Die Selbstdekonstruktion des FDP-Generalsekretärs Christian Lindner

Selbst­de­kon­struk­ti­on ist etwas Sel­te­nes als heu­ti­ger Kunst­form. Um so inter­es­san­ter, wenn sich Poli­ti­ker ihrer Anneh­men. Getan hat das FDP-Gene­ral­se­kre­tär Chris­ti­an Lind­ner, Objekt war die ihm bis­her zuge­stan­de­ne Ernt­haf­tig­keit in poli­ti­schen Belan­gen.

Aber damit soll­te erst ein­mal Schluss sein. Zunächst unter­stell­te er Kri­ti­ker von Außen­mi­nis­ter Wes­ter­wel­le, sie beschä­dig­ten die Demo­kra­tie. In einer Situa­ti­on, in der die FDP ein­mal mehr unver­mö­gend ist, ihren offen zur Schau gestell­ten Lob­by­is­mus irgend­wie zu recht­fer­ti­gen, fällt Lind­ner nichts bes­se­res ein, als einen Wert wie Demo­kra­tie mit in den Schmutz zie­hen zu wol­len: Weg­schau­en, bei dem was der Außen­mi­nis­ter macht, schließ­lich ist er Außen­mi­nis­ter. Soviel Anstand muss sein, denkt sich wohl Lind­ner.

Kei­nes­wegs sein müs­sen für Lin­der offen­sicht­lich ein­sicht­li­che Erklä­run­gen. Denn zur Kri­tik, dass mit dem Unter­neh­mer und FDP-Groß­spen­der Ralf Marohn auf Aus­lands­rei­sen des Außen­mi­nis­ters erst­mals ein Lob­by­ist inter­na­tio­nal mit­spie­len darf, kon­tert Lin­der mit der Behaup­tung, der Lob­by­ist sei schon auf Aus­lands­rei­sen Kurt Becks mit gewe­sen. Dies demen­tiert Kurt Beck aller­dings.

Und nun wird ein Foto an die Pres­se gege­ben, dass die­se Behaup­tung stüt­zen soll. Nur ein Foto — nicht mehr. Und wer sich mal kurz den Spaß erlau­ben möch­te: Dies hier ist Ralf Marohn.

Und dies hier ist das Foto, auf dem Ralf Marohn in Asi­en zu sehen sein soll.

Ich glaub, es ist der blon­de Locken­kopf in der Mit­te. Die Asia­ten waren lei­der alle zu klein für das Foto.

Glaub­wür­di­ge Poli­ti­ker — sowas ist natür­lich für eine Demo­kra­tie völ­lig uner­heb­lich, lie­be FDP.