Die Trittbrettfahrer des Schweizer Minarettenstreits

Aaron Koenig hat den Minaret¬≠ten¬≠stre¬≠it der Schweiz als Anlass genom¬≠men, seine Bef√ľr¬≠wor¬≠tung der Ein¬≠f√ľhrung direk¬≠ter Demokratie in Deutsch¬≠land nochmals her¬≠vor zu heben. In seinem Vorge¬≠hen hat er aber nur den ange¬≠blich demokratis¬≠chen Prozess √ľber die Frage nach ein¬≠er recht¬≠m√§√üig begr√ľn¬≠de¬≠ten Entschei¬≠dung gestellt. Seine Argu¬≠men¬≠ta¬≠tion f√ľr eine soge¬≠nan¬≠nte ‚Äúdirek¬≠te Demokratie‚ÄĚ ignori¬≠ert allerd¬≠ings den von Kant schon vor¬≠ge¬≠tra¬≠ge¬≠nen Vor¬≠wurf, eine so gef√§llte Entschei¬≠dung sei let¬≠ztlich nur die Diskri¬≠m¬≠inierung der Min¬≠der¬≠heit in ein¬≠er Bev√∂lkerung durch die Mehrheit. Deswe¬≠gen muss an dieser Stelle der Inhalt der Entschei¬≠dung in die Betra¬≠ch¬≠tung genom¬≠men wer¬≠den.
geldkoffer
Lars Reineke hat in seinem Blog davon gesprochen, dass Koenig mit seinem Text frem­den­fendlich argu­men­tiert habe. Das kann ich auch im Orig­inal­text so nicht erken­nen. Und ich dis­tanziere mich auch stark von Ver­suchen, in der­ar­tige Texte solche Ten­den­zen hineinzupsy­chol­o­gisieren, wie es in einem Artikel von Julia Seel­iger in der taz etwas unhin­ter­fragt her­aus­ge­hoben wird. Das ist ungeschickt von Julia Seel­iger, die Kri­tik Koenigs, der Artikel bezichtige ihn des Recht­spop­ulis­mus ist durch den Text Seel­igers aber auch wiederum nicht gedeckt.
Was Volk­er Bouffi­er, der hes­sis­che Innen­min­is­ter, dage­gen in der NOZ vom Stapel lässt, darf sich durch aus der Frage nach ein­er aus­län­der­feindlichen Hin­ter­grun­dan­nahme aus­ge­set­zt sehen:

Nat√ľr¬≠lich haben die Mus¬≠lime in Deutsch¬≠land ein Recht darauf, Moscheen zu bauen. Sie soll¬≠ten aber darauf acht¬≠en, die deutsche Bev√∂lkerung damit nicht zu √ľber¬≠fordern.

Entwed¬≠er ist das nur aber¬≠mals sprach¬≠lich ungeschickt aus¬≠ge¬≠dr√ľckt oder hier wer¬≠den Mus¬≠lime und deutsche Bev√∂lerung als gegen√ľber¬≠ste¬≠hende Grup¬≠pen betra¬≠chtet. Fraglich ist auch, inwiefern jemand durch den Bau eines Geb√§udes, sofern es all¬≠ge¬≠meinen Geset¬≠zm√§√üigkeit¬≠en, die in Deutsch¬≠land gel¬≠ten, entspricht, ‚Äú√ľber¬≠fordert‚ÄĚ wird. Geht es da um die √Ąsthetik oder die Angst und Angst heisst hier doch: die Vorurteile der ‚Äúdeutschen Bev√∂lkerung‚ÄĚ. Sind diese Vorurteile jet¬≠zt beson¬≠ders sch√ľtzenswert? Wo blieben diese Vorurteile beim Bau all der Burg¬≠er Kings und McDonald‚Äôs‚ÄĎFilialen?
Aber das Ausspie­len dieser Karte ist bei der hes­sis­chen CDU ja nun ein­mal nichts neues.
mehr: Clemens Wer¬≠gin ‚ÄĒ Die Schweiz f√§llt hin¬≠ter die Aufk¬≠l√§rung zur√ľck

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Bratwurstjournalismus vs. Fastfoodjournalismus

bratwurst
W√§hrend einige Print¬≠me¬≠di¬≠en ja noch den Blog¬≠gern ent¬≠ge¬≠gen¬≠hal¬≠ten, dass sie keine Konkur¬≠renz f√ľr den wahren Qual¬≠it√§t¬≠sjour¬≠nal¬≠is¬≠mus sein k√∂n¬≠nen, da nur der pro¬≠fes¬≠sionelle Jour¬≠nal¬≠ist eben richtig gute Qual¬≠it√§t her¬≠vor¬≠bringt, brin¬≠gen eben diese pro¬≠fes¬≠sionellen Medi¬≠en neue For¬≠men von Jour¬≠nal¬≠is¬≠ten her¬≠aus: Den Bratwurstjour¬≠nal¬≠is¬≠ten und den Fast¬≠food¬≠jour¬≠nal¬≠is¬≠ten.
F√ľr den let¬≠zteren Begriff muss ich gradeste¬≠hen, da ich zu Bratwurstjour¬≠nal¬≠ist eine begrif¬≠fliche Entsprechung gebraucht habe. Denn auf meinen Ein¬≠trag So ist das mit dem Jour¬≠nal¬≠is¬≠mus gab es die Erwiederung, der dort beschriebene Jour¬≠nal¬≠is¬≠mus w√ľrde seit neuestem Bratwurstjour¬≠nal¬≠is¬≠mus genan¬≠nt.
Was ich mit dem­jeni­gen Jour­nal­is­mus beschrieb, der offen­sichtlich vergeigten Aktio­nen im Lokalbere­ich mit Schön­fär­bung begeg­net, damit seine Leser sich nicht von ihm abwen­den, scheint mir doch noch etwas anderes zu sein als Bratwurstjour­nal­is­mus. Um mich mal selb­st zu zitieren:

Bratwurstjour¬≠nal¬≠is¬≠mus beze¬≠ich¬≠net vielle¬≠icht nur den allt√§glichen Lokaljour¬≠nal¬≠is¬≠mus, der belan¬≠glosen Aktio¬≠nen ein¬≠fach begrif¬≠flich nichts mehr abgewin¬≠nen kann: Dem Advents¬≠basar der Frauenge¬≠mein¬≠schaft, den Ehrun¬≠gen zur 25j√§hrigen Mit¬≠glied¬≠schaft des Kegel¬≠clubs, das Ton¬≠tauben¬≠schie√üen des Sch√ľtzen¬≠vere¬≠ins und so.
Was ich meinte, war ja die gewollte Fast­foo­d­isierung des Lokaljour­nal­is­mus’. D.h. die Her­vor­bringung eines Pro­duk­ts, das ohne Nährstoffe ist, schnell verzehrbar, leicht ver­daulich und unter Ver­mei­dung jeglichen Anspruch­es.
Das scheint mir den herkömm­lichen Lokaljour­nal­is­mus noch zu top­pen. Der Bratwurstjour­nal­ist kann irgend­wie nicht anders, der Fast­food­jour­nal­ist soll und darf nicht anders. Und er merkt dem Pro­dukt seine Ver­fehlung irgend­wann nicht mehr an.

Frank Schirrma­ch­er hat vor 2 Jahren ein­mal den Qual­ität­sjour­nal­is­mus in Form der Tageszeitung her­aus­ge­hoben durch dessen mehrma­lige textliche Über­ar­beitung:

‚ÄěIm Inter¬≠net‚Äú, so erz√§hlte [ein d√§nis¬≠ch¬≠er Kol¬≠lege], ‚Äěh√§n¬≠gen die Redak¬≠teure weniger an ihrem Text. In der Zeitung muss ich um jedes Redi¬≠gat stun¬≠den¬≠lange Diskus¬≠sio¬≠nen f√ľhren.

Wenn die Her­aus­ge­ber der Zeitun­gen dem wirtschaftlichen Druck allerd­ings weit­er der­art durch Verzicht ein­er kri­tis­chen Hal­tung des berich­t­en­den Jour­nal­is­ten weit­er betreiben, dann wird uns eines Tages der Qual­ität­sjour­nal­is­mus so antiquiert vorkom­men, wie heutzu­tage das von Schirrma­ch­er beschriebene Warten vor Tele­fon­häuschen.

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D√∂rfliche Unbek√ľmmertheit

Manche Leute sind aber auch ein­fach zu drol­lig. Wie die eine besorgte Dame aus Schermbeck, die nach der Ergrei­fung des Aus­brech­ers Michal­s­ki vor Ort meinte:

Nein, sowas! Und das bei uns in Schermbeck! Wo wir hier doch alle die T√ľren nie zu machen, die Fahrr√§der nicht abschlie√üen, ‚Ķ

Ein Schelm, wer auf böse Gedanken kommt.

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Wir gehen lieber ganz schnell in Deckung

Pro7 ver¬≠schaukelt bei der Sendung Pop¬≠stars seine Zuschauer und allen tut es weh: Den Zuschauern, den Kri¬≠tik¬≠ern, den Jugendlichen, denen langsam die kalte Abzock¬≠men¬≠tal¬≠it√§t des Senders klar wird und den Wer¬≠be¬≠treiben¬≠den wird sich¬≠er auch schon mul¬≠mig. Auch Mod¬≠er¬≠a¬≠torin Char¬≠lotte Schall-&-Rauch kommt das wohl nicht ganz wie eine saubere Aktion vor. Zwar blendet Pro7 laut¬≠stark Musik √ľber die den Sender aus¬≠buhen¬≠den Konz¬≠ertbe¬≠such¬≠er, die man im Ansatz den¬≠noch h√∂rt, aber h√∂rt man das Char¬≠lottchen doch noch sagen: ‚ÄúVoten Sie flei√üig weit¬≠er (‚Ķ) Wir gehen lieber ganz schnell in Deck¬≠ung ‚Ķ‚ÄĚ
Ja, das ist wohl auch bess¬≠er so, wenn sich Pro7 langsam in Deck¬≠ung vor seinem Pub¬≠likum beg¬≠ibt. Im n√ľchter¬≠nen Zus¬≠tand ist das, was das deutschen Pri¬≠vat¬≠fernse¬≠hens dem Zuschauer zumutet, eh nicht mehr zu ertra¬≠gen. Es ist ein reines Abspiel¬≠pro¬≠gramm amerikanis¬≠ch¬≠er Sendun¬≠gen gewor¬≠den, gespickt mit jour¬≠nal¬≠is¬≠musim¬≠i¬≠tieren¬≠den, √ľber¬≠schmink¬≠ten Trash-For¬≠mat¬≠en. Die Sender haben mit¬≠tler¬≠weile alles imi¬≠tiert, und nichts davon Leben einge¬≠haucht. Der Spa√ü am Fernsehmachen, den die Pri¬≠vat¬≠en anfangs so ansteck¬≠end auslebten, er ist tot. Da geht man bess¬≠er in Deck¬≠ung wie die Toten ein¬≠er Geis¬≠ter¬≠stadt, die Touris¬≠ten anlock¬≠en wollen. Oder man spielt laut¬≠stark Musik √ľber kri¬≠tis¬≠che √Ąu√üerun¬≠gen des Pub¬≠likums. Wie kleine Kinder, die ‚Äúlalalalalala, ich h√∂r dich nicht‚ÄĚ br√ľllen, w√§hrend sie sich die Ohren zuhal¬≠ten, weil sie meinen, was man nicht an sein Bewusst¬≠sein ran¬≠l√§sst, das existiert nicht. Wenn man erst mal so weit ist, ist der Griff zur Flasche nicht weit.
popstars
Ich hab ja bish¬≠er immer gedacht, dass es dem deutschen Fernse¬≠hen langsam so geht wie dem deutschen Schlager in den 90er Jahren. Irgend¬≠wann wurde von Inno¬≠va¬≠tion¬≠sanspruch auf reine Wirtschaftlichkeit umgeschal¬≠tet, dann lief eben das Pub¬≠likum weg, dass f√ľr die weitre¬≠ichende Pop¬≠u¬≠lar¬≠it√§t gesorgt hat. Und als man dann merk¬≠te, dass das Pub¬≠likum, vor dem man sang, gar nicht mehr das war, was man sich w√ľn¬≠schte, fing man das Trinken an.
In Ameri¬≠ka streik¬≠ten die Autoren, sorgten danach, eigentlich auch schon fr√ľher, f√ľr wirk¬≠lich ansprechend gut gemachte Serien: Chuck,  Dex¬≠ter, Flash For¬≠ward, Fringe, um mal ein paar j√ľn¬≠gere zu nen¬≠nen. W√ľr¬≠den die Schreiber in Deutsch¬≠land streiken, wer w√ľrde das in den ersten Monat¬≠en merken? Welche Sendung braucht denn ern¬≠sthaft noch ein Drehbuch? Die Qual¬≠it√§t ist so im Keller, dass man nicht mehr von Qual¬≠it√§t sprechen kann.
Wenn es sich wirtschaftlich lohnt, wer¬≠den Serien gest√ľck¬≠elt oder absurd versendet. Dabei meinte die RTL-Chefin im Zuge der TV-Qual¬≠it√§ts¬≠diskus¬≠sion im let¬≠zten Jahr, RTL mache kein Fernse¬≠hen f√ľr die Kri¬≠tik¬≠er, son¬≠dern f√ľr die Zuschauer.
Das glaube ich nicht.

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Will Smith interviewt Barack Obama

Während seines Aufen­thalts in Oslo ist Barack Oba­ma von Will Smith inter­viewt wor­den und dies ist der Mitschnitt:

Bemerkenswert ist dieses Inter­view schon irgend­wie, denn teils kann man es selt­sam find­en, teils ern­sthaft motiviert.
Die selt¬≠sam lip¬≠pengl√§u¬≠bige Hal¬≠tung Will Smiths ist schon inter¬≠es¬≠sant. Ich weiss nicht, ob man nicht immer irgend¬≠wie bescheuert drein schauen muss, wenn Barack Oba¬≠ma einem moralis¬≠che Dinge erk¬≠l√§ren m√∂chte. Aber diese Mario-Barth-Imi¬≠ta¬≠tion, die Will Smith da mit seinem stirgerun¬≠zel¬≠ten Nick¬≠en hin¬≠legt, das ist schon mehrma¬≠liges Betra¬≠cht¬≠en wert. Seine gan¬≠zlich √ľber¬≠fl√ľs¬≠sig daneben sitzende Frau ist wohl auch nur f√ľr das Mit¬≠nick¬≠en da. In Hiphop-Kreisen kein unbekan¬≠ntes Ph√§nomen.
Und neben¬≠bei, liebe Amerikan¬≠er: K√∂n¬≠nt ihr dieses Abklatschen eines Lach¬≠ers, sein lassen? Das ist nicht cool. Und durch ein Lach¬≠er-Klatschen dem, wor√ľber man lacht, qua¬≠si einen Applaus zu ver¬≠stat¬≠ten, ist ein¬≠fach nur d√§m¬≠lich.
Kom¬≠men wir also eher mal zum Inhalt: Dass sich Will Smith beein¬≠druck¬≠en l√§sst von der Auf¬≠forderung, man m√ľsse seine moralis¬≠che Betra¬≠ch¬≠tung ausweit¬≠en, kann man wohl nur durch sein man¬≠gel¬≠haftes All¬≠ge¬≠mein¬≠wis¬≠sen entschuldigen. Das ist genau das, was die Gold¬≠ene Regel aus¬≠dr√ľck¬≠en will, und Kants kat¬≠e¬≠gorisch¬≠er Imper¬≠a¬≠tiv aus¬≠dr√ľckt: Die Ber√ľck¬≠sich¬≠ti¬≠gung des Stand¬≠punk¬≠tes eines willk√ľr¬≠lichen Anderen zur Beurteilung der Recht¬≠m√§√üigkeit der eige¬≠nen Hand¬≠lun¬≠gen.
Wenn ich eben schon wieder ein¬≠mal Kant herange¬≠zo¬≠gen hat, eben dieser Kant weist v√∂l¬≠lig zu Recht darauf hin, dass Men¬≠schen die Ange¬≠wohn¬≠heit haben, sich selb¬≠st in moralis¬≠ch¬≠er Hin¬≠sicht wesentlich pos¬≠i¬≠tiv¬≠er sehen, als dass es berechtigt sei. Der Gedanke kommt mir beim Inhalt dessen, was Oba¬≠ma von sich gibt. Der R√ľck¬≠griff auf die weise Hand¬≠lungsweise Amerikas, was Deutsch¬≠land und Japan nach dem zweit¬≠en Weltkrieg bet¬≠rifft, mag man ja noch als nicht v√∂l¬≠lig unberechtigt anse¬≠hen. Der wesentliche Punkt ist aber doch, dass kein Land in der Welt derzeit in einem mehrheitlichen Ma√üe die Amerikan¬≠er als eben diese Friedens¬≠bringer und Demokratieauf¬≠bauer ansieht. Das m√ľsste man mal analysieren.

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How much information is too much information?

Eilene Zim­mer­man on get­ting infor­ma­tion:
Amer­i­cans spend a huge amount of time at home receiv­ing infor­ma­tion, an aver­age of 11.8 hours per day.
Bytes of infor­ma­tion con­sumed by U.S. indi­vid­u­als have grown at 5.4 per­cent annu­al­ly since 1980, far less than the growth rate of com­put­er and infor­ma­tion tech­nol­o­gy per­for­mance.
Amer­i­cans spend 41 per­cent of our infor­ma­tion time watch­ing tele­vi­sion, but TV accounts for less than 35 per­cent of infor­ma­tion bytes con­sumed.

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Brauchen wir eine GEZ f√ľr Zeitungen?

Alfred Neven Dumont hat sich zu Wort gemeldet, der die in anderen L√§n¬≠dern bere¬≠its gef√ľhrte Debat¬≠te der Zukun¬≠ftssicherung von Zeitun¬≠gen aufn¬≠immt.
Und ich finde es grund¬≠s√§t¬≠zlich eigentlich schon mal eine inter¬≠es¬≠sante Frage, weswe¬≠gen die Deutschen ihre Fernse¬≠hen zwangsweise finanziell unter¬≠st√ľtzen, aber nicht ihre Zeitung, von deren finanzieller Unter¬≠st√ľtzung sie also viel schneller absprin¬≠gen k√∂n¬≠nen. Dass keine Mehrw¬≠ert¬≠s¬≠teuer auf Zeitun¬≠gen erhoben wer¬≠den soll, naja, das w√§re zumin¬≠d¬≠est ein Ansatz.
neven
Aber hil¬≠ft das? Allen Zeitun¬≠gen die Mehrw¬≠ert¬≠s¬≠teuer zu erlassen? Dass dann die Bildzeitung 40ct kostet? Das ret¬≠tet den kri¬≠tis¬≠chen Jour¬≠nal¬≠is¬≠mus in Deutsch¬≠land? Ich habe da so meine Zweifel, ungeachtet der Tat¬≠sache, dass ich 2‚ā¨ f√ľr eine einzelne Tageszeitung f√ľr einen inzwis¬≠chen gew√∂h¬≠nungs¬≠bed√ľrfti¬≠gen Preis halte: Da √ľber¬≠lege ich schon mal, inwiefern ich heute Zeit genug habe, die Zeitung angemessen zu lesen.
Und solange die Zeitun­gen nicht mit der Zeit gehen, ist auch schw­er­lich einzuse­hen, weswe­gen man ihnen jet­zt schon eine der­ar­tige Erle­ichterung ver­schaf­fen will, nur weil Schwarzse­her den Unter­gang der Zeitung her­beiunken.
Lesetipp: taz: Der L√∂we von K√∂ln hat gebr√ľllt

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Twitter-Tumult im Niedersächsischen Landtag

Tumulte im Nieder­säch­sis­chen Land­tags wegen eines Twit­ter-Beitrags:

Zahlre¬≠iche Abge¬≠ord¬≠nete aller Frak¬≠tio¬≠nen sprangen erbost von ihren St√ľhlen auf und liefer¬≠ten sich hitzige Wort¬≠ge¬≠fechte.

Was war passiert? CDU-Frak¬≠tion¬≠schef @DavidMcAllister hat¬≠te nach Hin¬≠weis von MdL @ChristianDuerr fol¬≠gen¬≠den Tweet vom recht¬≠spoli¬≠tis¬≠chen Sprech¬≠er der Gr√ľ¬≠nen, @Helge_Limburg, vorge¬≠le¬≠sen:
schuenemann
Was doch ein Kinder¬≠garten. Inzwis¬≠chen hat man bei den Gr√ľ¬≠nen wohl einge¬≠se¬≠hen, dass der so enge Ver¬≠gle¬≠ich mit dem √∂ster¬≠re¬≠ichis¬≠chem Recht¬≠spoli¬≠tik¬≠er Heinz-Chris¬≠t¬≠ian Stra¬≠che und dem nieder¬≠l√§ndis¬≠chen Recht¬≠spoli¬≠tik¬≠er Geert Wilders unpassend ist.
Das stimmt nat√ľr¬≠lich auch. Denn wed¬≠er Stra¬≠che noch Wilders haben bish¬≠er irgend so etwas zus¬≠tande gebracht wie z.B. eine Moschee-Kon¬≠trolle. Das gibt es so nur in Deutsch¬≠land, bess¬≠er gesagt in Nieder¬≠sach¬≠sen.

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Lokalseiten von Springer-Zeitungen kostenpflichtig

Heute machen sich die zu Springer geh√∂rende Zeitun¬≠gen Ham¬≠burg¬≠er Abend¬≠blatt und Berlin¬≠er Mor¬≠gen¬≠post daran, Inhalte des Lokalteils nur noch kostenpflichtig anzu¬≠bi¬≠eten. Man m√ľsse gegen das Mut¬≠ter-There¬≠sa-Prinzip ange¬≠hen, Wer¬≠beein¬≠nah¬≠men seien im Inter¬≠net nicht gewin¬≠ntr√§chtig, Benutzer seien durch kosten¬≠lose Inhalte ver¬≠w√∂h¬≠nt, jam¬≠mer, jam¬≠mer, blabla.
abendzeitunghamburg
Wenn man sich jet¬≠zt die Lokalberichte f√ľr das Gebi¬≠et Pin¬≠neberg beim Ham¬≠burg¬≠er Abend¬≠blatt anschaut, dann sieht man, dass die Berichte ein¬≠er¬≠seits nicht ger¬≠ade neu sind und ander¬≠er¬≠seits schon ander¬≠swo, das heisst hier, hier, hier, hier, hier und hier, zu lesen sind.
Dass sich Inhalte ander¬≠swo find¬≠en lassen, ist an sich noch nicht ver¬≠wun¬≠der¬≠lich, schliesslich sind die Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen selb¬≠st nicht durch irgen¬≠det¬≠was gesch√ľtzt. Es ist eben nur das Ein¬≠brin¬≠gen der eige¬≠nen Aufar¬≠beitung eines The¬≠mas, der einen Mehrw¬≠ert eines Artikels aus¬≠macht. Irgend¬≠wie scheint mir das als Leser des Lokalange¬≠bots der Ham¬≠burg¬≠er Abend¬≠blatt nicht ersichtlich, dass Aufar¬≠beitung dort so stat¬≠tfind¬≠et, dass man seine Brief¬≠tasche z√ľckt.
Auf qual¬≠i¬≠ta¬≠tive Defizite ver¬≠weist auch schon ein Wir-wollen-Geld-von-den-Nutzern-Recht¬≠fer¬≠ti¬≠gungsar¬≠tikel: Hier ver¬≠schwim¬≠men hal¬≠b¬≠gare Analy¬≠sen des Inter¬≠net¬≠zeital¬≠ters mit dem Drang, eine L√∂sung f√ľr das √úber¬≠leben der Zeitun¬≠gen zu find¬≠en:

Zudem bes¬≠tim¬≠men im Inter¬≠net nicht die Medi¬≠en¬≠h√§user der analo¬≠gen Welt die Spiel¬≠regeln. Hier haben neue Unternehmen wie die Such¬≠mas¬≠chine Google das Sagen, die in Wirk¬≠lichkeit glob¬≠al agieren¬≠der Wer¬≠bev¬≠er¬≠mark¬≠ter ist. Leg¬≠end√§r ist mit¬≠tler¬≠weile der Ausspruch des Ver¬≠legers Hubert Bur¬≠da, dass im Inter¬≠net mit Wer¬≠bung nur ‚Äělausige Pen¬≠nys‚Äú zu ver¬≠di¬≠enen seien.

Nein, liebes Ham¬≠burg¬≠er Abend¬≠blatt, Qual¬≠it√§t¬≠sjour¬≠nal¬≠is¬≠mus sieht anders aus als dieses Geschwurbel. Gott¬≠sei¬≠dank bes¬≠tim¬≠men die Medi¬≠en¬≠h√§user nicht die Spiel¬≠regeln im Inter¬≠net, das w√§re ja noch sch√∂n¬≠er. Die Aufdeck¬≠ung, dass Google nicht Such¬≠mas¬≠chine, son¬≠dern ‚Äúin Wirk¬≠lichkeit glob¬≠al agieren¬≠der Wer¬≠bev¬≠er¬≠mark¬≠ter‚ÄĚ ist, ist von boden¬≠lose Seichtigkeit und ‚Äúin Wirk¬≠lichkeit‚ÄĚ nur Eines: Fut¬≠terneid. Immer¬≠hin: Dass Hubert Bur¬≠da ‚Äúleg¬≠end√§re Ausspr√ľche‚ÄĚ abson¬≠dert, das ist mir neu.
Hin¬≠ter dieser Fas¬≠sade steckt ver¬≠mut¬≠lich nicht die Selb¬≠st¬≠sicher¬≠heit eines Qual¬≠it√§t¬≠sjour¬≠nal¬≠is¬≠ten, der auf Bezahlung seine Arbeit ver¬≠trauen kann, son¬≠dern die Verun¬≠sicherung eines Ver¬≠lagshaus¬≠es, dass im Inter¬≠net seine Felle davon schwim¬≠men sieht. Aber selb¬≠st Schuld: Wer durch zu oft kopierte Presseagen¬≠turmel¬≠dun¬≠gen und durch dick aufge¬≠tra¬≠gene Klatsch¬≠seit¬≠en seine Zeitung zu ein¬≠er Rumpel¬≠bude macht, der sollte sich nicht wun¬≠dern, wenn sie nie¬≠mand mehr f√ľr eine Desiger¬≠woh¬≠nung h√§lt.

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Alle mal lachen √ľber den Axel-Springer-Verlag

Nicht, dass man heute mor¬≠gen nicht schon min¬≠destens etwas geschmun¬≠zelt h√§tte, dass man beim Ham¬≠burg¬≠er Abend¬≠blatt, ein¬≠er dem Axel-Springer-Ver¬≠lag zuge¬≠h√∂ri¬≠gen Zeitung, verk√ľn¬≠dete, for¬≠t¬≠an seinen ‚ÄúQual¬≠it√§t¬≠sjour¬≠nal¬≠is¬≠mus‚ÄĚ online nur noch gegen Bares zu vertick¬≠en: Jet¬≠zt hat man Grund genug, das Schmun¬≠zeln gegen ein Lachen zu tauschen, denn @Yatil und Chris zeigen, dass die Artikel prob¬≠lem¬≠los les¬≠bar sind ohne daf√ľr zu bezahlen.
springerlacher
Bei Springer ist man halt immer noch nicht im Inter­net­zeital­ter angekom­men.

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