Berlinreferenzieller Qualitätsjournalismus

Ein selt­sa­mer Text ist es, den Marin Maji­ca da bei der Ber­li­ner Zei­tung online gestellt hat. Die recht puber­tä­re Denk­mus­ter haben­de Blogo­sphä­re ist sein Sand­sack, ver­tei­di­gen möch­te er gegen sie Sascha Lobo, ein Wer­ber, der für ihn genia­li­sche Züge hat. Soviel mal zu kri­ti­schem Jour­na­lis­mus. Aber auch Lobo kriegt irgend­wie sein Fett weg, als Maji­ca Lobo wie folgt zitiert:

“Ich habe schon immer gesagt, dass eine Kul­tur wie die Blog­kul­tur nur lang­fris­tig bestehen kann, wenn es auch die Mög­lich­keit gibt, damit Geld zu ver­die­nen.” Gene­ra­ti­on Upload — dabei hat er wohl vor allem an sein Kon­to gedacht.

Und anstatt an die­ser Stel­le mal nach­zu­fra­gen, aus wel­chem Kaf­fee­satz Sascha Lobo denn die­se halt­lo­se Behaup­tung aus­ge­le­sen hat, kom­men­tiert Maji­ca unauf­ge­for­dert, als habe er eine kri­ti­sche Fra­ge zu beant­wor­ten:

War­um nicht.

Ja, war­um wohl nicht?! Da, wo kri­ti­sches Nach­fra­gen und Ansatz eines ern­haf­ten Tex­tes beginnt, hört Maji­ca rauf. Aber sowas hat­te Maji­ca wohl auch gar nicht im Sinn, schliess­lich beju­belt er Lobo als abstand­hal­ten­der Anfüh­rer der Twit­ter-Charts von Jens Schrö­der hoch, auch wenn er das dort längst nicht mehr ist und inzwi­schen schon von Rei­ner Cal­mund über­run­det wur­de.

Aber so genau wol­len wir’s auch nicht neh­men. Wir wol­len nur ein wenig quat­schen.

Wedding entrance dance

JK Wed­ding Ent­rance Dance — MyVi­deo

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=4–94JhLEiN0&w=477&h=378]

MacGyver’s awful secret

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=VVoydr-ySRQ&w=477&h=386]

Tom­my Giord­a­no was a good fri­end of mine. Had been sin­ce the first time I gave him a bath and got wet­ter than he did.

How women play the kazoo…

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=-FTEdn-Xvck&w=477&h=387]

The smell

There’s sum­mer in many parts of the world right about now. This means on the one hand that peo­p­le get hap­pier beacau­se the sun keeps on shi­ning most of the day. This is the time of year that most peo­p­le enjoy the most.

On the other hand the­re are things in sum­mer that can dis­turb in a way. See­ing peo­p­le being hap­py while you’­re not is one thing. See­ing peo­p­le being in bad shape alt­hough wea­ring tight clo­thes ano­ther.

But it’s a real­ly repul­si­ve thing is if there’s a smell you don’t like and you know the per­son whe­re it’s coming from.

The smell

Does he think that his smell a good thing? By the way, it was his smell, was­n’t it?

Matthias Güldners Psychologisierungsunfall

Lan­ge Zeit wur­de moniert, dass die deut­schen Inter­net­nut­zer deut­lich unpo­li­ti­scher sei­en als die ame­ri­ka­ni­schen. Immer wur­de den Leu­ten nur vor den Kopf geschaut, weit weni­ger wur­de ein­be­zo­gen, wie die poli­ti­sche Lage denn so ist. Und als Anwort auf die­se ver­meint­li­che Unpo­li­ti­siert­heit von Blog­gern, Chat­tern und Inter­net­sei­ten­be­trei­bern wur­de dar­ge­legt, dass Medi­en und Poli­tik halt in deutsch­land so gut kri­tisch mit­ein­an­der umgin­gen, dass man poli­ti­sche Blog­ger bei­spiels­wei­se in kei­nem große­ren Umfan­ge braucht.

Pus­te­ku­chen, mag man heu­te den­ken. Wer sich heu­te anschaut, wie sich man­che Poli­ti­ker argu­men­ta­tiv gegen­über Per­so­nen der ver­meint­lich aus­ge­mach­ten Inter­net­com­mu­ni­ty aus dem Fens­ter leh­nen, der sieht einen sehr guten Effekt, denn die­se angeb­li­che Com­mu­ni­ty schon erreicht.

Hei­te hat sich der Grü­ne Mat­thi­as Güld­ner sei­ne poli­ti­sche Blö­ße gege­ben. Er mischt sich in die Debat­te um Inter­net­zen­sur ein, ver­han­delt aber dabei weit mehr als nur das The­ma Inter­net­zen­sur: Er ver­sucht, die­ser Inter­net­com­mu­ni­ty einen rein­zu­wür­gen.

Die­se Com­mu­ni­ty ist über­haupt nur eine Schein­welt, bevöl­kert von Leu­ten, die viel zu lan­ge vor dem Com­pu­ter auf­hal­ten, wor­un­ter ihr Urteils­ver­mö­gen in der Rea­li­tät deut­lich Scha­den nimmt. Daher sei­en Online-Peti­tio­nen, die nur per Maus­klick aus­führ­bar sind, nicht ernst zu neh­men:

Wer sich in ihre Schein­welt ein­mi­schen will, wird mit Mas­sen­pe­ti­tio­nen per Maus­klick weg­ge­bis­sen.

Sehr aggres­siv wird hier dem ver­meint­lich Bösen unglaub­li­che Aggres­si­vi­tät ange­las­tet. Aber es geht wei­ter:

Wer Ego-Shoo­ter für Unter­hal­tung, Face­book für rea­les Leben, wer Twit­ter für rea­le Poli­tik hält, scheint davon aus­zu­ge­hen, dass Gewalt kei­ne Opfer in der Real­welt for­dert.

Man sieht hier ganz leicht, die gan­ze möch­te­gern­po­li­ti­sche Hal­tung von Mat­thi­as Güld­nern basiert auf der Annah­me, dass es die­se zwei Wel­ten gibt: Die Schein­welt, die mit Com­pu­tern zu tun hat und die Real­welt. Abge­se­hen davon wür­de ich sagen, dass Gewalt, wenn denn, dann nur in der rea­len Welt Opfer for­dert. Wobei die­se Stel­le von Güld­ner aber auch nicht im Ansatz ver­ständ­lich ist.

Nach­dem sich Mat­thi­as Güld­ner der­art aus­ge­kotzt hat, womit ich ein nicht durch Argu­men­te fun­dier­tes Rum­pöblen mei­ne, ver­sucht er aller­dings auch noch mit so etwas wie einer Argu­men­ta­ti­on:

Da ist zum Bei­spiel das Argu­ment, die Sper­ren könn­ten umgan­gen wer­den. Da haben sich eini­ge wohl das Hirn her­aus­get­wit­tert. Genau­so gut könn­te die Tat­sa­che, dass Mor­de began­gen wer­den, obwohl sie ver­bo­ten sind, als Argu­ment gegen den Mord­pa­ra­gra­phen im Straf­ge­setz­buch ange­führt wer­den.

Nein, das stimmt nicht. Nur wenn jemand irgend­ein Bei­spiel her­an­zieht, wider­legt das nicht eine behaup­te­te Gegen­si­tua­ti­on. Hier haben wir einer­seits die straf­recht­li­che Bestim­mung, dass Mord ein Straf­tat­be­stand ist. Dar­um geht es über­haupt nicht, da dass Auf­ru­fen einer kin­der­por­no­gra­fi­schen Sei­te an sich eben auch schon ein aner­kann­ter Straf­tat­be­stand ist. Die Kri­tik, dass die Sper­ren leicht umgan­gen wer­den kön­nen, bezieht sich nur auf die kom­plet­te Untaug­lich­keit des Vor­ha­bens der Bun­des­re­gie­rung. Viel­leicht hät­te sich Herr Güld­ner die­se Sach­kri­tik mal inten­si­ver reint­wit­tern sol­len.

War­um nicht, wie in ande­ren Poli­tik­fel­dern auch, Bau­stein um Bau­stein zusam­men­fü­gen, um eine größt­mög­li­che Wir­kung zu erzie­len? Die Ant­wort bleibt die Com­mu­ni­ty schul­dig.

Die Ant­wort ist ganz ein­fach: Bei der Inter­net­zen­sur han­delt es sich nicht im Ansatz um einen Bau­stein. Im Gegen­teil.

Aber wer nur sei­ne grund­le­gend nega­ti­vier­ten Vor­stel­lun­gen aus dem Bereich der Hob­by­psy­cho­lo­gie zum Maß­stab nimmt, wird auf eine gemein­sam akzep­tier­ba­re Gesprächs­ba­sis nicht kom­men. So ver­wech­selt man dann auch leicht eine angeb­lich uner­träg­li­che Leich­tig­keit des Inter­nets mit sei­nen eige­nen Vor­ver­ur­tei­lun­gen.

_________________________________________
s.a.: Julia See­li­gerHerr Güld­ner aus Bre­men
Netzpolitik.org
: Poli­ti­ker des Tages: Mat­thi­as Güld­ner

Angry erotic sheep in the woods