Guten Morgen

morgenkaffeeHer­fried Mün­kler kri­tisiert in der Süd­deutschen Zeitung Wik­ileaks:

Die durch Wik­ileaks veröf­fentlicht­en Doku­mente bestätigten nur, was man geah­nt und befürchtet hat­te: dass einige amerikanis­che Sol­dat­en — oder auch ganze Trup­pen­teile — die Her­aus­forderun­gen asym­metrisch­er Kriegführung nutzten, um Jagd auf Zivilis­ten zu machen und erkennbar Unbeteiligte hem­mungs­los “abzuk­nallen”, und dass man es in Afghanistan mit einem Geg­n­er zu tun hat­te, der tief in den sozialen und kul­turellen Struk­turen des Lan­des ver­wurzelt war und gegen den man kein pro­bates Mit­tel gefun­den hat­te. Eigentlich haben die Veröf­fentlichun­gen bloß vor­läu­figes in defin­i­tives Wis­sen ver­wan­delt, nichts Sen­sa­tionelles also, auch wenn einige Jour­nal­is­ten anfangs diesen Ein­druck zu weck­en ver­sucht hat­ten. [… ] Immanuel Kant hat das Ver­schwinden solch­er strate­gis­chen Geheimnisse als die Voraus­set­zung eines dauer­haften Welt­friedens begrif­f­en [… Allerd­ings] han­delt es sich eher um Mach­tumverteilun­gen als Ent­mach­tun­gen. […] Man darf bezweifeln, dass dies bei anderen, Wik­ileaks oder wem auch immer, bess­er aufge­hoben ist.

tagesschau.de fragt, was an Sar­razins The­sen dran ist:

Obwohl es bei den Schul- und Uni­ver­sitätsab­schlüssen keine großen Unter­schiede gibt, haben Men­schen mit Migra­tionsh­in­ter­grund einen deut­lich schlechteren Zugang zum Arbeits­markt. 12,4 Prozent sind arbeit­s­los, bei den Zuwan­der­ern aus der Türkei sind es 16,8 Prozent und bei den Zuwan­der­ern aus dem Iran, dem Irak und Afghanistan ist jed­er vierte arbeit­s­los — trotz hoher Bil­dung. Woran liegt das? Migra­tions­forsch­er Ste­fan Luft von der Uni­ver­sität Bre­men sieht gegenüber tagesschau.de zwei Gründe: Zum einen wer­den im Aus­land erzielte Schul- und Beruf­s­ab­schlüsse in Deutsch­land nur begren­zt anerkan­nt, zum anderen haben bei gle­ich­er Qual­i­fika­tion Zuwan­der­er mit ara­bisch oder türkisch klin­gen­den Namen oft schlechtere Chan­cen.

Die Deutsche Welle bietet hierzu einen kleinen Press­espiegel voll ablehnen­der Hal­tun­gen der Zeitun­gen. Michael Spreng meint, Sar­razin wäre der einzige, der rechts von CDU/CSU eine rechte, bun­desweit bedeut­same Partei grün­den könne. Thomas Prom­ny wun­dert sich bei diesem The­ma über etwas anderes. der stel­lvertre­tende Spiegel-Chefredak­teur Math­ias Müller von Blu­men­cron reagiert auf Kri­tik, dass der Spiegel Sar­razin ein Forum gibt.
In Israel bekommt ein Sänger 39 Peitschen­hiebe, weil er vor gemis­cht­geschlechtlichem Pub­likum aufge­treten ist.
NRWak­tuell por­traitiert ein­mal mehr, dass die Braunen sich nicht grün sind.
Die amerikanis­che Elek­trome­di­en­kette Best Buy hat einen Film mit 15.000€ pro­duziert. Torsten Dewi kri­tisiert diese Zahl: Dieser Film habe nicht 15.000€ gekostet, es sei soviel nur bis­lang an die Teil­nehmenden bezahlt wor­den.
Andrea Köh­ler wun­dert sich bei der NZZ über den Hype um Jonathan Franzens neues Buch.
Und während ich mir die Frage stelle: Wer­den rechte Posi­to­nen wieder ‘in’? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.
[Foto: Luc van Gent]

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Keine Kommentare

  1. Zu SZ-Mün­kler (Wik­ileaks): Es läuft bei ihm ja auf “Es wird geheimes Wis­sen immer geben, deshalb dür­fen es nicht die Falschen besitzen, deshalb ist Wik­ileaks böse.” hin­aus. Gähn.
    Zur Frage ob rechte Posi­tio­nen wieder “in” wer­den:
    Ja.
    “Intellek­tuelle” Autoritäten wie Thi­lo Sar­razin, Gun­nar Hein­sohn und Nor­bert Bolz geben gefährlichen Ten­den­zen den legit­imieren­den Anstrich. Let­zter­er ist beson­ders per­fide, gerne ver­steckt er seine Ansicht­en hin­ter ein­er her­vor­ra­gen­den Rhetorik und wird als “Medi­en­the­o­retik­er” zu allem und jedem befragt.
    vgl. http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/die-politische-rechte-steht-fuer-buergerlichkeit/1902294.html
    http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/stellungnahmen-und-meinungen/norbert-bolz-ueber-kulturjournalismus.html

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