Moin

morgenkaffee

Die Süd­deut­sche Zei­tung nimmt sich heu­te einer Geschich­te des Wir-in-NRW-Blogs an, das eine E‑Mail ver­öf­fent­licht hat­te, die eine merk­wür­di­ge Spen­den­de­kla­ra­ti­on des Auto­rei­fen­her­stel­lers Hel­la aus Lipp­stadt offen­legt. Dar­auf­hin hat­te sich Hel­la an das Finanz­amt gewen­det und um eine Kor­rek­tur der Anga­ben gebe­ten. In der Eind­ord­nung die­ses Falls ist die Süd­deut­sche aller­dings weit­aus zurück­hal­ten­der als der Wir-in-NRW-Blog, das eine star­ke Nähe zu rot-grün auf­weist.

Zudem schreibt die Süd­deut­sche über einer selt­sam initi­ier­te Arbeits­lo­sen­pro­test­ak­ti­on, die die NRW-CDU im Land­tags­wahl­kampf 2005 ein­ge­fä­delt haben soll:

Aus der SZ vor­lie­gen­den Ver­mer­ken geht her­vor, dass die CDU-Zen­tra­le und ihre dama­li­ge PR-Agen­tur im Land­tags­wahl­kampf auch eine Arbeits­lo­sen-Initia­ti­ve für Rütt­gers initi­iert und gesteu­ert hat­ten. “In Sachen Akti­on ‚Arbeits­lo­se vor der Staats­kanz­lei” , schlug ein dama­li­ger Kam­pa­gnen-Pla­ner den Rütt­gers-Stra­te­gen vor, dass “nicht die CDU als Absen­der, son­dern noch eine exakt zu benen­nen­de ‘Wäh­ler-Initia­ti­ve’ auf­tre­ten”. In “min­des­tens zehn Arbeits­agen­tu­ren” sei­en die Arbeits­lo­sen “für eine Foto­stre­cke vor der Staats­kanz­lei zu rekru­tie­ren”.

Das Street­girl hat sich nach län­ge­rer Zeit wie­der geme­delt und gleich zwei Arti­kel ver­öf­fent­licht. Es bleibt ja durch das blo­ße Lesen für den Leser unnach­weis­bar, ob ihr Blog rea­le Geschich­ten oder gut erfin­de­ne Fik­tio­nen über das Leben einer Pro­sti­tu­ier­ten ent­hält. Ich für mei­nen Teil wür­de jeden­falls genau sol­che Geschich­ten ver­su­chen nie­der zu schrei­ben, wenn ich ein ähn­li­ches, fik­ti­ves Blog betrei­ben woll­te.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ab wel­chem Zeit­punkt hat man eigent­lich zuviel von Geschich­ten­er­zäh­lern, von denen man nicht über­prü­fen kann, ob ihre Geschich­ten nicht in wesent­li­chen Punk­ten unwahr sind? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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