Morgenkaffee

Heute mal eine pla­giat­freie Mor­gen­be­grüßung aus Duis­burg, wo mein Zug ger­ade ste­ht.

Nessy ist in der Straßen­bahn zwei Cal­mund-Irokesin­nen begeg­net mit Teilzei­thoff­nung.

Kiki badet in Fernse­herin­nerun­gen rund um Wern­er Höfer und den kleinen Maulwurf.

Rolf Eden verk­lick­ert im Küchen­ra­dio, dass er der Frau, die dem schon etwas Betagtem den finalen Orgas­mus ver­passt, 250.000 Ock­en ver­ma­cht:

[audio:http://kuechenradio.org/audio/110215_KR289_Berlinale2011.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Darf eine Final­istin Eden denn dann auch nachträglich eine ver­passen, damit die Anstren­gung nicht ein Halb­fi­nale wird? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Die CSU fordert ger­ade zwar, dass man sich zurück­nehmen soll, was die Kri­tik an der Per­son Karl Theodor Gut­ten­berg anbe­langt, aber wie kann man das, wenn der immer wieder nach­legt. Es ist ist schlicht eine inhaltliche Zumu­tung, was Gut­ten­berg heute als Rück­trittserk­lärung von sich gegeben hat. Als Ersatz ein­er Selb­stkri­tik müssen natür­lich tote Sol­dat­en her­hal­ten:

Nach­dem dieser Tage viel über Anstand disku­tiert wurde, war es für mich ger­ade eine Frage des Anstandes, zunächst die drei gefal­l­enen Sol­dat­en mit Würde zu Grabe zu tra­gen und nicht erneut ihr Gedenken durch Debat­ten über meine Per­son über­lagern zu lassen.

Was hat denn das in ein­er Rück­trittsrede wegen Hochstapelei zu suchen? Es dient nur der Beweihräucherung der eige­nen Per­son.

Ich habe wie jed­er andere auch zu meinen Schwächen und Fehlern zu ste­hen. Zu großen und kleinen im poli­tis­chen Han­deln, bis hin zum Schreiben mein­er Dok­torar­beit. Und mir war immer wichtig, diese vor der Öffentlichkeit nicht zu ver­ber­gen.

Das sagt jemand, der in sein­er Dok­torar­beit auf 70% der Seit­en Pla­giate ver­wen­det und so demon­stri­ert, wie man eigene Fehler vor der Öffentlichkeit ver­tuscht: Die Gut­ten­bergsche Dok­torar­beit ist doch der Inbe­griff dessen, was man unter einem Pla­giat ver­ste­ht. In der Reue­un­willigkeit eines Dandies nimmt Gut­ten­berg eine Kri­tik­be­freiung seines Tuns in Anspruch, nur um im Abgang ein Loblied an seine eigene moralis­che Ver­fas­sung zu sin­gen:

Ich war immer bere­it, zu kämpfen, aber ich habe die Gren­zen mein­er Kräfte erre­icht.

Er hat sich hero­isch auf­geopfert für die anderen und jet­zt kann er nicht mehr. Welch ein Held. Die heisse Luft, die er da von sich gibt, nen­nt er Kampf. Das ist der­selbe Kampf, mit dem er let­zte Woche seine Dok­torar­beit vertei­digt hat. Aber inhaltlich kam nichts. GAR NICHTS. Er hat ja noch nicht ein­mal erk­lärt, was er unter einem Fehler in sein­er Dok­torar­beit ver­ste­ht. Er hat ja noch nicht ein­mal selb­st im Blick, über wieviele Texte sich sein Pla­giat erstreckt, wieviele Texte des wis­senschaftlichen Dien­stes des Bun­destags er ver­wurstet hat.
Aber dass ANDERE in dieser Angele­gen­heit Fehler gemacht haben, das weiß er. Das kann er auch genau ausle­gen und darüber urteilen:

Wenn allerd­ings, wie in den let­zten Wochen geschehen, die öffentliche und medi­ale Betra­ch­tung fast auss­chließlich auf die Per­son Gut­ten­berg und seine Dis­ser­ta­tion statt beispiel­sweise auf den Tod und die Ver­wun­dung von 13 Sol­dat­en abzielt, so find­et eine drama­tis­che Ver­schiebung der Aufmerk­samkeit zulas­ten der mir Anver­traut­en statt.

Man verge­ht sich an toten, deutschen Sol­dat­en, wenn man Gut­ten­berg in sein­er Glaub­würdigkeit und Merkel in ihrem wis­senschafts­feindlichen Fes­thal­ten an Gut­ten­berg angreift. Sachkri­tik ist Instru­ment der­er, die sich men­schen­ver­ach­t­end auf diejeni­gen stürzen, die das Volk liebt. So weit habe ich Gut­ten­berg ver­standen.
Diese Großkotzigkeit ist wirk­lich boden­los.

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Morgenkaffee
Rome erk­lärt sein Faible für Ulrich Tukur.
Bei Face­book gibt es wohl eine weit­ere Bild-gestützte Gut­ten­berg-Gruppe, die zu Demon­stra­tio­nen für die Wiedere­in­set­zung Gut­ten­bergs ein­tritt. Bei Netzpolitik.org hat man mal ein Best-of der raus­ge­haue­nen Tumb­heit­en zusam­mengestellt.
Beim Früh­stück bei Ste­fanie denkt man, dass Gut­ten­berg nun wohl den klas­sis­chen Weg bege­ht:
[audio:http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast2956/AU-20110301–1927-4901.mp3]
Und während ich mir die Frage stelle: Und wer schützt jet­zt die Union vor Gut­ten­berg? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.
[Foto: Luc van Gent]

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Die Union hat gestern gemeint, man solle derzeit im Fall Gut­ten­berg Ruhe einkehren lassen, aber angesichts des Umstands, dass Gut­ten­berg in diesem Schat­ten gestern eine solche Dolch­stoßle­gende vom Stapel gelassen hat, ignoriere ich diesen Wun­sch ein­mal.
Gut­ten­berg behan­delt in sein­er Rück­trittsrede (s.u.) grob vier Oberthe­men:
1. Den Schul­ter­schluss zu seinen Ver­bün­de­ten
(Merkel in [1] und [39], “die Mehrheit der deutschen Bevölkerung”, die vie­len Mit­gliedern der Union, See­hofer und den Sol­datin­nen und Sol­dat­en, “die mir bis heute den Rück­en stärk­ten” in [38], let­ztere auch in [22]),
2. Das Iden­ti­fizieren und Abkanzeln sein­er “Geg­n­er”
([6], [7], [9 “wenn es…” > soll es ja nicht], [30], [31], [32], [35] und [41]),
3. Die Sach­lage
([5], [10], [16], [22], [35]),
und alles über­strahlend
4. Die his­torische und charak­ter­liche Größe der eige­nen Per­son
([2], [4], [5], [7], [8], [11], [12], [13], [14], [18], [19], [20], [22], [23], [24], [25], [27], [28], [29], [32], [33], [34], [36], [42] und [43]).
Abge­se­hen von der Gewich­tung der einzel­nen Bere­iche fällt auf, dass der Sach­lage im Zusam­men­hang nie mehr als ein Satz gewid­met wird. Und diese Sätze ste­hen so weit voneinan­der ent­fer­nt, dass sie für einen Zuhör­er nicht in einem Zusam­men­hang ste­hen.
In der Selb­stin­sze­nierung dreht Gut­ten­berg seine Real­itäts­darstel­lung natür­lich auch so, als sei sein Han­deln eine Reak­tion auf die in Rede ste­hende Sach­lage. In [3] sagt er, er gehe nicht allein wegen seines Pla­giats. Aber schon in [10] ignori­ert er [3] und sagt, er gehe, weil er nicht mehr ver­ant­worten könne, dass es [9] auf dem Rück­en der Sol­dat­en in den Medi­en nur noch um seine Per­son gin­ge. Unser Held geht [31] als Opfer zer­störerisch­er medi­aler und poli­tis­ch­er Mech­a­nis­men, um andere zu schützen, um sich aufzuopfern, weil er sich [43] eh schon auf­geopfert hat. Wohlge­merkt: Schuld an [7] sind die Medi­en ([6] und [29]).

Gut­ten­bergs Dolch­stoßle­gende besagt, dass [30] die Medi­en den sich [43] im Kampf befind­en­den Gut­ten­berg von hin­ten mit einem eigentlich nahezu [21] ver­jährten The­ma auf Kosten [7] ver­wun­de­ter und getöteter Sol­dat­en so [43] moralisch entkräftet und [30] überthe­ma­tisiert hät­ten, dass ein Rück­tritt [43] per­sön­lich und [9] sach­lich unauswe­ich­lich war.

Klein­er geht’s nicht.
Zunächst: Gut­ten­berg hat in den let­zten Wochen wieder­holt abgestrit­ten, ein Pla­giat ange­fer­tigt zu haben. Insofern ist das in Rede ste­hende The­ma bren­nend aktuell. Diese Dolch­stoßle­gende ist aber ger­ade deswe­gen so per­fide, weil Gut­ten­berg sich selb­st so ins Blit­zlicht­ge­wit­ter gestürzt hat. Er ist ja nicht gezwun­gen wor­den, eine Kern­er-Sendung aus Afghanistan mitzu­mod­erieren oder vor Kam­eras der Klatsch­presse in Pose zu hüpfen. Und er selb­st ist es, der medi­ale und poli­tis­che Mech­a­nis­men betätigt, indem er ein­er­seits bis Mon­tag ver­sucht hat, das The­ma auszusitzen ohne die Kon­se­quen­zen, aus denen er nach eigen­er Insze­nierung [10] schließlich zurück­tritt, ziehen zu müssen, und ander­er­seits indem er auch im Abgang den Schul­ter­schluss zur “Bild”-“Zeitung” aus­führt und diese als erstes Medi­um informiert. So schmierig ist der let­zte Akt des Vertei­di­gungsmin­sters Gut­ten­berg.
Man kann nur hof­fen, dass ein paar Leute in der Union dankbar sind, was für ein Kelch da ger­ade an ihnen vor­bei gegan­gen ist.

Die Rück­trittserk­lärung Karl-Theodor Gut­ten­bergs als Vertei­di­gungsmin­is­ter am 01. März 2011
[1] Ich habe in einem sehr fre­und­schaftlichen Gespräch die Frau Bun­deskan­z­lerin informiert, dass ich mich von meinen poli­tis­chen Ämtern zurückziehen werde und um meine Ent­las­sung gebeten. [2] Es ist der schmer­zlich­ste Schritt meines Lebens. [3] Und ich gehe nicht alleine wegen mein­er so fehler­haften Dok­torar­beit, wiewohl ich ver­ste­he, dass dies für große Teile der Wis­senschaft ein Anlass wäre. [4] Der Grund liegt im Beson­deren in der Frage, ob ich den höch­sten Ansprüchen, die ich selb­st an meine Ver­ant­wor­tung anlege, noch nachkom­men kann.
[5] Ich trage bis zur Stunde Ver­ant­wor­tung in einem fordern­den Amt. [6] Ver­ant­wor­tung, die möglichst ungeteilte Konzen­tra­tion und fehler­freie Arbeit ver­langt — mit Blick auf die größte Bun­deswehrreform in der Geschichte, die ich angestoßen habe, und mit Blick auf eine gestärk­te Bun­deswehr mit großar­ti­gen Trup­pen im Ein­satz, die mir eng­stens ans Herz gewach­sen sind. [7] Wenn allerd­ings, wie in den let­zten Wochen geschehen, die öffentliche und medi­ale Betra­ch­tung fast auss­chließlich auf die Per­son Gut­ten­berg und seine Dis­ser­ta­tion statt beispiel­sweise auf den Tod und die Ver­wun­dung von 13 Sol­dat­en abzielt, so find­et eine drama­tis­che Ver­schiebung der Aufmerk­samkeit zulas­ten der mir Anver­traut­en statt.
[8] Unter umgekehrten Vorze­ichen gilt Gle­ich­es für den Umstand, dass wochen­lang meine Maß­nah­men bezüglich der “Gorch Fock” die welt­be­we­gen­den Ereignisse in Nordafri­ka zu über­lagern schienen. [9] Wenn es auf dem Rück­en der Sol­dat­en nur noch um meine Per­son gehen soll, kann ich dies nicht mehr ver­ant­worten. [10] Und deswe­gen ziehe ich, da das Amt, Bun­deswehr, die Wis­senschaft und die mich tra­gen­den Parteien Schaden zu nehmen dro­hen, die Kon­se­quenz, die ich auch von anderen ver­langt habe und ver­langt hätte.
[11] Ich habe wie jed­er andere auch zu meinen Schwächen und Fehlern zu ste­hen. [12] Zu großen und kleinen im poli­tis­chen Han­deln, bis hin zum Schreiben mein­er Dok­torar­beit. [13] Und mir war immer wichtig, diese vor der Öffentlichkeit nicht zu ver­ber­gen. [14] Deswe­gen habe ich mich aufrichtig bei all jenen entschuldigt, die ich auf­grund mein­er Fehler und Ver­säum­nisse ver­let­zt habe. [15] Und ich wieder­hole dies auch aus­drück­lich heute. [16] Manche mögen sich fra­gen, weshalb ich erst heute zurück­trete. [17] Zunächst ein möglicher­weise für manche unbe­friedi­gen­der, aber allzu men­schlich­er Grund.
[18] Wohl nie­mand wird leicht, geschweige denn leicht­fer­tig, das Amt aufgeben wollen, an dem das ganze Herzblut hängt. [19] Ein Amt, das Ver­ant­wor­tung für viele Men­schen und deren Leben bein­hal­tet. [20] Hinzu kommt der Umstand, dass ich mir für eine Entschei­dung dieser Trag­weite jen­seits der hohen medi­alen und oppo­si­tionellen Tak­t­fre­quenz die gebotene Zeit zu nehmen hat­te. [21] Zumal Vorgänge in Rede ste­hen, die Jahre vor mein­er Amt­süber­nahme lagen.
[22] Nach­dem dieser Tage viel über Anstand disku­tiert wurde, war es für mich ger­ade eine Frage des Anstandes, zunächst die drei gefal­l­enen Sol­dat­en mit Würde zu Grabe zu tra­gen und nicht erneut ihr Gedenken durch Debat­ten über meine Per­son über­lagern zu lassen. [23] Es war auch ein Gebot der Ver­ant­wor­tung gegenüber diesen, ja gegenüber allen Sol­dat­en. [24] Und es gehört sich, ein weit­ge­hend bestelltes Haus zu hin­ter­lassen. [25] Deshalb let­zte Woche noch ein­mal viel Kraft auf den näch­sten entschei­den­den Reform­schritt ver­wandt wurde, der nun von meinem Nach­fol­ger bestens vor­bere­it­et ver­ab­schiedet wer­den kann. [26] Das Konzept der Reform ste­ht.
[27] Angesicht mas­siv­er Vor­würfe bezüglich mein­er Glaub­würdigkeit ist mir auch ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der Fra­gen hin­sichtlich mein­er Dis­ser­ta­tion zu beteili­gen: Zum einen gegenüber der Uni­ver­sität Bayreuth, wo ich mit der Bitte um Rück­nahme des Dok­tor­ti­tels bere­its Kon­se­quen­zen gezo­gen habe. [28] Zum anderen habe ich zugle­ich Respekt vor all jenen, die die Vorgänge zudem strafrechtlich über­prüft sehen wollen. [29] Es würde daher nach mein­er Überzeu­gung im öffentlichen wie in meinem eige­nen Inter­esse liegen, wenn auch die staat­san­waltlichen Ermit­tlun­gen etwa bezüglich urhe­ber­rechtlich­er Fra­gen nach Aufhe­bung der par­la­men­tarischen Immu­nität, sollte dies noch erforder­lich sein, zeit­nah geführt wer­den kön­nen.
[30] Die enorme Wucht der medi­alen Betra­ch­tung mein­er Per­son, zu der ich selb­st viel beige­tra­gen habe, aber auch die Qual­ität der Auseinan­der­set­zung bleiben nicht ohne Wirkung auf mich selb­st und meine Fam­i­lie. [31] Es ist bekan­nt, dass die Mech­a­nis­men im poli­tis­chen und medi­alen Geschäft zer­störerisch sein kön­nen. [32] Wer sich für die Poli­tik entschei­det, darf, wenn dem so ist, kein Mitleid erwarten. [33] Das würde ich auch nicht in Anspruch nehmen. [34] Ich darf auch nicht den Respekt erwarten, mit dem Rück­trittsentschei­dun­gen so häu­fig ent­ge­gen genom­men wer­den.
[35] Nun wird es vielle­icht heißen, der Gut­ten­berg ist den Kräften der Poli­tik nicht gewach­sen. [36] Das mag sein oder nicht sein. [37] Wenn ich es aber nur wäre, indem ich meinen Charak­ter verän­derte, dann müsste ich ger­ade deswe­gen han­deln. [38] Ich danke von ganzem Herzen der großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung, den vie­len Mit­gliedern der Union, meinem Parteivor­sitzen­den und ins­beson­dere den Sol­datin­nen und Sol­dat­en, die mir bis heute den Rück­en stärk­ten, als Bun­desvertei­di­gungsmin­is­ter nicht zurück­zutreten.
[39] Und ich danke beson­ders der Frau Bun­deskan­z­lerin, für alle erfahrene Unter­stützung und ihr großes Ver­trauen und Ver­ständ­nis. [40] Es ist mir aber nicht mehr möglich, den in mich geset­zten Erwartun­gen mit dem mir notwendi­gen Maß an Unab­hängigkeit in der Ver­ant­wor­tung gerecht zu wer­den. [41] Insofern gebe ich meinen Geg­n­ern gerne recht, dass ich tat­säch­lich nicht zum Selbstverteidigungs‑, son­dern zum Min­is­ter der Vertei­di­gung berufen wurde. [42] Abschließend ein Satz, der für einen Poli­tik­er ungewöhn­lich klin­gen mag. [43] Ich war immer bere­it, zu kämpfen, aber ich habe die Gren­zen mein­er Kräfte erre­icht. [44] Vie­len Dank.

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Morgenkaffee

Wolf­gang Michal bedankt sich bei Gut­ten­berg, dass er dafür gesorgt habe, dass der klas­sis­che Jour­nal­is­mus die nichtk­las­sis­chjour­nal­is­tis­chen Inter­net­be­nutzer respek­tiere.

Hoch her ging es gestern im Fernse­hen zu Gut­ten­berg bei Hart aber fair und beim wieder etwas über­forderten Markus Lanz, was man jew­eils dort nachguck­en kann. Für Gut­ten­berg wird da gerne dessen ange­blich tadel­lose Leis­tung als Vertei­di­gungsmin­is­ter ins Spiel gebracht, auch wenn das Bun­deskan­zler­amt seine Bun­deswehrreform am lieb­sten in die Tonne klop­pen würde.

Die Katholis­che Kirche will Opfern katholis­ch­er Geistlich­er und Mitar­beit­er 5.000€ plus Ther­a­piekosten zahlen.

Friedrich Küp­pers­busch küm­mert sich bei Radio Bre­men diese­Woche um den Lügen­baron: [audio:http://httpmedia.radiobremen.de/mediabase/043959/043959_152139.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Wer hat denn nun was vom abge­bliche neuen Respekt des unterge­hen­den klas­sis­chen Jour­nal­is­mus’? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Es sind jet­zt die ersten Maß­nah­men geleakt wor­den, wenn die ProGut­ten­berg-Face­book-Gruppe den Führer ihren Liebling zurück an die Macht bekommt: Die Chefredak­teure von ARD und ZDF wer­den gegen fol­gsamere Jour­nal­is­ten aus­ge­tauscht und der Dok­tor­vater von Gut­ten­berg kommt auf die Anklage­bank:

Wenn ich das richtig ver­standen habe, ist also Elmar Theveßen Gut­ten­bergs Ghost­writer. Wer hätte das gedacht .

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Morgenkaffee

Die Stat­tkatze por­traitiert aus­rang­ierte Schuhe.

Bei der CSU ist man sauer, dass bei der Schawan und Merkel nach der Rück­tritts-SMS von Gut­ten­berg sowas wie Schaden­freude erkennbar gewe­sen sein soll.

Der ehe­ma­lige Volksmusik­er der Gruppe Godewind ist zu 9 Jahren Haft für sex­uellen Miss­brauchs mit HIV-Infek­tion verurteilt wor­den.

Und während ich mir die Frage stelle: Die CSU ignori­ert also weit­er­hin das Betrugs­de­likt des ehe­ma­li­gen Vertei­di­gungsmin­is­ters, um ein Schmun­zeln abzukanzeln? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Offen­bar will sich die CSU unter Her­rn See­hofer der Dolch­stoßle­gende von Karl-The­o­r­dor Gut­ten­berg nicht anschließen und bastelt sich sel­ber eine, so die Rheinis­che Post:

“Auf dem Schlacht­feld unbe­siegt” hat­te sich das deutsche Mil­itär im Ersten Weltkrieg gefühlt – und die Nieder­lage auf den Dolch­stoß in Form rev­o­lu­tionär­er Umstürze in der Heimat zurück­ge­führt. Die CSU sieht Gut­ten­berg eben­falls unbe­siegt. Die Fehler in sein­er Dis­ser­ta­tion habe er eingeräumt, die Dok­tor­würde zurück­gegeben, damit alles getan, heißt es. Wenn da nicht der Dolch­stoß von der eige­nen Schwest­er­partei gewe­sen wäre.

Wie oft kann man einen Adeli­gen eigentlich im Schnitt so dolch­stoßen?

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Morgenkaffee

Hach, diese neue Einigkeit in CDU & CSU ist schon schön: Da faselt der neue CSU-Innen­min­is­ter was davon, dass es für ihn eine unbelegte Tat­sache, dass der Islam in Deutsch­land ver­wurzelt ist und die Bun­deskan­z­lerin sagt, den solle man mal labern lassen, sie habe ihn nicht als Pflanzen­beauf­tragten eingestellt oder so.

Von Gut­ten­berg wis­sen wir ja, dass er in inten­sivster Kleinar­beit seine Herzen­san­gele­gen­heit Bun­deswehrreform bis zu let­zt voran getrieben hat, so dass er ein gut bestelltes Haus übergeben kon­nte. Der Bun­deswehr hat das wohl so gut gefall­en, dass die erste Maß­nahme ist, den Erfind­er dieser Bun­desre­form an die frische Luft zu set­zen.

Beim Deutsch­land­funk lief gestern das Fea­ture von Gaby Weber über ihre Unter­suchun­gen zum Fall Adolf Eich­mann. Die Autorin hat nach langer Zeit endlich vom BND Zugang zu dama­li­gen Akten bekom­men.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat solch ein hol­ter­dipolter CSU-Innen­min­is­ter eigentlich mehr Kred­it bei der Kan­z­lerin, weil sein Vorgänger schon so gegan­gen wer­den musste? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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