Politiker-Doktorgrad aus der Titelm√ľhle


Der CDU-Bun¬≠destagsab¬≠ge¬≠ord¬≠nete Dieter Jasper hat also, wie heute in der IVZ zu erfahren ist, seinen Dok¬≠tor¬≠grad von der ‚ÄěFreien Uni¬≠ver¬≠sit√§t Teufen‚Äú abgelegt. Ein Blick in die Wikipedia h√§tte aus¬≠gere¬≠icht, um zu erfahren, dass dieses Insti¬≠tut

gegen Zahlung hoher ‚ÄěStu¬≠di¬≠enge¬≠b√ľhren‚Äú akademisch anmu¬≠tende Grade

darunter sog­ar Pro­fes­soren­ti­tel, vergibt.
So gilt

die Freie Uni¬≠ver¬≠sit√§t Teufen als eine Insti¬≠tu¬≠tion, die akademis¬≠che Abschl√ľsse nicht f√ľr eine entsprechende Leis¬≠tung, son¬≠dern gegen Bezahlung ver¬≠lei¬≠ht

Jasper nen¬≠nt seinen Glauben, dieser Titel k√∂n¬≠nte in Deutsch¬≠land anerkan¬≠nt gef√ľhrt wer¬≠den, ‚Äúnaiv‚ÄĚ.
Nur um das nochmal klar zu machen: Die ‚ÄúFreie Uni¬≠ver¬≠sit√§t Teufen‚ÄĚ hat keine Lehrpl√§ne, kein Lehrper¬≠son¬≠al, keine Inter¬≠net¬≠seite, nur einen Briefkas¬≠ten. Das hat Her¬≠rn Jasper nicht stutzig gemacht.
Wer es noch lustiger haben will: Diejeni­gen, die da Titel vergeben, haben selb­st keinen uni­ver­sitären Abschluss. Selb­st nach Schweiz­er Recht ist es so, dass dieses Insti­tut

keine ‚ÄėAnerkan¬≠nte Schweiz¬≠er Hochschule‚Äô ist, kein Pro¬≠mo¬≠tion¬≠srecht besitzt und keine Diplome oder Bach¬≠e¬≠lor-/Mas¬≠ter-/Dok¬≠tor¬≠grade vergeben darf.

Auf Anfrage der IVZ meint Dieter Jasper, er lege den Titel ab, da der Titel

auf¬≠grund des ‚ÄöDeutsch-Schweiz¬≠erischen Abkom¬≠mens √ľber die Gle¬≠ich¬≠w¬≠er¬≠tigkeit im Hochschul¬≠bere¬≠ich‚Äė in Deutsch¬≠land nicht anerkan¬≠nt wird

Herr Jasper darf sich allerd¬≠ings, ent¬≠ge¬≠gen sein¬≠er eige¬≠nen Darstel¬≠lung, offen¬≠bar nicht ein¬≠mal in der Schweiz ‚ÄúDr.‚ÄĚ nen¬≠nen.
Die ‚ÄúFreie Uni¬≠ver¬≠sit√§t Teufen‚ÄĚ darf sich nach Schweiz¬≠er Recht nur deswe¬≠gen Uni¬≠ver¬≠sit√§t nen¬≠nen, weil durch das Fehlen eines Hochschulge¬≠set¬≠zes, das Stan¬≠dards und Regeln fes¬≠tlegt,

fast jed¬≠er im Kan¬≠ton Appen¬≠zell eine Uni gr√ľn¬≠den kann

Das alles, was man in 2 Minuten im Inter¬≠net find¬≠et, und was man dort seit Jahren find¬≠et, ist Her¬≠rn Jasper erst kurz nach sein¬≠er Wahl in den Bun¬≠destag aufge¬≠fall¬≠en. Wis¬≠sen Sie, mir fall¬≠en zu diesem Ver¬≠hal¬≠ten viele Adjek¬≠tive ein, ‚Äúnaiv‚ÄĚ z√§hlt nicht dazu.

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Der falsche Doktor ‚Äď Artikel√ľbersicht zum Fall Dieter Jasper

Dieter Jasper hat jahre¬≠lang unberechtigt einen Dok¬≠tor¬≠grad gef√ľhrt. Dazu find¬≠en sich im Inter¬≠net fol¬≠gende Artikel:
NDR Info: Neue Wahl dank falschem Dok­tor?
Die Welt: Dok­tor wer­den ist nicht schw­er, Dok­tor sein dage­gen sehr (24.02.2010)
Offen­bach­er Post: Falsch­er Dok­tor im Bun­destag (23.02.2010)
S√ľd¬≠deutsche Zeitung:
Der falsche Dok­tor von der CDU
Der tiefe Fall eines Titel­trägers
(27.20.2010)
Falsch­er Dok­tor bleibt im Bun­destag
(05.03.2010)
R√ľttgers‚Äô neuestes Prob¬≠lem (05.03.2010)
Spiegel Online:
CDU-Abge­ord­neter wegen Dok­tor­ti­tel unter Druck
Tage­sanzeiger (Schweiz):
CDU-Poli¬≠tik¬≠er flog auf Schweiz¬≠er ‚ÄúUni‚ÄĚ here¬≠in
WDR M√ľn¬≠ster¬≠land Mag¬≠a¬≠zin:
Bun¬≠destagsab¬≠ge¬≠ord¬≠neter mit frag¬≠w√ľrdi¬≠gem Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel
logbuch.caasn.de:
Jaspers Titel aus der Titelm√ľh¬≠le (01.02.2010)
Weit­ere Ungereimtheit­en bei Dieter Jasper (07.02.2010)
Der­West­en:
CDU-Abge­ord­neter zog mit falschem Dok­tor-Titel in den Bun­destag
Nor¬≠wich R√ľ√üe: Herr Jasper, geben Sie Ihr Man¬≠dat zur√ľck!
M√ľn¬≠ster¬≠sche Zeitung:
Dieter Jasper darf Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel nicht f√ľhren
SPD, Gr√ľne und LINKE fordern Jaspers R√ľck¬≠tritt
Staat¬≠san¬≠walt pr√ľft Schritte gegen Jaspers
Greven­er Zeitung:
SPD: ‚ÄúNicht ver¬≠trauensw√ľrdig gegen√ľber W√§h¬≠lern ver¬≠hal¬≠ten‚ÄĚ
West¬≠f√§lis¬≠che Nachricht¬≠en: Luft f√ľr Dieter Jasper wird d√ľn¬≠ner (05.03.2010)
Ibben¬≠b√ľren¬≠er Volk¬≠szeitung:
Neu­jahrsemp­fang der CDU Hörs­tel: Falsch­er Dok­tor­ti­tel war offiziell noch kein The­ma
Ibben¬≠b√ľren¬≠er SPD fordert: Dieter Jasper soll sein Man¬≠dat nieder¬≠legen
CDU-Kreisver­band nimmt Stel­lung zu Jasper: “Umstände rest­los aufk­lären“

Fehler gemacht: Hop¬≠sten¬≠er MdB Dieter Jasper f√ľhrt Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel nicht mehr


‚ÄěDas ist seine Angele¬≠gen¬≠heit‚Äú ‚ÄĒ Stim¬≠men aus der Hop¬≠sten¬≠er Kom¬≠mu¬≠nalpoli¬≠tik zu Dieter Jasper

Staat¬≠san¬≠waltschaft pr√ľft Fall Jasper
Dieter Jasper nicht mehr im Auf­sicht­srat der Volks­bank Teck­len­burg­er Land
Aus dem Kom­men­tar­bere­ich:

Es ist nicht ver¬≠wun¬≠der¬≠lich, dass er glaubt, der Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel habe f√ľr keinen sein¬≠er W√§h¬≠ler den Auss¬≠chlag gegeben, schlie√ülich ist ein Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel f√ľr ihn ja lediglich ein k√§u¬≠flich¬≠es Anh√§ngsel an den Namen, vielle¬≠icht, um ihn etwas ‚Äěaufzu¬≠pep¬≠pen‚Äú. Er sollte jedoch nicht auss¬≠chlie√üen, dass f√ľr viele sein¬≠er W√§h¬≠ler auch der Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel auss¬≠chlaggebend war. Ein pro¬≠moviert¬≠er Wirtschaftswis¬≠senschaftler hat in den Augen viel¬≠er W√§h¬≠ler mehr Rep¬≠u¬≠ta¬≠tion, als ein¬≠er, dessen Ver¬≠di¬≠enst um die Wirtschaft darin beste¬≠ht, ein Unternehmen zu erben und es zu f√ľhren. Ein Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel der Wirtschaftswis¬≠senschaften impliziert, mehr von √Ėkonomie zu ver¬≠ste¬≠hen, als es ein Diplom-Kauf¬≠mann tut, und auch mehr, als den eige¬≠nen Betrieb zu ken¬≠nen. Es soll Dieter Jasper hier nicht abge¬≠sprochen wer¬≠den, wirtschaftlich kom¬≠pe¬≠tent zu sein, auch sollen seine Leis¬≠tun¬≠gen als Unternehmer nicht in Frage gestellt wer¬≠den, doch kann er sicher¬≠lich nicht behaupten, ein Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel sei irrel¬≠e¬≠vant f√ľr eine Wahlentschei¬≠dung. Was den Auss¬≠chlag f√ľr die W√§h¬≠lerentschei¬≠dung f√ľr oder gegen ihn gegeben hat, das √ľber¬≠l√§sst er doch bitte sehr den W√§h¬≠lern selb¬≠st.
Ger¬≠ade unter W√§h¬≠lern mit h√∂herem Bil¬≠dungsniveau z√§hlt ein Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel als Pr√§dikat f√ľr eine gewis¬≠sen akademis¬≠che Qual¬≠it√§t. Das muss Herr Jasper auch gewusst haben, schlie√ülich hat er einige tausend Euro f√ľr seinen Titel bezahlt.

IVZ-Forum: Soll Jasper sein Bun­destags­man­dat nieder­legen?
Aus: Hen¬≠ry Habeg¬≠ger ‚ÄĒ Das Gesch√§ft mit falschem Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel [pdf]

Bere¬≠its 1990 kostete ein Dok¬≠tor¬≠ti¬≠tel bei der F(reien)U(niversit√§t)T(eufen) 18 600 Franken, einen ¬ęMas¬≠ter¬Ľ gabs f√ľr 12 800 Franken. 2002 zahlte ein pen¬≠sion¬≠iert¬≠er deutsch¬≠er Arzt 200 000 Franken als Schenkung an die FUT. Daf√ľr wurde er Pro¬≠fes¬≠sor und Ehren-Sen¬≠a¬≠tor. Als er merk¬≠te, dass die Titel nichts wert waren, wollte er das Geld zur√ľck, blitzte aber vor Gericht ab.
Schlagzeilen machte 2006 der Berlin¬≠er CDU-Abge¬≠ord¬≠nete Mario Cza¬≠ja, weil er sich in seinem Lebenslauf mit dem wert¬≠losen FUT-Titel ¬ęDiplom-√Ėkonom¬Ľ schm√ľck¬≠te. Das war kein Einzelfall. Erfrischend offen sagt Ester¬≠mann: ¬ęEinige haben sich sog¬≠ar bei staatlichen deutschen Uni¬≠ver¬≠sit√§ten f√ľr Pro¬≠fes¬≠suren bewor¬≠ben. Mit einem Titel von uns! Stellen Sie sich das mal vor! Da ging das The¬≠ater nat√ľr¬≠lich los.¬Ľ

Bei Archive.org gibt es eine Seite der FUT aus dem Jahre 2003, dem ‚ÄúImma¬≠triku¬≠la¬≠tion¬≠s¬≠jahr‚ÄĚ Jaspers‚Äô und der dazuge¬≠h√∂ri¬≠gen Seite der ‚ÄúWirtschaftswis¬≠senschaften¬≠fakult√§t‚ÄĚ.
Die LINKE fordert den R√ľck¬≠tritt Jaspers. Die Gr√ľ¬≠nen im Teck¬≠len¬≠burg¬≠er Land auch.
Der SPD Unter¬≠bezirk Ste¬≠in¬≠furt fordert Jaspers R√ľck¬≠tritt (06.02.2010).
Die Kreis-CDU weist R√ľck¬≠tritts¬≠forderung zur√ľck.
Neue Osnabr√ľck¬≠er Zeitung:
Rot-gr√ľn einig: Jasper muss zur√ľck¬≠treten.

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Westerwelles Angriff auf den schwächsten Teil der deutschen Bevölkerung


Beim Spiegel find­et Thorsten Dört­ing heute deut­liche Worte zur Wort­mel­dung zu Hartz IV von Gui­do West­er­welle:

Man muss kein Pop¬≠ulist sein, auch kein Anh√§nger der Linkspartei, ja man muss nicht ein¬≠mal find¬≠en, dass die Hartz-IV-S√§tze zu niedrig sind, um West¬≠er¬≠welles so war¬≠nende Worte als das zu sehen, was sie sind: Eine his¬≠torisch unhalt¬≠bare, per¬≠fide, aus rein poli¬≠tis¬≠chem Kalk√ľl betriebene Belei¬≠di¬≠gung des schw√§ch¬≠sten Teils der deutschen Bev√∂lkerung.

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S√ľd¬≠deutsche Zeitung: Dekaden¬≠zalarm ‚ÄĒ West¬≠er¬≠welle wild wie nie

Her¬≠aus¬≠forderun¬≠gen in aller Welt, nichts als √Ąrg¬≠er daheim: Gui¬≠do West¬≠er¬≠welle pen¬≠delt zwis¬≠chen seinen Rollen hin und her ‚ÄĒ und ver¬≠liert jede Sou¬≠ver√§nit√§t.

Bild­blog weist nach, dass das Beispiel, auf das sich West­er­welle bezieht, so gar nicht stimmt.
Und auch im Forum des SPIEGEL wird eher harsch auf die Ansicht­en der FDP reagiert:

Es ist ekel¬≠er¬≠re¬≠gend, wie ein Poli¬≠tik¬≠er mal eben so aus dem hohlen Hirn her¬≠aus behauptet, irgendwelche Kinder w√ľr¬≠den ins Sta¬≠di¬≠um von ‚Äúsp√§tr√∂mis¬≠ch¬≠er Dekadenz‚ÄĚ gelan¬≠gen, wenn man ihnen die Teil¬≠nahme an Klassen¬≠fahrten, einen w√ľrdi¬≠gen Schu¬≠lall¬≠t¬≠ag, oder mal einen Hal¬≠len¬≠badbe¬≠such erm√∂glicht. Man ist fas¬≠sungs¬≠los und m√∂chte Her¬≠rn West¬≠er¬≠welle eigentlich nur noch den sofor¬≠ti¬≠gen R√ľck¬≠tritt unter Verzicht auf alle Bez√ľge nahele¬≠gen. So kann man mit unseren Kindern nicht umge¬≠hen.

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Liberaler Argumentationsunfall


Eine gewisse Kon¬≠fu¬≠sion inner¬≠halb der FDP muss man derzeit wohl fest¬≠stellen in der FDP.  Die Hotel¬≠lob¬≠by-Debat¬≠te ist noch nicht ver¬≠raucht, da erhitzt Gui¬≠do West¬≠er¬≠welle die Gem√ľter mit dem Ausspruch, Hartz 4 lade zu ‚Äúsp√§tr√∂mis¬≠ch¬≠er Dekadenz‚ÄĚ ein.
Bei den damit zugle­ich aufk­om­menden Unklarheit­en, was West­er­welle eigentlich sagen will, ist schon fraglich, inwieweit er der FDP auf diese Weise hil­ft. Poli­tik­er, Presse und bei Mei­n­ungs­forsch­er kön­nen damit jeden­falls nicht viel anfan­gen. So wird Hein­er Geißler wie fol­gt zitiert:

‚ÄúDie sp√§tr√∂mis¬≠che Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fress¬≠ge¬≠la¬≠gen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligu¬≠la einen Esel zum Kon¬≠sul ernan¬≠nt hat.‚ÄĚ
Insofern stimme West¬≠er¬≠welles Ver¬≠gle¬≠ich, sagte Gei√üler weit¬≠er: Vor 100 Tagen sei ‚Äúein Esel Bun¬≠de¬≠sau√üen¬≠min¬≠is¬≠ter gewor¬≠den‚ÄĚ.

Die Zeit zweifelt die Stich­haltigkeit der Argu­mente West­er­welles an:

‚ÄúWenn das so weit¬≠erge¬≠ht, wird durch diese Umverteilungspoli¬≠tik der ganz nor¬≠male Steuerzahler zum Sozial¬≠fall‚ÄĚ, klagte Gui¬≠do West¬≠er¬≠welle am Mon¬≠tag in der Bild-Zeitung mit Blick auf den hohen Anteil der Sozialaus¬≠gaben am Bun¬≠de¬≠shaushalt. W√ľrde West¬≠er¬≠welles Aus¬≠sagen stim¬≠men, m√ľsste das bedeuten, dass die Men¬≠schen immer mehr Steuern zahlen, um einen ausufer¬≠n¬≠den Sozial¬≠staat zu finanzieren.

Allerd­ings sind sowohl der Spitzen- als auch der Ein­gangss­teuer­satz in den let­zten Jahren nicht gestiegen, son­dern gesunken. Während die oberen Einkom­men­sklassen 1998, zum Ende der schwarz-gel­ben Regierung unter Hel­mut Kohl, noch bis zu 53 Prozent Einkom­men­steuer bezahlten, sank ihre Belas­tung bis heute auf 42 Prozent. Der Ein­gangss­teuer­satz wurde im gle­ichen Zeitraum von 25,9 auf 15 Prozent reduziert. Davon prof­i­tierten auch die mit­tleren Einkom­men. Ein ledi­ger Arbeit­nehmer mit einem durch­schnit­tlichen Arbeit­seinkom­men zahlte 2008 rund 300 Euro weniger Steuern als 1998.

Friedrich K√ľp¬≠pers¬≠busch sieht in West¬≠er¬≠welle gar in ein¬≠er schein¬≠heili¬≠gen Posi¬≠tion:

Gui¬≠do West¬≠er¬≠welle war seit 1983 Juli-Chef, seit 88 im FDP-Bun¬≠desvor¬≠stand und schloss sein Juras¬≠tudi¬≠um erst 1991 ab: Parteiamtssal√§r, Di√§ten, Min¬≠is¬≠terge¬≠halt: Der Mann hat nie ern¬≠sthaft von etwas anderem als Staatsknete gelebt. Dass nun aus¬≠gerech¬≠net er wirk¬≠lich Bed√ľrftige als √ľber¬≠fressene Orgias¬≠ten schm√§ht ‚ÄĒ im vor¬≠rev¬≠o¬≠lu¬≠tion√§ren Frankre¬≠ich w√§re das als der mannhafte Wun¬≠sch ver¬≠standen wor¬≠den, sich immer¬≠hin die eigene Lat¬≠er¬≠ne auszusuchen.

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Der Name der Kneipe


Eigentlich ist man in mein¬≠er Heimat, dem Teck¬≠len¬≠burg¬≠er Land, etwas ab vom Schuss, was die gro√üen Medi¬≠en ange¬≠ht. Daher spricht es sich schnell rum, wenn die mal vor Ort rum¬≠fil¬≠men. Ich schaue zwar kaum RTL, die Info, dass es einen Film √ľber ein Teck¬≠len¬≠burg¬≠er Liebe¬≠sp√§rchen gab, drang aber auch zu mir.
Es geht um Sven und Clau¬≠dia. Er ein ehe¬≠ma¬≠liger H√∂h¬≠len¬≠be¬≠wohn¬≠er aus Mal¬≠lor¬≠ca und Sie eine gut¬≠be¬≠tuchte, feine Dame. So weit so gut. Sich von RTL fil¬≠men zu lassen, dass wer¬≠den die bei¬≠den selb¬≠st entsch¬≠ieden haben. Dass hem¬≠mungs¬≠los getratscht wird √ľber das Paar, wie Clau¬≠dia erz√§hlt ‚ÄĒ ja, da kom¬≠men bei mir Heimat¬≠ge¬≠f√ľh¬≠le hoch. Das ken¬≠nt Clau¬≠dia sich¬≠er auch und wird damit umge¬≠hen k√∂n¬≠nen. Also alles in But¬≠ter, wenn sich bei¬≠de gut ver¬≠ste¬≠hen und ver¬≠tra¬≠gen.
Der Sprech¬≠er von RTL hebt allerd¬≠ings den Namen der Kneipe her¬≠vor, in der bei¬≠de sich das erste Mal begeg¬≠net sind. Wie tre¬≠f¬≠fend sei es doch, dass die Kneipe ‚ÄúZum Tre¬≠ff¬≠punkt‚ÄĚ hie√üe.

Falls irgendw¬≠er unter den Lesern ein RTL-Tourist ist, der auch mal gefilmte St√§dte besuchen m√∂chte oder so, der sei gewarnt: Wenn man nach Teck¬≠len¬≠burg kommt und nach der Kneipe ‚ÄúZum Tre¬≠ff¬≠punkt‚ÄĚ fragt, schaut man wohl eher in rat¬≠lose Gesichter.
Den¬≠noch ist der Name der Kneipe, den Einge¬≠borene f√ľr sie haben, √§u√üerst tre¬≠f¬≠fend: Wesentlich bekan¬≠nter ist das Etab¬≠lisse¬≠ment n√§m¬≠lich unter dem Namen ‚ÄúPiss und Friss‚ÄĚ. Der Name entstammt dem Umstand, dass es in Teck¬≠len¬≠burg die einzige Kneipe ist mit Au√üen¬≠toi¬≠lette. Also man z√§hlt sie nicht ger¬≠ade zu den nobel¬≠sten Adressen Teck¬≠len¬≠burgs, weswe¬≠gen wohl auch f√ľr diesen gestyl¬≠ten Beitrag auf Innenauf¬≠nah¬≠men verzichtet wurde.

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R√ľttgers: SPD ist ein Taumelk√§fer


J√ľr¬≠gen R√ľttgers meinte am poli¬≠tis¬≠chen Ascher¬≠mittwoch dadurch gl√§nzen zu k√∂n¬≠nen, dass er die SPD mit dem Taumelk√§fer gle¬≠ich¬≠set¬≠zt. Und bei der CDU find¬≠et man das so lustig, dass man dazu extra ein kleines Film¬≠chen macht:

Naja, stimmt halt so alles nicht. Das da ist ein Taumelkäfer, blind ist der nicht.
Aber offen­sichtlich sind wir in Deutsch­land wieder soweit, den poli­tis­chen Geg­n­er als Insekt zu beze­ich­nen. Warum dann nicht gle­ich Anoph­tal­mus hit­leri, zu Deutsch: Hitlerkäfer? Der ist immer­hin wirk­lich blind.
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Toll! ‚ÄĒ J√ľr¬≠gen und die Taumelk√§fer

19. Februar 2010 · Kurz-URL · Seepost · # #
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√úber das Aussitzen von Problemen


Eine gewisse Zwiesp√§l¬≠it¬≠gkeit ist in der deutschen Bev√∂lkerung schon zu sp√ľren: Man mag die K√§√ü¬≠mann, hon¬≠ori¬≠ert ihr couragiertes Auftreten, find¬≠et einen R√ľck¬≠tritt nach diesem Faux pas aber auch angemessen. Das scheint sich nicht nicht zu ver¬≠tra¬≠gen. Beson¬≠ders ist wohl auch noch, wie schnell K√§√ü¬≠mann zur√ľck¬≠ge¬≠treten ist. Sowas w√ľrde M√§n¬≠ner, ins¬≠be¬≠sodere Poli¬≠tik¬≠er nicht ein¬≠fall¬≠en. F√ľr die stellt sich da die Frage: Kann ich das Prob¬≠lem l√∂sen oder kann ich es aus¬≠sitzen wie der Dicke damals?
Heute z.B. greift die Frank­furter Rund­schau die Geschichte um den falschen Dok­tor­grad von Dieter Jasper auf:

Jasper √ľbri¬≠gens erweckt √∂ffentlich den Ein¬≠druck, er sei von jen¬≠er Freien Uni¬≠ver¬≠sit√§t Teufen get√§uscht wor¬≠den, obwohl die als solche in der Schweiz nicht anerkan¬≠nt ist und wed¬≠er √ľber Mitar¬≠beit¬≠er noch √ľber eine eigene Inter¬≠net¬≠seite ver¬≠f√ľgt. Anson¬≠sten schweigt er und l√§sst, schon nach einem Viertel¬≠jahr, seine Bun¬≠destags-Home¬≠page √ľber¬≠ar¬≠beit¬≠en. An Man¬≠datsverzicht denkt der Ex-Dok¬≠tor nicht. ‚ÄúF√ľr ihn‚ÄĚ, l√§sst sein B√ľro aus¬≠richt¬≠en, ‚Äúist alles gesagt.‚ÄĚ

So sitzt man ein Prob­lem aus. Denn, dass alles gesagt sei, sehen die Wäh­ler bei abgeordnetenwatch.de irgend­wie anders.

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Zensursula oder: Die Geister, die die CDU rief, wird sie nicht mehr los

Gegen das Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinder­pornografis­chen Seit­en, haben sich im let­zten Jahr 134.000 Unter­schriftenge­ber gefun­den, weil das Gesetz lediglich eine Zen­sur, die nicht ein­mal wirk­lich wirkungsvoll ist, darstellt. Inzwis­chen will keine Partei im Bun­destag mehr dieses Gesetz, daher möchte man gerne auf die Anwen­dung dieses Geset­zes verzicht­en. Und das nach all der Vehe­menz, mit der man unbe­d­ingt dieses Gesetz haben wollte. Dieses Vorhaben der Nich­tum­set­zung eines Geset­zes sehen Recht­sex­perten allerd­ings als Novum in der Geschichte der Bun­desre­pub­lik und als Ver­stoß gegen das Grundge­setz.
Und wer das noch nicht gese¬≠hen hat, der sollte sich unbe¬≠d¬≠ingt ein¬≠mal anschauen oder auch wieder anschauen, mit was f√ľr einem aggres¬≠siv¬≠en Pop¬≠ulis¬≠mus die CDU noch im let¬≠zten Jahr genau dieses Gesetz durchgepr√ľgelt hat. Da gibt es keine nachvol¬≠lziehbaren Fak¬≠ten, da gibt es nur Polemik:

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S√ľd¬≠deutsche Zeitung: 134.000 Deutsche ignori¬≠ert

25. Februar 2010 · Kurz-URL · Seepost · #
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Digitale Kreationisten

Ein neues Gesicht aus NRW hat eine ganz gute Rede in der Debat­te um das Inter­netsper­rge­setz gehal­ten. Ans­gar Hevel­ing aus Korschen­broich kri­tisiert ganz zu Recht anfangs das Umschwenken der SPD…

‚Ķ um dann aber lei¬≠der hil¬≠f¬≠los der aktuellen CDU-Argu¬≠men¬≠ta¬≠tion zu ver¬≠fall¬≠en, nach der die Peten¬≠ten keine ‚Äúneuen‚ÄĚ Gr√ľnde gegen das Inter¬≠netsper¬≠rge¬≠setz ange¬≠f√ľhrt h√§t¬≠ten. Und dann diese Heuchelei, man w√ľrde Kinder sch√ľtzen wollen, was √ľber diesen Geset¬≠zesweg nun aber ein¬≠fach nicht m√∂glich ist ‚ÄĒ ein heil¬≠los¬≠es Poli¬≠tikge¬≠fasel. Wenn die alten die Lin¬≠ie der CDU schon so mas¬≠siv zer¬≠st√∂rt haben, sind ‚Äúneue‚ÄĚ auch gar nicht n√∂tig.
Die CDU/CSU hat derzeit auch nur vor, was ihnen seit­ens der Peten­ten schon seit einem Jahr vorgeschla­gen wird: Löschen statt sper­ren, was prob­lem­los ohne neues Gesetz geht:

Von daher laufen in der CDU wohl nur noch dig¬≠i¬≠tale Kreation¬≠is¬≠ten umher, im Kampf gegen jegliche, sach¬≠lich gest√ľtzte Argu¬≠men¬≠ta¬≠tio¬≠nen.
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S√ľd¬≠deutsche: Kon¬≠ser¬≠v¬≠a¬≠tive sind weniger intel¬≠li¬≠gent

26. Februar 2010 · Kurz-URL · Seepost · # #
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