The childhood illusion
There’s an underlying criticism when it comes to blogs or twitter: boundaries that are eminent in papers or other media are almost invisible within the context of blogs and twitter. So taking things seriously is much harder in the internet and almost completely in question. But don’t throw the baby out with the bath water.
Speaking of babies, let’s have a look at Thomas. Thomas is well known as the boy that freaks out when finding nude pictures on the internet.
He’s on twitter as well and you can watch him grow up in some sort of way. Here’s what he thinks makes a man out of him:
Well, what’s good for a guy might mean nothing to a boy. Ignoring the boundaries between those two types of men makes Thomas’ view so fatuous. But one day he’ll know. At least I hope so.
Unsachdienlichkeiten eines Zappelphilipps
Dass Inkompetenz noch lange kein Grund sein muss, seine Fresse zu halten, solange man sich selbst einfach nur geil findet, stellt Herr Tutorial auf Youtube derzeit 45.000 Abonnenten kontinuierlich unter Beweis.
Heute mal mit Tipps gegen Grippe oder sowas, die jeden 3‑jährigen vom Esstühlchen hauen werden.
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=7SaoUl51fiQ&hl=de_DE&fs=1&]
Gibt es schon einen Begriff für derartive YouTube-Tunichtguts wie diesen Herrn hier oder Thomas? Oder die Rose Japans?
Shut Up and F*#k Me!
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=ND9XITtG0xw&hl=de_DE&fs=1&]
Hinter geschlossenen Lidern

Falkendom, Bielefeld, 15. November 2009, 19.30 Uhr, 70 Zuschauer
And now for something completely different.
Seine Augen bewegten sich anstrengend schnell hinter geschlossenen Lidern, seine Hand, wäre da noch eine gewesen, hätte sich in meine gekrallt. Da liefen die letzten Tage und Stunden vor einem Rest seines Gehirnes, hätte er noch eines gehabt, ab, sagte der Arzt. Das sei so, vor dem Tod, sagte der Arzt.
Die Fotografin Kathi Ficek hat mal eine Ausstellung gemacht mit dem Titel “Hinter geschlossenen Lidern”. Sie beschäftigt sich darin mit einem Krankheitsbild aus der Psychoanalyse, das junge Menschen beschreibt, denen der Schritt ins Erwachsenenleben nicht gelingt. Sie verharren an der „Schwelle“ ihrer Kindheit, unfähig von ihr Abschied zu nehmen. Gefangen im Niemandsland. Gelähmt von der auseinanderklaffenden Schere zwischen Ichideal und Ichrealität werden sie zu Beobachtern des Lebens, anstatt daran teilzunehmen.
Die Theatergruppe Theatropolis hat frei nach Sibylle Berg ein Stück unter demselben Titel erarbeitet, in dem es zumindest auch um Erwachsene geht, die ähnlich beklemmende Zustände empfinden.
“Hinter geschlossenen Lidern” handelt von desillusionierten Personen, die auf andere ebenso desillusionierte Personen treffen, sich ihrem Schicksal ergeben, sich aber selbst nicht aufgeben wollen. Sie klammern sich an andere, an Gegenstände oder ihre Jobs. Das wird in aneinandergereihten Einzelgeschichten dargestellt, die sich textlich manchmal überschneiden, die der Zuschauer aber selbst verbinden müsste, wenn er einen roten Faden sucht.

Ich finde ja solche düsteren Stücke durchaus reizvoll, aber auch schwierig, denn man muss von ihnen immer irgendwie loskommen. Noch schwieriger wird es, wenn das Stück selbst keinen positiven Ausblick bietet. Das ist so mein Problem bspw. bei Filmen wie Lichter, in dem aber ein Ausweg zumindest bildlich angeboten wird. In “Hinter geschlossenen Lidern” empfand ich das nicht so. Aber andere sehen sowas offenbar anders. Als eine Schauspielerin auf der Bühne über ihre neue Bezehung, die sie mit obigem Zitat verliert, meint “Ich war nicht verliebt, aber ich hatte mich an ihn gewöhnt”, da kicherte ein kauziges Seniorenpärchen vor mir. Ich fand den Satz überhaupt nicht witzig, aber ich würde gerne wissen, ob ich das in ein paar Jahrzehnten witzig finden werde.
Die Laienschauspieler (diesen Begriff verwende ich jetzt aber nur deswegen, weil es keine Berufsschauspieler sind) sind mit dem schwierigen Stück gut zurecht gekommen. Die Szenen waren klar und verständlich, die Problematiken bedrückend. Mir ist nur ein kleiner Patzer aufgefallen, der nicht weiter störend war, dafür war das Stück zu düster. Manchmal wurde etwas leise gesprochen, was mit der angelassene Kühlanlage im Falkendom das Zuhören etwas erschwerte. Was mich persönlich immer etwas stört ist, wenn Sätze, die für einen Willen, etwas besonderes mit ihnen auszudrücken, stehen, nur so ausgesprochen werden, als sei der Sprecher glücklich, den Satz fehlerfrei rausbekommen zu haben. Das passiert aber auch in wesentlich aufwendigeren Produktionen und ist hier nur eine Randmakulatur. Aber Sprechpausen und das rhetorische Nachhallen lassen von Aussagen gibt bestimmten Darstellungen eben einen besonderen Kick.
Das ist bei der Darstellung des alkoholabhängigen und in die Jahre gekommenen Feuilletonjournalisten besonders gut gelungen, wie ich finde. Gerade in dieser Ecke Westfalens ist so eine Figur nun wirklich nicht unbekannt.
“Hinter geschlossenen Lidern” ist kein Stück für jeden, aber für alle, die sich düsteren Stücken stellen wollen.
Nächste Aufführung: Falkendom Bielefeld, 29.11., 19 Uhr (Einlass 18:30)
Die Depression der anderen
Wenn man in der Sache der Selbsttötung Robert Enkes etwas Gutes zu formulieren sucht, greift man derzeit gerne dazu, dass es derzeit immerhin gut sei, dass über Depression gesprochen werde. Aber es wird immer nur von der Depression anderer gesprochen. Es wird davon gesprochen, wie man Betroffenen hilft, wie sich die Masse verhalten soll, ob man Leistungssportlern als Öffentlichkeit zuviel zumutet.

Niemand redet öffentlich über Depression als seinem Gefühl. Hier würde ich noch den Unterschied machen, ob man das Gefühl einer Depression kennt oder ob man an einer Depression erkrankt ist. Ich würde den Gedanken der Ziel- und Zwecklosigkeit des eigenen Handelns, des eigenen Lebens darunter verstehen, welches zu einem anhaltenden, niederdrückenden Gefühl führt. Wenn sie erkrankt sind, ist dieses Gefühl allgegenwärtig, selbst in eher lustigen Sitationen. Irgendwann konkurrieren angenehme und niederdrückende Gefühle aktiv miteinander und scheinbar können die negativen Gefühle langandauernder sein als die positiven.
Man befindet sich in einer Spirale, in der vieles zusammenkommt: Die eigene Belastung, die Alltagssituationen, das Leben mit seinen Mitmenschen, der Blick in die Zukunft. Jedes dieser Dinge wird eigentlich für sich geregelt, aber mit dem Gedanken, dass all das zu nichts führt, lässt sich auch alles verbinden. Es ist schwieriger, das Positive damit langfristig damit zu verbinden.
Wenn Robert Enke es als Problem sah, dass nach seiner Ansicht das Jugendamt es in Erwägung zieht, ihm wegen seiner Krankheit sein vor wenigen Monaten adoptiertes Kind wegzunehmen. und ihn das in so kurzer Zeit so stark belastet hat, dann muss man von einer starken Erkrankung sprechen. Und auch wenn ich kein Arzt bin, scheint mir die einzig passende Maßnahme zu sein, dass man eine derartige Person sofort raus aus dem Alltag nimmt. Wer solchen Menschen helfen will, muss versuchen, deren Gedankengänge nachzuzeichnen, ihnen Kontra geben, wo man meint, dass eine falsche Richtung eingeschlagen wird.
Vor wenigen Tagen hat André Agassi über seine schweren Gedanken als Leistungssportler gesprochen und wie er Steffi Graf gesagt hat, dass er das Tennisgeschäft hasse. Und danach spricht er von der Antwort Steffi Grafs wie von einem erleuchtenden Moment. Sie sagte: “Hassen wir es nicht alle?”
Hier haben Sie den düsteren Gedanken, hier haben sie den Weg weg aus der Düsternis. Das scheint nicht anders zu gehen, als dass man immer auch von sich selbst spricht. Vom Kopf her bildet man so eine Gemeinschaft, die derjenigen, die sich Depressive als sie verunsichernde Gegengemeinschaft erfinden, entgegentritt und diese sich auflösen lässt.
Solange man aber nur von der Depression der anderen spricht, ist das Tabu über dem Thema Depression nicht weg.
Die Hierarchie der Unfähigen oder: Das Peter-Prinzip
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=HeJhlQbCv6A&w=560&h=349]
[via]


