auf die Quan­tität als die Qual­ität ihrer Beiträge achten.

Die anderen Büh­ne­nauftre­tenden kamen eher von Zeitun­gen, die online pub­lizieren, oder Pro­jek­tleit­er eines lokal aus­gerichteten Blogs, der Geld ein­brin­gen soll, aber noch nicht tut. Da geht wenig auf die Kappe des Einzelnen.

Ich würde mich sel­ber ja auch nicht als local hero beze­ich­nen. Sowas würde ich eher Hen­ning Mey­er-Veer zugeste­hen, der hat nun wirk­lich schon jeden Bolz­platz dieser Region gese­hen. Und seine Sportkolummne ist auch das Einzige, was ich auf maz­ztv schaue.

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