NRW-CDU kurz vor der Wahl weiter in Erklärungsnöten

Vor kur­zem noch hat­te der neue NRW-CDU-Gene­ral­se­kre­tär laut­hals behaup­tet, der Wir-in-NRW-Blog sei eine rei­ne SPD-Schmutz-Kam­pa­gne. Nun wird man wohl einem Blog, der kri­tik­frei Sig­mar Gabri­el, Bär­bel Höhn und Syl­via Löhr­mann bei sich blog­gen lässt, eine gewis­se Rot-grün-Schwä­che unter­stel­len dür­fen.

Aller­dings gesteht Kraut­scheid heu­te beim Spie­gel ein, dass der Wir-in-NRW-Blog eben inhalt­lich nicht unrecht hat. Über die Spen­den­af­fäh­re rund um eine offen­sicht­lich täu­schen­de “unab­hän­gi­ge Wäh­ler­initia­ti­ve” hat­te der Wir-in-NRW-blog am 18.04. berich­tet.

Heu­te schreibt hier­zu der Spie­gel:

Wie CDU-Gene­ral­se­kre­tär Andre­as Kraut­scheid nun bestä­tig­te, war die Par­tei schon in einer frü­hen Wahl­kampf­pha­se in die Plä­ne zur Grün­dung der Initia­ti­ve ein­ge­schal­tet. Nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen hat­te die Initia­ti­ve nach der erfolg­rei­chen Land­tags­wahl sogar noch ihre Akten samt Rech­nungs­un­ter­la­gen in der Par­tei­zen­tra­le abge­lie­fert. Daher prüft nun die Bun­des­tags­ver­wal­tung, ob die Ver­bin­dung zwi­schen Par­tei und Initia­ti­ve so eng war, dass die Ein­nah­men der Grup­pe als Gel­der der Uni­on zu wer­ten sind und im Rechen­schafts­be­richt für das Jahr 2005 hät­ten auf­tau­chen müs­sen. Davon gehen mitt­ler­wei­le selbst enge Rütt­gers-Bera­ter aus, die nun ein Straf­geld wegen ver­deck­ter Par­tei­en­fi­nan­zie­rung erwar­ten.

Kraut­scheid begrün­de­te den Ver­trag zwi­schen Par­tei und Agen­tur damit, dass die Rütt­gers-Unter­stüt­zer ihr gesam­mel­tes Geld “kom­plett für Zei­tungs­an­zei­gen und ande­re Aktio­nen, nicht für die Orga­ni­sa­ti­on der Kam­pa­gne” hät­ten ver­wen­den wol­len.

Das ist wohl das Äußers­te, was man sagen darf, wenn man der eige­nen Par­tei nicht zusätz­lich scha­den möch­te.

Es bleibt dabei, dass die Füh­rung der NRW-CDU die Skan­da­le rund um die Par­tei nicht ein­gren­zen kann, und das geht vor allem auf Kos­ten derer, die sich ehren­amt­lich für die­se Par­tei enga­gie­ren. Von daher wäre ein gro­ßer Umbruch in die­ser Par­tei wohl nicht das Schlech­tes­te.

Soll­te Rot-Grün die Wahl gewin­nen, ist sowas sowie­so zu erwar­ten, span­nend wird es in der CDU bei einer gro­ßen Koali­ti­on. Ange­sichts der anhal­ten­den Skan­da­le unter der Ver­ant­wor­tung von Jür­gen Rütt­gers ist eine der­ar­ti­ge Kon­stel­la­ti­on unter ihm als Minis­ter­prä­si­den­ten zumin­dest frag­lich. Span­nend bleibt’s.

  1. Avatar skandalwatch sagt:

    Skan­da­le — Erklä­rungs­nö­te: klingt ja toll. Gibts beid er SPD aber auch. Muss man nur suchen und Glück haben beim Fin­den.
    Guckst Du hier, lernst Du was:
    http://kurl.de/verpasste-innovation
    Guckst Du hier, fin­dest Du die Erklä­rungs­nö­te der SPD:
    http://kurl.de/spd-in-hektik
    bye, bye, und alles schön anse­hen und lesen
    skan­dal­wat­chi­ge Grü­ße

    • Carsten sagt:

      Ich woll­te gar nicht bestrei­ten, dass bei der SPD alles super­sau­ber ist, wenn ich auch aus den Links nichts gelernt habe und sie auch sonst wenig erhel­lend fand.

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